In Deutschland gab es schon mal ein kapitalgedecktes Rentensystem.
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In Deutschland gab es schon mal ein kapitalgedecktes Rentensystem. Nach dem ersten Weltkrieg und infolge der Weltwirtschaftskrise ab 1929 wurden die Renten durch Hyperinflationen jedoch fast völlig entwertet. Das half den Faschisten.
Die Unsicherheiten der Kapitaldeckung brachte Adenauer und seine Regierung 1957 auf die Idee, auf die Umlagenfinanzierung umzustellen. Sie ist auch bei veränderter Demografie das stabilere System.
Das wird die Spekulanten-Freunde nicht davon abhalten, den Fehler zu wiederholen.
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@LThiry interessanter historischer Hinweis! Mich würde das Detail hier interessieren: wurde nur national investiert? Wie groß war der Anteil internationaler Staatsanleihen? Welche ags blieben am „Leben „?
@max_muehsal
Da musst du Sozialhistoriker*innen fragen. Diese Detailkenntnisse habe ich nicht.Edit: Ich habe noch das hier gefunden: https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Ueber-uns-und-Presse/Historie/historie_node.html#doc84f53049-eb89-4342-a98c-aa17a3272338bodyText2
Die LVA Schleswig-Holstein hatte im 1. Weltkrieg Kriegsanleihen gezeichnet und da der Krieg für D nicht so gut lief...
Ich finde das angesichts der zurzeit durch die Decke gehenden Aktien von Rüstungsunternehmen eine interessante Parallele. Zumindest die müsste verhindert werden. -
In Deutschland gab es schon mal ein kapitalgedecktes Rentensystem. Nach dem ersten Weltkrieg und infolge der Weltwirtschaftskrise ab 1929 wurden die Renten durch Hyperinflationen jedoch fast völlig entwertet. Das half den Faschisten.
Die Unsicherheiten der Kapitaldeckung brachte Adenauer und seine Regierung 1957 auf die Idee, auf die Umlagenfinanzierung umzustellen. Sie ist auch bei veränderter Demografie das stabilere System.
@LThiry Die Schweiz hat eine Kombination von beidem. Und schon so ist die Kapitaldeckung ein Problem, weil viel in Immobilien investiert wird und das die Mieten treibt.
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Das wird die Spekulanten-Freunde nicht davon abhalten, den Fehler zu wiederholen.
@HaWeCom
Wir können die Abgeordneten der Union mit diesem historischen Hinweis an das Erbe Adenauers erinnern
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@HaWeCom
Wir können die Abgeordneten der Union mit diesem historischen Hinweis an das Erbe Adenauers erinnern
️Ich fürchte, die halten Adenauer für einen Vertreter einer linksgrünwoken Verschwörung.
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P pearl22@troet.cafe shared this topic
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In Deutschland gab es schon mal ein kapitalgedecktes Rentensystem. Nach dem ersten Weltkrieg und infolge der Weltwirtschaftskrise ab 1929 wurden die Renten durch Hyperinflationen jedoch fast völlig entwertet. Das half den Faschisten.
Die Unsicherheiten der Kapitaldeckung brachte Adenauer und seine Regierung 1957 auf die Idee, auf die Umlagenfinanzierung umzustellen. Sie ist auch bei veränderter Demografie das stabilere System.
@LThiry Weiter Punkt: Auch bei Kapitaldeckung müssen wenige junge Menschen einen Großteil ihrer Zeit für viele Menschen in Rente arbeiten. Schlussendlich erhöht die Kapitaldeckung vor allem die Sparquote.
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@LThiry Die Schweiz hat eine Kombination von beidem. Und schon so ist die Kapitaldeckung ein Problem, weil viel in Immobilien investiert wird und das die Mieten treibt.
@exception @LThiry
Genau: "„Nun gilt der einfache und klare Satz, daß aller Sozialaufwand immer aus dem Volkseinkommen der laufenden Periode gedeckt werden muß. […] Kapitalansammlungsverfahren und Umlageverfahren sind also der Sache nach gar nicht wesentlich verschieden. Volkswirtschaftlich gibt es immer nur ein Umlageverfahren.“
https://de.wikipedia.org/wiki/Mackenroth-These -
@LThiry Weiter Punkt: Auch bei Kapitaldeckung müssen wenige junge Menschen einen Großteil ihrer Zeit für viele Menschen in Rente arbeiten. Schlussendlich erhöht die Kapitaldeckung vor allem die Sparquote.
@PatrikSchoenfeldt
Mit der Verengung der Argumentation auf die Kopplung von Renten und Anzahl der Erwerbstätigen fangen die Probleme an, weil andere Einkommensarten nicht einbezogen werden. -
Das wird die Spekulanten-Freunde nicht davon abhalten, den Fehler zu wiederholen.
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In Deutschland gab es schon mal ein kapitalgedecktes Rentensystem. Nach dem ersten Weltkrieg und infolge der Weltwirtschaftskrise ab 1929 wurden die Renten durch Hyperinflationen jedoch fast völlig entwertet. Das half den Faschisten.
Die Unsicherheiten der Kapitaldeckung brachte Adenauer und seine Regierung 1957 auf die Idee, auf die Umlagenfinanzierung umzustellen. Sie ist auch bei veränderter Demografie das stabilere System.
Alle Rentensystem sind im Grunde Umlagesysteme. Die Kosten der Renten werden von den Arbeitenden getragen. Die Frage ist nur, wie man umlegt. Wer heute Aktien kauft, braucht morgen einen arbeitenden Käufer, um sich eine Rente von seinen Aktien zu gönnen.
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Alle Rentensystem sind im Grunde Umlagesysteme. Die Kosten der Renten werden von den Arbeitenden getragen. Die Frage ist nur, wie man umlegt. Wer heute Aktien kauft, braucht morgen einen arbeitenden Käufer, um sich eine Rente von seinen Aktien zu gönnen.
@byggvir
Und wer heute schon Aktien hat, leistet von den Renditen keinen Beitrag.
Besitzer*innen von Immobilien auch nicht.Das System ist für eine stetig wachsende Wirtschaft gemacht. Vielleicht stimmt diese Prämisse nicht mehr.
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@LThiry interessanter historischer Hinweis! Mich würde das Detail hier interessieren: wurde nur national investiert? Wie groß war der Anteil internationaler Staatsanleihen? Welche ags blieben am „Leben „?
Die Frage ist, ob es heutzutage noch irgendetwas gibt, in das man sinnvoll investieren könnte, das nicht durch die Klimakrise bis zu meiner Rente ziemlich wertlos ist. Ich halte Solidarität für die einzige auch nur annähernd sinnvoller Vorsorge. (Solidarisches Untergehen ist mir im Zweifel auch lieber als viele andere Szenarien.)
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@byggvir
Und wer heute schon Aktien hat, leistet von den Renditen keinen Beitrag.
Besitzer*innen von Immobilien auch nicht.Das System ist für eine stetig wachsende Wirtschaft gemacht. Vielleicht stimmt diese Prämisse nicht mehr.
Das System funktioniert gut mit konstanter Bevölkerung. Es werden so viele geboren, wie sterben. Aber die Demographie verändert sich. Es werden viel weniger geboren, als im Moment alt werden. Die Menschen werden immer älter.
Gute Nachricht: In ein paar Jahren sterben massenhaft Alte und entlasten die Rentenkassen.
Allerdings schrumpft die Bevölkerung ohne Migration. Damit müssen auch in Zukunft die Jüngeren mehr Ältere unterstützen, als in einer konstanten, stabilen Bevölkerung.
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@PatrikSchoenfeldt
Mit der Verengung der Argumentation auf die Kopplung von Renten und Anzahl der Erwerbstätigen fangen die Probleme an, weil andere Einkommensarten nicht einbezogen werden.@LThiry Geld allein bringt halt nichts, man muss auch Leute damit bezahlen können.
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Die Frage ist, ob es heutzutage noch irgendetwas gibt, in das man sinnvoll investieren könnte, das nicht durch die Klimakrise bis zu meiner Rente ziemlich wertlos ist. Ich halte Solidarität für die einzige auch nur annähernd sinnvoller Vorsorge. (Solidarisches Untergehen ist mir im Zweifel auch lieber als viele andere Szenarien.)
@Drude
Sicher gibt es auch hier einen Pferdefuß, aber es ist ein Versuch ein nachhaltiges Investment anzubieten für Leute, die überhaupt etwas zurücklegen können.
https://www.union-investment.de/fairworldfonds-LU0458538880-fonds-A0YCZ3/?portrait=5 -
@Drude
Sicher gibt es auch hier einen Pferdefuß, aber es ist ein Versuch ein nachhaltiges Investment anzubieten für Leute, die überhaupt etwas zurücklegen können.
https://www.union-investment.de/fairworldfonds-LU0458538880-fonds-A0YCZ3/?portrait=5@LThiry @Drude die Welt bietet zum Kapitalismus keine Alternative, oder? Mengzi räumte dem Fremden, dem Sumpf, der Wildnis etc. Einen eigenen Platz ein. Angeblich nachhaltige Fonds gibt es viele, mittlerweile sind da auch häufig Rüstungskonzerne drin- es resultiert aus einer kostspieligen Auswertung des Datenhaushalts einer großen amerikanischen Firma (glaube ich, habe ich gehört, ….)
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In Deutschland gab es schon mal ein kapitalgedecktes Rentensystem. Nach dem ersten Weltkrieg und infolge der Weltwirtschaftskrise ab 1929 wurden die Renten durch Hyperinflationen jedoch fast völlig entwertet. Das half den Faschisten.
Die Unsicherheiten der Kapitaldeckung brachte Adenauer und seine Regierung 1957 auf die Idee, auf die Umlagenfinanzierung umzustellen. Sie ist auch bei veränderter Demografie das stabilere System.
@LThiry du brachtest Hyperinflation und Weltwirtschaftskrise durcheinander.
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@Drude
Sicher gibt es auch hier einen Pferdefuß, aber es ist ein Versuch ein nachhaltiges Investment anzubieten für Leute, die überhaupt etwas zurücklegen können.
https://www.union-investment.de/fairworldfonds-LU0458538880-fonds-A0YCZ3/?portrait=5Wenn mir nicht jemand inhaltlich erklären kann, was in den nächsten 10-30 Jahren eine "Wertsteigerung" erlebt, ohne dabei Ungerechtigkeit zu verschlimmern, bleibe ich dabei, dass private Vorsorge in dieser Form Mist ist.
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Wenn mir nicht jemand inhaltlich erklären kann, was in den nächsten 10-30 Jahren eine "Wertsteigerung" erlebt, ohne dabei Ungerechtigkeit zu verschlimmern, bleibe ich dabei, dass private Vorsorge in dieser Form Mist ist.