ich bin btw noch auf instagram und sehe dort immer wieder coole reels und was ich mache, ist, dass ich alle guten linken reels in die timelines meiner normie friends pushe.
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@na das stimmt schon, aber jeder algorithmus ist für eine konkrete mediale situation geschaffen, also anhand von kollektivem erwartetem verhalten designed.
d.h. ändern wir unser verhalten, gamen wir den algorithmus.
mir gehts hier gar nicht konkret so sehr um instagram. mir geht es um das einüben von collective action im netz. da steckt so viel macht drin.
@mspro
ja, verstehe glaube ich den abstrahierten ansatz und es hat auf jeden fall was für sich.würde nur diese platformen als Ziel in frage stellen, da "optimierungen" an diesen algos viel schneller zu realisieren sind als koordinierte reaktionen darauf.
zumal wir hier (bei praktisch allen platformen) einen massiven informations nachteil haben.bestimmt besser als nichts, nur ...
die taube, das schachbrett.. you know...vielleicht wirklich altmodisch ÜBER social media koordinierte aktionen die aber systeme ins visier nehmen die nicht so schnell kontern können.
Ich meine... das ist quasi 1:1 aus dem playbook der rechten: sich als (somewhat) koordinierte, laute gruppe/minderheit als mehrheit zu verkaufen und damit von institutionen jeder art wahrgenommen zu werden.viele worte um zu sagen:
Ja, gebe dir recht.
und das klingt alles nicht falsch und ich hoffe wir bekommen irgendwas in der art hin, da ist luft nach oben.Hoffnung ist ein schwieriges Thema, aber ohne gehts halt auch nicht.
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@mspro
ja, verstehe glaube ich den abstrahierten ansatz und es hat auf jeden fall was für sich.würde nur diese platformen als Ziel in frage stellen, da "optimierungen" an diesen algos viel schneller zu realisieren sind als koordinierte reaktionen darauf.
zumal wir hier (bei praktisch allen platformen) einen massiven informations nachteil haben.bestimmt besser als nichts, nur ...
die taube, das schachbrett.. you know...vielleicht wirklich altmodisch ÜBER social media koordinierte aktionen die aber systeme ins visier nehmen die nicht so schnell kontern können.
Ich meine... das ist quasi 1:1 aus dem playbook der rechten: sich als (somewhat) koordinierte, laute gruppe/minderheit als mehrheit zu verkaufen und damit von institutionen jeder art wahrgenommen zu werden.viele worte um zu sagen:
Ja, gebe dir recht.
und das klingt alles nicht falsch und ich hoffe wir bekommen irgendwas in der art hin, da ist luft nach oben.Hoffnung ist ein schwieriges Thema, aber ohne gehts halt auch nicht.
@na naja, die algos haben ja schon ein ökonomischen constraint: die MÜSSEN die user zufriedenstellen und dafür MÜSSEN sie auf nutzungssignale hören.
und diese nutzungssignale werden deswegen immer auf die eine oder andere art gamebar sein.
es sei denn es kommt der purge und wir fliegen alle raus, dann müssen wir uns was ganz neues überlegen.
ist immer schwer abzuschätzen, wo sich kampf lohnt, wo rückzug angebracht ist. bei x sage ich auch klar nein, aber instagram ist derzeit noch leveragbar.
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@mspro Ich fands schon zu Blogosphäre-Zeiten gut, sich gegenseitig Reichweite zu verschaffen für Dinge, die den anderen offensichtlich wichtig sind.
Ich glaube auch, mehr Leute sollten die digitalen Möglichkeiten weniger privat zu nutzen und dafür politischer. Es kann nicht nur darum gehen, möglichst viele Otter-Videos im Feed zu haben.
@kaffeeringe wir müssen den clicktivismus wiederbringen!
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was stattdessen unter linken als cool gilt und belohnt wird:
„hey schaut, ich habe eine neue art gefunden, mich von anderen linken abzugrenzen und sie alle doof zu finden, obwohl ich 90 % die gleichen dinge will.“
worauf ich auch hinaus will: instagram ist zumindest bei mir gerade der einzig sinnvolle mediale pfad, den ich bespielen kann, der ein bisschen aus meiner bubble und vor allem der bubble der bereits bekehrten rausführt und neue leute erreicht.
man sitzt immer in seiner eigenen perspektive und glaubt, dass alle wissen, was man selbst weiß (oft bereits 5 minuten, nachdem man sich das angelesen hat) aber das ist nicht so.
mediale öffentlichkeiten sind fragmentiert. du sitzt auf wichtigem wissen.
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worauf ich auch hinaus will: instagram ist zumindest bei mir gerade der einzig sinnvolle mediale pfad, den ich bespielen kann, der ein bisschen aus meiner bubble und vor allem der bubble der bereits bekehrten rausführt und neue leute erreicht.
man sitzt immer in seiner eigenen perspektive und glaubt, dass alle wissen, was man selbst weiß (oft bereits 5 minuten, nachdem man sich das angelesen hat) aber das ist nicht so.
mediale öffentlichkeiten sind fragmentiert. du sitzt auf wichtigem wissen.
social media – auch mastodon – macht es leicht, zu glauben, alle wüssten dasselbe, weil wir uns hier entlang unserer interessen vernetzen und so kommt es dir so vor, als hinkst du ständig dem wissen hinterher, was aber nur in den spezialisierten kreisen gilt, in denen du liest. aber du lebst in einer bubble. wie alle anderen auch.
wenn die linke ihre kommunikation stratgischer aufstellen will, muss sie lernen, pfade — am besten 8 spurige autobahnen – zwischen den bubbles zu bauen.
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social media – auch mastodon – macht es leicht, zu glauben, alle wüssten dasselbe, weil wir uns hier entlang unserer interessen vernetzen und so kommt es dir so vor, als hinkst du ständig dem wissen hinterher, was aber nur in den spezialisierten kreisen gilt, in denen du liest. aber du lebst in einer bubble. wie alle anderen auch.
wenn die linke ihre kommunikation stratgischer aufstellen will, muss sie lernen, pfade — am besten 8 spurige autobahnen – zwischen den bubbles zu bauen.
viele leute haben einfach deswegen keine "linke interpretation" der welt, weil ihnen der zugang zu linken deutungsangeboten fehlt, oder weil ihnen das semantische rüstzeug fehlt, bestimmten linken diskursen, die für sie relevant sind, zu folgen.
wenn man also leute an board holen will, muss man "onramps" schaffen. und dafür muss man sich hineinversetzen in andere bubbles und sich fragen: wie kann ich von dort zu meiner position einen pfad finden? technisch medial – aber auch semantisch.
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viele leute haben einfach deswegen keine "linke interpretation" der welt, weil ihnen der zugang zu linken deutungsangeboten fehlt, oder weil ihnen das semantische rüstzeug fehlt, bestimmten linken diskursen, die für sie relevant sind, zu folgen.
wenn man also leute an board holen will, muss man "onramps" schaffen. und dafür muss man sich hineinversetzen in andere bubbles und sich fragen: wie kann ich von dort zu meiner position einen pfad finden? technisch medial – aber auch semantisch.
@mspro Fallen dir Beispiele ein, wo das geklappt hat?
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@mspro Fallen dir Beispiele ein, wo das geklappt hat?
@Weltenkreuzer ich behaupte: wenn es jemals geklappt hat, menschen für linke diskurse onzuboarden, dann hat es in wirklichkeit immer genau so geklappt.
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viele leute haben einfach deswegen keine "linke interpretation" der welt, weil ihnen der zugang zu linken deutungsangeboten fehlt, oder weil ihnen das semantische rüstzeug fehlt, bestimmten linken diskursen, die für sie relevant sind, zu folgen.
wenn man also leute an board holen will, muss man "onramps" schaffen. und dafür muss man sich hineinversetzen in andere bubbles und sich fragen: wie kann ich von dort zu meiner position einen pfad finden? technisch medial – aber auch semantisch.
@mspro danke für den Thread. Dem kann ich nur zustimmen. Neben einer Geheimsprache, "Coolness" und Selbstzentriertheit fallen mir immer wieder drei Dinge auf, die Bündnisse und gemeinsame Aktionen behindern.
1. Mangelnde Kompromissfähigkeit / Anhänger*innen der reinen Lehre / unfähig Allianzen zu bauen
2. Viel Analyse, wenig Lösung (umsetzen)
3. Kein Durchhaltevermögen (z.B. weil Bündnisse nicht halten und weil wir uns überfordern) -
viele leute haben einfach deswegen keine "linke interpretation" der welt, weil ihnen der zugang zu linken deutungsangeboten fehlt, oder weil ihnen das semantische rüstzeug fehlt, bestimmten linken diskursen, die für sie relevant sind, zu folgen.
wenn man also leute an board holen will, muss man "onramps" schaffen. und dafür muss man sich hineinversetzen in andere bubbles und sich fragen: wie kann ich von dort zu meiner position einen pfad finden? technisch medial – aber auch semantisch.
*räusper* [opa erzählt vom krieg]
damals, als das anfing mit dem "internetaktivismus" war die allgemeine erfahrung, dass man durch das netz koordiniert überproportionalen impact auf politsche diskurse haben kann. bis ca. 2013 oder so punchten ein paar tausend clicktivisten weit oberhalb ihrer gewichtsklasse.
aber wie das so ist: die strategien wurden überleveraged und als sie nicht mehr gut funktionieren als "clicktivism" eingemottet.
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viele leute haben einfach deswegen keine "linke interpretation" der welt, weil ihnen der zugang zu linken deutungsangeboten fehlt, oder weil ihnen das semantische rüstzeug fehlt, bestimmten linken diskursen, die für sie relevant sind, zu folgen.
wenn man also leute an board holen will, muss man "onramps" schaffen. und dafür muss man sich hineinversetzen in andere bubbles und sich fragen: wie kann ich von dort zu meiner position einen pfad finden? technisch medial – aber auch semantisch.
@mspro was ich hier in Frankfurt etabliere ist, dass man bspw bei Vorstellungsrunden vielleicht nicht seine Pronomen aufzählt, aber sich mit Artikel (wie im hessich üblich) vorstellt. Es reicht ja idR wenn man sagt: „ich bin der Gegenwind“, oder „ich bin xier Robin“. Damit kann man auch „onboarden“.
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was stattdessen unter linken als cool gilt und belohnt wird:
„hey schaut, ich habe eine neue art gefunden, mich von anderen linken abzugrenzen und sie alle doof zu finden, obwohl ich 90 % die gleichen dinge will.“
@mspro Das.
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*räusper* [opa erzählt vom krieg]
damals, als das anfing mit dem "internetaktivismus" war die allgemeine erfahrung, dass man durch das netz koordiniert überproportionalen impact auf politsche diskurse haben kann. bis ca. 2013 oder so punchten ein paar tausend clicktivisten weit oberhalb ihrer gewichtsklasse.
aber wie das so ist: die strategien wurden überleveraged und als sie nicht mehr gut funktionieren als "clicktivism" eingemottet.
ironischer weise genau dort, wo das internet zum massenphänomen wurde. aber die – wie wir sie damals nannten – "internet gemeinde" wurde von der auf plattformen entstehenden "internet culture" in reichweite und relevanz schnell überholt.
und das zepter für internet savy kommunikation ging von den linken zu den rechten über, die weniger berührungsängste mit populismus hatten, (außerdem oligarchengeld und infrastruktur) und das feld der netzkommunikationstrategien immer tiefer auslotete.
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@sternentau @mspro Leider.

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viele leute haben einfach deswegen keine "linke interpretation" der welt, weil ihnen der zugang zu linken deutungsangeboten fehlt, oder weil ihnen das semantische rüstzeug fehlt, bestimmten linken diskursen, die für sie relevant sind, zu folgen.
wenn man also leute an board holen will, muss man "onramps" schaffen. und dafür muss man sich hineinversetzen in andere bubbles und sich fragen: wie kann ich von dort zu meiner position einen pfad finden? technisch medial – aber auch semantisch.
@mspro Mich macht dieser konkrete Toot sehr glücklich, weil ich das in so konkreter Form von Dir noch nicht gelesen habe*.
Zusammen mit den ersten zwei Absätzen von @tante in https://tante.cc/2026/02/20/acting-ethical-in-an-imperfect-world/ gestern habe ich das Gefühl, dass sich gerade so ein bisschen eine Mischung aus Gelassenheit und Demut entwickelt, die wirklich "bubbletangential" Orientierte auch abholen kann.
Und *DAS* brauchen wir mehr.
Danke.
* Kann natürlich an mir liegen, also nicht Steinigen bitte

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ironischer weise genau dort, wo das internet zum massenphänomen wurde. aber die – wie wir sie damals nannten – "internet gemeinde" wurde von der auf plattformen entstehenden "internet culture" in reichweite und relevanz schnell überholt.
und das zepter für internet savy kommunikation ging von den linken zu den rechten über, die weniger berührungsängste mit populismus hatten, (außerdem oligarchengeld und infrastruktur) und das feld der netzkommunikationstrategien immer tiefer auslotete.
wie ich neulich im newsletter schrieb: man kann die ganze geschichte des 21. jahrhunderts als die entdeckung und gezielte kapitalistischen und politisch-strategische urbarmachtung von netzwerkeffekten erzählen.
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*räusper* [opa erzählt vom krieg]
damals, als das anfing mit dem "internetaktivismus" war die allgemeine erfahrung, dass man durch das netz koordiniert überproportionalen impact auf politsche diskurse haben kann. bis ca. 2013 oder so punchten ein paar tausend clicktivisten weit oberhalb ihrer gewichtsklasse.
aber wie das so ist: die strategien wurden überleveraged und als sie nicht mehr gut funktionieren als "clicktivism" eingemottet.
@mspro "dass man durch das netz koordiniert überproportionalen impact auf politsche diskurse haben kann"
Meine Überlegung: Das ist doch schon noch immer so. Nur machen das halt andere Strömungen auch, v.a. Russland/AFD haben das ja aufgenommen und können es - dank mangelnden Gewissens - ja mittlerweile auch industriell und besser - und dadurch ergibt sich ein anderes Gleichgewicht, das in Summe den Diskurs nach Rechts verschiebt.
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