Apropos #Zuckersteuer:
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Apropos #Zuckersteuer:
Anfang der 1950er Jahre war in England Zucker rationiert. Die Menschen konsumierten im Mittel nur 40 Gramm Zucker täglich. Nach dem Ende der Begrenzung verdoppelte sich der Zuckerverbrauch schlagartig. Ein Forschendenteam der Uni of Southern California wertete vor einem guten Jahr für "Science" Daten zur heutigen Gesundheit jener Menschen aus, die in der damaligen Zeit geboren worden sind.
Es zeigt sich, dass solche Personen, die die ersten tausend Tage ihres Lebens während der Zuckerknappheit verbrachten, Jahrzehnte später gesünder waren als die anderen. Das kritische Zeitfenster beginnt dabei mit der Befruchtung der Eizelle, also mit der Zeugung des Menschen, und endet ungefähr mit dem Ende des zweiten Lebensjahres. ... (1/3)
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Apropos #Zuckersteuer:
Anfang der 1950er Jahre war in England Zucker rationiert. Die Menschen konsumierten im Mittel nur 40 Gramm Zucker täglich. Nach dem Ende der Begrenzung verdoppelte sich der Zuckerverbrauch schlagartig. Ein Forschendenteam der Uni of Southern California wertete vor einem guten Jahr für "Science" Daten zur heutigen Gesundheit jener Menschen aus, die in der damaligen Zeit geboren worden sind.
Es zeigt sich, dass solche Personen, die die ersten tausend Tage ihres Lebens während der Zuckerknappheit verbrachten, Jahrzehnte später gesünder waren als die anderen. Das kritische Zeitfenster beginnt dabei mit der Befruchtung der Eizelle, also mit der Zeugung des Menschen, und endet ungefähr mit dem Ende des zweiten Lebensjahres. ... (1/3)
In dieser Zeit scheinen die stoffwechselaktiven Zellen besonders empfänglich für Hinweise über die Umwelt und den Lebensstil zu sein – etwa auch den Spiegel des Zuckers im Blut, der direkt mit dem Zuckerkonsum der Mutter oder des Kindes selbst zusammenhängt.
Das langfristige Risiko für Typ-2-Diabetes sank jedenfalls um 35 Prozent, das Bluthochdruckrisiko lag ein Fünftel niedriger, wenn in den ersten tausend Tagen weniger Zucker in der Nahrung war. Und auch dann, wenn die Menschen erkrankten, begannen ihre Leiden im Durchschnitt vier beziehungsweise im Fall des Bluthochdrucks zwei Jahre später.
Die Science-Studie ist gut gemacht. Man hat darauf geachtet, dass die Vergleichspersonen sich bis auf den Zuckerkonsum möglichst ähnlich sind, aber natürlich muss der erstaunlich große Effekt nicht an der Zuckerreduktion allein liegen. Doch selbst wenn der Zucker nur für die Hälfte des berechneten Effekts verantwortlich ist, wäre seine Auswirkung auf ... (2/3)
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In dieser Zeit scheinen die stoffwechselaktiven Zellen besonders empfänglich für Hinweise über die Umwelt und den Lebensstil zu sein – etwa auch den Spiegel des Zuckers im Blut, der direkt mit dem Zuckerkonsum der Mutter oder des Kindes selbst zusammenhängt.
Das langfristige Risiko für Typ-2-Diabetes sank jedenfalls um 35 Prozent, das Bluthochdruckrisiko lag ein Fünftel niedriger, wenn in den ersten tausend Tagen weniger Zucker in der Nahrung war. Und auch dann, wenn die Menschen erkrankten, begannen ihre Leiden im Durchschnitt vier beziehungsweise im Fall des Bluthochdrucks zwei Jahre später.
Die Science-Studie ist gut gemacht. Man hat darauf geachtet, dass die Vergleichspersonen sich bis auf den Zuckerkonsum möglichst ähnlich sind, aber natürlich muss der erstaunlich große Effekt nicht an der Zuckerreduktion allein liegen. Doch selbst wenn der Zucker nur für die Hälfte des berechneten Effekts verantwortlich ist, wäre seine Auswirkung auf ... (2/3)
... die gesamtgesellschaftliche Gesundheit gigantisch.
Das liegt daran, dass Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck und Co so extrem häufig sind und viele gefährliche und teure Folgekrankheiten nach sich ziehen. Sinkt hier die Inzidenz um nur ein paar Prozentpunkte, dann spart das Gesundheitssystem bereits riesige Mengen an Geld.
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