Meine Kollegin Anke Perry schreibt (und ich schließe mich an):
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Meine Kollegin Anke Perry schreibt (und ich schließe mich an):
"Ein sehr persönlicher Weihnachtsgedanke – über diese Zeit und über mich
Ich merke, dass ich müde geworden bin.
Nicht plötzlich, sondern langsam.
Eine Müdigkeit, die nicht vom Arbeiten kommt, sondern vom Wahrnehmen.
Ich nehme gerade sehr viel wahr:
die Erschöpfung in den Menschen,
die Gereiztheit,
die Anspannung,
die Härte, die sich in Sprache und Umgang eingeschlichen hat.
Und ich weiß inzwischen: Das ist kein individuelles -
Meine Kollegin Anke Perry schreibt (und ich schließe mich an):
"Ein sehr persönlicher Weihnachtsgedanke – über diese Zeit und über mich
Ich merke, dass ich müde geworden bin.
Nicht plötzlich, sondern langsam.
Eine Müdigkeit, die nicht vom Arbeiten kommt, sondern vom Wahrnehmen.
Ich nehme gerade sehr viel wahr:
die Erschöpfung in den Menschen,
die Gereiztheit,
die Anspannung,
die Härte, die sich in Sprache und Umgang eingeschlichen hat.
Und ich weiß inzwischen: Das ist kein individuellesVersagen.
Wir kommen aus Jahren, in denen Angst kaum noch abgeflossen ist.
Erst die Pandemie, dann Krieg, Unsicherheit, wirtschaftlicher Druck.
Viele Nervensysteme stehen seit langem unter Dauerstress.
Und wenn Stress nicht mehr verarbeitet werden kann,
dann verengen sich Menschen.
Sie werden schneller hart, schneller laut, schneller kontrollierend.
Das erklärt vieles –
aber es macht es nicht leichter.
Ich habe mein Leben lang in Räumen gearbeitet,
in denen es um Leben und Würde ging.
Im OP, -
in der Psychiatrie, in der Forensik.
Dort habe ich gelernt:
Macht ohne Beziehung richtet Schaden an.
Abspaltung schützt kurzfristig, zerstört aber langfristig.
Und echte Stabilität entsteht nicht durch Kontrolle,
sondern durch Verantwortung, Beziehung und Fürsorge.
Vielleicht reagiere ich deshalb so stark auf das,
was sich gesellschaftlich gerade wieder zuspitzt.
Auf diese Rückkehr alter, patriarchaler Muster:
mehr Ordnung statt Beziehung,
mehr Stärke statt Mitgefühl,
mehr Vereinfachung stattDifferenzierung.
Ich merke, dass mich das wütend macht.
Nicht, weil ich streiten will –
sondern weil es um Leben geht.
Um Menschen.
Um Zukunft.
Und gleichzeitig merke ich,
dass ich diesen Kampf nicht mehr führen kann wie früher.
Wenn ich mich äußere, bin ich emotional.
Nicht hysterisch – sondern verbunden.
Und genau das wird mir oft vorgehalten:
„Du bist zu emotional.“
„Du solltest das nicht so an dich heranlassen.“
Aber wie soll ich das nicht an mich heranlassen,
wenn genau das, was mir -
Versagen.
Wir kommen aus Jahren, in denen Angst kaum noch abgeflossen ist.
Erst die Pandemie, dann Krieg, Unsicherheit, wirtschaftlicher Druck.
Viele Nervensysteme stehen seit langem unter Dauerstress.
Und wenn Stress nicht mehr verarbeitet werden kann,
dann verengen sich Menschen.
Sie werden schneller hart, schneller laut, schneller kontrollierend.
Das erklärt vieles –
aber es macht es nicht leichter.
Ich habe mein Leben lang in Räumen gearbeitet,
in denen es um Leben und Würde ging.
Im OP,in der Psychiatrie, in der Forensik.
Dort habe ich gelernt:
Macht ohne Beziehung richtet Schaden an.
Abspaltung schützt kurzfristig, zerstört aber langfristig.
Und echte Stabilität entsteht nicht durch Kontrolle,
sondern durch Verantwortung, Beziehung und Fürsorge.
Vielleicht reagiere ich deshalb so stark auf das,
was sich gesellschaftlich gerade wieder zuspitzt.
Auf diese Rückkehr alter, patriarchaler Muster:
mehr Ordnung statt Beziehung,
mehr Stärke statt Mitgefühl,
mehr Vereinfachung statt -
Differenzierung.
Ich merke, dass mich das wütend macht.
Nicht, weil ich streiten will –
sondern weil es um Leben geht.
Um Menschen.
Um Zukunft.
Und gleichzeitig merke ich,
dass ich diesen Kampf nicht mehr führen kann wie früher.
Wenn ich mich äußere, bin ich emotional.
Nicht hysterisch – sondern verbunden.
Und genau das wird mir oft vorgehalten:
„Du bist zu emotional.“
„Du solltest das nicht so an dich heranlassen.“
Aber wie soll ich das nicht an mich heranlassen,
wenn genau das, was mirheilig ist, verhandelt wird?
Also werde ich leiser.
Ich ziehe mich zurück.
Ich gehe weniger in die Öffentlichkeit,
weil sich Begegnungen oft aggressiver anfühlen als früher.
Und dann kommt die Angst:
Wenn ich leiser werde, haben sie gewonnen.
Doch wenn ich tiefer hinspüre, weiß ich:
Ich werde nicht leiser, weil ich aufgebe.
Ich werde leiser, weil ich mich weigere, zu verrohen.
Diese Zeit zwingt viele Menschen in den Überlebensmodus.
Und im Überlebensmodus ist wenig Platz für Beziehung.
Ich -
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