@danielneumann Ich weiß nicht, ob man das Gefühl, wie viele Kinder man haben möchte, wirklich gut begründen kann – also, unabhängig davon, ob das null, eins oder fünf sind.
Ich bin schlecht im Multitasking/Taskswitching. Es macht mir großen Spaß, auf unser Kind so eingehen zu können, dass es sich für mich befriedigend anfühlt. (Ich bin sicher, dass die meisten Eltern von mehreren Kindern in ausreichendem Maße auf ihre Kinder eingehen, aber es geht darum, wie ich mich dabei fühlen würde, die Bedürfnisse zweier Kinder jonglieren zu müssen.)
Und wenn ich mir vorstelle, alles, was wir mit unserem Kind schon durchlaufen haben und was dadurch, dass es das allererste Mal war, ein völliger Blindflug aber auch etwas ganz Besonderes war, noch mal durchlaufen zu müssen (und das alles mit einem Kleinkind im Schlepptau), dann befällt mich eine immense Müdigkeit und Unlust.
Wer ein zweites Kind bekommt, empfindet in solchen Punkten anders. Die anderen Eltern wissen Stand jetzt genauso viel über das Leben mit zwei Kindern wie wir (die meisten erwarten das Kind noch), aber sie haben das Gefühl, dass sie es noch mal angehen wollen. Und das ist eben der Unterschied zwischen uns, der das Verhältnis verändert.
Ich glaube manchmal, dass die Kinderzahl, die ich mir gewünscht habe, 0,75 Kind war oder so. Aber da es nur ganze Kinder gibt, rundet das eben zu 1 auf. Und jetzt haben wir ein Kind und es ist wunderschön (und anstrengend und alles). Aber mir fällt es manchmal leichter, Leute mit null Kindern zu verstehen – weil ich im Herzen (und mathematisch) eben näher an ihnen dran bin als an den Leuten mit 2+ Kindern.