Naja, die Wissenschaftler*innen wissen glaube ich in der Regel ziemlich genau, was sie wissen und was nicht. Bei der Wissenschaftskommunikation bin ich mir da nicht immer so sicher.
sporkpeter@digitalcourage.social
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Überall heute die Schlagzeilen: Lebenserwartung hängt stärker an den Genen als bisher gedacht. -
Überall heute die Schlagzeilen: Lebenserwartung hängt stärker an den Genen als bisher gedacht.Hast du den ganzen Newsletter gelesen? ich denke, darin wird ziemlich deutlich, worum es mir geht: Dass die Aussage der natürlich sehr wichtigen Studie aus PR-Gründen in eine Richtung zugespitzt wird, in die sie nicht gehört.
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Überall heute die Schlagzeilen: Lebenserwartung hängt stärker an den Genen als bisher gedacht.Ja, Danke, das stimmt. Aber hier geht es nicht nur um Statistik. Es geht um die methodische Frage, inwieweit intrinsische und extrinsische Umwelteeinflüsse tatsächlich voneinander zu trennen sind und ob man die leidige Erbe/Umwelt-Diskussion nicht endlich mal ad acta legen sollte
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Überall heute die Schlagzeilen: Lebenserwartung hängt stärker an den Genen als bisher gedacht.Danke
@schoeni13 @riffreporter -
Überall heute die Schlagzeilen: Lebenserwartung hängt stärker an den Genen als bisher gedacht.... seine DNA regelrecht gespickt mit Methusalem-Genen sein, er wird dennoch nicht alt. Umgekehrt kann ein Mensch die allerbesten Umweltbedingungen vorfinden, er stirbt bereits im Mutterleib, wenn er eine schwerwiegende, die gesunde Entwicklung behindernde Mutation geerbt hat.
Klar: Im Labor kann man rein experimentell versuchen, sogenannte intrinsische von extrinsischen Einflüssen zu trennen. Intrinsische oder innere Faktoren wären dann neben den Genen der Lebensstil und die frühkindliche Prägung zum Beispiel. Extrinsisch wären äußere Faktoren wie eine Hungersnot, ein Unfall oder eine Infektionskrankheit.
Bei derartigen Laborexperimenten, die mit Versuchstieren möglich sind, kommt dann auch in schöner Regelmäßigkeit für die Erblichkeit der Lebensdauer ein Wert um die 50 Prozent heraus. Aber ganz abgesehen davon, dass auch dieser Wert erstaunlich niedrig ist: Unser Leben ist nun mal kein Laborexperiment!
... weiter hier: https://9jmt.mjt.lu/nl3/0Jt2DhRnXNdZ5EknYJvPhg
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Überall heute die Schlagzeilen: Lebenserwartung hängt stärker an den Genen als bisher gedacht.voneinander getrennte Summanden zu betrachten, die man irgendwie zu hundert Prozent aufaddieren könnte.
Wenn wir schon genetische Einflüsse und die Wirkung des Lebens miteinander verrechnen wollen, dann sollten wir das Produkt aus Erbe und Umwelt bilden, denn beide Faktoren sind untrennbar miteinander verwoben. Geht einer gen Null, kann der andere noch so nah bei hundert Prozent liegen. Es hilft nichts.
Erbe und Umwelt sind immer im GesprächIn aller Regel wirkt die Umwelt nämlich auf unsere Physiologie, indem sie unseren Stoffwechsel verändert, und das geschieht, indem die Zellen ihre Gene anders benutzen als zuvor. Das ist ein kommunikativer Prozess. Es ist ein Dialog. Es ist nichts, was man in der Mitte durchschneiden und in zwei Hälften zerlegen kann. Dann bleiben nur noch zwei leblose Hälften übrig, die wirklich gar nichts mit sich selbst anfangen können.
Wenn ein Säugling zum Beispiel verhungert, kann ... (2/3)
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Überall heute die Schlagzeilen: Lebenserwartung hängt stärker an den Genen als bisher gedacht.Überall heute die Schlagzeilen: Lebenserwartung hängt stärker an den Genen als bisher gedacht. Ist es also doch Schicksal, wie alt wir werden? Können wir uns den gesunden Lebensstil sparen?
Nein! Denn unser Leben ist kein Laborexperiment! Erbe und Umwelt lassen sich nicht trennen. Ich ordne die Sache in meinem Newsletter #SporksScienceNews für euch ein:
Liebe Leserïnnen,
(Hamburg, 30.1.2026) diese Woche habe ich mich richtig geärgert. Gestern Abend erschien eine neue „Science“-Studie, die ich vorab lesen durfte. Demnach liegt die Erblichkeit der menschlichen Lebenserwartung bei etwa 55 Prozent. Frühere Studien schätzten diesen Wert auf nur 20 bis 25 Prozent.
Sofern ihr schon mal bei einem meiner Vorträge über Gesundheit und Epigenetik wart, kennt ihr den erstaunlich niedrigen zweiten Zahlenraum. Aber ihr wisst auch, was ich immer dazu sage: dass man bei einem derart komplexen Merkmal wie der Lebenserwartung endlich aufhören sollte, Erbe und Umwelt als ... (1/3)
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🪴 Pflanzen altern ähnlich wie MenschenBesonders interessant ist ein weiteres Resultat: Schalteten die Forschenden die epigenetische Uhr ab, alterten die Pflanzen unbeirrt weiter. Anders als oft vermutet, scheint die Epigenetik also nicht das Altern zu steuern, sondern es ist umgekehrt: Durch das Altern ändert sich auch die Epigenetik. Unternehmen aus der gerade boomenden Longevity-Branche, die an potenziellen Verjüngungspillen forschen, die die epigenetische Uhr anhalten oder zurückdrehen sollen, dürften das besorgt zur Kenntnis nehmen.
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🪴 Pflanzen altern ähnlich wie MenschenDoch über die Epigenetik alternder Pflanzen war bislang wenig bekannt. Das änderte nun ein Team von Forschenden der University of California in Berkeley, USA. In Experimenten mit der Ackerschmalwand Arabidopsis thaliana fanden sie bei der Pflanze eine epigenetische Uhr, die nach dem gleichen Muster funktioniert, wie bei Säugetieren.
Die Methylierung der DNA lässt auch bei den Pflanzen mit der Zeit nach, sodass immer mehr Regionen des Erbguts für Enzyme zugänglich werden, die deren Codes in Proteine übersetzen oder für die Regulation anderer Gene benutzen wollen.
Bremsten die Forschenden mit künstlichen Maßnahmen das Alterungstempo der Pflanzen, tickte auch die epigenetische Uhr langsamer. Beschleunigten sie hingegen das Altern, wurden auch die Methylgruppen rascher abgebaut. Die Pflanzen können allerdings Ableger bilden, die epigenetisch komplett verjüngt ins neue Leben starten – eine Fähigkeit, die sicher auch manche Menschen gerne hätten.
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🪴 Pflanzen altern ähnlich wie Menschen🪴 Pflanzen altern ähnlich wie Menschen
Seit 30 Minuten ist diese Science-Studie online. Meine Meldung dazu auf https://newsletter-epigenetik.de könnt ihr schon seit 25 Minuten lesen.
Und alle Lesende der #SporksScienceNews dürfen sich extra freuen: Ihr habt morgen im Postfach nicht nur diese Meldung sondern auch meine Einschätzung, warum eine weitere heute erschienene Science-Studie, über die vermutlich alle berichten werden, ziemlich nutzlos ist. (Es geht darum, dass die Lebenserwartung stärker erblich ist, als bislang gedacht.)
Nun aber die Meldung:
In Säugetieren tickt eine epigenetische Uhr: Nach und nach verliert die DNA in den Zellen angelagerte, epigenetisch aktive Methylgruppen (CH3). Der Deutsch-Amerikaner Steve Horvath war der erste, der diese Uhr systematisch für die Messung des biologischen Alters von Menschen nutzte. Heute gibt es sogar Selbsttests, die nach diesem Verfahren funktionieren.
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@riffreporter -
Liebe Tierfreundïnnen,Und eine der wichtigsten Aufgaben, die zumindest bei den Nesseltieren im Schlaf erledigt werden, ist wohl die Reparatur von Schäden am Erbgut der Nervenzellen: Je mehr Schäden die Zellen aufweisen, desto mehr Schlaf brauchen die Tiere. Werden sie wieder wach, ist alles repariert. Es scheint so, dass Ernst Peter Fischer seiner Tabelle eine neue Zeile hinzufügen sollte.
So weit der Einstieg in den Tier-Report #53, den Newsletter der Tier-Reporter von @riffreporter , der morgen früh erscheint.
Weitere Themen:
Erforscht: Viele Tierarten passen sich an den Klimawandel an | Entdeckt: Werkzeuggebrauch bei Tieren: die nächste Überraschung | Empfohlen: Doku über Bären und preisgekrönte Naturfilme | Erfreulich: Ein ruhiges Wochenbett für mehr Habichtsadler
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Link zur Newsletter-Anmeldung mit Archiv: https://www.riffreporter.de/de/tier-report-newsletter-tierwelt-artenschutz-forschung-wissenschaft-zoologie
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Liebe Tierfreundïnnen,Damals lautete Sporks Fazit, der Schlaf sei im Lauf der Evolution mit dem ersten Gehirn in die Welt gekommen. Doch das muss er heute revidieren. Denn nun gibt es neue Erkenntnisse. Spork berichtet bei RiffReporter über eine bahnbrechende Studie, der zufolge auch Tiere schlafen müssen, die gar kein Gehirn haben, sondern nur ein Netzwerk aus über den Körper verteilten Nervenzellen: Es handelt sich dabei um Quallen und Seeanemonen (Foto).
Doch damit nicht genug: Die Studie zeigt auch, dass der Schlaf der Nesseltiere ähnlichen Gesetzmäßigkeiten folgt wie der des Menschen: Quallen schlafen wie wir!
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Liebe Tierfreundïnnen,Liebe Tierfreundïnnen,
haben Sie gut geschlafen? Wir wünschen es sehr, denn es hat Ihnen sicher gutgetan. Aber warum mussten Sie es überhaupt? Die Frage nach dem Sinn des Schlafs ist „wahrscheinlich die größte offene Frage der Biologie“, so der Schlafforscher Allan Rechtschaffen schon vor Jahrzehnten.
Bis heute wissen wir nicht, warum sich im Zuge der Evolution ein derart gefährliches Verhalten durchsetzen konnte. Worin liegen seine Vorteile? Sie müssen so groß sein, dass sie die offensichtlichen Nachteile eines abgeschalteten Wachbewusstseins und einer stark reduzierten Aufmerksamkeit mehr als kompensieren können.
Unser Tier-Reporter Peter Spork veröffentlichte vor fast 20 Jahren „Das Schlafbuch“. Es endet mit dem Satz: „Ohne Schlaf gibt es kein Bewusstsein.“ Der Wissenschaftshistoriker Ernst Peter Fischer fand das so bemerkenswert, dass er das Erscheinungsjahr des Buches, 2007, und diesen Satz in eine Tabelle mit den Meilensteinen der modernen Schlafforschung aufnahm.
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Okay, die Meldung, dass Quallen ähnlich schlafen wie Menschen, habt ihr vielleicht schon gelesen.Okay, die Meldung, dass Quallen ähnlich schlafen wie Menschen, habt ihr vielleicht schon gelesen. Aber wisst ihr, warum die neue Studie so wichtig für die Schlafforschung ist? (Weil die Quallen mehr schlafen, wenn die DNA ihrer Nervenzellen stärker geschädigt ist.) Wisst ihr, dass Irene Tobler schon 1983 schlafende Küchenschaben entdeckt hat? Wisst ihr, dass man ein EEG sogar bei Fruchtfliegen machen kann? Und wisst ihr, dass der ursprünglichste Organismus, der nachgewiesenermaßen schläft, eine Seeanemone ist, ebenfalls in der neuen Studie entdeckt?
Wir @riffreporter lassen uns manchmal etwas mehr Zeit mit dem Recherchieren. Aber dafür haben unsere Beiträge oft auch besonders viel Tiefgang.