@BlumeEvolution @noclip @KaiSa Naja, „Religion“ selbst ist wohl kein Aspekt von evolutionären Gewinn. Die beiden speziell menschlichen Hirn-Fähigkeiten zu dem Thema sind zum einen der ständige Versuch der Modellbildung („Sinnfindung“) aus vollkommen unzureichenden Input-Daten, zum anderen die Filterung und Färbung anhand des eigenen, erworbenen Weltbilds.Heisst: Das Hirn hat eine vorgefasste Meinung über die Welt anhand bisheriger Erfahrungen und versucht mithilfe der (gefilterten) Signale von draussen kontinuierlichen Sinn darin zu finden, indem sie vor allem Bestätigung sucht.Weil wir aber immer unzureichendes Wissen haben, vieles nicht verstehen und die Realität viel viel komplexer ist, als wir verarbeiten können, bildet sich das Hirn von alters her auch völlig willkürliche Annahmen über die Welt, wobei faktenbasierte und fiktive neuropsychologisch gleichwertig sind.Das Gehirn kann in seinen Tiefen nicht zwischen Fakt und Fiktion unterscheiden. Dazu müssen wir uns schon extra anstrengen. Deshalb funktionieren Bücher, Filme und Videospiele so gut. Wir tauchen so tief in die Fiktion ein, dass wir sie als echt erleben.Der rationale und potenziell zweifelnde Teil des Hirns kommt erst ganz zuletzt als Regulativ. Wenn überhaupt.Evolutionär ist das alles also kein „Gottes-Gen“, sondern lediglich eine Effizienzhilfe für den Alltag, damit wir nicht in jeder Sekunde genau überlegen und hinterfragen müssen, sondern auf die Vorurteile und fiktiven Modelle zurückgreifen. Macht produktiver, daher evolutionärer Gewinn, aber auch ignoranter, weil (nach)denk-behindernd, wenn wir nicht aktiv daran arbeiten.Der Effekt von Religion und Esoterik als psychologische Plombe kommt hinzu, ist aber gerade nicht Thema