Im Jahr 2026 als sichtbar queere Lehrkraft an einer Schule unterwegs zu sein ist eine willlllde Erfahrung
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Im Jahr 2026 als sichtbar queere Lehrkraft an einer Schule unterwegs zu sein ist eine willlllde Erfahrung
Also ich bin ja Honorarkraft, ich bin da nur ein paar Stunden die Woche und geb hauptsächlich Informatikkurse und ein bisschen Mathenachhilfe.
Ich hab das Schuljahr angefangen mit einem Transsymbol auf dem Rucksack und nach und nach hab ich immer mehr Regenbogen und Transflaggen dazugepackt weil ich gemerkt hab wie wichtig das ist sichtbar zu sein
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Also ich bin ja Honorarkraft, ich bin da nur ein paar Stunden die Woche und geb hauptsächlich Informatikkurse und ein bisschen Mathenachhilfe.
Ich hab das Schuljahr angefangen mit einem Transsymbol auf dem Rucksack und nach und nach hab ich immer mehr Regenbogen und Transflaggen dazugepackt weil ich gemerkt hab wie wichtig das ist sichtbar zu sein
@skye Danke für das.
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Also ich bin ja Honorarkraft, ich bin da nur ein paar Stunden die Woche und geb hauptsächlich Informatikkurse und ein bisschen Mathenachhilfe.
Ich hab das Schuljahr angefangen mit einem Transsymbol auf dem Rucksack und nach und nach hab ich immer mehr Regenbogen und Transflaggen dazugepackt weil ich gemerkt hab wie wichtig das ist sichtbar zu sein
Meistens werd ich auf die Maske angesprochen, aber manchmal zeigen Kids auf dem Gang auch auf meinen Rucksack und fragen mich, ob ich „für LGBTQ“ bin
Währenddessen hab ich das Gefühl, dass die meisten, die bei mir im Kurs sitzen, die Symbole entweder nicht bemerken oder nicht verstehen, was sie heißen. Sie sind dann über meine Antworten überrascht, wenn sie mir Fragen zu meinem Privatleben stellen. Läuft aber in der Regel sehr angenehm und amüsant ab
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E energisch_@troet.cafe shared this topic
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Meistens werd ich auf die Maske angesprochen, aber manchmal zeigen Kids auf dem Gang auch auf meinen Rucksack und fragen mich, ob ich „für LGBTQ“ bin
Währenddessen hab ich das Gefühl, dass die meisten, die bei mir im Kurs sitzen, die Symbole entweder nicht bemerken oder nicht verstehen, was sie heißen. Sie sind dann über meine Antworten überrascht, wenn sie mir Fragen zu meinem Privatleben stellen. Läuft aber in der Regel sehr angenehm und amüsant ab
Viel ist natürlich auch von den Eltern. Wenn mir eine Elfjährige erzählt, wie eklig Schwule oder trans Leute sind, und dass ihr Vater total dagegen ist, dann oute ich mich ganz bewusst erstmal nicht, sondern frag halt, was sie selbst darüber denkt. Da kommt dann das große Nachdenken und erstmal keine konkreten Antworten mehr und das ist auch OK so.
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Viel ist natürlich auch von den Eltern. Wenn mir eine Elfjährige erzählt, wie eklig Schwule oder trans Leute sind, und dass ihr Vater total dagegen ist, dann oute ich mich ganz bewusst erstmal nicht, sondern frag halt, was sie selbst darüber denkt. Da kommt dann das große Nachdenken und erstmal keine konkreten Antworten mehr und das ist auch OK so.
Im Unterricht immer noch das Übliche. Soundso ist schwul, schwul generell als Schimpfwort, hahaha, und zwischendrin auch immer wieder ein Schüler, der erstmal erklärt bekommen muss, dass Hakenkreuze nicht lustig sind
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Im Unterricht immer noch das Übliche. Soundso ist schwul, schwul generell als Schimpfwort, hahaha, und zwischendrin auch immer wieder ein Schüler, der erstmal erklärt bekommen muss, dass Hakenkreuze nicht lustig sind
Bisher hat sich ein Schüler bei mir geoutet, so ganz nonchalant in einem Nebensatz, seitdem hab ich mir vorgenommen, da mehr drauf zu achten, wenn solche queerfeindlichen Sprüche kommen, aber ich hab das Gefühl, es wird auch immer weniger, je länger die mich kennen
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Bisher hat sich ein Schüler bei mir geoutet, so ganz nonchalant in einem Nebensatz, seitdem hab ich mir vorgenommen, da mehr drauf zu achten, wenn solche queerfeindlichen Sprüche kommen, aber ich hab das Gefühl, es wird auch immer weniger, je länger die mich kennen
Heute ist mir eine Schülerin, die ich gar nicht kannte, hinterhergerannt und wollte, dass ich unbedingt mitkomme und ihrem Mitschüler erkläre, dass es nicht OK ist, gegen LGBTQ zu sein. Leute sollen lieben wen sie wollen und sie will ja auch mit ihrem Kopftuch akzeptiert werden.
Das hat mich ein bisschen überfordert, weil ich echt nich weiß, wie ich zwischen Tür und Angel mit Leuten ins Gespräch kommen soll, die ich gar nicht kenne, wo ich auch nicht weiß, was da wirklich los ist
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Heute ist mir eine Schülerin, die ich gar nicht kannte, hinterhergerannt und wollte, dass ich unbedingt mitkomme und ihrem Mitschüler erkläre, dass es nicht OK ist, gegen LGBTQ zu sein. Leute sollen lieben wen sie wollen und sie will ja auch mit ihrem Kopftuch akzeptiert werden.
Das hat mich ein bisschen überfordert, weil ich echt nich weiß, wie ich zwischen Tür und Angel mit Leuten ins Gespräch kommen soll, die ich gar nicht kenne, wo ich auch nicht weiß, was da wirklich los ist
Wir haben uns auf ein paar Allgemeinplätze geeinigt, wir wollen ja alle dass alle so sein dürfen wie sie sind, und wir sagen alle manchmal Sachen die wir nicht so meinen und so. Das war nicht wirklich befriedigend aber besser als nichts i guess? Hab noch vorgeschlagen, das sie mal in der Klasse mit der Klassenlehrerin besprechen, aber ich hab nicht viel Hoffnung, dass die Schule das schafft, für sowas einen Rahmen zu geben
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Wir haben uns auf ein paar Allgemeinplätze geeinigt, wir wollen ja alle dass alle so sein dürfen wie sie sind, und wir sagen alle manchmal Sachen die wir nicht so meinen und so. Das war nicht wirklich befriedigend aber besser als nichts i guess? Hab noch vorgeschlagen, das sie mal in der Klasse mit der Klassenlehrerin besprechen, aber ich hab nicht viel Hoffnung, dass die Schule das schafft, für sowas einen Rahmen zu geben
Gesprächsbedarf zu dem Thema ist offensichtlich sehr groß. Aber die beste Möglichkeit, das anzusprechen, ist irgendeinem random Lehrer auf dem Gang hinterherzurennen? Das kanns ja wohl nich sein
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Bisher hat sich ein Schüler bei mir geoutet, so ganz nonchalant in einem Nebensatz, seitdem hab ich mir vorgenommen, da mehr drauf zu achten, wenn solche queerfeindlichen Sprüche kommen, aber ich hab das Gefühl, es wird auch immer weniger, je länger die mich kennen
@skye dein Satz "läuft in der Regel angenehm und amüsant ab" lässt ja hoffen

Und, ich denke dass du da genau richtig besetzt bist. Vom *Fach, quasi*das ist keineswegs despektierlich gemeint, du weißt ja schließlich worauf zu achten ist

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Gesprächsbedarf zu dem Thema ist offensichtlich sehr groß. Aber die beste Möglichkeit, das anzusprechen, ist irgendeinem random Lehrer auf dem Gang hinterherzurennen? Das kanns ja wohl nich sein
@skye Auf den ersten Blick nicht. Auf den zweiten Bluck: Für solche Themen braucht es Personen, die einerseits Persönlichkeit sind, aber möglichst nicht in den Noten verteilenden Teil von Schule eingebunden.
Klingt nach nem Glücksfall für „Deine“ Schule, dass Du da unterwegs bist. Danke für Dein Tun! -
Im Jahr 2026 als sichtbar queere Lehrkraft an einer Schule unterwegs zu sein ist eine willlllde Erfahrung
@skye
Nun, man lernt nicht nur, was im Lernplan steht. Gut. -
Gesprächsbedarf zu dem Thema ist offensichtlich sehr groß. Aber die beste Möglichkeit, das anzusprechen, ist irgendeinem random Lehrer auf dem Gang hinterherzurennen? Das kanns ja wohl nich sein
@skye Was bin ich froh, dass das Thema auf der Schule meines Kindes (und demnächst beider Kinder) regulär auf der Tagesordnung steht. Das bekomme ich ein wenig mit, und die haben auch schon ein queeres Jugendzentrum besucht.
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Viel ist natürlich auch von den Eltern. Wenn mir eine Elfjährige erzählt, wie eklig Schwule oder trans Leute sind, und dass ihr Vater total dagegen ist, dann oute ich mich ganz bewusst erstmal nicht, sondern frag halt, was sie selbst darüber denkt. Da kommt dann das große Nachdenken und erstmal keine konkreten Antworten mehr und das ist auch OK so.
@skye das finde ich eine sehr coole Strategie.
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Gesprächsbedarf zu dem Thema ist offensichtlich sehr groß. Aber die beste Möglichkeit, das anzusprechen, ist irgendeinem random Lehrer auf dem Gang hinterherzurennen? Das kanns ja wohl nich sein
@skye das alleine nicht, aber irgendwie... Ich glaube ja, durch persönliche Begegnung passiert viel im Kopf. Ist leicht, abstrakt "gegen trans" zu sein, aber nicht mehr ganz so, wenn das auch die coole Informatik-Lehrkraft (und irgendwann hoffentlich noch paar mehr Leute) einschließt.
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@skye das alleine nicht, aber irgendwie... Ich glaube ja, durch persönliche Begegnung passiert viel im Kopf. Ist leicht, abstrakt "gegen trans" zu sein, aber nicht mehr ganz so, wenn das auch die coole Informatik-Lehrkraft (und irgendwann hoffentlich noch paar mehr Leute) einschließt.
@quidcumque ich glaub die meisten kapieren nichtmal dass ich trans bin, sondern die merken, der kerl is irgendwie queer, und fragen dann auch nicht näher nach xD ich lass sie auch einfach rätseln, wenn sie mich nich fragen
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Gesprächsbedarf zu dem Thema ist offensichtlich sehr groß. Aber die beste Möglichkeit, das anzusprechen, ist irgendeinem random Lehrer auf dem Gang hinterherzurennen? Das kanns ja wohl nich sein
Wahrscheinlich gibt es keine "beste" Möglichkeit...aber Dir hinterherzurennen ist eine, die genutzt wird, d.h. Du machst offenbar irgendwas richtig, erscheinst vertrauenswürdig - also ist es eine gute Möglichkeit!
Danke, dass Du Dir Zeit dafür nimmst!
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@quidcumque ich glaub die meisten kapieren nichtmal dass ich trans bin, sondern die merken, der kerl is irgendwie queer, und fragen dann auch nicht näher nach xD ich lass sie auch einfach rätseln, wenn sie mich nich fragen
@skye Auch überhaupt mal queere Leute im Alltag mitzukriegen ist schon viel.
Ich hab mal eine Evaluation gekriegt, wo eine Studierende*r kritisiert hat, dass ich einen Prideflag-Pin trage

immerhin eine Person, der es aufgefallen ist 
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@skye Auch überhaupt mal queere Leute im Alltag mitzukriegen ist schon viel.
Ich hab mal eine Evaluation gekriegt, wo eine Studierende*r kritisiert hat, dass ich einen Prideflag-Pin trage

immerhin eine Person, der es aufgefallen ist 
@quidcumque hahah omg ein pin! wie kannst du nur!
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@quidcumque hahah omg ein pin! wie kannst du nur!
@skye seitdem habe ich natürlich aufgerüstet.