Noch immer muss ich grinsen, wenn ich an gestern Nacht denke. Nach dem gemütlichen Abend hatten wir die Ferienwohnung verlassen. Draußen ein Hauch Glitzerschnee, Rauhreif. Das Auto musste freigekratzt werden, damit wir M. ins Hotel fahren konnten. An manchen Stelle glitzerte die teils unbefestigte Straße glatt.M.s Hoteladresse aus der Mail war ziemlich ungefähr, ein Platz, eine Straße. Drei Naviapps mit unterschiedlichen Ergebnissen. Also Auto parken und zu Fuß in eisiger Nacht im stillen festlich beleuchteten Städtchen nach einem Zahlencode an einer Hoteltür suchen. Wegweisern an verschlossenen Hoteltüren folgen. Ergebislos. Bis da aus dem Nichts – deus-ex-machinaesk – ein grauzotteliglanghaariger Mann auftaucht. Mit Mini-Hundchen an der Leine und ziemlicher Fahne. Den Gesprächsanfang verpasste ich, komme dazu als er auf französisch sagt: Ihr wollt ein Bett? Meine Nackenhaare sträuben sich buchstäblich bei seinem Anblick, sogar gleich doppelt. Wegen der Verkündung eines Betts (was hat er mit uns vor?) einerseits, andererseits weil er nur kurze Höschen trägt über robusten Schuhen und Jacke. Dazu weder Mütze noch Schal bei ca. minus zwei Graden, während ich mir fast die handschuhlosen Hände abfriere.Der Liebste geht mit ihm vorab. M. und ich hinterher, uns fragend, wo wir wohl hingeführt werden.Tadaaa! Auf einmal stehen wir direkt vorm Hotel!(Ziemlich genau im kleinen Sträßchen dahinter und etwas oberhalb steht das Autochen. Ha.)Der Türcode passt. Zu dritt suchen wir das Zimmer(chen) …Kuschelig warm, versiffter Geruch, aber hey, ein Bett!Schön wars, durch die Nacht zurück zu fahren und den schönen Tag Revue passieren zu lassen. Den Ausflug: Nochmals zum Lison-Wasserfall (diesmal sogar dahinter über den verbotenen Weg) und nochmals zur Sarrazine-Grotte (diesmal hinein, weil keine Bergsteigkletterernde für Steinschlag sorgten). Die vielen Gespräche. Das gemeinsame Kochen – Pilzrisotto und Feldsalat – und einfach das Sein mit lieben Menschen.Dankbar.#Jura25