Ich habe eine Frage an Menschen, die doch nonbinär oder agender sehen.
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@Drude @energisch_
Wäre also für dich hilfreich, wenn zum "offiziellen" Namen ein "Rufname" hinterlegt werden kann, der statt dem Vornamen bevorzugt in Kommunikation zur Anwendung kommt?@LeelaTorres @energisch_ Grundsätzlich ist das hilfreich, aber ich finde Ansprache ohne Vornamen trotzdem besser, weil Vornamen in unserer aktuellen Gesellschaft immer noch eine gewisse Privatheit an sich haben. Und ich habe gerade als genderqueere Person manchmal das Bedürfnis, diese Privatheit zu behalten. (In anderen Kulturen/Gesellschaften gibt es da andere Gepflogenheiten und andere "Marker" für den Grad der Privatheit, da ist es vielleicht anders.)
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@LeelaTorres @energisch_ Grundsätzlich ist das hilfreich, aber ich finde Ansprache ohne Vornamen trotzdem besser, weil Vornamen in unserer aktuellen Gesellschaft immer noch eine gewisse Privatheit an sich haben. Und ich habe gerade als genderqueere Person manchmal das Bedürfnis, diese Privatheit zu behalten. (In anderen Kulturen/Gesellschaften gibt es da andere Gepflogenheiten und andere "Marker" für den Grad der Privatheit, da ist es vielleicht anders.)
@Drude @energisch_
Ich suche gerade primär Gründe um es für Kolleg*innen in meiner Firma zu verbessern. Da wir eine Du-Kultur haben, ist ein Vorname leider ziemlich primär in Nutzung. Daher die Idee, wenn jemand sich in der Identität am finden ist, oder sich den Behördenkram nicht antun will, wäre ein frei eingebbarer Rufname eine Möglichkeit Disphorien zu verringern und was selbst bestimmtes neutrales zu nennen. -
Hintergrund ist, dass unser Personalsystem Geschlecht und Anrede getrennt gepflegt werden können. Anrede darf jeder selbst innerhalb der Auswahl (die aktuell doof ist) selbst.
Anrede muss ja null mit Status in offiziellen Behörden zusammen hängen.
Daher die Frage, wäre es dir wichtig, dass du "keine Anrede" auswählen kannst (oder anderen Vorschlag) , ohne dass du deine Geschlechtsidentität offiziell geändert hast?@LeelaTorres
Ich bin zwar nicht "divers", aber ich fände es schön, die Option "keine Anrede" zu haben, auch wenn das kreativeren Umgang mit Grußformeln verlangt. -
@Drude @energisch_
Ich suche gerade primär Gründe um es für Kolleg*innen in meiner Firma zu verbessern. Da wir eine Du-Kultur haben, ist ein Vorname leider ziemlich primär in Nutzung. Daher die Idee, wenn jemand sich in der Identität am finden ist, oder sich den Behördenkram nicht antun will, wäre ein frei eingebbarer Rufname eine Möglichkeit Disphorien zu verringern und was selbst bestimmtes neutrales zu nennen.@LeelaTorres
Rufname eingeben zu können, finde ich auch als Person mit mehreren Vornamen total super! Ich mag eigentlich nicht mit allen 3 über all genannt werden
@Drude @energisch_ -
Ich habe eine Frage an Menschen, die doch nonbinär oder agender sehen.
Wie ist es für dich, wenn du einem Formular, in dem du deine Anschrift angeben musst und dort das Feld "Anrede" ein Pflichtfeld ist?
Zur Auswahl stehen :
Herr
Frau
DiversAus meiner Sicht ist es eine absolut schlampige Umsetzung des Personstandgesetz. Divers muss wohl als dritte Geschlecht Variante verwendet werden, aber ist definitiv keine Anrede.
Anrede wird meist nur für das Adressfeld für Briefpost verwenden.Bitte teilen für Reichweite.
@LeelaTorres Warum macht man bei "Anrede" nicht einfach ein Freitext-Feld?
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Ich habe eine Frage an Menschen, die doch nonbinär oder agender sehen.
Wie ist es für dich, wenn du einem Formular, in dem du deine Anschrift angeben musst und dort das Feld "Anrede" ein Pflichtfeld ist?
Zur Auswahl stehen :
Herr
Frau
DiversAus meiner Sicht ist es eine absolut schlampige Umsetzung des Personstandgesetz. Divers muss wohl als dritte Geschlecht Variante verwendet werden, aber ist definitiv keine Anrede.
Anrede wird meist nur für das Adressfeld für Briefpost verwenden.Bitte teilen für Reichweite.
@LeelaTorres
"divers" ist weder eine Anrede, noch ein Geschlecht. Eine Einzelperson kann nicht "divers" sein; da hat sich der Gesetzgeber semantischen Unsinn überlegt.
Als Kategorie wäre "diverse" noch okay gewesen. Aber eigentlich müsste es korrekt "divergent" bzw. "divergierend" heißen.
Und das wäre noch immer keine Anrede.
/rant over ^^ -
Hintergrund ist, dass unser Personalsystem Geschlecht und Anrede getrennt gepflegt werden können. Anrede darf jeder selbst innerhalb der Auswahl (die aktuell doof ist) selbst.
Anrede muss ja null mit Status in offiziellen Behörden zusammen hängen.
Daher die Frage, wäre es dir wichtig, dass du "keine Anrede" auswählen kannst (oder anderen Vorschlag) , ohne dass du deine Geschlechtsidentität offiziell geändert hast?@LeelaTorres Ich krame mal die Goldwaage raus. Eine geschlechtsneutrale Anrede ist was anderes als *keine* Anrede, es sei denn, man möchte wirklich formlos direkt in den Text reinstolpern.
Aber das Hauptproblem bleibt, dass man unabhängig von solchen Menülisten eh nie weiß, was für ein Mumpitz danach in der Praxis als Anrede kommt. Ohne echtes Verständnis davon, was nicht-binär / agender bedeutet, hilft die beste Menüauswahl nix.
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@Chubbypunk
Es gibt statistische Daten, die an Behörden übermittelt werden müssen, da ist Geschlecht dabei. Einzig anderer Punkt, der mir noch einfällt ist die Betriebsratswahl, wo es einen Ausgleich an Sitzen für das Geschlecht in der jeweiligen Firma, das als Minderheit gilt. Das Gesetz dafür ist aber noch so alt, dass es noch vom binären Zustand ausgeht...
Aber ich stimme dir zu, das Geschlecht ist so gut wie nie relevant zu wissen. Selbst bei Dienstkleidung sollte es nur von Körperform und persönlicher Preferenz abhängen. Gibt genug Urteile in die Richtung
@LeelaTorres
Wenn Geschlecht erfasst werden muss, muss das nicht zwangsläufig mit der Anrede verknüpft werden. Man kann theoretisch alle nur mit Guten Tag, Moin oder wasauchimmer anreden (ganz ohne Namen) und Geschlecht wirklich nur da abfragen, wo es bürokratisch vorgeschrieben ist. Das wirkt aus heutigem Sprachgefühl eventuell zunächst etwas weniger höflich, aber den Verlust von "hochachtungsvoll" am Ende förmlicher Post haben wir ja auch irgendwie verkraftet. -
Ich habe eine Frage an Menschen, die doch nonbinär oder agender sehen.
Wie ist es für dich, wenn du einem Formular, in dem du deine Anschrift angeben musst und dort das Feld "Anrede" ein Pflichtfeld ist?
Zur Auswahl stehen :
Herr
Frau
DiversAus meiner Sicht ist es eine absolut schlampige Umsetzung des Personstandgesetz. Divers muss wohl als dritte Geschlecht Variante verwendet werden, aber ist definitiv keine Anrede.
Anrede wird meist nur für das Adressfeld für Briefpost verwenden.Bitte teilen für Reichweite.
@LeelaTorres Nervt sehr. Wie ja schon gesagt wurde: „Divers“ ist keine Anrede. Ich hab nach der Wahl eines solchen Feldes schon einiges an Grußformeln gesehen; keine davon erscheint mir sinnvoll, angemessen oder respektvoll.
Wobei es auch noch Webshops gibt, die tatsächlich nur „Herr“ oder „Frau“ kennen.
Ich bin mit „Guten Tag“ oder „Hallo“ am Anfang eines Briefes oder einer E-Mail völlig zufrieden, und im Adreßfeld muß da gar nichts stehen.
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Ich identifiziere mich zwar persönlich nicht als divers, kreuze aber bei Umfragen, Gewinnspielen, Online-Bestellung und allen Gelegenheiten, bei denen das abgefragt wird, immer die dritte Möglichkeit an.
Einfach nur um die Sichtbarkeit von nonbinären in der Gesellschaft zu erhöhen und den Firmen zu zeigen, dass mehr als zwei Auswahlfelder wirklich notwendig sind.
Das mache ich auch, die Gründe sind identisch.

Mails beginne ich ganz einfach mit "Guten Tag,..."
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Ich habe eine Frage an Menschen, die doch nonbinär oder agender sehen.
Wie ist es für dich, wenn du einem Formular, in dem du deine Anschrift angeben musst und dort das Feld "Anrede" ein Pflichtfeld ist?
Zur Auswahl stehen :
Herr
Frau
DiversAus meiner Sicht ist es eine absolut schlampige Umsetzung des Personstandgesetz. Divers muss wohl als dritte Geschlecht Variante verwendet werden, aber ist definitiv keine Anrede.
Anrede wird meist nur für das Adressfeld für Briefpost verwenden.Bitte teilen für Reichweite.
@LeelaTorres @Frau_Mensch Es ist ein billiger Kompromiss, um sich ein weiteres Datenfeld im Formular zu sparen - aus "divers" wird statt "Sehr geehrte/r Frau/Herr" einfach nur "Guten Tag Vorname Name" in der Grußformel, die Anrede wird weggelassen.
Es ist mir unangenehm aufgefallen, wie ignorant damit umgegangen wird. Man denkt hierbei offenbar nur an die Datenverarbeitung, nicht an die Betreffenden selbst. Buuuh!

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@EarlyTwix
Im Brief stimme ich dir total zu. Da reicht Name völlig.
Da bei uns aber auf "du"-Form kommuniziert wird, reduziert sich die Anrede völlig auf den Adressblock@LeelaTorres
Ich bin noch nicht sicher, ob ich die Frage richtig verstehe. Warum ist für das Erfassen der Adresse eine geschlechtliche Anrede notwendig? -
@LeelaTorres
Ich bin noch nicht sicher, ob ich die Frage richtig verstehe. Warum ist für das Erfassen der Adresse eine geschlechtliche Anrede notwendig?@der_zaunfink @EarlyTwix
Ausgezeichnete Frage. Aus meiner Sicht überhaupt nicht. Kann eigentlich nur Gewohnheit sein.
... ich vermute es ist aber "einfacher" weitere Optionen zu ergänzen, als das ganze Feld zu streichen
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@LeelaTorres @Frau_Mensch Es ist ein billiger Kompromiss, um sich ein weiteres Datenfeld im Formular zu sparen - aus "divers" wird statt "Sehr geehrte/r Frau/Herr" einfach nur "Guten Tag Vorname Name" in der Grußformel, die Anrede wird weggelassen.
Es ist mir unangenehm aufgefallen, wie ignorant damit umgegangen wird. Man denkt hierbei offenbar nur an die Datenverarbeitung, nicht an die Betreffenden selbst. Buuuh!

@tomarsch @Frau_Mensch
Ja, diese Variante würde ich auch total bevorzugen. Es wird bei automatischen Mails eh meist to falsch gegendert.
Teilweise war noch, "damit ich weiß, wie ich dich gendern soll", aber das lässt sich auch fragen.
Ich habe aber mehrfach erlebt, dass selbst mit Unterstützung der Datenschützer, denen auch keiner einen notwendigen Zweck nennen konnte, trotzdem drauf beharrt wurde, dass es gebraucht wird.
... sind wohl ähnliche Leute wie die, die früher hartnäckig "Fräulein" in Anrede behalten wollten.

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@der_zaunfink @EarlyTwix
Ausgezeichnete Frage. Aus meiner Sicht überhaupt nicht. Kann eigentlich nur Gewohnheit sein.
... ich vermute es ist aber "einfacher" weitere Optionen zu ergänzen, als das ganze Feld zu streichen
@LeelaTorres
Sofern es gar nicht um die Anrede geht, sondern um die Abfrage des Geschlechts (wegen erwähnter bürokratischer Fragen), dann fände ich es am angemessensten, "Anrede" durch "Geschlecht" zu ersetzen und im Auswahlmenü "männlich / weiblich / nicht-binär/agender / keine Angabe". -
@LeelaTorres
Wenn Geschlecht erfasst werden muss, muss das nicht zwangsläufig mit der Anrede verknüpft werden. Man kann theoretisch alle nur mit Guten Tag, Moin oder wasauchimmer anreden (ganz ohne Namen) und Geschlecht wirklich nur da abfragen, wo es bürokratisch vorgeschrieben ist. Das wirkt aus heutigem Sprachgefühl eventuell zunächst etwas weniger höflich, aber den Verlust von "hochachtungsvoll" am Ende förmlicher Post haben wir ja auch irgendwie verkraftet.@der_zaunfink
Das Verknüpfen von Geschlecht mit Anrede war ja schon seit eh und je die größte Form von Geiz bzw Datentypkonflikt ever. War schon als man nur von binär ausging, oft genug falsch verwendet
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@LeelaTorres
Sofern es gar nicht um die Anrede geht, sondern um die Abfrage des Geschlechts (wegen erwähnter bürokratischer Fragen), dann fände ich es am angemessensten, "Anrede" durch "Geschlecht" zu ersetzen und im Auswahlmenü "männlich / weiblich / nicht-binär/agender / keine Angabe".@der_zaunfink
Ich fürchte wenn bürokratische Schnittstellen gemeint sind, muss dann unbedingt gesetztes und identitätskonformes Zeug hin, wo wir beim Mist vom Anfang sind. Da geht doch keine progressiven selbst gewählten Angaben.
Wenn Geschlecht in Akte steht, außer Statistik und Wahlordnung für niemand sichtbar, wäre ich der Meinung, dass für Kommunikation, sei es jetzt Anschrift, oder Ansprache, was selbst gewähltes gelten müsste. Und da sollte es auch möglich sein auf Anrede zu verzichten. -
@LeelaTorres @Frau_Mensch Es ist ein billiger Kompromiss, um sich ein weiteres Datenfeld im Formular zu sparen - aus "divers" wird statt "Sehr geehrte/r Frau/Herr" einfach nur "Guten Tag Vorname Name" in der Grußformel, die Anrede wird weggelassen.
Es ist mir unangenehm aufgefallen, wie ignorant damit umgegangen wird. Man denkt hierbei offenbar nur an die Datenverarbeitung, nicht an die Betreffenden selbst. Buuuh!

@tomarsch
Dann aber bitte aus Gleichbehandlungsgründen für *alle* "Guten Tag" und nicht nur für manche. Es wird eh Zeit, dieses altmodische Geehre etwas zu modernisieren. -
@tomarsch
Dann aber bitte aus Gleichbehandlungsgründen für *alle* "Guten Tag" und nicht nur für manche. Es wird eh Zeit, dieses altmodische Geehre etwas zu modernisieren.@der_zaunfink @tomarsch
Sowieso! -
@der_zaunfink
Das Verknüpfen von Geschlecht mit Anrede war ja schon seit eh und je die größte Form von Geiz bzw Datentypkonflikt ever. War schon als man nur von binär ausging, oft genug falsch verwendet
@LeelaTorres
Ich hatte mal eine CRM Software geschrieben, da war das Anredefeld Freitext. Fanden die Nutzer*innen anfänglich ungewöhnlich, aber das war die ultimative Lösung, für alle Sonderformen der Ansprache.
@der_zaunfink