Ich empfand es – trotz all der schon damals bestehenden Probleme – als einen großen Verlust, Twitter zu verlassen.
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Ich empfand es – trotz all der schon damals bestehenden Probleme – als einen großen Verlust, Twitter zu verlassen. Bis heute gibt es keinen Ersatz für Aktualität, Globalität, Echtzeit (vor allem bei Events) und Einfachheit. Die Flucht zu Mastodon (et al.) war seinerzeit der logische Schritt. Und es ist ganz okay hier. Aber es gibt eben auch viele Dinge, die einfach nur abfucken – und die haben nichts mit der Technik zu tun.
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Ich empfand es – trotz all der schon damals bestehenden Probleme – als einen großen Verlust, Twitter zu verlassen. Bis heute gibt es keinen Ersatz für Aktualität, Globalität, Echtzeit (vor allem bei Events) und Einfachheit. Die Flucht zu Mastodon (et al.) war seinerzeit der logische Schritt. Und es ist ganz okay hier. Aber es gibt eben auch viele Dinge, die einfach nur abfucken – und die haben nichts mit der Technik zu tun.
1/7Die Grenzen zwischen genussvollem Abnerden und zermürbendem Besserwissertum sind hier fließend. Wenn du zwischen zwei Umstiegen im Bus schnell ein Mastodon-Posting über das Handy absetzt, riskierst du eine unmittelbare Tirade, weil du den Screenshot nicht mit ALT-Text versehen hast. Zwei, drei Posts weiter fliegen dann die Fetzen, und du musst dir von einem völlig fremden Gegenüber mit unbedingtem Vernichtungswillen im Kopf anhören, was du doch für ein privilegiertes Arschloch seist, das
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Die Grenzen zwischen genussvollem Abnerden und zermürbendem Besserwissertum sind hier fließend. Wenn du zwischen zwei Umstiegen im Bus schnell ein Mastodon-Posting über das Handy absetzt, riskierst du eine unmittelbare Tirade, weil du den Screenshot nicht mit ALT-Text versehen hast. Zwei, drei Posts weiter fliegen dann die Fetzen, und du musst dir von einem völlig fremden Gegenüber mit unbedingtem Vernichtungswillen im Kopf anhören, was du doch für ein privilegiertes Arschloch seist, das
2/7Barrierefreiheit offenbar als Luxus empfinde und kein Herz für Behinderte habe (wer mein Leben kennt, weiß, dass das nicht ohne eine gewisse Komik ist).
Fehlt aus Versehen die Quellen-URL, ist das Geschrei groß. Ist die URL dabei, ist das Geschrei manchmal noch größer, denn für viele existiert eine unsichtbare Liste strengstens verbotener Medien („Nur Nazis lesen XXX!“). Ist dann halt nur scheiße mit Belegen.
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Barrierefreiheit offenbar als Luxus empfinde und kein Herz für Behinderte habe (wer mein Leben kennt, weiß, dass das nicht ohne eine gewisse Komik ist).
Fehlt aus Versehen die Quellen-URL, ist das Geschrei groß. Ist die URL dabei, ist das Geschrei manchmal noch größer, denn für viele existiert eine unsichtbare Liste strengstens verbotener Medien („Nur Nazis lesen XXX!“). Ist dann halt nur scheiße mit Belegen.
3/7Postest du zu einem Thema einen Screenshot von „X“ (viele werden es nicht glauben, aber trotz seiner krassen Toxizität ist Musks Netzwerk in der Distribution aktueller Informationen leider ungebrochen ganz oben), bist du ein Fascho, der dem Rechtsextremismus zujubelt. Bei Notizen über Fortschritte in KI, Robotik und Automatisierung bist du ein Anhänger eines menschenfeindlichen Turbokapitalismus. Bei Apps mit drei Zeilen proprietärem Code kommt die kompromisslose Open-Source-Keule.
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Postest du zu einem Thema einen Screenshot von „X“ (viele werden es nicht glauben, aber trotz seiner krassen Toxizität ist Musks Netzwerk in der Distribution aktueller Informationen leider ungebrochen ganz oben), bist du ein Fascho, der dem Rechtsextremismus zujubelt. Bei Notizen über Fortschritte in KI, Robotik und Automatisierung bist du ein Anhänger eines menschenfeindlichen Turbokapitalismus. Bei Apps mit drei Zeilen proprietärem Code kommt die kompromisslose Open-Source-Keule.
4/7Jeder fehlende Disclaimer, ein unpräziser Begriff, ein altes Zitat provozieren Reaktionen. Alles wird zum Gesinnungsbeweis – es zählt schlichtweg nicht, warum oder in welchem Rahmen etwas gepostet wurde. Das lässt sich unter dem Begriff einer moralischen Zuständigkeitsinflation subsumieren. Sie ist hier auf Mastodon deutlich zu spüren. Und sie nervt mich.
Ich bin ein großer Freund behinderter Menschen, setze mich für Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau ein, ich gendere nicht, aber
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Jeder fehlende Disclaimer, ein unpräziser Begriff, ein altes Zitat provozieren Reaktionen. Alles wird zum Gesinnungsbeweis – es zählt schlichtweg nicht, warum oder in welchem Rahmen etwas gepostet wurde. Das lässt sich unter dem Begriff einer moralischen Zuständigkeitsinflation subsumieren. Sie ist hier auf Mastodon deutlich zu spüren. Und sie nervt mich.
Ich bin ein großer Freund behinderter Menschen, setze mich für Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau ein, ich gendere nicht, aber
5/7kämpfe dafür, dass es jeder darf. LGBTQ+ olé – immer. Und darüber hinaus trage ich eigentlich nur gute Absichten im Herzen.
Das hier ändert nichts. Dieser Text ändert nichts. Und er ist kein Gejammer, sondern ein spontaner Kassensturz nach ein paar Jahren Mastodon. Ich schreibe hier für mich über Dinge, die mich interessieren. Entweder es gefällt Leuten – oder nicht. Ich kann damit umgehen, bin schon ein Großer.
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kämpfe dafür, dass es jeder darf. LGBTQ+ olé – immer. Und darüber hinaus trage ich eigentlich nur gute Absichten im Herzen.
Das hier ändert nichts. Dieser Text ändert nichts. Und er ist kein Gejammer, sondern ein spontaner Kassensturz nach ein paar Jahren Mastodon. Ich schreibe hier für mich über Dinge, die mich interessieren. Entweder es gefällt Leuten – oder nicht. Ich kann damit umgehen, bin schon ein Großer.
6/7Aber ich diskutiere nicht, schon gar nicht bei irrer Fundamentalkritik und Charakterbeurteilung. Es gibt da draußen so viele tolle Accounts, die klüger und empathischer machen, erheitern und Nutzer mit völlig Neuem und Spannendem konfrontieren. Wenn ihr also meint, dass das hier nichts für euch ist: Schreibt nicht. Blockt mich. Hängt euch dran. Ich bin niemandem böse und wünsche euch nur das Beste. ¯\_(ツ)_/¯
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Ich empfand es – trotz all der schon damals bestehenden Probleme – als einen großen Verlust, Twitter zu verlassen. Bis heute gibt es keinen Ersatz für Aktualität, Globalität, Echtzeit (vor allem bei Events) und Einfachheit. Die Flucht zu Mastodon (et al.) war seinerzeit der logische Schritt. Und es ist ganz okay hier. Aber es gibt eben auch viele Dinge, die einfach nur abfucken – und die haben nichts mit der Technik zu tun.
1/7@avatter
Geboostet, obwohl die Bildbeschreibung fehlte.
Echt, gut auf den Punkt. -
Aber ich diskutiere nicht, schon gar nicht bei irrer Fundamentalkritik und Charakterbeurteilung. Es gibt da draußen so viele tolle Accounts, die klüger und empathischer machen, erheitern und Nutzer mit völlig Neuem und Spannendem konfrontieren. Wenn ihr also meint, dass das hier nichts für euch ist: Schreibt nicht. Blockt mich. Hängt euch dran. Ich bin niemandem böse und wünsche euch nur das Beste. ¯\_(ツ)_/¯
7/7@avatter sehr schön formuliert. Ich verstehe nicht, wieso Menschen sich immer über andere erheben müssen. Nervt schon ziemlich.
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