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Weil es mir gerade auffällt:

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    Weil es mir gerade auffällt:

    Bitte versucht euch selbst einzufangen, wenn ihr beginnt, Politikern als Gruppe gemeinsame Eigenschaften zuzuschreiben. Im Sinne von " … alle Politiker sind korrupt …", "… alle Politiker tendieren zu $EINSTELLUNG …". Und zwar in erster Linie euch selbst zuliebe.

    Diese Denkweise sieht "Politiker" als definierte, von euch und "normalen Menschen" abgegrenzte Gruppe.

    Fakt ist: Jeder kann Politiker werden.
    1/5

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    #2

    Dazu muss man nur einer Partei beitreten und sich in der Lokalpolitik engagieren.

    In dem Moment, in dem man Politiker als definierte, andere 'Spezies' von sich selbst sieht, beginnt Populismus, beginnt Othering, und man schiebt den ersten Zeh über die Schwelle zum Verschwörungsdenken.

    So unbequem die Realität ist. Sie lautet:

    - Politiker sind normale Menschen
    - Politiker kochen auch nur mit Wasser
    2/5

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    • mela@zusammenkunft.netM mela@zusammenkunft.net

      Dazu muss man nur einer Partei beitreten und sich in der Lokalpolitik engagieren.

      In dem Moment, in dem man Politiker als definierte, andere 'Spezies' von sich selbst sieht, beginnt Populismus, beginnt Othering, und man schiebt den ersten Zeh über die Schwelle zum Verschwörungsdenken.

      So unbequem die Realität ist. Sie lautet:

      - Politiker sind normale Menschen
      - Politiker kochen auch nur mit Wasser
      2/5

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      #3

      Was ich damit nicht meine (und was ich auch nicht abstreite), ist die ungute und zu einheitliche Zusammensetzung unserer Parlamente und Parteien ab Landespolitik.

      Zu viele BWLer, zu viele Juristen, zu viele Lehrer, zu viel Mittelschicht, definitiv zu viel Adel, zu männlich, zu wenig Arbeiterkinder, zu wenig Migrationserfahrung, und fast keine Menschen mit Behinderungen.
      3/5

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        Was ich damit nicht meine (und was ich auch nicht abstreite), ist die ungute und zu einheitliche Zusammensetzung unserer Parlamente und Parteien ab Landespolitik.

        Zu viele BWLer, zu viele Juristen, zu viele Lehrer, zu viel Mittelschicht, definitiv zu viel Adel, zu männlich, zu wenig Arbeiterkinder, zu wenig Migrationserfahrung, und fast keine Menschen mit Behinderungen.
        3/5

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        #4

        Damit meine ich auch nicht Eigenschaften, die man braucht, um in der Politik oberhalb der Lokalpolitik zu bestehen, wie eine überdurchschnittliche Stamina.

        Korruption beispielsweise ist, ähnlich wie Infektionskrankheiten, kein individuelles Problem, keine (oder jedenfalls nicht nur) individuelle Verfehlung, sondern vor allem ein Problem eines Systems von Macht und Einfluss, das zu lange zu wenig Korrektur und Kontrolle erfahren hat.

        Seid kritisch.
        4/5

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        • mela@zusammenkunft.netM mela@zusammenkunft.net

          Damit meine ich auch nicht Eigenschaften, die man braucht, um in der Politik oberhalb der Lokalpolitik zu bestehen, wie eine überdurchschnittliche Stamina.

          Korruption beispielsweise ist, ähnlich wie Infektionskrankheiten, kein individuelles Problem, keine (oder jedenfalls nicht nur) individuelle Verfehlung, sondern vor allem ein Problem eines Systems von Macht und Einfluss, das zu lange zu wenig Korrektur und Kontrolle erfahren hat.

          Seid kritisch.
          4/5

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          #5

          Auch euch selbst und den Abkürzungen gegenüber, mit denen ihr euch die Welt verstehbar macht.
          5/5

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            Auch euch selbst und den Abkürzungen gegenüber, mit denen ihr euch die Welt verstehbar macht.
            5/5

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            schrieb zuletzt editiert von
            #6

            @Mela
            Ich weiß was Du meinst. Aber ich glaube das tatsächlich nicht (mehr).
            Politiker mit entsprechender Entscheidungsbefugnis kann eben nicht jede(r) werden. Sondern nur Menschen, die die hochselektiven Prozesse in den jeweiligen Parteien durch stehen.

            Ja, das ist ein Problem des Systems und nicht des einzelnen Menschen. Aber „Politiker als Teil des aktuellen Systems“ sprengt meist die Zeichenbegrenzung

            mela@zusammenkunft.netM 1 Antwort Letzte Antwort
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            • chaotica@nrw.socialC chaotica@nrw.social

              @Mela
              Ich weiß was Du meinst. Aber ich glaube das tatsächlich nicht (mehr).
              Politiker mit entsprechender Entscheidungsbefugnis kann eben nicht jede(r) werden. Sondern nur Menschen, die die hochselektiven Prozesse in den jeweiligen Parteien durch stehen.

              Ja, das ist ein Problem des Systems und nicht des einzelnen Menschen. Aber „Politiker als Teil des aktuellen Systems“ sprengt meist die Zeichenbegrenzung

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              schrieb zuletzt editiert von
              #7

              @Chaotica Die Ansicht, dass Politiker stets die Auswirkungen ihrer Entscheidungen kennen und bewusst auf ein vordefiniertes Auskommen hinsteuern würden, also eine deterministische Weltsicht, führt direkt ins Verschwörungsdenken. Sie ignoriert die Komplexität solcher Entscheidungen, deren Ausgang bei allen zur Verfügung stehenden Informationen praktisch nie unausweichlich ist.

              chaotica@nrw.socialC prefec2@norden.socialP 2 Antworten Letzte Antwort
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                @Chaotica Die Ansicht, dass Politiker stets die Auswirkungen ihrer Entscheidungen kennen und bewusst auf ein vordefiniertes Auskommen hinsteuern würden, also eine deterministische Weltsicht, führt direkt ins Verschwörungsdenken. Sie ignoriert die Komplexität solcher Entscheidungen, deren Ausgang bei allen zur Verfügung stehenden Informationen praktisch nie unausweichlich ist.

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                schrieb zuletzt editiert von
                #8

                @Mela
                Jetzt legst Du mir aber Worte in den Mund.

                Ich habe nicht gesagt, dass sie die Auswirkungen bis ins Detail kennen.
                Sehr wohl aber, dass sie die meisten mindestens in Kauf nehmen, möglicherweise sogar billigend.

                Dass es dann trotzdem noch anders kommen kann: geschenkt. Das ist dann aber nicht das Verdienst derjenigen, die auf den wahrscheinlichen Ausgang hin arbeiten.

                mela@zusammenkunft.netM 1 Antwort Letzte Antwort
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                  @Chaotica Die Ansicht, dass Politiker stets die Auswirkungen ihrer Entscheidungen kennen und bewusst auf ein vordefiniertes Auskommen hinsteuern würden, also eine deterministische Weltsicht, führt direkt ins Verschwörungsdenken. Sie ignoriert die Komplexität solcher Entscheidungen, deren Ausgang bei allen zur Verfügung stehenden Informationen praktisch nie unausweichlich ist.

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                  schrieb zuletzt editiert von
                  #9

                  @Mela @Chaotica ich stimme Mela zu. Man muss auch bei Politikern die Person sehen. Das heißt nicht, dass bestimmte Politiker nur falsch verstanden werden oder aus Unkenntnis falsche Entscheidungen treffen. Es gibt durchaus bis aufs Mark korrupte Politiker und auch Seilschaften. Aber das sind eben nicht alle.

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                  • chaotica@nrw.socialC chaotica@nrw.social

                    @Mela
                    Jetzt legst Du mir aber Worte in den Mund.

                    Ich habe nicht gesagt, dass sie die Auswirkungen bis ins Detail kennen.
                    Sehr wohl aber, dass sie die meisten mindestens in Kauf nehmen, möglicherweise sogar billigend.

                    Dass es dann trotzdem noch anders kommen kann: geschenkt. Das ist dann aber nicht das Verdienst derjenigen, die auf den wahrscheinlichen Ausgang hin arbeiten.

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                    schrieb zuletzt editiert von
                    #10

                    @Chaotica "Unterstelle keine Absicht, wenn es nicht auch ein Versehen oder Inkompetenz sein kann."

                    Es ist vielleicht sogar ein bisschen erschreckender, als Absicht, wie extrem Menschen, die Entscheidungen für Millionen und Milliarden treffen, Faktoren wie kognitiver Inertia unterliegen.

                    Such Dir bei Gelegenheit mal die Anhörungen zur Aufarbeitung der Stuttgart-21-Polizeiübergriffe an. Wo die CDU gegen Demonstranten mit Kommentaren wie "Grüße nach Peking" äzte.

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                      @Chaotica "Unterstelle keine Absicht, wenn es nicht auch ein Versehen oder Inkompetenz sein kann."

                      Es ist vielleicht sogar ein bisschen erschreckender, als Absicht, wie extrem Menschen, die Entscheidungen für Millionen und Milliarden treffen, Faktoren wie kognitiver Inertia unterliegen.

                      Such Dir bei Gelegenheit mal die Anhörungen zur Aufarbeitung der Stuttgart-21-Polizeiübergriffe an. Wo die CDU gegen Demonstranten mit Kommentaren wie "Grüße nach Peking" äzte.

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                      schrieb zuletzt editiert von
                      #11

                      @Chaotica Die Leute sind tatsächlich mental noch nicht aus der K-Gruppen-Zeit der 60er in der Gegenwart angekommen, und verstehen moderne, hierarchiefreie linke oder progressive Bewegungen einfach mal gar nicht.

                      Ein ähnliches Phänomen hattest Du z.B. in der LINKEn, wo einige nach Jahrzehnten (berechtigter) Kritik an der Kriegstreiberei der USA, kein Umdenken möglich war, dass wir hier einen ziemlich eindeutigen Fall von Kriegswillen Russlands haben ohne sonderliche Schuld der USA.

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                        @Chaotica Die Leute sind tatsächlich mental noch nicht aus der K-Gruppen-Zeit der 60er in der Gegenwart angekommen, und verstehen moderne, hierarchiefreie linke oder progressive Bewegungen einfach mal gar nicht.

                        Ein ähnliches Phänomen hattest Du z.B. in der LINKEn, wo einige nach Jahrzehnten (berechtigter) Kritik an der Kriegstreiberei der USA, kein Umdenken möglich war, dass wir hier einen ziemlich eindeutigen Fall von Kriegswillen Russlands haben ohne sonderliche Schuld der USA.

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                        schrieb zuletzt editiert von
                        #12

                        @Chaotica Es ist sehr, sehr viel wahrscheinlicher, dass die Politiker in Brüssel, einfach nicht in der Lage sind von den USA als ewigem Verbündeten umzuschalten zu: Die USA ist viel, aber kein Verbündeter und wir müssen JETZT sofort alle Kooperation, die Zugriff auf unsere Daten und vor allem auch Wirtschaftsdaten angeht, einstellen. Als dass die tatsächlich aktiv für ein autoritäres System arbeiten.

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                          @Chaotica Es ist sehr, sehr viel wahrscheinlicher, dass die Politiker in Brüssel, einfach nicht in der Lage sind von den USA als ewigem Verbündeten umzuschalten zu: Die USA ist viel, aber kein Verbündeter und wir müssen JETZT sofort alle Kooperation, die Zugriff auf unsere Daten und vor allem auch Wirtschaftsdaten angeht, einstellen. Als dass die tatsächlich aktiv für ein autoritäres System arbeiten.

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                          schrieb zuletzt editiert von
                          #13

                          @Chaotica Ein weiterer Faktor ist, IMHO, dass von links jahrzehntelang vor politischen Entscheidungen gewarnt wurde, die autoritäre und antidemokratische Entwicklungen begünstigen würden. Die warnten, weil diese Entscheidungen autoritäre und antidemokratische Entwicklungen begünstigt haben. Aber weil das System nicht direkt abgefackelt ist, wurde im Bereich Mitte/Mitte-Konservativ das Ganze als linke Panikmache abgetan.

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                            @Chaotica Ein weiterer Faktor ist, IMHO, dass von links jahrzehntelang vor politischen Entscheidungen gewarnt wurde, die autoritäre und antidemokratische Entwicklungen begünstigen würden. Die warnten, weil diese Entscheidungen autoritäre und antidemokratische Entwicklungen begünstigt haben. Aber weil das System nicht direkt abgefackelt ist, wurde im Bereich Mitte/Mitte-Konservativ das Ganze als linke Panikmache abgetan.

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                            schrieb zuletzt editiert von
                            #14

                            @Chaotica Und dann sind wir wieder bei kognitiver Inertia: wenn Du Dir jahrzehntelang eingeredet hast, dass die Linken nur übertrieben Panik machen, weil das System ja noch nicht brennt, dann zu erkennen, dass das System brennt und die Linken nicht nur übertrieben Panik machen ... aus der Schleife scheinen es einige nicht rauszuschaffen.

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                              @Chaotica Und dann sind wir wieder bei kognitiver Inertia: wenn Du Dir jahrzehntelang eingeredet hast, dass die Linken nur übertrieben Panik machen, weil das System ja noch nicht brennt, dann zu erkennen, dass das System brennt und die Linken nicht nur übertrieben Panik machen ... aus der Schleife scheinen es einige nicht rauszuschaffen.

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                              schrieb zuletzt editiert von
                              #15

                              @Chaotica Die Diskussion hatte ich so fast direkt mal mit zwei CDUlern. Die meinten, es wäre kein Problem, die Bundeswehr im Inneren agieren zu lassen. Die Demokratie würde davon schon nicht gleich abfackeln. Für die langsame Erosion der Schutzmechanismen, die nach Nazideutschland aus gutem Grund eingerichtet wurden, war schlicht kein Bewusstsein vorhanden.

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