Ein Kaffeehausplatz
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Ein Kaffeehausplatz.
Nicht besetzt,
nicht verlassen.Stühle stehen da,
als hätten sie gerade jemanden getragen.
Der Tisch wartet,
ohne Erwartung.Fenster nach draußen.
Die Stadt ist da,
aber gedämpft,
wie hinter Glas und Zeit.Hier passiert nichts.
Und genau das
macht Platz.Der Zwischenraum
zwischen Ankommen und Gehen.
Zwischen Gespräch
und Stille.
Zwischen dem,
was war,
und dem,
was gleich sein könnte.Ich sitze nicht mitten im Leben
und nicht daneben.
Ich sitze dazwischen.Und für einen Moment
reicht das.Heimfahrt.
Nicht ganz Abschied,
noch kein Ankommen.Das Wienwochenende ist vorbei,
aber es liegt noch in mir.
Gedanken ruhiger,
nicht aufgeräumt,
sondern sortiert in Schichten.Der Körper müde
vom Gehen,
vom Sehen,
vom Dazwischen-Sein.Ich habe Zwischenräume wahrgenommen.
Nicht die Orte selbst,
sondern das,
was zwischen ihnen liegt.
Der Weg von Tisch zu Fenster.
Der Moment vor dem Aufstehen.
Die Stille zwischen zwei Gesprächen.Durch die Stadt gestreift,
planlos.
Absichtlich.
Nicht um etwas zu finden,
sondern um den Gedanken
keine feste Form zu geben.Abends Gespräche.
Leicht.
Unverbindlich.
Nur nahe genug,
um nicht zu kippen.
Nur weit genug,
um bei mir zu bleiben.Jetzt unterwegs.
Zwischen dort und daheim.
Zwischen Kraftverlust
und Kraftaufnahme.Ich nehme diesen Zwischenraum mit.
Nicht als Ziel.
Sondern als Möglichkeit.Die neue Woche
kann kommen. -
B bjoerne@norden.social shared this topic