Es überrascht mich immer wieder, wenn Menschen, überrascht sind, dass sie etwas nicht wussten oder etwas dazu gelernt haben.
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@sonjdol
Ich hab seit Kindheit immer noch dieses "Boah, wattet allet jibt!"-Gefühl, daß es immer noch Neues und mir Unbekanntes zu entdecken gibt, und freue mich jedesmal drüber. Daß ich andererseits so einiges weiß, hab ich bis vor einigen Jahren eher verborgen gehalten, ich kann es eigentlich erst jetzt einschätzen. Ich bin allerdings ein aktiver Wissensabschnorchler, egal wann und wo.@slowtiger Same.

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Es überrascht mich immer wieder, wenn Menschen, überrascht sind, dass sie etwas nicht wussten oder etwas dazu gelernt haben. Denn das setzt voraus, dass diese Menschen dachten, bereits alles zu wissen.
Diese Annahme ist mir sehr fremd, aber sie begegnet mir immer wieder. Für mich ist "Nicht-Wissen" der Ausgangspunkt und der "Normal"-Zustand. Ich weiß sehr wenig. Und ich kann immer zu allen Themen etwas lernen
Habt Ihr Gedanken dazu? Als Lehrende beschäftigt mich das immer wieder.
Eine neue Dinogattung zu entdecken, ist für die Forschenden bestimmt auch überraschend und doch werden sie sicherlich nicht so naiv sein zu denken, dass sie schon alle Dinoarten entdeckt hätten, welche je existierten. Kommunikativ denke ich, dass oftmals mit „Überraschung“ die Freude gemeint ist, etwas unbekanntes entdecken/erleben/erlernen zu dürfen.
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@sonjdol Und umgekehrt wird gern vorausgesetzt, daß Menschen all das wissen, was man selbst weiß. Weil das ja „normal“ sei. Aber jeder Mensch hat ein eigenes „Normal“.
@atarifrosch oh ja z.b. immer dieses gestellt entsetzte "WIE? DU KENNST XYZ NICHT?" - da bekomm ich immer Gewaltphantasien

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@sonjdol bedeutet im Umkehrschluss, dass Menschen die meinen alles zu wissen einen sehr kleinen Wissenshorizont haben müssen
@burt_cokain @sonjdol Die Summe allen Wissens ist immer endlich, die Summe allen Nichtwissens unendlich. Und je mehr man weiß, desto mehr "unknown unknowns" werden zu "known unknowns".
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@sonjdol ich mag dieses Modell mit dem Wissenshorizont als Kreis, und je mehr man weiß desto größer wird der Kreis und damit auch der Horizont, hinter dem das liegt, was man nicht weiß - je mehr man weiß, desto mehr weiß man was man alles noch nicht weiß
@burt_cokain @sonjdol ich dachte vorgestern an das Modell und erinnerte mich an das Comic dazu: https://matt.might.net/articles/phd-school-in-pictures/
Allerdings hat das Modell einen Fehler, es ist eher ein Donut, denn Wissen geht jeden Tag verloren. Man denke an Sprachen, Handwerkskunst etc. -
@burt_cokain @sonjdol ich dachte vorgestern an das Modell und erinnerte mich an das Comic dazu: https://matt.might.net/articles/phd-school-in-pictures/
Allerdings hat das Modell einen Fehler, es ist eher ein Donut, denn Wissen geht jeden Tag verloren. Man denke an Sprachen, Handwerkskunst etc.@burt_cokain @burningTyger schöne Visualisierung
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@xriss Ok, das ist eine Interpretation des "Nicht-Wissens", die ich nachvollziehen kann. Aber die gesetzte Norm ist nach wie vor: Eigentlich hätte man das wissen sollen. Aber warum? Woher kommt diese Norm?
@sonjdol @xriss Ich glaube, dass für viele Menschen es a) beruhigend und b) Alltagserfahrung ist, dass man sich ab einem gewissen Punkt *auskennt* in der Welt. Und ab da Suchen viele nicht mehr nach dem Neuen unbekannten und überspielen kleine Irritationen.
Dieses Bewusstsein dafür, dass Wissen eher die Ausnahme als die Regel ist, ist mE v.a. für eine wissenschaftlicher Sozialisation typisch. Zumindest in dem Sinne, dass man neugierig, wissbegierig und an weiterbilden interessiert (geblieben) ist. -
Es überrascht mich immer wieder, wenn Menschen, überrascht sind, dass sie etwas nicht wussten oder etwas dazu gelernt haben. Denn das setzt voraus, dass diese Menschen dachten, bereits alles zu wissen.
Diese Annahme ist mir sehr fremd, aber sie begegnet mir immer wieder. Für mich ist "Nicht-Wissen" der Ausgangspunkt und der "Normal"-Zustand. Ich weiß sehr wenig. Und ich kann immer zu allen Themen etwas lernen
Habt Ihr Gedanken dazu? Als Lehrende beschäftigt mich das immer wieder.
@sonjdol Ich denke, ein Ausdruck der Überraschung über neu Erfahrenes drückt eigentlich aus, dass man unerwartet etwas erfährt, was einem *wichtig* ist.
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@burt_cokain @burningTyger schöne Visualisierung
@burningTyger @sonjdol aber wir haben ja von persönlichem Wissen und nicht von gesellschaftlichem gesprochen. Das was in der Mitte ist weiß ich persönlich vielleicht nicht mehr im Detail, aber das ist kein Loch, vielleicht hat nur die Zeit ein paar Synapsen gekappt
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@burningTyger @sonjdol aber wir haben ja von persönlichem Wissen und nicht von gesellschaftlichem gesprochen. Das was in der Mitte ist weiß ich persönlich vielleicht nicht mehr im Detail, aber das ist kein Loch, vielleicht hat nur die Zeit ein paar Synapsen gekappt
@burningTyger @sonjdol fürs gesellschaftliche Wissen finde ich das Bild sehr treffend
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@tarbonam jede*r, der sich in einem Bereich wirklich auskennt, weiß, wondie offenen Fragen sind. Und das sind meist viele
eventuell gibt es da Unterschiede zwischen Geisteswissenschaften, Naturwissenschaften und Technik?
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@sonjdol @xriss Ich glaube, dass für viele Menschen es a) beruhigend und b) Alltagserfahrung ist, dass man sich ab einem gewissen Punkt *auskennt* in der Welt. Und ab da Suchen viele nicht mehr nach dem Neuen unbekannten und überspielen kleine Irritationen.
Dieses Bewusstsein dafür, dass Wissen eher die Ausnahme als die Regel ist, ist mE v.a. für eine wissenschaftlicher Sozialisation typisch. Zumindest in dem Sinne, dass man neugierig, wissbegierig und an weiterbilden interessiert (geblieben) ist.@DonNegro @sonjdol @xriss
Interessanter Gedanke mit dem "auskennen in der Welt". Ich finde das passt tatsächlich bei einigen Menschen, die mit der Einstellung "ich kenne mich in meinem (Fach-)Gebiet aus und vom Rest weiß ich genug für den Alltag" das aktive Lernen bzw. das Suchen nach Informationen irgendwann einstellen. Dadurch werden sie leider von jeglichen Entwicklungen abgeschnitten. -
eventuell gibt es da Unterschiede zwischen Geisteswissenschaften, Naturwissenschaften und Technik?
@tarbonam das weiß ich nicht, aber ich würde vermuten, dass nicht
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J jantietje@norden.social shared this topic