Make America Breed Again: Der neue Angriff auf FrauenrechteProject 2025 hat eindrücklich gezeigt, dass man die Heritage Foundation nicht als bloßen Thinktank abtun darf. Wenn laut “Project 2025 Tracker” bereits über die Hälfte der vorgeschlagenen Maßnahmen umgesetzt sind, dann ist das kein theoretisches Planspiel mehr, sondern reale Politik. Der neueste Report der Heritage Foundation knüpft genau hier an und treibt diese ideologische Radikalisierung konsequent weiter.Der jüngste Report der Heritage Foundation “Saving America by Saving the Family: A Foundation for the Next 250 Years” hat es in sich. Er liest sich wie ein Leitfaden zur Dekonstruktion des Feminismus. Der Sozialstaat, die sexuelle Revolution, Entwicklung der Pille, No-Fault-Divorce (Scheidung ohne Nachweis von Fehlverhalten), Roe v. Wade (bundesweites Abtreibungsrecht - 2022 abgeschafft), LGBTQ-Rechte und Gender Studies führten laut Report zu weniger Zwang zur Heirat, mehr außerehelichen Geburten und instabibleren Familien (gemeint sind Ehen). Dass frühere Ehen nur “stabil” waren, weil eine ökonomische Abhängigkeit, soziale Sanktionen und fehlende Scheidungsmöglichkeiten dafür sorgten, fällt in der Analyse natürlich weg. Der verheiratete Einverdienerhaushalt wird nicht nur als patriarchales, sondern als gesamtgesellschaftliches Ideal propagiert.Was als Rettung Amerikas durch die Rettung der Familie tituliert wird, ist im Grunde nichts anderes als die Kosten der Reproduktion vom Staat und vom Kapital zurück auf private Haushalte abzuwälzen. Die Familie soll wieder leisten, was früher Sozialstaat, Gewerkschaften und öffentliche Infrastruktur zumindest teilweise abgefedert haben: Pflege, Erziehung, emotionale Stabilisierung und Altersvorsorge. Dass dies vor allem auf dem Rücken von Frauen geschieht, ist kein Nebeneffekt, sondern Voraussetzung des Modells. Der Rückgriff auf die Gründungsväter, auf Gott, Natur und angebliche biologische Wahrheiten dient dabei nur der ideologischen Absicherung. Die demografische Alarmrhetorik erinnert auch stark an Debatten der rechtsextremen in Europa. Was die AfD hierzulande als “Umvolkung” diffamiert, erscheint im Heritage-Report eben auch durch Geburten durch die “falschen” Menschen mit “falschen” Lebensweisen. Es geht dabei nicht um Kinder, nicht um Fürsorge und schon gar nicht um Freiheit. Es geht um Ordnung, Disziplin und die Stabilisierung eines Systems, das seine eigenen sozialen und ökonomischen Krisen nicht mehr politisch lösen will. Dass in diesem Zusammenhang gezielt Lyndon B. Johnsons “War on Poverty” attackiert wird, ist auch kein Zufall. Diese Reformagenda zielte darauf ab, strukturelle Armut zu bekämpfen, die nicht durch individuelles Versagen, sondern durch kapitalistische Ungleichheit und systemischen Rassismus entstanden war, und sie kam insbesondere Schwarzen Communitys, Kindern und älteren Menschen zugute. Der aktuelle Angriff richtet sich daher weniger gegen ein historisches Sozialprogramm als gegen die Idee selbst, dass Armut ein gesellschaftliches und kein moralisches Problem ist.Der Report: https://www.heritage.org/marriage-and-family/report/saving-america-saving-the-family-foundation-the-next-250-years#uspol #trump #feminismus #heritageFoundation