Kolumne: Das uralte Problem der häufigen Sprachlosigkeit zwischen Eltern und Teenagern wird drängender, wenn algorithmisch kuratierte Konsum- und Kommunikationsmedien den Alltag permanent verändern.
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@chrisstoecker Ich schließe aus Ihrem Artikel, dass Ihre Kinder ein recht behütetes, relativ problemfreies Leben mit einem guten, offenen Verhältnis zu ihren Eltern führen. Glückwunsch! Das ist aber nicht immer der Fall. Für manche Kinder unter 14 sind soziale Medien ein wichtiges Medium, um einem schlechten Elternhaus oder der sozialen Einsamkeit zu entkommen. Denen würde man mit einem Verbot wirklich viel nehmen. Das schließt natürlich nicht aus, dass man die sozialen Medien regulieren muss.
@fahrradmartin Und da sind wir eben sehr unterschiedlicher Meinung: Ich glaube nicht, dass man die Probleme von benachteiligten Jugendlichen am besten angeht, indem man sie ByteDance und Meta als Ware zur Verfügung stellt. Das ist aber aktuell der Fall. Es gibt andere, bessere Wege dafür.
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@chrisstoecker TikTok war bei uns noch kein Thema; YouTube Shorts scheinen ein hinreichender Ersatz zu sein. Inwiefern das besser oder schlechter ist, kann ich nicht beurteilen. Bei der Vorstellung, erst einmal die Plattform als Elternteil ausführlich kennenzulernen, um mir ein fundiertes Urteil bilden zu können, wird mir ein wenig schummrig. Ich kenne Facebook, die Messenger-Landschaft und habe ein gutes Bild von den Microblogging-Plattformen. Ich habe Instagram beobachtet und Clubhouse und zahlreiche andere Plattformen verfolgt. Aber um TikTok zu verstehen, reicht das alles nicht aus. Und ich weiß nicht, ob ich mir die Zeit ans Bein binden will. Ich habe auch den Appeal von 4chan und 8chan nie nachvollziehen können. Andere Plattformen, andere Mechanismen, aber einflussreich in Sachen Radikalisierung und Netzkultur.
Ich habe nur ein begrenztes Zeitbudget, um mich neben dem Alltag um Erziehung und meine eigene Freizeit zu kümmern. Ich kann nicht alles auf Herz und Nieren testen.
@fluchtkapsel Absolut zentrales Problem, so ist es.
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Kolumne: Das uralte Problem der häufigen Sprachlosigkeit zwischen Eltern und Teenagern wird drängender, wenn algorithmisch kuratierte Konsum- und Kommunikationsmedien den Alltag permanent verändern. Wissen Sie zum Beispiel, was „Teller-Tiktok“ ist? Fragen Sie mal ihre Kinder!
Danke für den Artikel, das ist der richtige Weg.
Nur: Das ist das ein soziales und damit ein dynamisches Problem.
Ein starres "der Staat regelt das" fühlt sich gut an, wird höchstens kurzfristig wirken, selbst das als von Ihren Kindern als "gut" bewerteten Altersgrenze:
Wir Menschen müssen lernen, mit der Dynamik umzugehen, die in "Teller-TikTok" steckt - auch und gerade die Eltern:
Die Eltern müssen dabei Verantwortung übernehmen und Erziehungsbefugnisse behalten!
1️⃣ /6️⃣
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Danke für den Artikel, das ist der richtige Weg.
Nur: Das ist das ein soziales und damit ein dynamisches Problem.
Ein starres "der Staat regelt das" fühlt sich gut an, wird höchstens kurzfristig wirken, selbst das als von Ihren Kindern als "gut" bewerteten Altersgrenze:
Wir Menschen müssen lernen, mit der Dynamik umzugehen, die in "Teller-TikTok" steckt - auch und gerade die Eltern:
Die Eltern müssen dabei Verantwortung übernehmen und Erziehungsbefugnisse behalten!
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D.h., das "Ja" Ihrer Kinder zur Regulierung muss die Verantwortung an die richtige Stelle geben:
Die Eltern sind Eigentümer der Geräte ihrer Kinder - und die Eltern sind Erziehungsberechtigt!
Nicht der Staat und nicht Monopolplattformen haben darüber zu entscheiden, was die Kinder (lernen) müssen und dürfen, sondern die Eltern!
Wenn das geklärt ist, muss der Staat die Regeln definieren und die Eltern befähigen, ihre Verantwortung wahr zu nehmen.
2️⃣ / 6️⃣
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D.h., das "Ja" Ihrer Kinder zur Regulierung muss die Verantwortung an die richtige Stelle geben:
Die Eltern sind Eigentümer der Geräte ihrer Kinder - und die Eltern sind Erziehungsberechtigt!
Nicht der Staat und nicht Monopolplattformen haben darüber zu entscheiden, was die Kinder (lernen) müssen und dürfen, sondern die Eltern!
Wenn das geklärt ist, muss der Staat die Regeln definieren und die Eltern befähigen, ihre Verantwortung wahr zu nehmen.
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Und hier muss der Staat einen Standard schaffen, wie Bürgerinnen und Bürger solche Daten auf ihren Geräten hinterlegen können.
Diese Schnittstelle ist aber hoch-brisant und wie schief das gehen kann sehen wir täglich beii der ePA oder jetzt bei der EUDI-Wallet Implementierung durch die Bundesdruckkerei. Wenn wir das genauso bei der Altersverifikation machen, rennen wir vorhersehbar in die nächste Katastrophe.
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Und hier muss der Staat einen Standard schaffen, wie Bürgerinnen und Bürger solche Daten auf ihren Geräten hinterlegen können.
Diese Schnittstelle ist aber hoch-brisant und wie schief das gehen kann sehen wir täglich beii der ePA oder jetzt bei der EUDI-Wallet Implementierung durch die Bundesdruckkerei. Wenn wir das genauso bei der Altersverifikation machen, rennen wir vorhersehbar in die nächste Katastrophe.
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Dabei haben wir den Gold-Standard! Das schwierige Problem, das nur "einfach" aussieht, haben wir bei der Corona Warn App bereits einmal nach allen Regeln der Kunst gelöst!
Im Kern besteht die Lösung darin, die Zivilgesellschaft bei der Entwicklung mit einzubeziehen!
Es wäre tödlich, hier wieder einzelnen Experten mit unklaren Interessen, hinter verschlossenen Türen (siehe ePA oder EUDI-Wallet) die Macht über diese Architektur und den Code zu geben!
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Dabei haben wir den Gold-Standard! Das schwierige Problem, das nur "einfach" aussieht, haben wir bei der Corona Warn App bereits einmal nach allen Regeln der Kunst gelöst!
Im Kern besteht die Lösung darin, die Zivilgesellschaft bei der Entwicklung mit einzubeziehen!
Es wäre tödlich, hier wieder einzelnen Experten mit unklaren Interessen, hinter verschlossenen Türen (siehe ePA oder EUDI-Wallet) die Macht über diese Architektur und den Code zu geben!
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Was wir daher brauchen sind quelloffene Apps (ZenDIS: OpenCode !), die für alle Plattformen (Linux, Windows, MacOS, LineageOS, Android, ..) existieren und den Eigentümern(!) der smarten Geräte (Handy, Autos, Saugroboter, ..) ermöglicht, die relevanten Daten in eigener Verantwortung(!) hinterlegen können.
Der Staat fordert nur DASS Daten hinterlegt werden und überlässt es den Verantwortlichen (Eltern, Eigentümern) die Entscheidung, WIE sie es machen.
5️⃣ /6️⃣
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Was wir daher brauchen sind quelloffene Apps (ZenDIS: OpenCode !), die für alle Plattformen (Linux, Windows, MacOS, LineageOS, Android, ..) existieren und den Eigentümern(!) der smarten Geräte (Handy, Autos, Saugroboter, ..) ermöglicht, die relevanten Daten in eigener Verantwortung(!) hinterlegen können.
Der Staat fordert nur DASS Daten hinterlegt werden und überlässt es den Verantwortlichen (Eltern, Eigentümern) die Entscheidung, WIE sie es machen.
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Dann legen die Eltern in den Handys ihrer Kinder fest, dass ihr Kind 11 Jahre alt sind. Dadurch übernehmen Sie die Verantwortung ob sie Ihrem Kind "ab 14"-Content zutrauen, obwohl es erst 12 Jahre alt ist.
Der Staat zwingt Unternehmen, nur die Schnittstelle abzufragen, deren Software-Architektur und Programmierung wir öffentlich diskutiert, abgestimmt und mit quelloffener Software festgeschrieben haben.
So funktioniert imho "digitale Demokratie" im Jahr 2026!
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W wando@troet.cafe shared this topic
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@fahrradmartin Und da sind wir eben sehr unterschiedlicher Meinung: Ich glaube nicht, dass man die Probleme von benachteiligten Jugendlichen am besten angeht, indem man sie ByteDance und Meta als Ware zur Verfügung stellt. Das ist aber aktuell der Fall. Es gibt andere, bessere Wege dafür.
@chrisstoecker Ich glaube, so unterschiedlich sind unsere Meinungen gar nicht. Eine Regulierung mit Konsequenzen bei Übertretungen finde ich absolut notwendig. Hier ist der Vorschlag der SPD nach Algorithmenfreiheit by default und keine eskalierenden Dauerschleifen durchaus nachdenkenswert, ebenso eine Begrenzung der Datensammelei oder ein Verbot der domainübergreifenden Datennutzung. Für alle, nicht nur für Kinder. Dazu Medienbildung in der Schule und Sozialarbeit in real live. Kostet halt was.
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@SonstHarmlos @chrisstoecker Soziale Medien dienen nicht zuletzt zur Information. Was wäre ein Schulunterricht ohne YouTube? Ein Verbot von Sozialen Medien würde auch LehrerSchmidt und Co. betreffen. Soziale Medien sind mehr als Fake News und Hass. Statt einem generellen (und auch kaum kontrollierbaren) Verbot sollte es eher um die Durchsetzung von existierendem Recht gehen, mit der sich Hass und Fake News klein halten lassen könnten. Aber das wäre ja komplizierter als symbolische Gesetzgebung.
@fahrradmartin Nicht zu vergessen, dass viele Politer*innen, Parteien, Ministerien teilweise Statements und Informationen exklusiv auf einzelnen Social Media Plattformen raushauen. Irgendwie auch schräg, Menschen unter 14 (die zu dem Zeitpunkt schon seit ca. 2 Jahren in politischer Bildung unterrichtet werden) von diesen Kanälen pauschal auszuschließen.
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Erfreulich ist: Die Social-Media-Debatte wird zumindest teilweise differenzierter. Die Mottenkisten-Idee „Klarnamenpflicht“ bleibt unsinnig, aber über Altersgrenzen für algorithmische Sortierung kann man durchaus nachdenken. Geschenklink: https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/social-media-verbot-sprechen-sie-mit-ihren-kindern-ueber-tiktok-ich-habe-es-getan-a-6b6ad6d6-668d-4821-9c49-7d7fab298df4?giftToken=98886a88-3128-47dc-b1ac-5f6d135d9c0e
@chrisstoecker
Dankeschön -
Das größte Problem im sozialen Netz sind aber ohnehin nicht Jugendliche, sondern skrupellos agierende Plattformen und deren Geschäftsmodelle, die absolut zwangsläufig Kollateralschäden erzeugen. Sowie die zahlreichen Erwachsenen, die auf diesen Plattformen Hass, Propaganda und Desinformation verbreiten, Drogen feilbieten, sich an Minderjährige heranmachen, mobben, hetzen, geifern.
@chrisstoecker
Sorry, aber:
Neben der Tatsache, dass es sich bei den "Kollateralschäden" um unsere Mitmenschen, unsere Demokratie und unseren Rechts- und Sozialstaat handelt, sind diese "Kollateralschäden" absolut so gewollt.
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