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Aktuell Bestbewertet Umstritten

  • Zwischen Kritik und Abwertung
    hexe@weltenwanderer.blogH hexe@weltenwanderer.blog

    Manchmal liest man einen Text im Internet und spürt sofort, dass er etwas in einem auslöst. Kein produktives Nachdenken, kein inneres Nicken oder Widersprechen, sondern dieses leise Ziehen im Magen. Nicht, weil man sich ertappt fühlt, sondern weil etwas daran unangenehm stört. Der Ton ist härter als nötig, zwischen den Zeilen steckt mehr Verachtung als Argument und es wird spürbar, dass es hier nicht um Austausch, sondern um Abwertung geht.

    In den letzten Wochen bin ich immer wieder auf genau solche Texte gestoßen. Texte, die sich kritisch geben, aber keine Diskussion zulassen. Texte ohne Kommentarfunktion, ohne erkennbare Verantwortlichkeit, ohne echtes Gegenüber. Texte, die nicht erklären, sondern herabsetzen wollen. Die nicht einordnen, sondern provozieren. Zurück bleibt kein Erkenntnisgewinn, sondern das Gefühl, Zeugin eines aus sicherer Entfernung geführten Monologs geworden zu sein.

    Grundsätzlich habe ich nichts gegen Kritik. Im Gegenteil. Auch harte Kritik kann wichtig und notwendig sein. Verrisse haben ihren Platz, wenn sie sich ernsthaft mit Inhalten auseinandersetzen, wenn sie benennen, begründen und Haltung zeigen. Was mir hier jedoch begegnet, fühlt sich anders an. Es wirkt weniger wie Interesse an Themen oder Entwicklungen und mehr wie das Bedürfnis, sich über andere zu stellen, als müsse man andere kleinmachen, um sich selbst größer zu fühlen.

    Besonders irritierend ist es, wenn die Doppelmoral offen zutage tritt. Es werden Eigenschaften kritisiert, die im eigenen Text reproduziert werden. Feigheit wird anderen vorgeworfen, während man selbst anonym bleibt. Fehlende Haltung wird beklagt, während man sich jeder echten Verantwortung entzieht. Offenheit wird gefordert, doch der Dialog wird konsequent verweigert. Das wirkt nicht wie Analyse, sondern wie Projektion.

    An diesem Punkt fällt es mir schwer, solche Texte noch als Kritik zu lesen. Sie folgen weniger dem Wunsch nach Austausch als einem bekannten Trolling-Muster: provozieren, abwerten, verschwinden. Nicht, um etwas zu klären, sondern um eine Wirkung zu erzielen.

    In diesem Zusammenhang wird auch der Begriff „Elite” verwendet. Er suggeriert Abschottung, Macht und Überlegenheit. Meine Erfahrung ist eine andere. Die Menschen gehen sehr unterschiedlich mit dem Bloggen um, schreiben über die verschiedensten Themen und suchen sich freiwillig Austausch, wenn er ihnen guttut. Das ist keine Elite, das ist Vielfalt. Und dass man sich vernetzt, voneinander lernt oder sich gegenseitig liest, ist kein Herrschaftsanspruch, sondern völlig normal.

    schreibende und nachdenkliche person

    Ich habe mich gefragt, warum mich solche Texte früher stärker getriggert haben als heute. Vielleicht, weil ich damals noch dachte, mich erklären oder rechtfertigen zu müssen. Heute fällt mir diese Distanz leichter. Das liegt nicht daran, dass es mir egal geworden ist, sondern daran, dass ich klarer unterscheiden kann zwischen konstruktiver Kritik und destruktiver Abwertung. Nicht alles verdient eine Antwort. Und nicht jede Provokation verdient Aufmerksamkeit.

    Was mich dennoch nachdenklich stimmt, ist der Umgangston. Im Netz wird oft vergessen, dass auf der anderen Seite des Bildschirms in den meisten Fällen ein Mensch sitzt. Kein abstraktes Feindbild, keine anonyme Masse, sondern ein Mensch mit Erfahrungen, Gedanken und Verletzlichkeit. Worte verlieren nicht ihr Gewicht, nur weil man sie anonym ins Internet tippt. Sie treffen trotzdem.

    Es ist vielleicht naiv, sich eine respektvollere Diskussionskultur zu wünschen. Es scheint, als gehöre es zu unserer Zeit, dass Lautstärke mehr Aufmerksamkeit bekommt als Differenzierung. Aber ich glaube nicht, dass man das einfach hinnehmen muss. Man kann sich bewusst dafür entscheiden, anders zu schreiben, anders zu reagieren oder sich bewusst nicht auf jedes Spiel einzulassen.

    Früher hätten mich solche Texte wütend gemacht. Heute perlen sie an mir ab. Nicht aus Gleichgültigkeit, sondern aus Klarheit. Ich muss mich nicht an jeder Provokation beteiligen. Ich muss niemanden herabsetzen, um meine eigene Haltung zu bestätigen.

    Gerade deshalb erscheint es mir umso wichtiger, bewusst anders mit solchen Situationen umzugehen. Nicht jede Lautstärke braucht ein Echo und nicht jede Provokation eine Antwort. Manchmal liegt die Stärke darin, sich dem Spiel zu entziehen und die eigene Haltung zu bewahren. Respektvolle und tolerante Räume entstehen dort, wo Menschen einander zuhören, wo Unterschiedlichkeit ausgehalten wird und wo niemand das Bedürfnis verspürt, andere herabzusetzen, um sich selbst zu bestätigen. Solche Orte sind vielleicht leiser, aber dafür beständiger. Und vielleicht sind sie genau deshalb das, was wir im Internet heute am dringendsten brauchen.

    Für mich bleibt am Ende die Frage, welche Art von Raum wir im Netz sein wollen. Laut oder tragfähig? Abwertend oder verbindend? Vielleicht beginnt Veränderung genau dort, wo wir uns diese Frage selbst stellen.

    trenner x

    Sorry, ich musste das einfach einmal loswerden. Die Gedanken dazu haben mich die letzten Tage sehr beschäftigt. Danke an meine zwei Lektoratsschäfchen 😘

    trenner x

    Rechtschreibung und Zeichensetzung wurden durch deepl.com/write korrigiert, ebenso ein paar Grammatikfehler.

    Uncategorized blog bloggedanken blogger community gedanken gefühle gemeinschaft respekt respektimnetz weltenwanderer

  • Irland Roadtrip 2017: Mit dem Auto über die grüne Insel
    hexe@weltenwanderer.blogH hexe@weltenwanderer.blog

    2016 waren Aya und ich bereits mit dem Auto in Schottland unterwegs. Nach dieser Reise war ziemlich schnell klar, dass wir 2017 wieder verreisen wollten. Am liebsten erneut als Roadtrip. Zuerst stand Norwegen auf unserer Wunschliste, doch ein realistischer Blick auf die Kosten hat diesen Plan recht schnell beendet. Also haben wir umgedacht und Irland rückte in den Fokus. Eine Entscheidung, die sich im Nachhinein als genau richtig herausgestellt hat.

    Irland war für uns kein Ziel für einen kurzen Städtetrip. Wir wollten das Land erfahren, im wahrsten Sinne des Wortes. Schmale Straßen, wechselndes Wetter, Küsten, Klöster und Landschaften, die sich ständig verändern. Gestartet sind wir in Dublin und sind dann gegen den Uhrzeigersinn einmal um die Insel gefahren. In zwölf Tagen legten wir knapp 2.000 Kilometer zurück und sammelten Eindrücke, die bis heute nachwirken.

    Inhaltsverzeichnis

    Toggle
    • Kurzüberblick zur Reise
    • Reisephilosophie statt striktem Zeitplan
    • Glück mit Wetter und Unterkünften
    • Warum gegen den Uhrzeigersinn?
    • Unsere Route im Überblick
    • Fazit

    Kurzüberblick zur Reise

    • Reisedauer: 12 Tage (1. – 12. Mai 2017)
    • Volle Fahrtage: 10
    • Strecke: ca. 2.000 Kilometer
    • Start und Ende: Dublin
    • Reiseart: Roadtrip mit Mietwagen
    • Fahrtrichtung: gegen den Uhrzeigersinn
    • Kosten pro Person: 903,29 € (enthält Flug, Unterkünfte, Mietauto, Tanken)

    Unsere Unterkünfte hatten wir im Voraus gebucht, alles andere ließen wir bewusst offen. Oft entschieden wir erst am Abend vorher, welche Orte wir uns am nächsten Tag anschauen wollten. Diese Freiheit hat die Reise sehr entspannt gemacht und dafür gesorgt, dass wir uns nicht von einem starren Plan treiben ließen.

    kleeblatt

    Reisephilosophie statt striktem Zeitplan

    Auch wenn die Route im Rückblick klar strukturiert wirkt, entstand der Roadtrip selbst sehr flexibel. Wir haben Orte ausgelassen, an anderen länger verweilt und unsere Tagesetappen immer wieder angepasst. Mal spielte das Wetter eine Rolle, mal schlicht die eigene Energie. Gerade diese Mischung aus grober Planung und spontanen Entscheidungen hat die Reise für uns so angenehm gemacht.

    Irland eignet sich hervorragend für diese Art des Reisens. Entfernungen wirken auf der Karte oft harmlos, fühlen sich auf irischen Straßen aber ganz anders an. Wer jeden Tag minutiös durchplant, verpasst schnell das Gefühl für das Land.

    Irland - Rock of Cashel
    Blick auf die Burgruine „Rock of Cashel“ – Links unser B&B

    Glück mit Wetter und Unterkünften

    Wir hatten auf dieser Reise unglaublich viel Glück mit dem Wetter. Während der gesamten elf Tage hat es kein einziges Mal richtig geregnet. Vielleicht ein paar vereinzelte Tropfen in der letzten Nacht in Dublin, mehr nicht. Erst als wir an der Haltestelle für den Airport Bus standen, fing es tatsächlich an zu regnen. Davor blieb es trocken. Es war zwischendurch bewölkt und gerade zu Beginn auch sehr windig, aber das hat uns nicht gestört. Im Gegenteil. An vielen Orten wurde uns immer wieder gesagt, wie viel Glück wir mit dem Wetter hätten und dass wir echte Lucky Girls seien. Für uns fühlte sich diese Reise wettertechnisch einfach wie ein Traum an.

    Auch mit unseren Unterkünften hatten wir großes Glück. Wir übernachteten fast ausschließlich in Bed and Breakfasts (B&B) und hatten entweder ein sehr gutes Händchen bei der Auswahl oder einfach das richtige Timing. Jede Unterkunft war herzlich, angenehm und genau das, was man sich nach langen Tagen auf irischen Straßen wünscht.

    Warum gegen den Uhrzeigersinn?

    Die Route gegen den Uhrzeigersinn ergab sich für uns ganz natürlich. So konnten wir die spektakulären Küstenabschnitte über die Reise verteilen und hatten keinen einzigen Abschnitt, der sich wie ein Pflichtprogramm anfühlte. Außerdem war der Übergang von der wilden Westküste zu den ruhigeren Wicklow Mountains ein sehr stimmiger Abschluss.

    kleeblatt

    Unsere Route im Überblick

    Zur besseren Übersicht habe ich den Roadtrip im Nachhinein in mehrere Abschnitte eingeteilt. Diese orientieren sich nicht streng an administrativen Regionen, sondern am tatsächlichen Reiseverlauf. (Artikel und die Links folgen).

    Abschnitt 1: Start in Dublin und Nordirland

    Dublin war unser Ausgangspunkt. Nach der Landung und der Übernahme des Mietwagens ging es direkt Richtung Norden. In Bushmills bezogen wir unsere erste Unterkunft und erkundeten den Giant’s Causeway zum Sonnenuntergang. Weitere Stopps waren Dunluce Castle und der White Rocks Beach. Ein intensiver Einstieg mit viel Küste und ersten echten Wow Momenten.

    Abschnitt 2: Donegal und der wilde Nordwesten

    Weiter ging es in den Nordwesten. Malin Beg, Glencolumbkille und die Slieve League gehörten zu den weiteren eindrucksvollste Orten der gesamten Reise. Die Landschaft wirkte rau, weit und erstaunlich menschenleer. Über den Ballycroy National Park erreichten wir Achill Island, wo wir in Keel übernachteten. Dieser Abschnitt fühlte sich besonders ursprünglich an.

    Abschnitt 3: Connemara und die Westküste

    Mit dem Killary Fjord, der Kylemore Abbey und einer Wanderung im Connemara National Park wechselte die Stimmung. Die Landschaft wurde weicher, ohne an Eindruck zu verlieren. In der Nähe von Clifden ließen wir uns treiben und erkundeten die Umgebung rund um unsere Unterkunft.

    Abschnitt 4: Clare und die berühmte Westküste

    Über Burgen wie Aughnanure und Dunguaire erreichten wir die Cliffs of Moher. Trotz der vielen Besucher waren sie beeindruckend. In Doolin, direkt an der Küste, übernachteten wir und ließen den Tag am Pier ausklingen. Ein Abschnitt, der zeigte, wie schmal der Grat zwischen Postkartenmotiv und Realität sein kann.

    Abschnitt 5: Kerry und der Südwesten

    Nach der Fährüberfahrt über den River Shannon folgten die Dingle Peninsula und später der Ring of Kerry samt Skellig Ring. Orte wie Inch Strand, Kerry Cliffs, Ballinskelligs Castle und Lady’s View reihten sich aneinander. Landschaftlich war dieser Teil eine regelrechte Eskalation, auch wenn er deutlich touristischer war als andere Abschnitte.

    Abschnitt 6: Midlands und historische Orte

    Im Landesinneren wurde es ruhiger. Der Killarney National Park, Muckross Abbey, Cahir Castle, Hore Abbey und der Rock of Cashel bestimmten diesen Teil der Reise. Klöster, Burgen und Geschichte standen im Vordergrund. In Laragh fanden wir zudem eines der besten Pubs der Reise.

    Abschnitt 7: Wicklow Mountains und Abschluss

    Zum Ende führte uns der Weg in die Wicklow Mountains. Glendalough mit seinen Seen und der monastischen Anlage war ein perfekter Ort zum Durchatmen. Der Besuch des Powerscourt Estate bildete den letzten Höhepunkt, bevor wir nach Dublin zurückkehrten und den Mietwagen abgaben.

    Dublin zum Abschluss

    Am letzten vollen Tag erkundeten wir Dublin zu Fuß. Besonders das Trinity College blieb in Erinnerung. Nach vielen Tagen Natur, Küste und Ruhe war die Stadt ein spannender Kontrast und ein runder Abschluss dieser Reise.

    2017 Irland - Aya Giant Causeway

    Fazit

    Rückblickend war dieser Roadtrip genau die richtige Entscheidung. Nicht perfekt durchgetaktet, nicht immer vorhersehbar, aber genau deshalb so angenehm. Irland lässt sich nicht gut in feste Pläne pressen. Wer bereit ist, sich auf das Tempo des Landes einzulassen, wird belohnt. Mit Umwegen, mit Stille, mit Momenten, die bleiben.

    In den kommenden Artikeln gehe ich die einzelnen Abschnitte dieses Roadtrips genauer durch. Mit persönlichen Eindrücken, vielen Fotos und ehrlichen Gedanken zu Orten, die mich bis heute begleiten.

    Hinweis: Die Reise fand 2017 statt. Preise, Öffnungszeiten und Bedingungen können sich seitdem geändert haben.

    kleeblatt
    Uncategorized bedbreakfast irland journey luckygirls reisebericht reiseblog roadtrip urlaub weltenwanderer

  • Gedanken zu Blogparaden
    hexe@weltenwanderer.blogH hexe@weltenwanderer.blog

    Blogparaden sind ein fester Bestandteil der Blogwelt und werden dennoch sehr unterschiedlich wahrgenommen. Für manche sind sie ein willkommener Schreibanlass und eine Möglichkeit zum Austausch, für andere wirken sie eher abschreckend oder unnötig. Nach einem Vorfall, der mich zum Nachdenken gebracht hat, habe ich begonnen, mich intensiver mit dem Sinn und der Wirkung solcher Aktionen auseinanderzusetzen. Dabei ging es mir weniger um eine Grundsatzdiskussion, sondern vielmehr um die Frage, was Blogparaden leisten können, wo ihre Grenzen liegen und warum sie aus meiner Sicht oft missverstanden werden.

    Inhaltsverzeichnis

    Toggle
    • Austausch und neue Perspektiven
    • Freiwilligkeit statt Verpflichtung
    • Die Sache mit dem Missverständnis und der Ablehnung
    • Fazit
    • Meine persönlichen Erfahrungen mit Blogparaden

    Austausch und neue Perspektiven

    Der Grundgedanke hinter Blogparaden ist einfach. Ein Thema wird in den Raum gestellt und jede Person entscheidet selbst, ob sie sich damit auseinandersetzen möchte oder nicht. Wer teilnimmt, schreibt einen eigenen Beitrag, verlinkt auf die Ursprungsidee und oft auch auf andere Beiträge, die im Rahmen der Aktion entstanden sind. So entsteht eine lose Sammlung unterschiedlicher Sichtweisen, ohne Anspruch auf Vollständigkeit oder Übereinstimmung.

    Gerade dieser Austausch macht für mich einen großen Reiz von Blogparaden aus. Man bleibt nicht in der eigenen Gedankenwelt hängen, sondern bekommt Einblicke darin, wie andere Bloggerinnen und Blogger ein Thema wahrnehmen, bewerten oder ganz anders einordnen. Überschneidungen sind dabei kaum zu vermeiden, denn schließlich beschäftigen sich alle mit derselben Fragestellung. Trotzdem unterscheiden sich die Texte meist deutlich, weil sie von persönlichen Erfahrungen, individuellen Schwerpunkten und unterschiedlichen Hintergründen geprägt sind.

    Ein weiterer positiver Aspekt ist die Vernetzung. Blogparaden führen dazu, neue Blogs zu entdecken, bekannte Stimmen wiederzulesen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Kommentare entstehen häufiger, Diskussionen entwickeln sich organisch und nicht selten bleibt man auch über die Aktion hinaus miteinander verbunden. Gerade in einer Zeit, in der vieles schnelllebig und oberflächlich geworden ist, empfinde ich diesen ruhigeren Austausch als wohltuend.

    trenner feder

    Freiwilligkeit statt Verpflichtung

    Dabei wird jedoch oft übersehen, dass Blogparaden vollständig auf Freiwilligkeit beruhen. Niemand ist verpflichtet, an einem Thema teilzunehmen, nur weil es existiert. Genauso wenig muss man zu jedem Aufruf eine Meinung haben oder diese öffentlich teilen. Es ist völlig legitim, einen Themenaufruf interessant zu finden, die Beiträge anderer zu lesen und vielleicht zu kommentieren, ohne selbst einen eigenen Artikel zu verfassen. Auch das ist Teil von Austausch und Beteiligung.

    Natürlich haben Blogparaden nicht nur positive Seiten. Inhalte können sich ähneln, manche Texte bleiben oberflächlich und nicht jedes Thema spricht alle gleichermaßen an. Das gehört jedoch zur Natur eines offenen Formats. Diese Punkte sind kein Zeichen dafür, dass Blogparaden grundsätzlich problematisch wären, sondern eher Ausdruck davon, dass unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Erwartungen aufeinandertreffen.

    trenner feder

    Die Sache mit dem Missverständnis und der Ablehnung

    Manche Menschen reagieren auffallend ablehnend auf Blogparaden, was meist weniger mit dem Format selbst zu tun hat als mit den Bedeutungen, die ihm zugeschrieben werden. Häufig spielt dabei ein starkes Bedürfnis nach Abgrenzung eine Rolle. Wer großen Wert auf Unabhängigkeit und Individualität legt, interpretiert gemeinschaftliche Aktionen schnell als Anpassung oder Gleichschritt. Dass Blogparaden freiwillig sind und keinerlei inhaltliche Vorgaben machen, gerät dabei oft aus dem Blick.

    Ein weiterer Faktor ist Unsicherheit im Umgang mit Sichtbarkeit. Wenn viele Menschen zu einem Thema schreiben, relativiert das die eigene Stimme. Für manche fühlt sich das wie ein Bedeutungsverlust an, obwohl es objektiv keiner ist. Statt diese Unsicherheit zu reflektieren, wird das Format selbst abgewertet. Blogparaden dienen dann als Projektionsfläche für das Gefühl, nicht gehört oder nicht ausreichend wahrgenommen zu werden.

    Auch Frustration kann eine Rolle spielen. Wer schlechte Erfahrungen mit Communities, Challenges oder dem eigenen Blogwachstum gemacht hat, überträgt diese Erlebnisse mitunter auf Blogparaden. Dabei wird nicht mehr zwischen einzelnen Formaten oder konkreten Abläufen unterschieden, sondern pauschal bewertet. Die Kritik richtet sich dann weniger gegen Inhalte oder Strukturen, sondern gegen das Prinzip gemeinschaftlicher Aktionen an sich.

    Hinzu kommt, dass persönliches Nichtgefallen und sachliche Analyse oft miteinander vermischt werden. Es ist völlig legitim, Blogparaden uninteressant zu finden oder sich bewusst dagegen zu entscheiden. Problematisch wird es erst dort, wo aus dieser persönlichen Haltung eine allgemeine Abwertung entsteht. In solchen Fällen geht es nicht mehr um das Format, sondern darum, sich durch Distanzierung selbst aufzuwerten.

    Insgesamt entsteht die starke Ablehnung von Blogparaden selten aus nüchterner Betrachtung. Meist spielen emotionale Faktoren wie Abgrenzung, Frustration oder Unsicherheit eine größere Rolle als tatsächliche Schwächen des Formats. Das erklärt, warum die Kritik oft schärfer ausfällt, als es der Sache angemessen wäre.

    trenner feder

    Fazit

    Blogparaden sind ein freiwilliges Angebot und kein verpflichtendes Format. Sie leben davon, dass Menschen sich bewusst dafür entscheiden, an einem Thema teilzunehmen, ihre eigenen Gedanken zu teilen und andere Perspektiven kennenzulernen. Überschneidungen in den Inhalten sind dabei unvermeidlich und auch kein Zeichen von Einfallslosigkeit, sondern ein natürlicher Bestandteil eines gemeinsamen Diskurses. Genauso legitim ist es jedoch, ein Thema interessant zu finden und dennoch nicht selbst mit einem Beitrag teilzunehmen, sondern lediglich zu lesen und zu kommentieren. Blogparaden sind weder gut noch schlecht, sie sind ein Werkzeug. Wie sinnvoll sie sind, hängt allein davon ab, wie man sie nutzt und welche Erwartungen man an sie stellt.

    trenner feder

    Meine persönlichen Erfahrungen mit Blogparaden

    Persönlich kann ich sagen, dass ich durch Blogparaden einige wirklich interessante Blogs kennengelernt habe. Oft lese ich nicht nur den eigentlichen Beitrag zur Aktion, sondern schaue mich anschließend noch weiter auf dem jeweiligen Blog um. Genau so sind bei mir schon mehrfach Blogs hängen geblieben, die ich heute regelmäßig lese. Mein eigener Einstieg in solche Formate war der Media Monday vom Medienjournal. Darüber sind über die Zeit auch Kontakte entstanden, mit denen man sich immer Mal wieder austauscht.

    Die Teilnahme bei klassischen Challenges fällt mir dagegen deutlich schwerer. Die Idee dahinter ist oft spannend, aber das Dranbleiben fällt mir nicht immer leicht. Wenn Themen sehr eng getaktet sind oder über einen längeren Zeitraum hinweg feste Vorgaben bestehen, gerät das schnell in Konflikt mit meinem Alltag und meiner eigenen Art zu bloggen. Das ist kein grundsätzliches Urteil über Challenges, sondern eher eine persönliche Erkenntnis darüber, was für mich gut funktioniert und was eher nicht.

    trenner feder
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