Bericht einer Armutsbetroffen über das Gefühl von Ausschluss.
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Bericht einer Armutsbetroffen über das Gefühl von Ausschluss.
… Bei der Tafel anzustehen, nichts anfassen zu dürfen, das Lego-Set mit der Bitte überreicht zu bekommen, dass meine Kinder als Dankeschön ein Bild für die Spender malen sollen, löst ein großes Unbehagen in mir aus. …
Auch Politiker*innen zeigen sich gerne an den Ausgabestellen von Tafeln und Suppenküchen und loben in ihren Schürzen die karitative Arbeit. …Wenn zum Jahresende kostenlos Gänsekeulen verteilt werden, verfestigt sich das Gefälle von Arm und Reich. Und die Systemfrage wird ausgelagert.
@sozialguerilla Nein, Sabine Schwedt, ich als Nicht-Armutsbetroffene schäme mich. Für unsere Gesellschaft, die nicht jedem ein gutes Leben ermöglicht, die nicht für einen Ausgleich sorgt zwischen dem immensen Wohlstand der vielen und dem Mangel der anderen. Der Staat sorgt Deine Verantwortung an die "Wohlfahrt" aus. Und damit hat man eben keinen Anspruch auf Teilhabe, sondern soll brav und dankbar sein.
Es ist für ein so reiches Land unfassbar beschämend.
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@sozialguerilla Nein, Sabine Schwedt, ich als Nicht-Armutsbetroffene schäme mich. Für unsere Gesellschaft, die nicht jedem ein gutes Leben ermöglicht, die nicht für einen Ausgleich sorgt zwischen dem immensen Wohlstand der vielen und dem Mangel der anderen. Der Staat sorgt Deine Verantwortung an die "Wohlfahrt" aus. Und damit hat man eben keinen Anspruch auf Teilhabe, sondern soll brav und dankbar sein.
Es ist für ein so reiches Land unfassbar beschämend.
Genau darum geht es. Anstatt karitative Heuchelei bei betreuten Armenspeisungen zu zelebrieren - gibt tolle Instagramfotos - könnte man ja auch für ein echtes Bedingungsloses-Grundeinkommen eintreten.
Das ganze flankiert von einer sozialen Steuerreform (Vermögenssteuer) und einem gesetzlichen Existenzmaximum. Kein Verschreiber. Ab einer gewissen, gerne großzügig bemessenen Höhe, ist Vermögen einfach nur noch asozial. -
Genau darum geht es. Anstatt karitative Heuchelei bei betreuten Armenspeisungen zu zelebrieren - gibt tolle Instagramfotos - könnte man ja auch für ein echtes Bedingungsloses-Grundeinkommen eintreten.
Das ganze flankiert von einer sozialen Steuerreform (Vermögenssteuer) und einem gesetzlichen Existenzmaximum. Kein Verschreiber. Ab einer gewissen, gerne großzügig bemessenen Höhe, ist Vermögen einfach nur noch asozial.@sozialguerilla Zum Glück gibt es noch Menschen, die für diese Positionen eintreten. Das können wir nämlich nicht denjenigen überlassen, die vom System profitieren. Und nicht denen zumuten, die am System leiden und für den Kampf ums Existenzminimum alle Kraft einsetzen müssen. Dabei können wir diese Kraft soviel besser woanders einsetzen.
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Bericht einer Armutsbetroffen über das Gefühl von Ausschluss.
… Bei der Tafel anzustehen, nichts anfassen zu dürfen, das Lego-Set mit der Bitte überreicht zu bekommen, dass meine Kinder als Dankeschön ein Bild für die Spender malen sollen, löst ein großes Unbehagen in mir aus. …
Auch Politiker*innen zeigen sich gerne an den Ausgabestellen von Tafeln und Suppenküchen und loben in ihren Schürzen die karitative Arbeit. …Wenn zum Jahresende kostenlos Gänsekeulen verteilt werden, verfestigt sich das Gefälle von Arm und Reich. Und die Systemfrage wird ausgelagert.
@sozialguerilla Die Antwort der Reichen auf das offensichtliche Versagen des Kapitalismus ist doch ganz klar: Faschismus, damit sie ihren Reichtum behalten können, während "unnütze Esser" umgebracht werden, ob aktiv in Form von konventionellem Mord und Totschlag oder organisiertem Massenmord, oder ob passiv durch Entzug lebensnotwendiger Ressourcen. Die Schlaueren von ihnen begreifen, daß Faschismus ein extrem selbstzerstörerisches Programm ist, und hoffen, nach dessen Kollaps einen schönen stabilen Cyberpunk-Konzernfeudalismus zu errichten.
Deshalb müssen sie auch daran glauben, daß LLMs schon Der Durchbruch in der KI
sind, denn sie brauchen für ihre Narrative von sich selbst als die mächtigen Cyberlords im Weltraum, denn eine Dutzende von Kilometern große Raumstation, die es schon mindestens bräuchte, um eine simple stabile Modellbiosphäre aufrechtzuerhalten ohne ständigen Import von Sauerstoff, Nährstoffen und CO2-Filtern, könnte bestenfalls ein kleines Bauerndorf am Leben erhalten, man bekommt nicht genug Fachkräfte für eine High-Tech-Zivilisation zusammen.
Wenn man die harte Arbeit komplett intelligenten Androiden überlassen kann, dann ist scheißegal, ob die Biosphäre nur wenige Menschen ernähren kann, dann ist auch scheißegal, ob auf der Erde 90% aller Menschen verrecken, da bleiben noch genug Fachkräfte übrig, denken die Cyberlords sich, wenn jede Fachkraft eine Hundertschaft Androiden-Arbeiter anführt. Die wollen ernsthaft das Proletariat komplett durch Maschinen ersetzen, und dann können die unnützen Esser halt verrecken und zu Soylent Green verarbeitet werden. Was diese Leute nicht begreifen, ist, daß dieser Planet dieses lebensfeindliche extraktive Maschinensystem, ganz gleich von welchem Modell von politischem oder wirtschaftlichem System es betrieben wird, nicht einmal mehr dann tragen kann, wenn es nur das obszöne Luxusleben von einem Dutzend Millionen Cyberaristokraten liefern soll und keine weiteren Menschen mehr ernähren muß.
Diese Leute lesen Cyberpunk als ihre Utopie, die wollen die verdammten Tessier-Ashpools sein in ihrer großen rotierenden Zigarre im Orbit. Oder Kaiser vom Mars wie der kleine Elon, älter als ich, aber im Kopf immer noch 14.Ich bin echt froh, nie wirklich reich gewesen zu sein, nie einfach jahrelang komplett ohne irgendwelche Rücksicht auf irgendwen gelebt haben zu können. Diese Leute gucken auf die Welt wie auf ein Computerspiel, und sie sehen sich selbst als die großen Gewinner. Die begreifen nicht, daß sie auf "easy" spielen und sich sämtliche Cheats kaufen. Sie lesen dystopische SF als utopische Bauanleitung, deshalb ja auch Zuckerberg mit seinem bekloppten Metaverse, deshalb Musk mit seinem Marsfieber, deswegen KI und Hirnimplantate und das ganze Cyberpunk-Programm. Scheißegal, wieviel Leben dabei draufgeht, scheißegal, ob die Biomasse auf der Erde hart abstürzt (sie glauben ja auch an 3D-Drucker, die genießbare Häppchen aus beliebigem Mikrobenschleim machen).
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@sozialguerilla Zum Glück gibt es noch Menschen, die für diese Positionen eintreten. Das können wir nämlich nicht denjenigen überlassen, die vom System profitieren. Und nicht denen zumuten, die am System leiden und für den Kampf ums Existenzminimum alle Kraft einsetzen müssen. Dabei können wir diese Kraft soviel besser woanders einsetzen.
@LappenjammerDieZweite
Leider werden wir, die Prekariatsbewohner*innen (ich gehöre dazu) es selbst machen müssen. Vor allem, da die Betroffenen am besten wissen, was für sie gut ist.
Teil des Problems ist nun mal auch der beliebte und gelebte Paternalismus, leider auch seitens der politischen Linken, Gewerkschaften und den Sozialverbänden. -
@LappenjammerDieZweite
Leider werden wir, die Prekariatsbewohner*innen (ich gehöre dazu) es selbst machen müssen. Vor allem, da die Betroffenen am besten wissen, was für sie gut ist.
Teil des Problems ist nun mal auch der beliebte und gelebte Paternalismus, leider auch seitens der politischen Linken, Gewerkschaften und den Sozialverbänden.@sozialguerilla Damit hast Du natürlich recht. Aber Allies zu sein und mitzuhelfen, dass geht auch alle anderen was an.
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Bericht einer Armutsbetroffen über das Gefühl von Ausschluss.
… Bei der Tafel anzustehen, nichts anfassen zu dürfen, das Lego-Set mit der Bitte überreicht zu bekommen, dass meine Kinder als Dankeschön ein Bild für die Spender malen sollen, löst ein großes Unbehagen in mir aus. …
Auch Politiker*innen zeigen sich gerne an den Ausgabestellen von Tafeln und Suppenküchen und loben in ihren Schürzen die karitative Arbeit. …Wenn zum Jahresende kostenlos Gänsekeulen verteilt werden, verfestigt sich das Gefälle von Arm und Reich. Und die Systemfrage wird ausgelagert.
@sozialguerilla Wie ich es hasse, alles aber insbesondere Spender*innen, die von Kindern, die irgendwas geschenkt bekommen, etwas zurück erwarten. Das ist so eklig.
Der Pfarrer ein Stadtteil weiter hat deswegen die Spendenschenkerei abgeschafft und löst das irgendwie anders.
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Genau darum geht es. Anstatt karitative Heuchelei bei betreuten Armenspeisungen zu zelebrieren - gibt tolle Instagramfotos - könnte man ja auch für ein echtes Bedingungsloses-Grundeinkommen eintreten.
Das ganze flankiert von einer sozialen Steuerreform (Vermögenssteuer) und einem gesetzlichen Existenzmaximum. Kein Verschreiber. Ab einer gewissen, gerne großzügig bemessenen Höhe, ist Vermögen einfach nur noch asozial.Dieser Beitrag wurde gelöscht! -
@sozialguerilla Wie ich es hasse, alles aber insbesondere Spender*innen, die von Kindern, die irgendwas geschenkt bekommen, etwas zurück erwarten. Das ist so eklig.
Der Pfarrer ein Stadtteil weiter hat deswegen die Spendenschenkerei abgeschafft und löst das irgendwie anders.
@somlu1968 @sozialguerilla Das ist ja dann keine Spende oder Geschenk mehr wenn ich eine Gegenleistung erwarte.
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@somlu1968 @sozialguerilla Das ist ja dann keine Spende oder Geschenk mehr wenn ich eine Gegenleistung erwarte.
ja, sehe ich genauso, ich finde das so übel, dass es mir körperliches Unbehagen verursacht, wenn du was hast, was du anderen geben kannst, mache einfach, fertig. Ich persönlich will auch nicht zurück. Ich sag dann immer, wenn du mal was hast, was du nicht mehr brauchst, gib es weiter. Ein riesiges Netzwerk von Dingen, die weitergegeben werden.
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@sozialguerilla Wie ich es hasse, alles aber insbesondere Spender*innen, die von Kindern, die irgendwas geschenkt bekommen, etwas zurück erwarten. Das ist so eklig.
Der Pfarrer ein Stadtteil weiter hat deswegen die Spendenschenkerei abgeschafft und löst das irgendwie anders.
@somlu1968
Eine einfache Lösung: "Tauschschränke". Hier wurde an der Hochschule jetzt ein Kleidersharing eingerichtet. Da muss man sich nicht als bedürftig outen, sondern gibt und nimmt, wie es passt. Ähnlich wie beim Foodsharing. -
@somlu1968
Eine einfache Lösung: "Tauschschränke". Hier wurde an der Hochschule jetzt ein Kleidersharing eingerichtet. Da muss man sich nicht als bedürftig outen, sondern gibt und nimmt, wie es passt. Ähnlich wie beim Foodsharing.@sozialguerilla Als ich mal die Möglichkeit hatte, habe ich erwähnten Pfarrer gefragt, was gebraucht wird. Er meinte, sie reparieren und geben so viele Kinderfahrräder hätten aber keine Schlösser. Er wolle einfach Schlösser für die Kids, da habe ich, glaube ich, 50 Stück besorgt und ihm vor die Tür gestellt. So kann es auch laufen.
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ja, sehe ich genauso, ich finde das so übel, dass es mir körperliches Unbehagen verursacht, wenn du was hast, was du anderen geben kannst, mache einfach, fertig. Ich persönlich will auch nicht zurück. Ich sag dann immer, wenn du mal was hast, was du nicht mehr brauchst, gib es weiter. Ein riesiges Netzwerk von Dingen, die weitergegeben werden.
@somlu1968 @sozialguerilla
Die "zu verschenken" Boxen find ich halt blöde, weil das Zeug vor die Tür gestellt wird, ohne dass sich danach wer drum kümmert. Gibt es einen öffentlichen Bücherschrank? Gerne nutzen. Gibt es eine "TAuschbox"? Auch nutzen - aber gleichzeitig mal den Schrott aussortieren.
Ich habe neulich eine ganze Menge gut erhaltener Kinderschuhe zum Sozialkaufhaus getragen - das ist für mich auch gut, weil ich weiss, dass es dann noch genutzt wird und nicht einfach verkommt. -
@somlu1968 @sozialguerilla
Die "zu verschenken" Boxen find ich halt blöde, weil das Zeug vor die Tür gestellt wird, ohne dass sich danach wer drum kümmert. Gibt es einen öffentlichen Bücherschrank? Gerne nutzen. Gibt es eine "TAuschbox"? Auch nutzen - aber gleichzeitig mal den Schrott aussortieren.
Ich habe neulich eine ganze Menge gut erhaltener Kinderschuhe zum Sozialkaufhaus getragen - das ist für mich auch gut, weil ich weiss, dass es dann noch genutzt wird und nicht einfach verkommt.@somlu1968 @sozialguerilla und meine Kinder haben auch ne Menge "hand me down" Zeug - Weitergereichte Sachen.
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Dieser Beitrag wurde gelöscht!
Das außerdem. Wir können uns die obszön Reichen nicht mehr leisten.
Deswegen tatsächlich Maximalvermögen.
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