Ich habe eine Frage an Menschen, die doch nonbinär oder agender sehen.
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@LeelaTorres
Wenn Geschlecht erfasst werden muss, muss das nicht zwangsläufig mit der Anrede verknüpft werden. Man kann theoretisch alle nur mit Guten Tag, Moin oder wasauchimmer anreden (ganz ohne Namen) und Geschlecht wirklich nur da abfragen, wo es bürokratisch vorgeschrieben ist. Das wirkt aus heutigem Sprachgefühl eventuell zunächst etwas weniger höflich, aber den Verlust von "hochachtungsvoll" am Ende förmlicher Post haben wir ja auch irgendwie verkraftet.@der_zaunfink
Das Verknüpfen von Geschlecht mit Anrede war ja schon seit eh und je die größte Form von Geiz bzw Datentypkonflikt ever. War schon als man nur von binär ausging, oft genug falsch verwendet
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@LeelaTorres
Sofern es gar nicht um die Anrede geht, sondern um die Abfrage des Geschlechts (wegen erwähnter bürokratischer Fragen), dann fände ich es am angemessensten, "Anrede" durch "Geschlecht" zu ersetzen und im Auswahlmenü "männlich / weiblich / nicht-binär/agender / keine Angabe".@der_zaunfink
Ich fürchte wenn bürokratische Schnittstellen gemeint sind, muss dann unbedingt gesetztes und identitätskonformes Zeug hin, wo wir beim Mist vom Anfang sind. Da geht doch keine progressiven selbst gewählten Angaben.
Wenn Geschlecht in Akte steht, außer Statistik und Wahlordnung für niemand sichtbar, wäre ich der Meinung, dass für Kommunikation, sei es jetzt Anschrift, oder Ansprache, was selbst gewähltes gelten müsste. Und da sollte es auch möglich sein auf Anrede zu verzichten. -
@LeelaTorres @Frau_Mensch Es ist ein billiger Kompromiss, um sich ein weiteres Datenfeld im Formular zu sparen - aus "divers" wird statt "Sehr geehrte/r Frau/Herr" einfach nur "Guten Tag Vorname Name" in der Grußformel, die Anrede wird weggelassen.
Es ist mir unangenehm aufgefallen, wie ignorant damit umgegangen wird. Man denkt hierbei offenbar nur an die Datenverarbeitung, nicht an die Betreffenden selbst. Buuuh!

@tomarsch
Dann aber bitte aus Gleichbehandlungsgründen für *alle* "Guten Tag" und nicht nur für manche. Es wird eh Zeit, dieses altmodische Geehre etwas zu modernisieren. -
@tomarsch
Dann aber bitte aus Gleichbehandlungsgründen für *alle* "Guten Tag" und nicht nur für manche. Es wird eh Zeit, dieses altmodische Geehre etwas zu modernisieren.@der_zaunfink @tomarsch
Sowieso! -
@der_zaunfink
Das Verknüpfen von Geschlecht mit Anrede war ja schon seit eh und je die größte Form von Geiz bzw Datentypkonflikt ever. War schon als man nur von binär ausging, oft genug falsch verwendet
@LeelaTorres
Ich hatte mal eine CRM Software geschrieben, da war das Anredefeld Freitext. Fanden die Nutzer*innen anfänglich ungewöhnlich, aber das war die ultimative Lösung, für alle Sonderformen der Ansprache.
@der_zaunfink -
@LeelaTorres
Ich hatte mal eine CRM Software geschrieben, da war das Anredefeld Freitext. Fanden die Nutzer*innen anfänglich ungewöhnlich, aber das war die ultimative Lösung, für alle Sonderformen der Ansprache.
@der_zaunfink@beandev @der_zaunfink
Fände ich auch toll. Aber keine Ahnung ob dann auch "ihre Durchlaucht" und ähnliches damit entsteht. Da könnten sich die Bürokraten wieder überfordert fühlen.
Hatte auch schon Vorschläge gelesen, da dann "moin" oder "Hallo" rein zu schreiben, was ich total feiern würde -
@beandev @der_zaunfink
Fände ich auch toll. Aber keine Ahnung ob dann auch "ihre Durchlaucht" und ähnliches damit entsteht. Da könnten sich die Bürokraten wieder überfordert fühlen.
Hatte auch schon Vorschläge gelesen, da dann "moin" oder "Hallo" rein zu schreiben, was ich total feiern würde@LeelaTorres
Für die Briefanrede gab es ein zusätzliches Feld. Dort war per default: Sehr geehrte... Das konnte bei der Eingabe mit allem ersetzt werden, was der Vertrieb für den Kunden als angemessen betrachtete. Ziel war es, die individuelle Kundenbeziehung wirklich gut abzubilden. Das Geschlecht war völlig nebensächlich. Das Anrede-Feld war nur wichtig, um ggf bei Adressabgleich es etwas einfacher zu haben.
@der_zaunfink -
@LeelaTorres
Für die Briefanrede gab es ein zusätzliches Feld. Dort war per default: Sehr geehrte... Das konnte bei der Eingabe mit allem ersetzt werden, was der Vertrieb für den Kunden als angemessen betrachtete. Ziel war es, die individuelle Kundenbeziehung wirklich gut abzubilden. Das Geschlecht war völlig nebensächlich. Das Anrede-Feld war nur wichtig, um ggf bei Adressabgleich es etwas einfacher zu haben.
@der_zaunfink@beandev
Kleine Verständnisfrage: Was ist der Unterschied zwischen "Anrede" und "Briefanrede"? -
@beandev @der_zaunfink
Fände ich auch toll. Aber keine Ahnung ob dann auch "ihre Durchlaucht" und ähnliches damit entsteht. Da könnten sich die Bürokraten wieder überfordert fühlen.
Hatte auch schon Vorschläge gelesen, da dann "moin" oder "Hallo" rein zu schreiben, was ich total feiern würde@LeelaTorres @beandev @der_zaunfink
Also ich habe ein neulich eine E-Mail von meinem Stromversorger erhalten, in der ich als "Honorable Lord of Books" angesprochen wurde.Hat mich erst unmäßig irritiert und gewundert, bis mir einfiel, dass die damals bei der Anmeldung so ein Freiform-Textfeld für die Anrede hatten. Und naja, da hab ich das dann damals wohl eingetragen.
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@beandev
Kleine Verständnisfrage: Was ist der Unterschied zwischen "Anrede" und "Briefanrede"?@der_zaunfink
Anrede war ein Standard-Feld, um diese leidigen Herr, Frau,... Sachen zu erfassen, die man aus anderen Systemen immer mitgeliefert bekam (was hier im Thread ja besprochen wurde, was nicht hinreichend ist). Die Briefanrede war der Einleitungssatz, wie man schriftlich die Person Ansprach (Hallo, Sehr geehrter Herr, Liebe, usw usf)
@LeelaTorres -
@LeelaTorres
Ich bin noch nicht sicher, ob ich die Frage richtig verstehe. Warum ist für das Erfassen der Adresse eine geschlechtliche Anrede notwendig?@der_zaunfink @LeelaTorres es ist keine geschlechtliche Anrede notwendig.
Aber wenn zur Adresse eine Mail oder ein Brief folgt wäre es schön Menschen so ansprechen zu können wie sie das bevorzugen.
Herr/Frau Nachname ist in unsere Sprache eine korrekte und höfliche Anrede. Jetzt sind neue Optionen dazugekommen und höflicherweise sollte man fragen wie die Menschen denn angesprochen werden wollen. -
Hintergrund ist, dass unser Personalsystem Geschlecht und Anrede getrennt gepflegt werden können. Anrede darf jeder selbst innerhalb der Auswahl (die aktuell doof ist) selbst.
Anrede muss ja null mit Status in offiziellen Behörden zusammen hängen.
Daher die Frage, wäre es dir wichtig, dass du "keine Anrede" auswählen kannst (oder anderen Vorschlag) , ohne dass du deine Geschlechtsidentität offiziell geändert hast?@LeelaTorres Ja das ist mir wichtig. Und dann bitte auch "Guten Tag/Hallo" ohne Namen benutzen, misgendert nicht und ich muss meinen sehr weiblichen Vornamen nicht lesen.
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Ich habe eine Frage an Menschen, die doch nonbinär oder agender sehen.
Wie ist es für dich, wenn du einem Formular, in dem du deine Anschrift angeben musst und dort das Feld "Anrede" ein Pflichtfeld ist?
Zur Auswahl stehen :
Herr
Frau
DiversAus meiner Sicht ist es eine absolut schlampige Umsetzung des Personstandgesetz. Divers muss wohl als dritte Geschlecht Variante verwendet werden, aber ist definitiv keine Anrede.
Anrede wird meist nur für das Adressfeld für Briefpost verwenden.Bitte teilen für Reichweite.
@LeelaTorres ich habe schon viel aktivistisch zu diesem Thema gearbeitet und der deutliche Konsens unter nichtbinären Personen war immer, dass wir uns eine Anrede ohne Titel wünschen (z.B. “Hallo Vorname Nachname”). Divers als Anrede ist einfach Quatsch.
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Ich habe eine Frage an Menschen, die doch nonbinär oder agender sehen.
Wie ist es für dich, wenn du einem Formular, in dem du deine Anschrift angeben musst und dort das Feld "Anrede" ein Pflichtfeld ist?
Zur Auswahl stehen :
Herr
Frau
DiversAus meiner Sicht ist es eine absolut schlampige Umsetzung des Personstandgesetz. Divers muss wohl als dritte Geschlecht Variante verwendet werden, aber ist definitiv keine Anrede.
Anrede wird meist nur für das Adressfeld für Briefpost verwenden.Bitte teilen für Reichweite.
@LeelaTorres Anrede als Pflichtfeld find ich eh schwierig. Braucht wirklich niemand! Ich freu mich aber fast ein wenig, dass wenigstens mal überhaupt mehr als Herr/Frau steht. Aber die Umsetzung ist ein Hinweis auf die lustigen Dinge, die man erwarten kann, wenn "Divers" plötzlich als Anrede verwendet wird, was es eben nicht ist. Mir fallen tausend Varianten ein, wie man quasi alles um gesetzliche Geschlechter hätte besser umsetzen können als das da.
Und dann fällt mir ein, wie oft ich nur Mann/Frau wählen kann, mir jegliche Energie mich zu beschweren oder zu klagen fehlen. Dann seufze ich laut und mache müde mit dem Ausfüllen des Formulars weiter... -
@LeelaTorres PS: Sonst kriegt man bei "divers" gerne eine Überraschung, manchmal "Hallo, Divers Nachname", manchmal "Hallo sehr geehrte/r Herr/Frau Nachname", manchmal ganz was anderes ... Anstrengend.
@Drude @LeelaTorres ich habe auch "Hallo neutrale Anrede Nachname" gesehen

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Hintergrund ist, dass unser Personalsystem Geschlecht und Anrede getrennt gepflegt werden können. Anrede darf jeder selbst innerhalb der Auswahl (die aktuell doof ist) selbst.
Anrede muss ja null mit Status in offiziellen Behörden zusammen hängen.
Daher die Frage, wäre es dir wichtig, dass du "keine Anrede" auswählen kannst (oder anderen Vorschlag) , ohne dass du deine Geschlechtsidentität offiziell geändert hast?@LeelaTorres Änderung "einfach so" finde ich sehr wertvoll. Aber die Auswahl "Herr, Frau, Divers" lässt mich immer das schlimmste erahnen. Divers ist halt keine Anrede und Briefe an "Divers; Vorname Nachname" oder "Guten Tag Divers Nachname" sind jetzt keine tollen Erfahrungen.
"Herr, Frau, Neutral" o.Ä. wirkt deutlich vielversprechender. (Und wenn das Geschlecht abgefragt wird, wirkt nur drei der vier Optionen anzubieten einfach stümperhaft.) -
Ich habe eine Frage an Menschen, die doch nonbinär oder agender sehen.
Wie ist es für dich, wenn du einem Formular, in dem du deine Anschrift angeben musst und dort das Feld "Anrede" ein Pflichtfeld ist?
Zur Auswahl stehen :
Herr
Frau
DiversAus meiner Sicht ist es eine absolut schlampige Umsetzung des Personstandgesetz. Divers muss wohl als dritte Geschlecht Variante verwendet werden, aber ist definitiv keine Anrede.
Anrede wird meist nur für das Adressfeld für Briefpost verwenden.Bitte teilen für Reichweite.
@LeelaTorres Wir betreiben sein 25 Jahren einen Online-Dienst, Zuelgruppe sind Unternehmen. Dort werden auch solche Daten erfasst (für die Kommunikation). Es war als Anrede immer nur "Herr" oder "Frau" möglich (wir benutzen die förmliche Sprache, also sowas wie "Sehr geehrter Herr"/"Sehr geehrte Frau").
Nun wissen wir, dass wir User:innen haben, die auf eine förmliche Anrede in Emails bestehen (egal aus welchem Grund, das geht uns nix an). Da wir das Eine beibehalten aber auch das Andere ermöglichen wollten, haben wir jetzt als Anrede-Optionen "Frau", "Herr", und "Keine".
Im letzteren Falle gehen Emails raus mit:
Guten Tag [Vorname] [Nachname]
Ich denke, dass dies eine sehr elegante Lösung war und bin als non-binärer Mensch sehr zufrieden damit.
In einer Anrede-Auswahl "Divers" zu haben finde ich ungeschickt-bis-ignorant, da das eine mit dem anderen nichts zu tun hat.
Mit unserer Lösung haven wir alle vier Möglichkeiten des Geschlechtseintrags in Deutschland abgedeckt, ohne das Geschlecht der Person abgefragt zu erscheinen.
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Ich habe eine Frage an Menschen, die doch nonbinär oder agender sehen.
Wie ist es für dich, wenn du einem Formular, in dem du deine Anschrift angeben musst und dort das Feld "Anrede" ein Pflichtfeld ist?
Zur Auswahl stehen :
Herr
Frau
DiversAus meiner Sicht ist es eine absolut schlampige Umsetzung des Personstandgesetz. Divers muss wohl als dritte Geschlecht Variante verwendet werden, aber ist definitiv keine Anrede.
Anrede wird meist nur für das Adressfeld für Briefpost verwenden.Bitte teilen für Reichweite.
@LeelaTorres
Bei den Grünen lässt sich ein String für die Anrede reinschreiben.
Der wird dann von Menschen geprüft damit da keine sachen wie "Ey $name du $schimpfwort" drin stehen.Bei mir steht da "Moin $name"
Als auswahl für die Geschlechtsstatistik gibt es m/w/d und undefiniert. Ich habe undefiniert genommen.
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@der_zaunfink @LeelaTorres es ist keine geschlechtliche Anrede notwendig.
Aber wenn zur Adresse eine Mail oder ein Brief folgt wäre es schön Menschen so ansprechen zu können wie sie das bevorzugen.
Herr/Frau Nachname ist in unsere Sprache eine korrekte und höfliche Anrede. Jetzt sind neue Optionen dazugekommen und höflicherweise sollte man fragen wie die Menschen denn angesprochen werden wollen.@EarlyTwix @der_zaunfink @LeelaTorres So ist das. Mindestens weglassen können wäre angenehm.
Eine Lösung, die die Duden-Redaktion seit Jahren auf ihren Seiten hat: „Guten Tag, vorname nachname“; duden.de/sprachwissen/sprachra… (bitte ignorieren, dass sie immer noch vom Geschlechtseintrag im Personalausweis schreiben. Da ist keiner drin
)Klingt höchstens zu Beginn etwas ungewohnt. Viele Unternehmen machen das schon so; auch weil das viele Schnittstellenprobleme beseitigt.
Ach ja: Im Adresslabel ist die Anrede natürlich komplett überflüssig.
Wenn ich so eine mangelhafte Optionenliste bekomme, würfle ich entweder oder entscheide mich für's kleinere Übel - aber sende sofort danach eine Beschwerde hinterher, dass ich „lügen" musste und sie doch bitte mal langsam (grund)rechtskonform werden sollen. Referenzen zu den Bahn-Urteilen und so weiter.
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@Chubbypunk
Es gibt statistische Daten, die an Behörden übermittelt werden müssen, da ist Geschlecht dabei. Einzig anderer Punkt, der mir noch einfällt ist die Betriebsratswahl, wo es einen Ausgleich an Sitzen für das Geschlecht in der jeweiligen Firma, das als Minderheit gilt. Das Gesetz dafür ist aber noch so alt, dass es noch vom binären Zustand ausgeht...
Aber ich stimme dir zu, das Geschlecht ist so gut wie nie relevant zu wissen. Selbst bei Dienstkleidung sollte es nur von Körperform und persönlicher Preferenz abhängen. Gibt genug Urteile in die Richtung
@LeelaTorres dass etwas „muss“ heisst nicht, dass es Sinn ergibt.

Mir ist inzwischen aber doch das eine oder andere eingefallen. Ob ich zB mit einer Person ein Krankenzimmer teilen mag, kann uU vom Geschlecht abhängig sein. Oder der Identität. Wobei es halt schwierig werden kann, wenn die eine Person die andere diskriminiert, weil sie transphob ist. Aber vermutlich will eine Transperson das zimmer auch nicht mit einer Transphoben teilen.
Hmm.