Ich fürchte, (digialte) Souveränität wird nicht ernst (genug) genommen.
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Ich fürchte, (digialte) Souveränität wird nicht ernst (genug) genommen.
Vor einer Weile (noch Ampel) gab es mal die Aussage, die Hauptfunktion von OpenSource-Lösungen in der Verwaltung sei es, bei Microsoft den Preis zu drücken (vielleicht findet dazu jemand einen Link, nmE SPD).
Ich habe das Gefühlt, diese Haltung ist noch nicht abgelegt.
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@decorum Vielleicht hätte ich Fiepen und Winseln ergänzen sollen
@AwetTesfaiesus Naja die EU knurrt schon. Aber DE fiept schon nur vor sich hin. 🤭
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@AwetTesfaiesus Ich weiß, dass das ein Tippfehler ist, aber "digialte Souveränität" ist auch ein Volltreffername für IT Bildungen in höheren Generationen!
@larsmb Android Autokorrektur macht mich irre!
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Ich fürchte, (digialte) Souveränität wird nicht ernst (genug) genommen.
Vor einer Weile (noch Ampel) gab es mal die Aussage, die Hauptfunktion von OpenSource-Lösungen in der Verwaltung sei es, bei Microsoft den Preis zu drücken (vielleicht findet dazu jemand einen Link, nmE SPD).
Ich habe das Gefühlt, diese Haltung ist noch nicht abgelegt.
Um Hinblick auf Sicherheit würde es ja reichen, wenn man schnell umschalten kann. Wenn man also in wenigen Stunden auf Thunderbird umstellen kann, dann können die Leute ja weiter mit Outlook arbeiten, wenn sie damit produktiver sind.
Ich hab früher jedenfalls Stellenanzeigen in denen etwas von Lotus Notes stand, sofort zur Seite gelegt.
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Es irritiert mich immer wieder, wenn ich lese, Freie Software sei so geil, weil sie gratis sei.
Das ist doch gar nicht der Punkt.
Freiheit ist nicht Freibier.
@mina Jupp. Genau das. Und genau das bereitet mir an vielen Stellen im Moment echte Schmerzen. Viel der im Rahmen der gegenwärtigen "digitalen Unabhängigkeit" propagierten Lösungen werden letztlich damit kommuniziert, dass sie "frei" (libre) und gleichermaßen "frei" (gratis) sind. Und am Ende haben wir Strukturen, die zu einem ungesund großen Teil von Freiwilligen geschaffen werden, die in ihrer Freizeit Arbeit an dieser Art von Infrastruktur leisten, während sie sich ihre Miete, Brötchen, Internetzugang, ... in irgendeinem Dayjob verdienen (können/müssen), schlimmstenfalls bei einer der großen Tech-Firmen, die wir eigentlich eher nicht haben wollen. Gibt es einen Punkt, an dem "frei" (gratis) und "frei" (libre) einander widersprechen...? (Aber vielleicht sehe ich das auch zu undankbar und zu pessimistisch, keine Ahnung...)
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P pmj@social.pmj.rocks shared this topic
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@mina Jupp. Genau das. Und genau das bereitet mir an vielen Stellen im Moment echte Schmerzen. Viel der im Rahmen der gegenwärtigen "digitalen Unabhängigkeit" propagierten Lösungen werden letztlich damit kommuniziert, dass sie "frei" (libre) und gleichermaßen "frei" (gratis) sind. Und am Ende haben wir Strukturen, die zu einem ungesund großen Teil von Freiwilligen geschaffen werden, die in ihrer Freizeit Arbeit an dieser Art von Infrastruktur leisten, während sie sich ihre Miete, Brötchen, Internetzugang, ... in irgendeinem Dayjob verdienen (können/müssen), schlimmstenfalls bei einer der großen Tech-Firmen, die wir eigentlich eher nicht haben wollen. Gibt es einen Punkt, an dem "frei" (gratis) und "frei" (libre) einander widersprechen...? (Aber vielleicht sehe ich das auch zu undankbar und zu pessimistisch, keine Ahnung...)
Tatsächlich spart es natürlich auf lange Sicht richtig Geld, weil man gegenüber Konzernen weniger erpressbar wird.
Wenn man aber der Community nur die Hälfte dessen, was man sonst ausgegeben hätte, auch finanziell zurückgäbe, wäre Freie Software heute konkurrenzlos.
Ich habe jahrelang bei einem Hedge-Fund gearbeitet. Da lief alles auf Linux und Open-Source.
Wenn wir Techies aber sagten, wir sollten die Projekte unterstützen, hieß es vom Management stets "Nein".
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Tatsächlich spart es natürlich auf lange Sicht richtig Geld, weil man gegenüber Konzernen weniger erpressbar wird.
Wenn man aber der Community nur die Hälfte dessen, was man sonst ausgegeben hätte, auch finanziell zurückgäbe, wäre Freie Software heute konkurrenzlos.
Ich habe jahrelang bei einem Hedge-Fund gearbeitet. Da lief alles auf Linux und Open-Source.
Wenn wir Techies aber sagten, wir sollten die Projekte unterstützen, hieß es vom Management stets "Nein".
@mina Ja, das kenn ich auch, aus kleineren Organisationen. Wenn hier mehr Bewusstsein für das Thema "Freiheit" als Wert gegeben wäre, sähe das anders aus.
@AwetTesfaiesus -
Um Hinblick auf Sicherheit würde es ja reichen, wenn man schnell umschalten kann. Wenn man also in wenigen Stunden auf Thunderbird umstellen kann, dann können die Leute ja weiter mit Outlook arbeiten, wenn sie damit produktiver sind.
Ich hab früher jedenfalls Stellenanzeigen in denen etwas von Lotus Notes stand, sofort zur Seite gelegt.
Nein.
In Verwaltungen arbeitet ein großer Anteil Menschen, deren Verständnis ihrer Arbeitssoftware nicht ist "wenn ich X will, muss ich Funktion Y benutzen" sondern "wenn ich X will muss ich oben auf die 3. Schaltfläche von rechts klicken und dann auf die 5. Auswahloption."
Selbst wenn man da technisch innerhalb von wenigen Stunden umschalten könnte (was mehr als fraglich ist, wenn man ein paar mehr Funktionen als reine Mailabwicklung nutzt),
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Nein.
In Verwaltungen arbeitet ein großer Anteil Menschen, deren Verständnis ihrer Arbeitssoftware nicht ist "wenn ich X will, muss ich Funktion Y benutzen" sondern "wenn ich X will muss ich oben auf die 3. Schaltfläche von rechts klicken und dann auf die 5. Auswahloption."
Selbst wenn man da technisch innerhalb von wenigen Stunden umschalten könnte (was mehr als fraglich ist, wenn man ein paar mehr Funktionen als reine Mailabwicklung nutzt),
🧵würde wochenlang nichts mehr funktionieren.Man muss so umstellen, dass man diese Leute mitnimmt, die müssen die neuen Arbeitsroutinen auf ihre Art verinnerlichen und das geht nur, wenn sie dauerhaft damit arbeiten.
Mal ganz abgesehen davon, dass ich bezweifle, dass nach der Umstellungszeit noch ein merklicher Produktivitätsunterschied besteht.
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Ceterum censeo afdem esse damnandum -
Ich fürchte, (digialte) Souveränität wird nicht ernst (genug) genommen.
Vor einer Weile (noch Ampel) gab es mal die Aussage, die Hauptfunktion von OpenSource-Lösungen in der Verwaltung sei es, bei Microsoft den Preis zu drücken (vielleicht findet dazu jemand einen Link, nmE SPD).
Ich habe das Gefühlt, diese Haltung ist noch nicht abgelegt.
@AwetTesfaiesus Bekommt ihr als Abgeordnete eigentlich erweiterte Datenschutzschulungen? Ich würde ja hoffen da gibt es etwas mehr Schulung als im Konzern ("lass keinen im Zug auf deinen Bildschirm gucken, erzähl nix geheimes in der Öffentlichkeit"). Auch würde ich erwarten, dass es Sensibilisierungsschulungen gibt wie einfach Daten verknüpft werden können für Erkenntnisgewinn über euch, eure Arbeit und welche Folgen das haben kann (können ja nicht alle das Wissen mitbringen)
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Ich fürchte, (digialte) Souveränität wird nicht ernst (genug) genommen.
Vor einer Weile (noch Ampel) gab es mal die Aussage, die Hauptfunktion von OpenSource-Lösungen in der Verwaltung sei es, bei Microsoft den Preis zu drücken (vielleicht findet dazu jemand einen Link, nmE SPD).
Ich habe das Gefühlt, diese Haltung ist noch nicht abgelegt.
@AwetTesfaiesus such mal nach "Ude ballmer". Erstere wiederholte mehrmals "what else can you offer" ? Lang vor der Ampel.
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@AwetTesfaiesus Bekommt ihr als Abgeordnete eigentlich erweiterte Datenschutzschulungen? Ich würde ja hoffen da gibt es etwas mehr Schulung als im Konzern ("lass keinen im Zug auf deinen Bildschirm gucken, erzähl nix geheimes in der Öffentlichkeit"). Auch würde ich erwarten, dass es Sensibilisierungsschulungen gibt wie einfach Daten verknüpft werden können für Erkenntnisgewinn über euch, eure Arbeit und welche Folgen das haben kann (können ja nicht alle das Wissen mitbringen)
Ist, was man selbst daraus macht. Angebote gibt es.
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@AwetTesfaiesus Bekommt ihr als Abgeordnete eigentlich erweiterte Datenschutzschulungen? Ich würde ja hoffen da gibt es etwas mehr Schulung als im Konzern ("lass keinen im Zug auf deinen Bildschirm gucken, erzähl nix geheimes in der Öffentlichkeit"). Auch würde ich erwarten, dass es Sensibilisierungsschulungen gibt wie einfach Daten verknüpft werden können für Erkenntnisgewinn über euch, eure Arbeit und welche Folgen das haben kann (können ja nicht alle das Wissen mitbringen)
Aber wir sind keine Beamten.
Ich vermute, wenn niemand was vertrauliches erzählen würde, bestünde die Zeitung aus 12 Seiten Kreuzworträtsel.
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@mina Ja, das kenn ich auch, aus kleineren Organisationen. Wenn hier mehr Bewusstsein für das Thema "Freiheit" als Wert gegeben wäre, sähe das anders aus.
@AwetTesfaiesus@z428eu @mina @AwetTesfaiesus Ich hab den Eindruck, dass die Idee der #commons oder der #digitalcommons helfen würde, beide "Frei"heiten (kostenlos und modifizierbar) unter einen Hut zu bekommen. (wie das z.B. aktuell durch diese Petition gemacht wird: https://www.openpetition.de/petition/online/recognition-of-work-on-open-source-as-volunteering-in-germany#petition-main)
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Tatsächlich spart es natürlich auf lange Sicht richtig Geld, weil man gegenüber Konzernen weniger erpressbar wird.
Wenn man aber der Community nur die Hälfte dessen, was man sonst ausgegeben hätte, auch finanziell zurückgäbe, wäre Freie Software heute konkurrenzlos.
Ich habe jahrelang bei einem Hedge-Fund gearbeitet. Da lief alles auf Linux und Open-Source.
Wenn wir Techies aber sagten, wir sollten die Projekte unterstützen, hieß es vom Management stets "Nein".
könnte man gesetzlich regeln; wer gewinnorientiert opensource einsetzt muss 1% des umsatzes (ab, sagen wir mal wie bei der mwst. 100k) in die opensource foundation einzahlen oder 2% des umsatzes als busse bezahlen (die dann ebenfalls direkt der opensource foundation zugute kommt)
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Tatsächlich spart es natürlich auf lange Sicht richtig Geld, weil man gegenüber Konzernen weniger erpressbar wird.
Wenn man aber der Community nur die Hälfte dessen, was man sonst ausgegeben hätte, auch finanziell zurückgäbe, wäre Freie Software heute konkurrenzlos.
Ich habe jahrelang bei einem Hedge-Fund gearbeitet. Da lief alles auf Linux und Open-Source.
Wenn wir Techies aber sagten, wir sollten die Projekte unterstützen, hieß es vom Management stets "Nein".
@mina @z428eu @AwetTesfaiesus dito im Betrieb wo ich gearbeitet habe
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könnte man gesetzlich regeln; wer gewinnorientiert opensource einsetzt muss 1% des umsatzes (ab, sagen wir mal wie bei der mwst. 100k) in die opensource foundation einzahlen oder 2% des umsatzes als busse bezahlen (die dann ebenfalls direkt der opensource foundation zugute kommt)
Man kann nicht alles gesetzlich regeln.
Es geht um Mentalität.
Die Free Software Foundation ist auch nicht ganz frei von (berechtigter) Kritik - insbesondere beim Umgang mit Frauen.
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Man kann nicht alles gesetzlich regeln.
Es geht um Mentalität.
Die Free Software Foundation ist auch nicht ganz frei von (berechtigter) Kritik - insbesondere beim Umgang mit Frauen.
@pmj @z428eu @AwetTesfaiesus @mina vielleicht sollte OpenSource-Software für geschäftliche Nutzung öfter etwas Kleines kosten?