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Abspeckgeflüster – Forum für Menschen mit Gewicht(ung)

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    Gelegentlich werde ich gefragt, wie für mich das perfekte Zoofoto aussieht. Nun, die ganz kurze Antwort wäre: Wenn man nicht erkennt, dass es in einem Zoo gemacht wurde. Aber das allein reicht doch noch nicht aus. Daher habe ich noch ein paar Punkte mehr zusammengestellt, die ein Zoofoto für mich perfekt machen.Das perfekte Zoofoto – sieben TippsAm Ende habe ich sieben Tipps zusammenbekommen, welche ein Zoofoto für mich perfekt machen. Nur sporadisch gelingt es, alle Merkmale in einem Foto zu vereinen. Aber wenn 3-4 der genannten Eigenschaften in einem Foto zusammenkommen, dann ist es schon ein sehr, sehr gutes Zoofoto.Fokus auf die AugenLegt den Fokus, also die Schärfe des Fotos, auf die Augen des Tieres. Das wird schwieriger, je kleiner das fotografierte Tier ist. Denn mit zunehmender Brennweite verringert sich die Schärfentiefe im Foto und es wird immer schwieriger, den Fokus genau auf die Augen zu bekommen.Ganz tricky wird es dann, wenn man mit Makro-Objektiven oder Makro-Linsen arbeitet. Je nach Situation beträgt die Schärfeebene dann nur noch Millimeter.Auch bei Tieren in (schneller) Bewegung ist es oft schwierig, den Fokus genau auf das Auge zu bekommen.Mit ein wenig Übung ist das aber alles machbar. Um die Schärfentiefe im Foto zu erhöhen, kann an der Kamera auch die Blende geschlossen werden. Bei gutem, ausreichendem Licht ist das eine Möglichkeit, die Trefferquote zu erhöhen.Ein weiterer Tipp ist es, den Fokuspunkt manuell zu setzen und die Entscheidung nicht der Automatik der Kamera zu überlassen. Diese wird vermutlich einen anderen Punkt wählen und nicht unbedingt das Auge. Ganz neue Systeme erkennen auch Tieraugen. Diese könnte man nutzen, wenn die eigene Kamera das unterstützt. Der Modus zur Erkennung von menschlichen Augen funktioniert nur bei sehr wenigen Tieren.Hier liegt das Auge im Fokus und die Schärfentiefe ist ausreichend, um auch den ganzen Kopf und den Körper scharf darzustellen.Auch hier sitzt der Fokus auf dem Auge. Man sieht aber deutlich, dass die Schärfeebene in dem Bild nur sehr klein ist.Bei diesem Makro erkennt man, dass die Beine schon außerhalb der Schärfe liegen. Und das sind wirklich nur ein oder zwei Millimeter Spielraum.Auf Augenhöhe oder aus einer anderen, spannenden Perspektive fotografierenMir gefallen Tierfotos, welche auf Augenhöhe mit den Tieren aufgenommen wurden. Abwechslung bringt es auch, ein Tier mal von unten nach oben zu fotografieren. Alles ist besser als die übliche „Draufsicht“, die wir Menschen normal auf kleinere Tiere haben.Leider ist das im Zoo nicht immer möglich. Oft sind die Aussichtspunkte an den Gehegen extra erhöht gebaut, um eine bessere Übersicht zu bekommen. Dann hat sich das mit der Augenhöhe meistens erledigt.Aber gerade bei Tieren, die gerne in den Gehegen klettern, ist es dann doch möglich, Fotos zu machen, die nicht von oben herab wirken.Auf Augenhöhe mit dem Schneeleoparden, welcher auf einem Ast im Gehege saß.Yep, für ein solches Foto muss man mal in die Hocke gehen oder sich auf den Boden legen. Sieht für Umstehende komisch aus, aber egal.Tiere, die gerne klettern, lassen sich wunderbar von unten nach oben fotografieren.Ruhiger, unscharfer HintergrundIch mag es, wenn das Motiv (also das Tier) schön scharf im Bild ist und der Hintergrund unscharf ist. Man sagt auch, das Motiv ist vor dem Hintergrund freigestellt. Diese Unschärfe des Hintergrundes wird auch Bokeh genannt. Kleiner Exkurs zum Thema Bokeh: Bokeh bezeichnet in der Fotografie die Qualität der Unschärfe im Hintergrund eines Bildes. Gemeint ist nicht einfach nur, dass etwas unscharf ist, sondern wie diese Unschärfe aussieht. Nicht jedes Objektiv erzeugt gleich schönes Bokeh. Oft spricht man von einem ruhigen oder cremigen Bokeh, wenn die Unschärfe weich verläuft, oder von einem unruhigen oder nervösen Bokeh, wenn harte Kanten oder Doppelkonturen sichtbar sind. Das Bokeh eines Objektives kann tatsächlich eine Kaufentscheidung sein, wenn man darauf Wert legt.Aber zurück zum Thema.Am besten bekommt man das hin, wenn man ein Tier mit langer Brennweite fotografiert und der Hintergrund weit hinter dem Tier liegt. Mehr Technisches dazu findet ihr in unserem Beitrag über den Zusammenhang zwischen Blende, Brennweite und Tiefenschärfe.Ein schöner, ruhiger Hintergrund, welcher noch in einem tollen Bokeh erscheint, ist für jedes Tierfoto eine tolle Sache. Jetzt ist das mit dem Hintergrund im Zoo nur manchmal so eine Sache. Zäune, Gitter und Mauern sind selbst mit Bokeh nicht unbedingt der Renner. Oft sitzen die Tiere auch zu nah am Hintergrund, um den Bokeh-Effekt zu ermöglichen.Bei Makroaufnahmen ist der Bokeh-Effekt einfach zu erreichen, weil die Schärfeebene sehr gering ist.Achtet beim Fotografieren mal darauf, dass das Tier nicht direkt vor einem Baumstamm oder einer Mauer sitzt. Je weiter der Hintergrund entfernt ist, desto besser funktioniert das mit dem Bokeh. Oft reicht es aus, mal ein paar Meter zur Seite zu gehen um dann einen schöneren Hintergrund zu bekommen.Hier saß die Löwendame auf einem Baumstamm, recht weit oben. Das Bokeh bilden die herbstlichen Bäume, welche gut 50-60 Meter hinter dem Gehege standen.Bei düsteren Hintergründen ist es auch möglich, die Tiere komplett vor einem fast schwarzen Hintergrund freizustellen.Wenn das Tier weit genug von der Wand im Hintergrund entfernt sitzt und es keine andere Möglichkeit gibt, kann man auch die Wand im Bokeh ansehnlich gestalten.Besondere Situationen, Action oder MimikenTierfotos, welche die Tiere in Action zeigen, in besonderen Situationen oder mit „Mimiken“ im Gesicht, sind für mich immer ein Highlight. Jajaja, Tiere haben keine bewusste Mimik. Trotzdem können sie gelegentlich lustige Gesichtsausdrücke produzieren.Dazu zwei Tipps. Wenn ihr Tiere in Bewegung festhalten wollt, sei es beim Laufen oder beim Kämpfen, muss zwingend mit einer sehr kurzen Belichtungszeit gearbeitet werden. 1/1000 Sekunde oder noch kürzer sind keine schlechte Idee. Dummerweise fehlt dafür oft das nötige Licht. Dann rauf mit der ISO-Zahl. Lieber ein wenig Rauschen im Bild als ein unscharfes Bild durch die schnellen Bewegungen.Zum Einfangen von Mimiken eignen sich hervorragend die Fütterungen der Tiere. Oft machen die dabei ganz witzige Gesichtsausdrücke. Das gleiche gilt, wenn Tiere miteinander spielen, raufen oder sich rufen. Um den passenden Moment nicht zu verpassen, machen wir meistens Serienbildaufnahmen. Eines der Fotos ist dann ein Treffer, mit einem tollen Gesichtsausdruck.Affen beim Klettern oder Spielen gehen immer.Generell sind Affen ein Garant dafür, tolle Gesichtsausdrücke einzufangen.Hm, ja, Affen gehen immer!Charakter der Tiere einfangenViele Tiere haben typische Charaktereigenschaften, welche sich auch im Foto darstellen lassen. Affen sind oft sehr quirlig, wie oben schon erwähnt. Andere Tiere haben andere Eigenschaften. Der pirschende Tiger, der eher gemütliche Bär, ein eleganter Greifvogel.Ein eher gemütlicher Malaienbär.Eine drohend und doch elegante Cobra.Bartkauz im FlugDetails oder Porträts von TierenWer meine Zooberichte verfolgt, weiß: Ich liebe Porträtfotos von Tieren. Natürlich mache ich auch Ganzkörperaufnahmen. Beim Sichten und Bearbeiten der Fotos, bleibe ich dann aber immer an den Porträts hängen, wähle die aus und bearbeite sie.Gelegentlich fotografiere ich auch mal Details. Das können bestimmte Körperteile sein, Füße, Krallen oder Zacken auf dem Rücken bei Reptilien. Oder Augen, einfach nur die Augen eines Tieres.Der Fuß einer Bartagame.Ohr einer BartagameKlapper der KlapperschlangeNicht auf den ersten Blick erkennbar, dass es ein Zoofoto istDass ein Zoofoto nicht auf den ersten Blick als Zoofoto erkennbar ist, ist für uns ein essenzieller Maßstab für ein perfektes Zoofoto.Natürlich, jeder, der Ahnung hat, weiß und erkennt, dass die Fotos eher nicht in der freien Wildbahn geschossen wurden.Mir ist es aber wichtig, dass viele Dinge auf den Fotos nicht zu sehen sind. Mauern, Zäune, Gitter, Fressnäpfe, Wasserschüsseln – alles, was im Zoo halt so herumsteht. Das gelingt natürlich nicht immer, keine Frage. In Vogelparks ist es beispielsweise oft unmöglich, keinen Zaun oder Verschlag im Hintergrund zu haben, wenn die Tiere nicht gerade frei rumfliegen.Einige Zoos haben zudem (leider) noch winzige Gehege, wo es fast unmöglich ist, die Tiere ohne störende Dinge zu fotografieren. Ganz schlimm finden wir übrigens Tier- und besonders Affenhäuser mit gefliesten Wänden. Fürchterlich! Da machen wir inzwischen schon gar keine Fotos mehr. Das sieht aus wie im Badezimmer der 70er Jahre fotografiert.Gott sei Dank werden solche Einrichtungen aber immer seltener. Viele Zoos haben inzwischen weiträumige, natürlich gestaltete Gehege, die nicht mehr aussehen wie eine Betonwüste. Hier findet man immer die Möglichkeit, einen schönen Hintergrund auf die Fotos zu bekommen.Grünzeug im Hintergrund ist immer prima.Schnee im Hintergrund, bei einem sibirischen Tiger – passt!Selbst im engen Terrarium ist es mit ein wenig Geschick möglich, keine anderen Gehege oder Einrichtungen mit auf dem Bild zu haben.Viele Anforderungen an ein perfektes ZoofotoDas sind ziemlich viele Anforderungen an ein perfektes Zoofoto, oder?Jo, und deshalb haben wir nur wenige Bilder, welche wir wirklich als 100-prozentig perfekt ansehen. Irgendwas ist immer. Ich finde immer was zu nörgeln oder zum Verbessern.Aber wie oben schon geschrieben, alle Punkte sind oft schwer zu realisieren. Sei es die bauliche Gegebenheit im Zoo oder dass die Tiere auch nicht so mitspielen, wie man es gerne hätte. Da hilft übrigens noch ein Zusatztipp: Geduld haben. Andere Dinge sind nun mal von Gott gegeben. Ein Fisch zieht nur sehr selten Grimassen und von einer Schnecke ist die Anzahl von Aktionsfotos eher überschaubar.Und dann gibt es noch die „Trotzdem schön“-Fotos. Eine tolle Action-Aufnahme, welche nicht ganz scharf ist? Egal, die Szene ist einfach schön. Das Foto von einem Tierbaby, wo vielleicht der Hintergrund doof ist? Egal, das kleine Tier ist einfach zu knuffig. Der perfekte Schnappschuss einer witzigen Situation? Da ist der Hintergrund oft zweitrangig.Irgendwo sind auch Grenzen beim Perfektionismus und man erfreut sich einfach am Motiv.Habt Ihr noch Fragen, Anregungen zu diesem Beitrag? Wie sind Eure Anforderungen an ein perfektes Tierfoto? Schreibt gerne einen Kommentar.Neuauflage eines Beitrags aus 2020, jetzt neu geschrieben und um weitere Tipps ergänzt.