Es gab eine Anregung, die Frage nach #Geoengineering anders zu fassen.
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@AwetTesfaiesus aber selbst wenn wir mittels CCS die Klimaerwärmung einfach stoppen könnten, während wir unverändert viel emittieren (was natürlich Quatsch ist): die massive Ausbeutung der letzten Ressourcen der Erde hinterlässt natürlich neben zu vielen Treibhausgasen in der Atmosphäre viele weitere Schäden, die uns ebenfalls lebensgefährlich werden können, angefangen beim Insektensterben (Biodiversität) und der Verseuchung des Grundwassers.
Und: wenn wir binnen weniger Jahrhunderte bereits
@AwetTesfaiesus ... alle Ressourcen verfeuern oder damit erzeugte Produkte nicht konsequent(er) recyclen, dann ist schlicht für die nachfolgenden Generationen nichts mehr da. Die Herstellung von Medikamenten ist beispielsweise nunmal auf Erdöl angewiesen, wohl auch in Zukunft noch. Auch bestimmte, technische Kunststoffe gehen nur mit fossilem Öl.
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@AwetTesfaiesus
Die CO2 Speicherung wird angeblich auch von eigentlich ablehnenden Klimaforscher:innen als Übergangslösung zähneknirschend akzeptiert, weil die Lage gerade so ist wie sie ist.
Ich habe entsprechend mit Bauchggrummeln gestimmt.@Nowhereman als Übergangslösung ja gerade nicht. Eine Übergangslösung ist etwas, das im Hier und Jetzt mehr bringt, günstiger ist oder einfacher zu bewerkstelligen (als Energiewende, Verkehrswende und Agrar- bzw. Ernährungswende). Alle 3 Punkte treffen auf CCS aber gerade NICHT zu.
CCS wird stattdessen erst in der "Endphase" wichtig werden. Entweder weil wir es bereits komplett verbockt haben, oder als ergänzende Maßnahme, dort wo CO2-Emissionen nicht oder kaum vermeidbar sind.
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@Nowhereman als Übergangslösung ja gerade nicht. Eine Übergangslösung ist etwas, das im Hier und Jetzt mehr bringt, günstiger ist oder einfacher zu bewerkstelligen (als Energiewende, Verkehrswende und Agrar- bzw. Ernährungswende). Alle 3 Punkte treffen auf CCS aber gerade NICHT zu.
CCS wird stattdessen erst in der "Endphase" wichtig werden. Entweder weil wir es bereits komplett verbockt haben, oder als ergänzende Maßnahme, dort wo CO2-Emissionen nicht oder kaum vermeidbar sind.
@Nowhereman denn Stand heute ist CCS sehr teuer und bringt fast gar nichts, gemessen an der (möglichen) Dekarbonisierung. Mit anderen Worten: 80% des efforts, um 20% (wenn überhaupt!! Aber nur, um mal auf die beliebte "80/20-Regel" zurückzugreifen) zur Lösung beizutragen, während mit 20% des efforts bereits 80% (eher mehr) erreichbar wären.
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@AwetTesfaiesus Für mich wären alle drei okay, solange sie
* nicht von anderen Maßnahmen – „natürliche“ CO₂-Senken, Energie- und Verkehrswende, Anpassung an jetzt schon unvermeidliche Änderungen – ablenken oder diese gar ersetzen und
* mit einer vernünftigen Risiko-Abschätzung, Tests, sorgfältiger und unabhängiger wissenschaftlicher Begleitung durchgeführt werden.
@HeptaSean sehr viel Wenns, aber ja, so ginge es. Mit Betonung auf ginge.
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Genau das! Energieaufwändig CO2 entziehen ist Quatsch, aber die natürlichen Wege, u.a. auch Vernässung der Moore, müssen wir nutzen, weil das CO2 wieder aus der Atmosphäre muss.
"Energieaufwändig CO2 entziehen ist Quatsch"
Kann für mich gerne auch nachrangiger TEIL der Lösung sein. Aber halt kein bisschen mehr, schon gar nicht priorisiert (oder auch nur populistisch ausgeschlachtet), nur um von den echten Lösungen abzulenken und einfach gar nichts zu tun.
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Es gab eine Anregung, die Frage nach #Geoengineering anders zu fassen.
Würdet ihr da bitte nochmal antworten?
@AwetTesfaiesus Ich lehne das strikt ab. Zum einen, weil wir da in ein komplexes System eingreifen, das wir gerade einmal im Ansatz und dessen Verzahnung mit anderen Systemen wir gar nicht verstehen. Da können wir nur mehr kaputt machen als heilen.
Zum anderen, und das ist elementar, kennen wir die Lösung für die Probleme seit Jahrzehnten! Jetzt an der Atmosphäre herumfrickeln, weil wir zu gierig und zu dumm sind, konsequent entsprechend unseren Erkenntnissen zu handeln, ist noch viel dümmer! -
@Nowhereman denn Stand heute ist CCS sehr teuer und bringt fast gar nichts, gemessen an der (möglichen) Dekarbonisierung. Mit anderen Worten: 80% des efforts, um 20% (wenn überhaupt!! Aber nur, um mal auf die beliebte "80/20-Regel" zurückzugreifen) zur Lösung beizutragen, während mit 20% des efforts bereits 80% (eher mehr) erreichbar wären.
@sunnythesheep @AwetTesfaiesus
Ich finde leider die entsprechenden Interviews nicht wieder (das Potdam-Institut für Klimaforschung wäre mir noch zu wenig).
Zum einen gilt CCS zwar als schlechte Lösung aber durchaus schneller zur erreichen (falls die Pilotprojekte stimmen).
Eine echte Lösung durch Landwirtschaft, Verkehr usw. muss ja erst kommen und wirkt sich noch langsamer aus, während die Sofortentnahme sofort wirksam wäre und nur solange gebraucht würde bis die echten Lösungen greifen. -
@sunnythesheep @AwetTesfaiesus
Ich finde leider die entsprechenden Interviews nicht wieder (das Potdam-Institut für Klimaforschung wäre mir noch zu wenig).
Zum einen gilt CCS zwar als schlechte Lösung aber durchaus schneller zur erreichen (falls die Pilotprojekte stimmen).
Eine echte Lösung durch Landwirtschaft, Verkehr usw. muss ja erst kommen und wirkt sich noch langsamer aus, während die Sofortentnahme sofort wirksam wäre und nur solange gebraucht würde bis die echten Lösungen greifen.@sunnythesheep @AwetTesfaiesus
Ich referierte aus dem Gedächtnis ohne Prüfung, daher ist der Beitrag mit Sicherheit so oder so kritisch. -
@sunnythesheep @AwetTesfaiesus
Ich finde leider die entsprechenden Interviews nicht wieder (das Potdam-Institut für Klimaforschung wäre mir noch zu wenig).
Zum einen gilt CCS zwar als schlechte Lösung aber durchaus schneller zur erreichen (falls die Pilotprojekte stimmen).
Eine echte Lösung durch Landwirtschaft, Verkehr usw. muss ja erst kommen und wirkt sich noch langsamer aus, während die Sofortentnahme sofort wirksam wäre und nur solange gebraucht würde bis die echten Lösungen greifen.@Nowhereman damit das wahr wäre, müsste CCS in einem marktwirtschaftlichen Umfeld zumindest günstiger (pro eingesparter Tonne CO2) sein, als #EE. Das Gegenteil ist der Fall: "CCS bis zu 12x teurer, als Renewables":
https://sustainability.stanford.edu/news/opportunity-costs-carbon-capture (ganze Studie: https://pubs.acs.org/doi/10.1021/acs.est.4c10686?goto=supporting-info)
Ich bin für Sofort-Nichtemission – und CCS als nachgelagerte, ergänzende Lösung!
CCS jetzt teuer hinstellen, damit energieintensiv nur ein klein wenig CO2 einsammeln und danach wieder einstellen?? 🤯
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@Nowhereman damit das wahr wäre, müsste CCS in einem marktwirtschaftlichen Umfeld zumindest günstiger (pro eingesparter Tonne CO2) sein, als #EE. Das Gegenteil ist der Fall: "CCS bis zu 12x teurer, als Renewables":
https://sustainability.stanford.edu/news/opportunity-costs-carbon-capture (ganze Studie: https://pubs.acs.org/doi/10.1021/acs.est.4c10686?goto=supporting-info)
Ich bin für Sofort-Nichtemission – und CCS als nachgelagerte, ergänzende Lösung!
CCS jetzt teuer hinstellen, damit energieintensiv nur ein klein wenig CO2 einsammeln und danach wieder einstellen?? 🤯
@Nowhereman vielleicht muss man da aber auch nochmal unterscheiden: CO2-Abscheidung direkt an der Quelle, wie in der Zementproduktion (wird gerne auch zu CCS gezählt, welches Pilotprojekt genau meintest du denn?), die nunmal unabhängig von der Energiequelle sehr CO2-intensiv ist, ist natürlich sehr begrüßenswert.
Ungleich ineffizienter und energieintensiver ist es, aus der bereits durchmischten Atmosphäre CO2, das man zuvor emittiert hat, wieder zu entnehmen (capture & storage)
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@Nowhereman vielleicht muss man da aber auch nochmal unterscheiden: CO2-Abscheidung direkt an der Quelle, wie in der Zementproduktion (wird gerne auch zu CCS gezählt, welches Pilotprojekt genau meintest du denn?), die nunmal unabhängig von der Energiequelle sehr CO2-intensiv ist, ist natürlich sehr begrüßenswert.
Ungleich ineffizienter und energieintensiver ist es, aus der bereits durchmischten Atmosphäre CO2, das man zuvor emittiert hat, wieder zu entnehmen (capture & storage)
@sunnythesheep @AwetTesfaiesus
Ich meinte keine konkreten Projekte sondern erinnerte Interviews mit Akademikern, die CCS eigentlich ablehnend gegenüber stehen, aber angesichts, der zu langsamen C02-Reduzierung bereit sind nach jedem Strohalm zu greifen.
Ein Beispiel der Quellenabschöpfung war neben deinem Beispiel auch die Müllverbrennung. -
@Nowhereman vielleicht muss man da aber auch nochmal unterscheiden: CO2-Abscheidung direkt an der Quelle, wie in der Zementproduktion (wird gerne auch zu CCS gezählt, welches Pilotprojekt genau meintest du denn?), die nunmal unabhängig von der Energiequelle sehr CO2-intensiv ist, ist natürlich sehr begrüßenswert.
Ungleich ineffizienter und energieintensiver ist es, aus der bereits durchmischten Atmosphäre CO2, das man zuvor emittiert hat, wieder zu entnehmen (capture & storage)
@Nowhereman und wie immer besteht bei falscher Prioritätensetzung die Gefahr einer "selbsterfüllenden Prophezeiung". Wenn ich Erneuerbare mutwillig einfach nicht mehr weiter ausbaue (siehe Agenda von Trump, Putin, aber auch Merz/Reiche/Spahn), CCS dafür aber schon, dann bringt natürlich CCS erst einmal die alleinig weiteren Verbesserungen.
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@Nowhereman und wie immer besteht bei falscher Prioritätensetzung die Gefahr einer "selbsterfüllenden Prophezeiung". Wenn ich Erneuerbare mutwillig einfach nicht mehr weiter ausbaue (siehe Agenda von Trump, Putin, aber auch Merz/Reiche/Spahn), CCS dafür aber schon, dann bringt natürlich CCS erst einmal die alleinig weiteren Verbesserungen.
@Nowhereman aber mal zu den Größenordnungen: die (seit 2025) bislang weltgrößte Zementproduktion mit CO2-Abscheidung (Brevik in Norwegen) spart 400.000 Tonnen CO2 (50% der Gesamtemission, leider nicht annähernd 100%) pro Jahr ein.
Das entspricht gerade einmal etwa 60 Windkraftanlagen an Land in Deutschland. Bayern alleine hätte Platz für mehrere Tausend und hätte diese heute längst haben können, würde man sich nicht seit gut 12 Jahren massiv, mit allen Mitteln dagegen sträuben.
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@Nowhereman und wie immer besteht bei falscher Prioritätensetzung die Gefahr einer "selbsterfüllenden Prophezeiung". Wenn ich Erneuerbare mutwillig einfach nicht mehr weiter ausbaue (siehe Agenda von Trump, Putin, aber auch Merz/Reiche/Spahn), CCS dafür aber schon, dann bringt natürlich CCS erst einmal die alleinig weiteren Verbesserungen.
@sunnythesheep @AwetTesfaiesus
Diese Gefahr war von den Interviewten berücksichtigt, aber die Gefahr ohne CSS sei aktuell größer.
Das die gleichzeitig die Politik zu den besseren Maßnahmen gedrängt werden muss war mit genannt.
Es wurde vorgerechnet, dass die besseren aber ggf. zu spät wirksam werden, selbst wenn wir jetzt schon besser handeln als wir es tatsächlich tun.Deren Argument war die Dringlichkeit angesichts aktueller Daten.
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@sunnythesheep @AwetTesfaiesus
Diese Gefahr war von den Interviewten berücksichtigt, aber die Gefahr ohne CSS sei aktuell größer.
Das die gleichzeitig die Politik zu den besseren Maßnahmen gedrängt werden muss war mit genannt.
Es wurde vorgerechnet, dass die besseren aber ggf. zu spät wirksam werden, selbst wenn wir jetzt schon besser handeln als wir es tatsächlich tun.Deren Argument war die Dringlichkeit angesichts aktueller Daten.
@Nowhereman Quelle?
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@sunnythesheep @AwetTesfaiesus
Wie gesagt ist es mein Problem diese zu fiinden, sonst hätte ich den Link schon längst geschickt. Der Leiter des angesprochenen Institutes hatte mal eine ähnliches Statement gebracht, Auch gibt es entsprechende Paper vom Frauenhofer aber ich fand sie selbst nicht gut genug zum Verlinken. -
@sunnythesheep @AwetTesfaiesus
Ich meinte keine konkreten Projekte sondern erinnerte Interviews mit Akademikern, die CCS eigentlich ablehnend gegenüber stehen, aber angesichts, der zu langsamen C02-Reduzierung bereit sind nach jedem Strohalm zu greifen.
Ein Beispiel der Quellenabschöpfung war neben deinem Beispiel auch die Müllverbrennung.@Nowhereman klar, alles ist besser als gar nichts. Wenn's nur darum geht!
Und wir müssen wirklich unterscheiden zwischen CO2 möglichst erst gar nicht emittieren (wozu für mich bei den genannten Beispielen das Abschneiden direkt an der Quelle zählt) & dem aufwendigen erst wieder Einsammeln, das so gerne als "Lösung" gepriesen wird.
"Übergangslösung" oder nicht sollte aber an Faktoren wie Wirksamkeit oder zumindest Kosten gemessen werden und nicht allein am politischen Unwillen

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@Nowhereman klar, alles ist besser als gar nichts. Wenn's nur darum geht!
Und wir müssen wirklich unterscheiden zwischen CO2 möglichst erst gar nicht emittieren (wozu für mich bei den genannten Beispielen das Abschneiden direkt an der Quelle zählt) & dem aufwendigen erst wieder Einsammeln, das so gerne als "Lösung" gepriesen wird.
"Übergangslösung" oder nicht sollte aber an Faktoren wie Wirksamkeit oder zumindest Kosten gemessen werden und nicht allein am politischen Unwillen

️@sunnythesheep @AwetTesfaiesus
Jepp,
es waren allerdings wissenschaftliche und nicht politische Interviews im Themenpodcast vom DLF oder NDR info. -
@sunnythesheep @AwetTesfaiesus
Ich meinte keine konkreten Projekte sondern erinnerte Interviews mit Akademikern, die CCS eigentlich ablehnend gegenüber stehen, aber angesichts, der zu langsamen C02-Reduzierung bereit sind nach jedem Strohalm zu greifen.
Ein Beispiel der Quellenabschöpfung war neben deinem Beispiel auch die Müllverbrennung.@Nowhereman du schriebst:
"Zum einen gilt CCS zwar als schlechte Lösung aber durchaus schneller zur erreichen (falls die Pilotprojekte stimmen)"
Daher fragte ich: welche Projekte?
So oder so: wo fossile Energieträger für Stromgestehung oder Prozesswärme verfeuert werden, sind sie natürlich umso leichter durch Erneuerbare zu ersetzen. Bei der Müllverbrennung geht das leider nicht. Bei der Zementproduktion fallen 70% des CO2 beim Kalkbrennen an (nur 30% für Energie), "CCS" macht dort also Sinn.
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@sunnythesheep @AwetTesfaiesus
Jepp,
es waren allerdings wissenschaftliche und nicht politische Interviews im Themenpodcast vom DLF oder NDR info.@Nowhereman und weiter? Diese zu verlinken, damit ich sie überhaupt beurteilen kann, wäre das mindeste. Außerdem schriebst du doch, dass die genannten Wissenschaftler sich aufgrund der politischen Lage so geäußert hätten.
Wo ich ja erst einmal mit dabei wäre, so lächerlich die Gesamtsituation auch ist!
Zudem könnte es sich aber durchaus auch um Pseudoargomente (Klassiker: "Ich bin ja eigentlich gar kein Befürworter von, aber...") gehandelt haben, wenn ich gar nicht weiß, wer interviewt wurde

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