@bernab @BlumeEvolution 2/2 Punkt zwei: Parteipolitik und "Wohl der Bevölkerung“. Zunächst mal gibt es in China nur eine Partei, und das „Wohl der Bevölkerung" wird eher in statistischen Größen gesehen. Ob ganze Regionen oder Bevölkerungsgruppen unter die Räder kommen, ist da eher egal.Wenn die chinesische Alleinregierungspartei entscheidet, dass deine Wohnung, dein Haus, dein Stadtteil oder deine Region dem Wirtschaftswachstum - oder „dem Wohl" anderer - im Weg steht, dann wirst du höchstens umgesiedelt oder stehst vor dem Nichts. Wohnung, Arbeit, Umfeld sind weg. Und so einfach irgendwohin umziehen ohne Erlaubnis geht auch nicht. Nicht gerade das, was sich die meisten hier unter „Wohl“ vorstellen.Es nicht einfach, das „Wohl der Bevölkerung" zu definieren. Welche Kriterien für „Wohl“? Einkommen? Bezahlbarer Wohnraum? Gesundheit? Zufriedenheit? Lebenserwartung? Wohnumfeld? Stressfaktoren? Mobilität? Umgebung und Umwelt? Freiheit im Sinne von Möglichkeiten des selbstbestimmten Lebens? Gesellschaftliche Stimmung? Oder einfach „VW Golf vor der Tür und zweimal im Jahr Mallorca“?Dann die Frage nach „der Bevölkerung". Die klassischen Spektren:Jung / Mitte / alt.Stadt / Speckgürtel / Land.Bürgerlich-konservativ / individuell.West / Ost, Nord / Süd.Moderner Luxus / bewusst einfacheres Leben.Spitzenkarriere / angestellt / selbstständig.Digital / analog.Religiös / religionsfrei.Das sind alles legitime Lebensweisen. Moderne Demokratien wollen ihnen allen eine friedliche, ausgeglichene Koexistenz ermöglichen. Das bedeutet Aushandlungen, Diskussionen, Lösungsfindung und Abstimmung, wobei „die Mehrheit“ nicht ohne Rücksicht auf die verschiedenen Minderheiten handeln darf, weil das genau den sozialen Frieden gefährdet und Menschen ohne Not leiden lässt.Ich empfehle als Einblick mal, ein paar kommunale Rats- und Ausschusssitzungen zu besuchen. Die sind in der Regel öffentlich. Einfach mal die Papiere durchlesen, die verschiedenen Perspektiven und Querabhängigkeiten verstehen - und das dann auf Landes- oder Bundesebene wiederholen.Ob Parteien mit ihren Breitband-Programmen da immer die beste Lösung sind... keine Ahnung. Auf jeden Fall ist keine Regierung auf keiner Ebene gut beraten, sich wie Merz zu brüsten, wesentliche Teile der Bevölkerung bewusst ignorieren zu wollen - oder populistische Aussagen zu machen, die unweigerlich an der Realität scheitern müssen, wie „keine neuen Schulden", "keine Steuererhöhungen“ oder die bottom line der Regierungsparteien „ihr müsst nix ändern, wir regeln das für euch“. Genau das scheitert in D seit Ende der 1970er.Wenn irgendwer andere Lösungen hat, wie die unterschiedlichen aber berechtigten Interessen verschiedenster Bevölkerungsteile in Konsens oder wenigsten Kompromiss zusammengebracht werden können: Ich bin ganz Ohr.Einsame Festlegungen, was das "Wohl" ist (und wer dabei unter die Räder kommt), sind jedenfalls keine akzeptablen Lösungen. Egal wer sie trifft.Einseitige