Es überrascht mich immer wieder, wenn Menschen, überrascht sind, dass sie etwas nicht wussten oder etwas dazu gelernt haben.
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@xriss Ok, das ist eine Interpretation des "Nicht-Wissens", die ich nachvollziehen kann. Aber die gesetzte Norm ist nach wie vor: Eigentlich hätte man das wissen sollen. Aber warum? Woher kommt diese Norm?
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Es überrascht mich immer wieder, wenn Menschen, überrascht sind, dass sie etwas nicht wussten oder etwas dazu gelernt haben. Denn das setzt voraus, dass diese Menschen dachten, bereits alles zu wissen.
Diese Annahme ist mir sehr fremd, aber sie begegnet mir immer wieder. Für mich ist "Nicht-Wissen" der Ausgangspunkt und der "Normal"-Zustand. Ich weiß sehr wenig. Und ich kann immer zu allen Themen etwas lernen
Habt Ihr Gedanken dazu? Als Lehrende beschäftigt mich das immer wieder.
@sonjdol ich mag dieses Modell mit dem Wissenshorizont als Kreis, und je mehr man weiß desto größer wird der Kreis und damit auch der Horizont, hinter dem das liegt, was man nicht weiß - je mehr man weiß, desto mehr weiß man was man alles noch nicht weiß
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@sonjdol ich mag dieses Modell mit dem Wissenshorizont als Kreis, und je mehr man weiß desto größer wird der Kreis und damit auch der Horizont, hinter dem das liegt, was man nicht weiß - je mehr man weiß, desto mehr weiß man was man alles noch nicht weiß
@sonjdol bedeutet im Umkehrschluss, dass Menschen die meinen alles zu wissen einen sehr kleinen Wissenshorizont haben müssen
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Es überrascht mich immer wieder, wenn Menschen, überrascht sind, dass sie etwas nicht wussten oder etwas dazu gelernt haben. Denn das setzt voraus, dass diese Menschen dachten, bereits alles zu wissen.
Diese Annahme ist mir sehr fremd, aber sie begegnet mir immer wieder. Für mich ist "Nicht-Wissen" der Ausgangspunkt und der "Normal"-Zustand. Ich weiß sehr wenig. Und ich kann immer zu allen Themen etwas lernen
Habt Ihr Gedanken dazu? Als Lehrende beschäftigt mich das immer wieder.
@sonjdol Und umgekehrt wird gern vorausgesetzt, daß Menschen all das wissen, was man selbst weiß. Weil das ja „normal“ sei. Aber jeder Mensch hat ein eigenes „Normal“.
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@sonjdol bedeutet im Umkehrschluss, dass Menschen die meinen alles zu wissen einen sehr kleinen Wissenshorizont haben müssen
@burt_cokain Ja, genau. Umso überraschter sind sie möglicherweise
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Es überrascht mich immer wieder, wenn Menschen, überrascht sind, dass sie etwas nicht wussten oder etwas dazu gelernt haben. Denn das setzt voraus, dass diese Menschen dachten, bereits alles zu wissen.
Diese Annahme ist mir sehr fremd, aber sie begegnet mir immer wieder. Für mich ist "Nicht-Wissen" der Ausgangspunkt und der "Normal"-Zustand. Ich weiß sehr wenig. Und ich kann immer zu allen Themen etwas lernen
Habt Ihr Gedanken dazu? Als Lehrende beschäftigt mich das immer wieder.
@sonjdol das klingt sehr als sei eine Überraschung etwas negatives. Man kann soch auch positiv überrascht sein etwas gelernt zu haben von dem man noch nicht wusste weil man es dort nicht erwartet hat und sich dann darüber freuen, oder nicht?
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Es überrascht mich immer wieder, wenn Menschen, überrascht sind, dass sie etwas nicht wussten oder etwas dazu gelernt haben. Denn das setzt voraus, dass diese Menschen dachten, bereits alles zu wissen.
Diese Annahme ist mir sehr fremd, aber sie begegnet mir immer wieder. Für mich ist "Nicht-Wissen" der Ausgangspunkt und der "Normal"-Zustand. Ich weiß sehr wenig. Und ich kann immer zu allen Themen etwas lernen
Habt Ihr Gedanken dazu? Als Lehrende beschäftigt mich das immer wieder.
Vielleicht steckt da die Idee drin, hinter ein (eingegrenztes) Thema einen Haken machen zu können à la "das ist mein Bereich, da kenn ich mich aus". Wunschdenken

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@sonjdol Die Professorin meines geschichtswissenschaftlichen Einführungsseminars sagte damals etwas im Sinne von: Bei allem was Menschen theoretisch wissen können, unterscheiden wir alle uns nur im Grade unseres Nicht-Wissens.
Das begleitet mich immer.
@sonjdol @todzi
Ich würde hier zwischen known unknown und unknown unknown unterscheiden.
Mir geht's beim Nicht-Wissen grundsätzlich ähnlich und ich habe eine Idee, was ich alles nicht weiß.
Überrascht bin ich halt manchmal, wenn ich etwas lernen, von dem ich nicht mal wusste, das ich nichts weiß ... also unknown unknown. 🥸 -
Es überrascht mich immer wieder, wenn Menschen, überrascht sind, dass sie etwas nicht wussten oder etwas dazu gelernt haben. Denn das setzt voraus, dass diese Menschen dachten, bereits alles zu wissen.
Diese Annahme ist mir sehr fremd, aber sie begegnet mir immer wieder. Für mich ist "Nicht-Wissen" der Ausgangspunkt und der "Normal"-Zustand. Ich weiß sehr wenig. Und ich kann immer zu allen Themen etwas lernen
Habt Ihr Gedanken dazu? Als Lehrende beschäftigt mich das immer wieder.
@sonjdol
Ich hab seit Kindheit immer noch dieses "Boah, wattet allet jibt!"-Gefühl, daß es immer noch Neues und mir Unbekanntes zu entdecken gibt, und freue mich jedesmal drüber. Daß ich andererseits so einiges weiß, hab ich bis vor einigen Jahren eher verborgen gehalten, ich kann es eigentlich erst jetzt einschätzen. Ich bin allerdings ein aktiver Wissensabschnorchler, egal wann und wo. -
Es überrascht mich immer wieder, wenn Menschen, überrascht sind, dass sie etwas nicht wussten oder etwas dazu gelernt haben. Denn das setzt voraus, dass diese Menschen dachten, bereits alles zu wissen.
Diese Annahme ist mir sehr fremd, aber sie begegnet mir immer wieder. Für mich ist "Nicht-Wissen" der Ausgangspunkt und der "Normal"-Zustand. Ich weiß sehr wenig. Und ich kann immer zu allen Themen etwas lernen
Habt Ihr Gedanken dazu? Als Lehrende beschäftigt mich das immer wieder.
@sonjdol Es gibt fast keinen Tag, an dem ich nicht irgendeine Sache dazulerne, und sei sie noch so klitzeklein. Geht natürlich besser, wenn man sich mit offenen Augen und aufgeschlossenem Geist durch die Welt bewegt.

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@sonjdol das klingt sehr als sei eine Überraschung etwas negatives. Man kann soch auch positiv überrascht sein etwas gelernt zu haben von dem man noch nicht wusste weil man es dort nicht erwartet hat und sich dann darüber freuen, oder nicht?
@nicole4fox ja, aber wenn der Zusatzsatz ist "ich dachte nicht, dass ich noch was lernen könnte", fällt diese wohlwollende Interpretation schon mal weg. So oder so basiert die Überraschung auf der Annahme, dass es eigentlich nichts mehr zu lernen gibt. Ob positiv oder negativ ist dann Ingo nicht relevant
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Vielleicht steckt da die Idee drin, hinter ein (eingegrenztes) Thema einen Haken machen zu können à la "das ist mein Bereich, da kenn ich mich aus". Wunschdenken

@tarbonam jede*r, der sich in einem Bereich wirklich auskennt, weiß, wondie offenen Fragen sind. Und das sind meist viele
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@sonjdol @todzi
Ich würde hier zwischen known unknown und unknown unknown unterscheiden.
Mir geht's beim Nicht-Wissen grundsätzlich ähnlich und ich habe eine Idee, was ich alles nicht weiß.
Überrascht bin ich halt manchmal, wenn ich etwas lernen, von dem ich nicht mal wusste, das ich nichts weiß ... also unknown unknown. 🥸@todzi @ueberlauch Ja, das auch st ein guter Punkt.
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@sonjdol
Ich hab seit Kindheit immer noch dieses "Boah, wattet allet jibt!"-Gefühl, daß es immer noch Neues und mir Unbekanntes zu entdecken gibt, und freue mich jedesmal drüber. Daß ich andererseits so einiges weiß, hab ich bis vor einigen Jahren eher verborgen gehalten, ich kann es eigentlich erst jetzt einschätzen. Ich bin allerdings ein aktiver Wissensabschnorchler, egal wann und wo.@slowtiger Same.

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Es überrascht mich immer wieder, wenn Menschen, überrascht sind, dass sie etwas nicht wussten oder etwas dazu gelernt haben. Denn das setzt voraus, dass diese Menschen dachten, bereits alles zu wissen.
Diese Annahme ist mir sehr fremd, aber sie begegnet mir immer wieder. Für mich ist "Nicht-Wissen" der Ausgangspunkt und der "Normal"-Zustand. Ich weiß sehr wenig. Und ich kann immer zu allen Themen etwas lernen
Habt Ihr Gedanken dazu? Als Lehrende beschäftigt mich das immer wieder.
Eine neue Dinogattung zu entdecken, ist für die Forschenden bestimmt auch überraschend und doch werden sie sicherlich nicht so naiv sein zu denken, dass sie schon alle Dinoarten entdeckt hätten, welche je existierten. Kommunikativ denke ich, dass oftmals mit „Überraschung“ die Freude gemeint ist, etwas unbekanntes entdecken/erleben/erlernen zu dürfen.
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@sonjdol Und umgekehrt wird gern vorausgesetzt, daß Menschen all das wissen, was man selbst weiß. Weil das ja „normal“ sei. Aber jeder Mensch hat ein eigenes „Normal“.
@atarifrosch oh ja z.b. immer dieses gestellt entsetzte "WIE? DU KENNST XYZ NICHT?" - da bekomm ich immer Gewaltphantasien

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@sonjdol bedeutet im Umkehrschluss, dass Menschen die meinen alles zu wissen einen sehr kleinen Wissenshorizont haben müssen
@burt_cokain @sonjdol Die Summe allen Wissens ist immer endlich, die Summe allen Nichtwissens unendlich. Und je mehr man weiß, desto mehr "unknown unknowns" werden zu "known unknowns".
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@sonjdol ich mag dieses Modell mit dem Wissenshorizont als Kreis, und je mehr man weiß desto größer wird der Kreis und damit auch der Horizont, hinter dem das liegt, was man nicht weiß - je mehr man weiß, desto mehr weiß man was man alles noch nicht weiß
@burt_cokain @sonjdol ich dachte vorgestern an das Modell und erinnerte mich an das Comic dazu: https://matt.might.net/articles/phd-school-in-pictures/
Allerdings hat das Modell einen Fehler, es ist eher ein Donut, denn Wissen geht jeden Tag verloren. Man denke an Sprachen, Handwerkskunst etc. -
@burt_cokain @sonjdol ich dachte vorgestern an das Modell und erinnerte mich an das Comic dazu: https://matt.might.net/articles/phd-school-in-pictures/
Allerdings hat das Modell einen Fehler, es ist eher ein Donut, denn Wissen geht jeden Tag verloren. Man denke an Sprachen, Handwerkskunst etc.@burt_cokain @burningTyger schöne Visualisierung
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@xriss Ok, das ist eine Interpretation des "Nicht-Wissens", die ich nachvollziehen kann. Aber die gesetzte Norm ist nach wie vor: Eigentlich hätte man das wissen sollen. Aber warum? Woher kommt diese Norm?
@sonjdol @xriss Ich glaube, dass für viele Menschen es a) beruhigend und b) Alltagserfahrung ist, dass man sich ab einem gewissen Punkt *auskennt* in der Welt. Und ab da Suchen viele nicht mehr nach dem Neuen unbekannten und überspielen kleine Irritationen.
Dieses Bewusstsein dafür, dass Wissen eher die Ausnahme als die Regel ist, ist mE v.a. für eine wissenschaftlicher Sozialisation typisch. Zumindest in dem Sinne, dass man neugierig, wissbegierig und an weiterbilden interessiert (geblieben) ist.