"Das generische Maskulinum fungiert als kognitiver „Flaschenhals“, der den Zugriff auf weibliche Informationen im Gehirn erschwert.
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@somlu1968 @heinsc Zweiter Punkt, wie Tillmann schreibt: „Der Marker wirkt wie ein kognitiver „Check“. Er zwingt das Gehirn dazu, die automatische, stereotype Assoziation kurz zu unterbrechen und die Kategorie „Frau“ aktiv mitzudenken.“ [und nichtbinäre Menschen vielleicht auch…]
Ein zu unauffälliger Marker tut das nicht. Soweit ich mich an „Genderlinguistik“ von Nübling und Kotthoff erinnere, ist z.B. das Binnen-I inzwischen weitgehend „verbrannt“, weil es nicht mehr wahrgenommen wird.
@jaddy @heinsc @somlu1968 ich bemühe mich, wo es geht mit dem Sternchen zu gendern. Aber mich überrascht immer wieder die kognitive Dissonanz, dass der Genderstern
1. nicht den Lesefluss beeinträchtigt
und gleichzeitig
2. das Gehirn zwingt, sich zu unterbrechen.
Ich kann nicht verstehen, wie beides gleichzeitig zutreffen kann. Nun ist die relevante Frage vielleicht, ob die Unterbrechung klein genug ist, um keine große Rolle zu spielen, aber das ist noch eine andere Frage.
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@jaddy @heinsc @somlu1968 ich bemühe mich, wo es geht mit dem Sternchen zu gendern. Aber mich überrascht immer wieder die kognitive Dissonanz, dass der Genderstern
1. nicht den Lesefluss beeinträchtigt
und gleichzeitig
2. das Gehirn zwingt, sich zu unterbrechen.
Ich kann nicht verstehen, wie beides gleichzeitig zutreffen kann. Nun ist die relevante Frage vielleicht, ob die Unterbrechung klein genug ist, um keine große Rolle zu spielen, aber das ist noch eine andere Frage.
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@somlu1968 @baeuchle @heinsc Mich freut es immer, weil ich zumindest annehmen kann, dass sich wer bemüht hat. Ich bin nämlich so ein „diverses“ Sternchen, das sonst nirgends vorkommt.
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@jaddy @heinsc @somlu1968 ich bemühe mich, wo es geht mit dem Sternchen zu gendern. Aber mich überrascht immer wieder die kognitive Dissonanz, dass der Genderstern
1. nicht den Lesefluss beeinträchtigt
und gleichzeitig
2. das Gehirn zwingt, sich zu unterbrechen.
Ich kann nicht verstehen, wie beides gleichzeitig zutreffen kann. Nun ist die relevante Frage vielleicht, ob die Unterbrechung klein genug ist, um keine große Rolle zu spielen, aber das ist noch eine andere Frage.
@baeuchle @jaddy @heinsc @somlu1968
Lesefluss und Lesbarkeit ist ja was anderes. Wenn man mit * oder _ gegenderte (bzw. entgenderte) Texte liest, behält man mehr, wobei der Effekt bei Männern stärker ist. Vielleicht ist es gerade wegen des etwas langsameren Lesens? Weiß man noch nicht. Getestet wurde mit Arzneimittelbeilagen. Jetzt muss ich schauen, welches der richtige Link ist, ich glaub der hier https://www.researchgate.net/publication/247398151_Aus_Grunden_der_Verstandlichkeit_Der_Einfluss_generisch_maskuliner_und_alternativer_Personenbezeichnungen_auf_die_kognitive_Verarbeitung_von_Texten -
@baeuchle @jaddy @heinsc @somlu1968
Lesefluss und Lesbarkeit ist ja was anderes. Wenn man mit * oder _ gegenderte (bzw. entgenderte) Texte liest, behält man mehr, wobei der Effekt bei Männern stärker ist. Vielleicht ist es gerade wegen des etwas langsameren Lesens? Weiß man noch nicht. Getestet wurde mit Arzneimittelbeilagen. Jetzt muss ich schauen, welches der richtige Link ist, ich glaub der hier https://www.researchgate.net/publication/247398151_Aus_Grunden_der_Verstandlichkeit_Der_Einfluss_generisch_maskuliner_und_alternativer_Personenbezeichnungen_auf_die_kognitive_Verarbeitung_von_Texten@GreenSkyOverMe @jaddy @heinsc @somlu1968
Es ging hier weiter oben explizit um den Lesefluss. Und wenn der – absichtlich – unterbrochen wird, kann man nicht gleichzeitig behaupten, dass der Lesefluss nicht gestört werde.Ich muss nicht überzeugt werden, dass gendern sinnvoll ist und viele gute Eigenschaften hat. Und dass nicht-gendern auch Probleme mit Lesbarkeit machen. Aber das macht meine eigentliche Aussage nicht verkehrt.
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@GreenSkyOverMe @jaddy @heinsc @somlu1968
Es ging hier weiter oben explizit um den Lesefluss. Und wenn der – absichtlich – unterbrochen wird, kann man nicht gleichzeitig behaupten, dass der Lesefluss nicht gestört werde.Ich muss nicht überzeugt werden, dass gendern sinnvoll ist und viele gute Eigenschaften hat. Und dass nicht-gendern auch Probleme mit Lesbarkeit machen. Aber das macht meine eigentliche Aussage nicht verkehrt.
@baeuchle @GreenSkyOverMe @heinsc @somlu1968 Ich interpretiere die zitierten Ergebnisse in Tillmanns Artikel so: Wenn du „Pilot“ liest, sieht dein Hirn deinen internen, stereotypischen, männlichen Piloten. Wenn du „Pilotin“ liest, produziert dein Hirn deine interne, stereotypische weibliche Pilotin. Bei „Pilot*in“ hast du noch kein Bild, aber die Wortbedeutung „Mensch fliegt Flugzeug“ erfasst du genau so schnell wie sonst. -
@GreenSkyOverMe @jaddy @heinsc @somlu1968
Es ging hier weiter oben explizit um den Lesefluss. Und wenn der – absichtlich – unterbrochen wird, kann man nicht gleichzeitig behaupten, dass der Lesefluss nicht gestört werde.Ich muss nicht überzeugt werden, dass gendern sinnvoll ist und viele gute Eigenschaften hat. Und dass nicht-gendern auch Probleme mit Lesbarkeit machen. Aber das macht meine eigentliche Aussage nicht verkehrt.
@baeuchle @GreenSkyOverMe @jaddy @heinsc @somlu1968 …generell interessanter Punkt mit dem Thema Lesefluss. Denke gerade so darüber nach und komme irgendwie zu dem Schluss, dass ein „ungestörter“ Lesefluss an sich schon nicht unbedingt was Gutes ist, oder überhaupt auf einen gut geschriebenen Text hinweist. Texte bei denen mein Lesefluss nicht zwischendurch immer mal wieder „gestört“ wurde, würde ich für mich eher in die Kategorie „belanglos“ sortieren, da ich anscheinend über keine Punkte gestoßen bin, über die ich zwischendurch mal nachdenken musste. So Texte halt, die ich schnell runterlesen konnte und dir in 5min nicht mehr sagen kann, was ich da eigentlich gelesen hab.
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@baeuchle @GreenSkyOverMe @jaddy @heinsc @somlu1968 …generell interessanter Punkt mit dem Thema Lesefluss. Denke gerade so darüber nach und komme irgendwie zu dem Schluss, dass ein „ungestörter“ Lesefluss an sich schon nicht unbedingt was Gutes ist, oder überhaupt auf einen gut geschriebenen Text hinweist. Texte bei denen mein Lesefluss nicht zwischendurch immer mal wieder „gestört“ wurde, würde ich für mich eher in die Kategorie „belanglos“ sortieren, da ich anscheinend über keine Punkte gestoßen bin, über die ich zwischendurch mal nachdenken musste. So Texte halt, die ich schnell runterlesen konnte und dir in 5min nicht mehr sagen kann, was ich da eigentlich gelesen hab.
@GW170817 @GreenSkyOverMe @jaddy @heinsc @somlu1968 Bin ich auch gerne dabei. Mein Punkt ist ja nur die Schere zwischen "stört gar nicht!" und "soll ja auch stören".
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@somlu1968 @baeuchle @heinsc Mich freut es immer, weil ich zumindest annehmen kann, dass sich wer bemüht hat. Ich bin nämlich so ein „diverses“ Sternchen, das sonst nirgends vorkommt.
@jaddy @heinsc @somlu1968 @baeuchle darf ich in die Runde fragen: besser * oder : ?
Habe mal wo gelesen, dass für blinde Menschen der : besser ist, weil beim automatischen vorlesen das für sie verständlicher verarbeitet wird. Aber bin mir nicht sicher ob das so stimmt. -
@jaddy @heinsc @somlu1968 @baeuchle darf ich in die Runde fragen: besser * oder : ?
Habe mal wo gelesen, dass für blinde Menschen der : besser ist, weil beim automatischen vorlesen das für sie verständlicher verarbeitet wird. Aber bin mir nicht sicher ob das so stimmt.@mcnknopp @heinsc @baeuchle Am besten von der Quelle selbst: dbsv.org/gendern.html
—— Zitat
Der Doppelpunkt steht auf einer Liste nicht empfohlener Gender-Kurzformen des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes. Gründe sind Probleme beim Vorlesen – sei es durch einen Computer oder durch eine Person – und bei der Darstellung in Blindenschrift. Trotzdem wird der Doppelpunkt als eine besonders blinden- und sehbehindertenfreundliche Form des Genderns dargestellt. Grund ist vermutlich die Annahme, dass der Doppelpunkt von Screenreadern standardmäßig nicht vorgelesen werde, weil er im Gegensatz zu Stern und Unterstrich kein Sonderzeichen, sondern ein Interpunktionszeichen ist. Abgesehen davon, dass dies von den Screenreadern unterschiedlich gehandhabt wird, hat der Doppelpunkt jedoch wichtige Funktionen, weshalb viele blinde und sehbehinderte Menschen ihn sich vorlesen lassen. Das Unterdrücken des Doppelpunktes führt zudem zu einer längeren Pause als das Unterdrücken anderer Zeichen. So kann der Eindruck entstehen, der Satz sei zu Ende.
—— Ende -
@GW170817 @GreenSkyOverMe @jaddy @heinsc @somlu1968 Bin ich auch gerne dabei. Mein Punkt ist ja nur die Schere zwischen "stört gar nicht!" und "soll ja auch stören".
@baeuchle @GreenSkyOverMe @jaddy @heinsc @somlu1968 …hmm irgendwie habe ich das Gefühl dass dieses Wort „stören“ irgendwie nicht so ganz passen will, mir fällt gerade nichts wirklich besseres ein. Ich werde aufmerksam auf ein Wort in einem Satz da es anders geschrieben wurde oder z.B. in mir eine starke Assoziiation auslöst. Wurde ich in meinem Lesefluss „gestört“? Ich wünschte echt etwas besseres Vokabular bei der Hand zu haben
. Könnte es auf eine ungenaue Sprache zurückzuführen sein was den Punkt betrifft? Also der Widerspruch löst sich dahingehend auf, dass in einem der Fälle der Ausdruck „stören“ mit etwas passenderen ersetzt wird? -
@baeuchle @GreenSkyOverMe @jaddy @heinsc @somlu1968 …hmm irgendwie habe ich das Gefühl dass dieses Wort „stören“ irgendwie nicht so ganz passen will, mir fällt gerade nichts wirklich besseres ein. Ich werde aufmerksam auf ein Wort in einem Satz da es anders geschrieben wurde oder z.B. in mir eine starke Assoziiation auslöst. Wurde ich in meinem Lesefluss „gestört“? Ich wünschte echt etwas besseres Vokabular bei der Hand zu haben
. Könnte es auf eine ungenaue Sprache zurückzuführen sein was den Punkt betrifft? Also der Widerspruch löst sich dahingehend auf, dass in einem der Fälle der Ausdruck „stören“ mit etwas passenderen ersetzt wird?@GW170817 @baeuchle @GreenSkyOverMe @heinsc Ich biete „Musterunterbrechung" an.
Es unterbricht das gewohnte Lese- und Denkmuster für eine kurze Reflexion und Justierung des Inhalts.