Wer erinnert sich eigentlich noch an das Bafög?
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Wer erinnert sich eigentlich noch an das Bafög? Damit meine ich die staatliche, finanzielle Unterstützung von Ausbildung und Studium für Menschen mit geringem Einkommen/Vermögen. (1/10)
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Wer erinnert sich eigentlich noch an das Bafög? Damit meine ich die staatliche, finanzielle Unterstützung von Ausbildung und Studium für Menschen mit geringem Einkommen/Vermögen. (1/10)
Ich habe mir damit die ersten Semester des Studiums finanziert und vielen hat es den Bildungsaufstieg ermöglicht. Aber seit Jahren stirbt das Bafög langsam. (2/10)
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Ich habe mir damit die ersten Semester des Studiums finanziert und vielen hat es den Bildungsaufstieg ermöglicht. Aber seit Jahren stirbt das Bafög langsam. (2/10)
Nur noch etwa 14.5% der formal Anspruchsberechtigten erhält überhaupt Bafög. 2012 waren es noch 28%. (3/10)
https://www.bafoeg-rechner.de/Hintergrund/art-3087-bafoeg-statistik-2024.php
https://www.bafoeg-rechner.de/Hintergrund/art-2057-21.bafoeg-bericht.php -
Nur noch etwa 14.5% der formal Anspruchsberechtigten erhält überhaupt Bafög. 2012 waren es noch 28%. (3/10)
https://www.bafoeg-rechner.de/Hintergrund/art-3087-bafoeg-statistik-2024.php
https://www.bafoeg-rechner.de/Hintergrund/art-2057-21.bafoeg-bericht.phpDabei liegt es nicht (nur) an der Höhe. Es gab durchaus Bafög-Erhöhungen im letzten Jahrzehnt und viele könnten eigtl. davon profitieren. (4/10)
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Dabei liegt es nicht (nur) an der Höhe. Es gab durchaus Bafög-Erhöhungen im letzten Jahrzehnt und viele könnten eigtl. davon profitieren. (4/10)
Aber unter Studierenden ist das Bafög anscheinend wenig bekannt und Fehlinformatioenn grassieren; ebenso wird die Bürokratie gefürchtet (was ich verstehen kann; das war kein Spaß damals). (5/10)
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Aber unter Studierenden ist das Bafög anscheinend wenig bekannt und Fehlinformatioenn grassieren; ebenso wird die Bürokratie gefürchtet (was ich verstehen kann; das war kein Spaß damals). (5/10)
Wer aber gut beraten wird hat auch wesentlich ausgeprägteren Willen, zu beantragen. Statt das aber als Anlass für gute Beratung zu nehmen wird, wie so häufig, auf KI-Chatbots gesetzt. (6/10)
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Wer aber gut beraten wird hat auch wesentlich ausgeprägteren Willen, zu beantragen. Statt das aber als Anlass für gute Beratung zu nehmen wird, wie so häufig, auf KI-Chatbots gesetzt. (6/10)
Nun ließe sich viel sagen über die politischen Kräfte, die das Bafög ohnehin lange loswerden wollten. Vor allem aber zeigt der Niedergang des Bafög für mich, wie leicht es ist, sozialpolitische Errungenschaften zu verlieren. (7/10)
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Nun ließe sich viel sagen über die politischen Kräfte, die das Bafög ohnehin lange loswerden wollten. Vor allem aber zeigt der Niedergang des Bafög für mich, wie leicht es ist, sozialpolitische Errungenschaften zu verlieren. (7/10)
Das Bafög wurde nie formal abgeschafft. Es wurde sogar ausgebaut. Aber studentische Beratungsstrukturen um und soziale Anerkennung für das Bafög sowie Wissenstransfer zwischen Studierendengenerationen ist anscheinend erodiert. (8/10)
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Das Bafög wurde nie formal abgeschafft. Es wurde sogar ausgebaut. Aber studentische Beratungsstrukturen um und soziale Anerkennung für das Bafög sowie Wissenstransfer zwischen Studierendengenerationen ist anscheinend erodiert. (8/10)
Und so kann sich die Gefördertenquote ganz ohne politische Aktivität, bloß durch Nichtstun, halbieren. Für die Politik bequem: Man kann sogar für das Bafög eingeplante Mittel verfallen lassen. (9/10)
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Und so kann sich die Gefördertenquote ganz ohne politische Aktivität, bloß durch Nichtstun, halbieren. Für die Politik bequem: Man kann sogar für das Bafög eingeplante Mittel verfallen lassen. (9/10)
Hier ist ein ganz konkreter Ansatzpunkt für die Verbesserung des Lebensstandards vieler Studierender: Unterstützt Menschen in eurem Umfeld, Bafög zu beantragen. Noch haben wir dieses System. Wir sollten es nicht ganz sterben lassen. (10/10)
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Nur noch etwa 14.5% der formal Anspruchsberechtigten erhält überhaupt Bafög. 2012 waren es noch 28%. (3/10)
https://www.bafoeg-rechner.de/Hintergrund/art-3087-bafoeg-statistik-2024.php
https://www.bafoeg-rechner.de/Hintergrund/art-2057-21.bafoeg-bericht.php@bpaassen wow... Ich habe in den späten Nullerjahren studiert; ohne Bafög, hätte ich mit dem Studium nie anfangen können (danach habe ich Stipendiendörderung bekommen, auch ib vollee Bafög-Höhe, aber das ging erst, als das Studium schon passierte...)
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@bpaassen wow... Ich habe in den späten Nullerjahren studiert; ohne Bafög, hätte ich mit dem Studium nie anfangen können (danach habe ich Stipendiendörderung bekommen, auch ib vollee Bafög-Höhe, aber das ging erst, als das Studium schon passierte...)
@bpaassen Beratung für kompliziertere Fälle (mein Partner hat Studium auf dem zweiten Bildungsweg gemacht) war allerdings auch damals schon eher meh (er hat im Prinzip die ersten zwei Jahre des Studiums die Förderung verpasst dadurfh), weil die Ämter total überarbeitet waren. Wenn es heute noch schlimmer ist, mag ich kaum dran denken.
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Hier ist ein ganz konkreter Ansatzpunkt für die Verbesserung des Lebensstandards vieler Studierender: Unterstützt Menschen in eurem Umfeld, Bafög zu beantragen. Noch haben wir dieses System. Wir sollten es nicht ganz sterben lassen. (10/10)
@bpaassen Aber ist es wirklich Uninformiertheit der Studierenden? Es erscheint schon merkwürdig, dass die Förderquote so einbricht und ich kann mir kaum vorstellen, dass das daran liegt, dass alle Studies sich das Studium jetzt selbst finanzieren, weil sie nicht wissen, dass Bafög existiert.
Oder sind da andere Faktoren relevanter? Nicht angepasste Einkommensgrenzen für die Eltern oder sinkende Studi-Quote von Kindern weniger reicher Eltern?
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@bpaassen Aber ist es wirklich Uninformiertheit der Studierenden? Es erscheint schon merkwürdig, dass die Förderquote so einbricht und ich kann mir kaum vorstellen, dass das daran liegt, dass alle Studies sich das Studium jetzt selbst finanzieren, weil sie nicht wissen, dass Bafög existiert.
Oder sind da andere Faktoren relevanter? Nicht angepasste Einkommensgrenzen für die Eltern oder sinkende Studi-Quote von Kindern weniger reicher Eltern?
@mschfr Deshalb finde ich ja den Anteil an den Anspruchsberechtigten interessant. Anscheinend gibt es ja viele, die formal anspruchsberechtigt wären. Die Anträge sind halt unglaublich eingebrochen. Der Spiegel schreibt davon, dass ca. 70% der Anspruchsberechtigten gar nicht erst einen Antrag stellen.
Dass tatsächlich die Chancen schlechter sind ist sicher auch wahr. Aber wichtiger scheint zu sein, dass viele ihren Anspruch unterschätzen.
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@mschfr Deshalb finde ich ja den Anteil an den Anspruchsberechtigten interessant. Anscheinend gibt es ja viele, die formal anspruchsberechtigt wären. Die Anträge sind halt unglaublich eingebrochen. Der Spiegel schreibt davon, dass ca. 70% der Anspruchsberechtigten gar nicht erst einen Antrag stellen.
Dass tatsächlich die Chancen schlechter sind ist sicher auch wahr. Aber wichtiger scheint zu sein, dass viele ihren Anspruch unterschätzen.
@mschfr Und ich will gar nicht sagen, dass die Studierenden selbst schuld seien oder so. Mir geht es ja gerade darum, gute Beratungs- und Unterstützungsstrukturen aufzubauen, damit der Antrag wieder selbstverständlich und schaffbar wird (noch besser wäre die staatliche Vereinfachung, ohne Frage).
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@mschfr Und ich will gar nicht sagen, dass die Studierenden selbst schuld seien oder so. Mir geht es ja gerade darum, gute Beratungs- und Unterstützungsstrukturen aufzubauen, damit der Antrag wieder selbstverständlich und schaffbar wird (noch besser wäre die staatliche Vereinfachung, ohne Frage).
@bpaassen Ich hab mich aus Interesse mal durch die Links gelesen und tippe mal stark drauf, dass die eigentliche Ursache in der Definition dieser Antragsberechtigten ist. Da spielt nämlich das Elterneinkommen keine Rolle. Dann habe ich mal mit einem Bafög-Rechner rumgespielt und selbst wenn deine beiden Eltern den Mindestlohn verdienen und Vollzeit arbeiten, hast du nur einen Anspruch auf einen kleinen Bafög-Satz.
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@mschfr Und ich will gar nicht sagen, dass die Studierenden selbst schuld seien oder so. Mir geht es ja gerade darum, gute Beratungs- und Unterstützungsstrukturen aufzubauen, damit der Antrag wieder selbstverständlich und schaffbar wird (noch besser wäre die staatliche Vereinfachung, ohne Frage).
@bpaassen @mschfr ich hätte damals gar nicht studieren können, weil ich kein Geld hatte. Vielleicht ist der Anteil derer, die zwar antragsberechtigt sind, aber eher wenig bis nichts bekommen würden größer geworden. Und dann lohnt sich das alles nicht. Also für 50 € im Monat wird keiner den Antrag stellen.
Aber spannendes Thema. Da sind dringend mehr Infos erforderlich.
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@bpaassen Ich hab mich aus Interesse mal durch die Links gelesen und tippe mal stark drauf, dass die eigentliche Ursache in der Definition dieser Antragsberechtigten ist. Da spielt nämlich das Elterneinkommen keine Rolle. Dann habe ich mal mit einem Bafög-Rechner rumgespielt und selbst wenn deine beiden Eltern den Mindestlohn verdienen und Vollzeit arbeiten, hast du nur einen Anspruch auf einen kleinen Bafög-Satz.
@mschfr Das bestreite ich nicht. Allerdings denke ich schon, dass 1) viele Haushalte unter diesem Doppelverdienereinkommen liegen und 2) auch ein Satz von 253 EUR im Monat noch viel hilft - nicht genug, alles richtig, ich kritisiere das auch, aber das Instrument an sich ist ja ein gutes und sollten wir nutzen.
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@mschfr Das bestreite ich nicht. Allerdings denke ich schon, dass 1) viele Haushalte unter diesem Doppelverdienereinkommen liegen und 2) auch ein Satz von 253 EUR im Monat noch viel hilft - nicht genug, alles richtig, ich kritisiere das auch, aber das Instrument an sich ist ja ein gutes und sollten wir nutzen.
@bpaassen Ich finde spontan keine Zahlen, wie sich diese Einkommensgrenzen für Eltern entwickelt haben, aber wir haben ja mit der hohen Inflation der letzten Jahre auch einige sehr hohe Tarifabschlüsse gehabt. Wenn die Grenze da nicht deutlich angepasst wurde, dürften viele aus der Berechtigung gefallen sein.
(wäre auch interessant zu sehen, ob jetzt weniger nicht-privilegierte Jugendliche ein Studium anfangen)
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@bpaassen Ich finde spontan keine Zahlen, wie sich diese Einkommensgrenzen für Eltern entwickelt haben, aber wir haben ja mit der hohen Inflation der letzten Jahre auch einige sehr hohe Tarifabschlüsse gehabt. Wenn die Grenze da nicht deutlich angepasst wurde, dürften viele aus der Berechtigung gefallen sein.
(wäre auch interessant zu sehen, ob jetzt weniger nicht-privilegierte Jugendliche ein Studium anfangen)
@bpaassen Ich find Bafög total sinnvoll, aber wie geschrieben: Ich bin höchst skeptisch mit der Erklärung, dass plötzlich so relevant viele Studis nichts von ihrem Anspruch wissen und mehr Beratung bräuchten. Die Ursachen müssen eigentlich woanders liegen - Einkommensgrenzen, veränderte sozioökonomische Struktur der Studienanfänger oder irgendwas anderes.