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  3. Seit ich aus Gründen gelegentlich Krimis ansehe, fällt mir auf, wie häufig darin Kommissar*innen geltendes (Dienst-) Recht wissentlich brechen.

Seit ich aus Gründen gelegentlich Krimis ansehe, fällt mir auf, wie häufig darin Kommissar*innen geltendes (Dienst-) Recht wissentlich brechen.

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  • der_zaunfink@eldritch.cafeD This user is from outside of this forum
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    #1

    Seit ich aus Gründen gelegentlich Krimis ansehe, fällt mir auf, wie häufig darin Kommissar*innen geltendes (Dienst-) Recht wissentlich brechen. Oft wird das von Kollegys und/oder Vorgesetzten geduldet, nur selten mal sanktioniert. Manchmal ist es geradezu fester Charakterzug der Protagonistys. Fast immer wird es als sympathisch, legitim oder sogar ethisch vorbildlich dargestellt, weil der Gesetzesbruch am Ende zum Ziel führt.

    Polizeibeamte, die Gesetze brechen, sind unsere Held*innen.

    zahlenzauberin@dresden.networkZ catrinity@literatur.socialC danimo@mastodon.socialD quino_schuetz@norden.socialQ 4 Antworten Letzte Antwort
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      Seit ich aus Gründen gelegentlich Krimis ansehe, fällt mir auf, wie häufig darin Kommissar*innen geltendes (Dienst-) Recht wissentlich brechen. Oft wird das von Kollegys und/oder Vorgesetzten geduldet, nur selten mal sanktioniert. Manchmal ist es geradezu fester Charakterzug der Protagonistys. Fast immer wird es als sympathisch, legitim oder sogar ethisch vorbildlich dargestellt, weil der Gesetzesbruch am Ende zum Ziel führt.

      Polizeibeamte, die Gesetze brechen, sind unsere Held*innen.

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      #2

      @der_zaunfink das ist einer der Gründe warum ich Krimis in der in den Öffentlich Rechtlichen üblichen Menge für ein Problem halte. Ein anderer ist, dass sie Menschen Kriminalitätsraten vorspiegeln die weit über den echten liegen, die aber eine gute Basis für das Gefühl sind das dann von den Rechten in den sozialen und auch in anderen Medien ausgenutzt wird.

      pitch@social.flipdot.orgP 1 Antwort Letzte Antwort
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      • der_zaunfink@eldritch.cafeD der_zaunfink@eldritch.cafe

        Seit ich aus Gründen gelegentlich Krimis ansehe, fällt mir auf, wie häufig darin Kommissar*innen geltendes (Dienst-) Recht wissentlich brechen. Oft wird das von Kollegys und/oder Vorgesetzten geduldet, nur selten mal sanktioniert. Manchmal ist es geradezu fester Charakterzug der Protagonistys. Fast immer wird es als sympathisch, legitim oder sogar ethisch vorbildlich dargestellt, weil der Gesetzesbruch am Ende zum Ziel führt.

        Polizeibeamte, die Gesetze brechen, sind unsere Held*innen.

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        #3

        @der_zaunfink

        Jap. Copaganda.

        Es gibt einen sehr guten Artikel von Till Rather dazu, der das als Krimiautor reflektiert hat: https://54books.de/die-verantwortung-der-krimi-autorinnen-einige-forderungen-an-ein-obrigkeitshoeriges-genre/

        der_zaunfink@eldritch.cafeD 1 Antwort Letzte Antwort
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        • zahlenzauberin@dresden.networkZ zahlenzauberin@dresden.network

          @der_zaunfink das ist einer der Gründe warum ich Krimis in der in den Öffentlich Rechtlichen üblichen Menge für ein Problem halte. Ein anderer ist, dass sie Menschen Kriminalitätsraten vorspiegeln die weit über den echten liegen, die aber eine gute Basis für das Gefühl sind das dann von den Rechten in den sozialen und auch in anderen Medien ausgenutzt wird.

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          schrieb zuletzt editiert von
          #4

          @Zahlenzauberin Dis!
          Ich erinnere mich an eine Grafik einer Faktencheckseite, die haben echte Morde und die gezeigten Morde im öffentlichrechtlichen verglichen und sind auf ein Verhältnis >1 gekommen. Also mehr im ÖRR als in der Realität insgesamt.
          Schon bezeichnend und in meinen Augen, wie du auch sagst, ein Teil der "gefühlten Unsicherheit".

          @der_zaunfink

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          • der_zaunfink@eldritch.cafeD der_zaunfink@eldritch.cafe

            Seit ich aus Gründen gelegentlich Krimis ansehe, fällt mir auf, wie häufig darin Kommissar*innen geltendes (Dienst-) Recht wissentlich brechen. Oft wird das von Kollegys und/oder Vorgesetzten geduldet, nur selten mal sanktioniert. Manchmal ist es geradezu fester Charakterzug der Protagonistys. Fast immer wird es als sympathisch, legitim oder sogar ethisch vorbildlich dargestellt, weil der Gesetzesbruch am Ende zum Ziel führt.

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            schrieb zuletzt editiert von
            #5

            @der_zaunfink ja. - ist aber glaube ich auch etabliertes Stilmittel um mit etwas "underdog". und "Macher" Attitüde Zielgruppennähe zu generieren.
            Schimanski damals war die plakative Prollvariante, aber Grenzüberschreitendes aus einem emotional geladenen Gerechtigkeitsimpuls heraus, auch bei den sonst artigen Protagonistinnen, mögen die Leute.

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            • pitch@social.flipdot.orgP pitch@social.flipdot.org

              @Zahlenzauberin Dis!
              Ich erinnere mich an eine Grafik einer Faktencheckseite, die haben echte Morde und die gezeigten Morde im öffentlichrechtlichen verglichen und sind auf ein Verhältnis >1 gekommen. Also mehr im ÖRR als in der Realität insgesamt.
              Schon bezeichnend und in meinen Augen, wie du auch sagst, ein Teil der "gefühlten Unsicherheit".

              @der_zaunfink

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              zahlenzauberin@dresden.network
              schrieb zuletzt editiert von
              #6

              @pitch @der_zaunfink danke die Formulierung "gefühlte Unsicherheit" wollte mir einfach nicht einfallen.

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              • der_zaunfink@eldritch.cafeD der_zaunfink@eldritch.cafe

                Seit ich aus Gründen gelegentlich Krimis ansehe, fällt mir auf, wie häufig darin Kommissar*innen geltendes (Dienst-) Recht wissentlich brechen. Oft wird das von Kollegys und/oder Vorgesetzten geduldet, nur selten mal sanktioniert. Manchmal ist es geradezu fester Charakterzug der Protagonistys. Fast immer wird es als sympathisch, legitim oder sogar ethisch vorbildlich dargestellt, weil der Gesetzesbruch am Ende zum Ziel führt.

                Polizeibeamte, die Gesetze brechen, sind unsere Held*innen.

                quino_schuetz@norden.socialQ This user is from outside of this forum
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                quino_schuetz@norden.social
                schrieb zuletzt editiert von
                #7

                @der_zaunfink Gerade, wenn der Charakter eine integre Figur sein soll. Beim Münsteraner Tatort, wo die Figuren bewusst überzeichnet sind, kann ich noch darüber hinwegsehen. Beim Hannoveraner konnte ich es irgendwann nicht mehr.
                Da finde ich es viel ehrlicher, die Beamten in einem Gewissenskonflikt zwischen Gesetz und ihren eigenen Wertvorstellungen zu zeigen, die auch wir als einfache Bürger teilen würden, als Rechtsbruch als Selbstverständlichkeit darzustellen.

                quino_schuetz@norden.socialQ 1 Antwort Letzte Antwort
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                • quino_schuetz@norden.socialQ quino_schuetz@norden.social

                  @der_zaunfink Gerade, wenn der Charakter eine integre Figur sein soll. Beim Münsteraner Tatort, wo die Figuren bewusst überzeichnet sind, kann ich noch darüber hinwegsehen. Beim Hannoveraner konnte ich es irgendwann nicht mehr.
                  Da finde ich es viel ehrlicher, die Beamten in einem Gewissenskonflikt zwischen Gesetz und ihren eigenen Wertvorstellungen zu zeigen, die auch wir als einfache Bürger teilen würden, als Rechtsbruch als Selbstverständlichkeit darzustellen.

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                  quino_schuetz@norden.social
                  schrieb zuletzt editiert von
                  #8

                  @der_zaunfink Klar, man kann offensichtlich Recht brechende Polizeibeamte mit vollem Ernst als Selbstverständlichkeit präsentieren. Das fördert aber nicht gerade mein Vertrauen in die *gesamte* Institution – auch wenn es nur Fiktion ist.

                  1 Antwort Letzte Antwort
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                  • catrinity@literatur.socialC catrinity@literatur.social

                    @der_zaunfink

                    Jap. Copaganda.

                    Es gibt einen sehr guten Artikel von Till Rather dazu, der das als Krimiautor reflektiert hat: https://54books.de/die-verantwortung-der-krimi-autorinnen-einige-forderungen-an-ein-obrigkeitshoeriges-genre/

                    der_zaunfink@eldritch.cafeD This user is from outside of this forum
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                    der_zaunfink@eldritch.cafe
                    schrieb zuletzt editiert von
                    #9

                    @catrinity Danke! Ich hatte mir bisher kaum Gedanken über Krimis gemacht, aber der Artikel zeigt, wie tief man da einsteigen kann. Spannend!

                    catrinity@literatur.socialC 1 Antwort Letzte Antwort
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                    • der_zaunfink@eldritch.cafeD der_zaunfink@eldritch.cafe

                      @catrinity Danke! Ich hatte mir bisher kaum Gedanken über Krimis gemacht, aber der Artikel zeigt, wie tief man da einsteigen kann. Spannend!

                      catrinity@literatur.socialC This user is from outside of this forum
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                      catrinity@literatur.social
                      schrieb zuletzt editiert von
                      #10

                      @der_zaunfink

                      Ja, voll! Es ist tatsächlich ein Text, den ich schon mehrfach komplett gelesen habe, weil ich ihn sehr, sehr gut finde.

                      Und ich bin dann umso dankbarer für z. B. die Sachen von Rian Johnson (Knives Out-Reihe, Pokerface), weil er quasi Krimis/Murder Mysterys ohne Polizeifiguren macht.

                      1 Antwort Letzte Antwort
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