@VQuaschning Zum Thema Mehrfamilienhäuser: Ich weiß aus eigener Erfahrung, das die Eigentümergemeinschaften das Laden in Tiefgaragen verbieten, weil sie befürchten, dass die elektrische Anlage das nicht aushält und sie ohne das Verbot ihren Versicherungsschutz verlieren. Die gesetzliche Regelung erlaubt es zwar, dass ein Mieter oder Eigentümer selbst eine Wallbox installieren lässt, aber der Aufwand ist sehr hoch (ggf. Lastmanagement, Erweiterungen oder Erneuerungen der Zählerschränke, ggf. Kapazität des Gebäudeanschlusses erhöhen) , wieder durch den Fokus auf 11KW-Ladelösungen. Das deutsche Elektrohandwerk hat gleich die Dollarzeichen in den Augen, da kommen schnell sechstellige Beträge zusammen. Und damit löst das wieder keine Probleme im Bestand, insbesondere nicht bei Mietwohnungen.
Im europäischen Ausland gibt es oft gar keine dreiphasigen Anschlüsse im Wohnbereich, da ist es vollständig normal, das zuhause mit 3,6kW oder 7,2kW einphasig geladen wird. Und die deutschen Autotester wundern sich dann immer, das Autos aus diesen Ländern dann nur aufpreispflichtig mit 11kW-Ladern ausgestattet werden.
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Ich fahre seit 6 Jahren ein #EAuto 🚗⚡️.@VQuaschning
Meiner Erfahrung nach gibt es zwei Problembereiche und zwei Missverständnis beim Laden.
Ein Problem sind defekte Ladesäulen, insbesondere zur Hauptreisezeit. Da habe ich mehrere Male mit Ionity die Erfahrung gemacht, das mehrere Ladesäulen eines Ladeparks ausgefallen waren und sich die Ladewilligen an den verbliebenen Säulen drängelten. In einem Fall konnte ich das Problem durch einen Anruf bei der Hotline remote beheben lassen, offenbar fehlt da noch das Monitoring und die organisatorischen Mechanismen. Der zweite Problembereich ist die verringerte Reichweite im Winter, die führt zu einem erhöhten Bedarf an Ladekapazität und da gibt es in Deutschland noch Bereiche mit wenigen Schnelladern, die ich im Sommer durchfahre, in denen ich im Winter aber eine Lademöglichkeit brauche. Und das geht offenbar nicht nur mir so, da sind die Ladeparks dann auch voll.
Nun zu den Missverständnissen. Erstens der Preis. Wenn man sich die Gesamtkosten eines e-Fahrzeugs ansieht, dann spielt selbst bei einem Ladepreis um die 50ct das in den Gesamtkosten des Fahrzeugs keine so große Rolle wie man zunächst meint. Wenn man die typische 15.000 km pro Jahr nimmt, 25kWh/100km verbraucht und die komplett mit 50ct laden würde, käme man auch nur auf ca 150€ pro Monat, also soviel wie zwei mal einen Benziner tanken. Teuer aber kein Drama. Insbesondere wenn man es mit typischen Monatskosten von Finanzierung oder Privatleasing vergleicht.
Zweitens die Lademöglichkeiten zuhause. Man kann ein e-Fahrzeug mit Strombegrenzung an einer Haushaltssteckdose laden. Ich lade mein Mittelklassefahrzeug seit drei Jahren zuhause mit 6A/230V = 1360W. Das dauert zwar lang und ist etwas weniger effizient als 3x16A=11KW, aber es geht und in 10 Stunden kommen da auch 13kWh und damit 50km Fahrstrecke zusammen und das reicht für die täglichen Fahrten und kein Stromnetz bricht darüber zusammen. Und genau diese Art von Lademöglichkeit könnte man auch problemlos in Mehrfamilienhäusern und im öffentlichen Bereich rausrollen, der Fokus auf 11kW-Lader und die Idee, das Auto über Nacht von leer auf voll zu bekommen ist meiner Meinung nach nicht hilfreich.
Ich habe das Auto privat bezahlt und zahle meinen Ladestrom selbst und ich werde keinen Verbrenner mehr kaufen.