"ADHS, Autismus, Depression: Auf TikTok, Instagram und Co kursieren massenhaft vermeintliche Diagnosen von selbsternannten Experten.
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@why_not Autismus-Diagnosen und standardisiert? LOLnope. In manchen Diagnose-Stellen kommen sie mit Tests für Kinder an, um Erwachsene zu diagnostizieren – und/oder mit einem Wissensstand von vor 20 Jahren. Und hier in Düsseldorf sitzt so'n Herr Professor, der meint, wer nicht männlich ist, könne gar nicht autistisch sein.
Depression ist ein anderes Thema, die kann man sich wohl tatsächlich recht leicht diagnostizieren lassen. Aber das ist ja auch keine Neurodivergenz (allerdings ist die Wahrscheinlichkeit bei neurodivergenten Personen deutlich höher als im Bevölkerungsschnitt).
Wie gesagt: ich würde das überprüfen lassen und zur Not wen suchen, auch wenn das länger dauern würde. Bei manchen dieser Internetleute ist es einfach ein großer Mist, den die da verklickern, das ist gefährlich.
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Wie gesagt: ich würde das überprüfen lassen und zur Not wen suchen, auch wenn das länger dauern würde. Bei manchen dieser Internetleute ist es einfach ein großer Mist, den die da verklickern, das ist gefährlich.
@why_not Das kann man unterscheiden lernen. Ich weiß, wo ich stehe, auch ohne offizielle Diagnose.
Und umgekehrt würde mir die aufwendige Diagnose (incl. 1 - 1,5 Jahren Wartezeit) keinen praktischen Nutzen bringen, wie das auch diagnostizierte Autisty mir immer wieder sagen.
Wenn ich denn nach der Wartezeit bei echten Fachleuten lande und nicht bei solchen Kindertest-Leuten mit veraltetem Wissen.
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@why_not Das kann man unterscheiden lernen. Ich weiß, wo ich stehe, auch ohne offizielle Diagnose.
Und umgekehrt würde mir die aufwendige Diagnose (incl. 1 - 1,5 Jahren Wartezeit) keinen praktischen Nutzen bringen, wie das auch diagnostizierte Autisty mir immer wieder sagen.
Wenn ich denn nach der Wartezeit bei echten Fachleuten lande und nicht bei solchen Kindertest-Leuten mit veraltetem Wissen.
Kann da @atarifrosch nur zustimmen- und selbst bei Kindern/Jugendlichen funktioniert die Diagnostik längst nicht so "standardisiert" und klar, wie man sich das wünscht/vorstellt. Mal abgesehen davon, dass man heute Autismus (und wahrscheinlich alle Formen der Neurodivergenz) als Spektrum versteht, so dass es viele Leute gibt, bei denen die Situation einfach nicht superduper eindeutig in jeder Lebenslage ist. @why_not
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Kann da @atarifrosch nur zustimmen- und selbst bei Kindern/Jugendlichen funktioniert die Diagnostik längst nicht so "standardisiert" und klar, wie man sich das wünscht/vorstellt. Mal abgesehen davon, dass man heute Autismus (und wahrscheinlich alle Formen der Neurodivergenz) als Spektrum versteht, so dass es viele Leute gibt, bei denen die Situation einfach nicht superduper eindeutig in jeder Lebenslage ist. @why_not
Das ist alles berechtigt, aber ebenso berechtigt ist die Kritik an einigen dieser Seiten, die unsachgemäß pathologisieren.
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@why_not Das kann man unterscheiden lernen. Ich weiß, wo ich stehe, auch ohne offizielle Diagnose.
Und umgekehrt würde mir die aufwendige Diagnose (incl. 1 - 1,5 Jahren Wartezeit) keinen praktischen Nutzen bringen, wie das auch diagnostizierte Autisty mir immer wieder sagen.
Wenn ich denn nach der Wartezeit bei echten Fachleuten lande und nicht bei solchen Kindertest-Leuten mit veraltetem Wissen.
Dein Wort in Göttin Ohr. Ich hab selbst da schon großen Unfug gehört von Menschen, die das eben nicht unterscheiden konnten.
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Das ist alles berechtigt, aber ebenso berechtigt ist die Kritik an einigen dieser Seiten, die unsachgemäß pathologisieren.
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Dein Wort in Göttin Ohr. Ich hab selbst da schon großen Unfug gehört von Menschen, die das eben nicht unterscheiden konnten.
@why_not Ja, gibt es. Das macht das Diagnose-System und den Zugang dazu nicht besser.
Tatsächlich fragst Du heute besser neurodivergente Menschen als Ärzte, wenn Du Dir unsicher bist.
Daß das ausgenutzt wird, um auf den kommerziellen Plattformen Geld zu machen und Aufmerksamkeit zu bekommen, ist ein kapitalistischer Nebeneffekt dieser Mängel.
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@why_not Ja, gibt es. Das macht das Diagnose-System und den Zugang dazu nicht besser.
Tatsächlich fragst Du heute besser neurodivergente Menschen als Ärzte, wenn Du Dir unsicher bist.
Daß das ausgenutzt wird, um auf den kommerziellen Plattformen Geld zu machen und Aufmerksamkeit zu bekommen, ist ein kapitalistischer Nebeneffekt dieser Mängel.
M.E. benötigt eben auch dieser Nebeneffekt Augenmerk.
Die Leute sind u.U. ja gar nicht unsicher: sie lesen es, machen nen miesen Onlinetest, und glauben es.
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M.E. benötigt eben auch dieser Nebeneffekt Augenmerk.
Die Leute sind u.U. ja gar nicht unsicher: sie lesen es, machen nen miesen Onlinetest, und glauben es.
@why_not Klar, auch. Aber eben nicht nur.
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@why_not Klar, auch. Aber eben nicht nur.
Selbstverständlich NIE nur!
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S svenja@mstdn.games shared this topic
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@atarifrosch
Ich selbst tendiere dazu, wenn ich Anhaltspunkte habe, eine entsprechende Diagnose durchführen zu lassen. Diese Diagnosen sind standardisiert. Wenn derdiedas Ärzt*in schlecht ist, suche ich lieber wen anders, auch wenn das dauert.
Es gibt tatsächlich pathologisierende Seiten und Akteur*innen auf diesem Gebiet.@atarifrosch @why_not Die Aussagekraft von offiziellen Autismus Nichtdiagnosen ist einfach schlecht. Eine Studie vom Washington Autism Centre hat ergeben, dass die Falsch-Negativ-Rate von Diagnosen höher ist als die Falsch-Positiv-Rate von Selbstdiagnosen.
Es gibt auch gute Gründe keine Diagnose durchführen zu lassen wie die Zunahme faschistischer Tendenzen oder bereits erlebter Ableismus durch das Medizinsystem. -
@atarifrosch @why_not Die Aussagekraft von offiziellen Autismus Nichtdiagnosen ist einfach schlecht. Eine Studie vom Washington Autism Centre hat ergeben, dass die Falsch-Negativ-Rate von Diagnosen höher ist als die Falsch-Positiv-Rate von Selbstdiagnosen.
Es gibt auch gute Gründe keine Diagnose durchführen zu lassen wie die Zunahme faschistischer Tendenzen oder bereits erlebter Ableismus durch das Medizinsystem.@TheAlgorythm @why_not Das ist mir auch neu. Haste mal einen Link zu dieser Studie?
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@TheAlgorythm @why_not Das ist mir auch neu. Haste mal einen Link zu dieser Studie?
@atarifrosch @TheAlgorythm
Ja, bitte. Das wäre ja Hammer! -
@atarifrosch @TheAlgorythm
Ja, bitte. Das wäre ja Hammer!@why_not @TheAlgorythm Für mich allerdings nicht wirklich überraschend. Es „schwarz auf weiß“ zu haben wäre natürlich eine gute Argumentationshilfe.
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@why_not Da wird aber so'n bißchen was durcheinandergeworfen. Tatsächlich scheint es mir einfacher, herauszufinden, ob man in irgendeiner Form neurodivergent ist, wenn man die Erfahrungsberichtte anderer Betroffener liest oder ihre Videos anschaut, als wenn man eine Arztperson fragt. Letztere haben erfahrungsgemäß ganz überwiegend keine Ahnung vom Thema und scheinen auch nicht sonderlich interessiert. Auch die, die es interessieren müßte, nämlich aus dem Bereich Psychiatrie/Neurologie.
Dazu kommt: Neurodivergente Menschen sind oft gute Selbstbeobachter – von klein auf, aus Notwendigkeit. „Warum sagen alle, ich verhalte mich falsch, sagen mir dann aber nicht, was eigentlich falsch war und warum?“ Und wenn dann, wie bei mir, ein Blogartikel aufploppt, der all diese Erfahrungen genau beschreibt und Begriffe dafür benennt, dann findet man eben selbst raus, daß man nicht „falsch“ ist, sondern nur anders.
Ich las letztens gar eine Argumentation, dass, bei all den verschiedenen Achsen, auf denen man neurodivers sein könnte, es statistisch unwahrscheinlich ist, dass man neurotypisch ist - dazu müsste man ja auf allen Achsen den Normbereich treffen.
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@why_not @atarifrosch Hab nach einer Suche nur dieses Handout mit dieser Aussage gefunden. Bin mir nicht mehr sicher, ob es dazu auch eine Studie gibt.
@why_not @atarifrosch
„In our experience at the University of Washington Autism Center, many professionals are not informed
about the variety of ways that autism can appear, and often doubt an autistic person’s accurate self-
identification. In contrast, inaccurate self-identification of autism appears to be uncommon.“
https://depts.washington.edu/uwautism/wp-content/uploads/2025/01/Self-Identified-Adult-Autism-Resources-Handout-2025.01.08.pdf -
@TheAlgorythm @why_not Das ist mir auch neu. Haste mal einen Link zu dieser Studie?
@why_not @atarifrosch Hab nach einer Suche nur dieses Handout mit dieser Aussage gefunden. Bin mir nicht mehr sicher, ob es dazu auch eine Studie gibt.
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E energisch_@troet.cafe shared this topic
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@why_not @atarifrosch
„In our experience at the University of Washington Autism Center, many professionals are not informed
about the variety of ways that autism can appear, and often doubt an autistic person’s accurate self-
identification. In contrast, inaccurate self-identification of autism appears to be uncommon.“
https://depts.washington.edu/uwautism/wp-content/uploads/2025/01/Self-Identified-Adult-Autism-Resources-Handout-2025.01.08.pdf@TheAlgorythm @why_not OK, es heißt, deren Erfahrung nach. Gäbe es eine Studie, hätten sie sie erwähnt.
(Ein Plus: Sie verweisen unter anderem auf ASAN, das ist eine sehr gute Quelle.)
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@TheAlgorythm @why_not OK, es heißt, deren Erfahrung nach. Gäbe es eine Studie, hätten sie sie erwähnt.
(Ein Plus: Sie verweisen unter anderem auf ASAN, das ist eine sehr gute Quelle.)
@why_not @atarifrosch Die einzige Studie die ich jetzt gefunden habe, welche halbwegs in diese Richtung geht, hat die Antworten von RAADS-R-Tests verglichen.
„Importantly, individuals with a clinical diagnosis of autism and those who considered themselves to be autistic responded to survey items in a very similar way. Individuals with autism diagnoses and those who were unsure whether they were autistic were more different in their responses.“ -
@why_not @atarifrosch Die einzige Studie die ich jetzt gefunden habe, welche halbwegs in diese Richtung geht, hat die Antworten von RAADS-R-Tests verglichen.
„Importantly, individuals with a clinical diagnosis of autism and those who considered themselves to be autistic responded to survey items in a very similar way. Individuals with autism diagnoses and those who were unsure whether they were autistic were more different in their responses.“