Muss mal was loswerden, worüber ich schon länger nachdenke.
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Um zu rebellieren, genügte es schon, Jeans, Ohrringe & Lippenstift zu tragen, sich die Beine zu rasieren & samstagabends mit den Freundinnen in die Disko zu wollen. Hedonismus als einziger Protest gegen die biedere Familie. Politisch betete man entweder die konservativen Talking Points der eigenen Eltern nach oder behauptete, man sei "unpolitisch". 7/12
Letzteres hielt sich bei mir bis ins Erwachsenenalter, sogar, bis ich selbst junge Mutter war. Ich glaubte lange, nicht cool & mutig genug zu sein, um mir sowas wie eine eigene politische Meinung abseits derjenigen der Herkunftsfamilie leisten zu können. 8/12
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Letzteres hielt sich bei mir bis ins Erwachsenenalter, sogar, bis ich selbst junge Mutter war. Ich glaubte lange, nicht cool & mutig genug zu sein, um mir sowas wie eine eigene politische Meinung abseits derjenigen der Herkunftsfamilie leisten zu können. 8/12
Erst mein wunderbarer Mann, der zwar auch nie zu den "Coolen" gehörte, aber immer politisch interessiert war, hat mich davon weggebracht & ich bin ihm sehr dankbar. Heute bin ich zwar auch nicht extrem politisch engagiert, aber immerhin informiert, regelmäßige Konsumentin diverser Nachrichtenmedien & Demoteilnehmerin & finanzielle Unterstützerin einer Partei & diverser zivilgesellschaftlicher Organisationen. 9/12
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Erst mein wunderbarer Mann, der zwar auch nie zu den "Coolen" gehörte, aber immer politisch interessiert war, hat mich davon weggebracht & ich bin ihm sehr dankbar. Heute bin ich zwar auch nicht extrem politisch engagiert, aber immerhin informiert, regelmäßige Konsumentin diverser Nachrichtenmedien & Demoteilnehmerin & finanzielle Unterstützerin einer Partei & diverser zivilgesellschaftlicher Organisationen. 9/12
Und ich beobachte bei meinem eigenen Kind, das letztendlich auch im sozialen Brennpunkt aber ohne materielle Entbehrungen & als Kind akademisch gebildeter & politisch interessierter Eltern im städtischen Umfeld aufwächst, selbst an der Uni ist & einen diversen, teilweise migrantischen Freundeskreis hat, dass es anders geht. 10/12
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Und ich beobachte bei meinem eigenen Kind, das letztendlich auch im sozialen Brennpunkt aber ohne materielle Entbehrungen & als Kind akademisch gebildeter & politisch interessierter Eltern im städtischen Umfeld aufwächst, selbst an der Uni ist & einen diversen, teilweise migrantischen Freundeskreis hat, dass es anders geht. 10/12
Mein Kind war auch nie eins der "Cool Kids", aber eine mehr oder weniger linksliberale, antifaschistische Grundhaltung ist bei ihm & seinem Freundeskreis quasi selbstverständlich, ohne dass irgendjemand von ihnen politisch besonders aktiv wäre, also etwa einer Partei angehörte. 11/12
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Mein Kind war auch nie eins der "Cool Kids", aber eine mehr oder weniger linksliberale, antifaschistische Grundhaltung ist bei ihm & seinem Freundeskreis quasi selbstverständlich, ohne dass irgendjemand von ihnen politisch besonders aktiv wäre, also etwa einer Partei angehörte. 11/12
Ich glaube, dass sich da teilweise, trotz aller Polarisierung eine positive Entwicklung vollzogen hat & Jugendkultur & politische Milieus weniger miteinander verwoben & insgesamt beliebiger aber auch diverser & offener geworden sind. Könnt ihr das ein bisschen nachvollziehen? Habt ihr das ähnlich erlebt? 12/12 #DePol
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Muss mal was loswerden, worüber ich schon länger nachdenke. Ein Thread über politische Enstellung als Jugendkultur & Merkmal der Zugehörigkeit:
1/12@Pearl22 Ja schon, aber warum ein 12er Tröt? Gäbe doch bessere Alternativen für sowas im #Fediverse. -
Ich glaube, dass sich da teilweise, trotz aller Polarisierung eine positive Entwicklung vollzogen hat & Jugendkultur & politische Milieus weniger miteinander verwoben & insgesamt beliebiger aber auch diverser & offener geworden sind. Könnt ihr das ein bisschen nachvollziehen? Habt ihr das ähnlich erlebt? 12/12 #DePol
@Pearl22
Haha, lustig. Nein, genau anders herum
Gleicher Zeitraum, aber bei uns waren die "coolen" sowas von unpolitisch.
Da lief zwar mal einer mit Arafat-Schal rum, aber hauptsächlich um die Eltern auf die Palme zu bringen. Tiefergehende politische Meinungen hab ich nirgendwo wahr genommen - auch bei mir nicht. Trotzdem war ich für alle "Die Öko-Tante".
Das politischste was mein Jahrgang zustande gebracht hat, war eine unangemeldete Demo -> -
Ich glaube, dass sich da teilweise, trotz aller Polarisierung eine positive Entwicklung vollzogen hat & Jugendkultur & politische Milieus weniger miteinander verwoben & insgesamt beliebiger aber auch diverser & offener geworden sind. Könnt ihr das ein bisschen nachvollziehen? Habt ihr das ähnlich erlebt? 12/12 #DePol
@Pearl22 Ich verstehe nicht genug von Jugendkultur, um mich dazu qualifiziert zu äußern. Aber anekdotisch habe ich schon den Eindruck, dass viele Jugendliche heute selbstverständlich Dinge tun und für Werte einstehen, die man "linksliberal" nennen könnte. Sogar die "unpolitischen".
Und es ist auf jeden Fall schön, dass du dich politisch engagierst. Davon brauchen wir mehr

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@Pearl22 Ja schon, aber warum ein 12er Tröt? Gäbe doch bessere Alternativen für sowas im #Fediverse.
@hiker Weil ich nicht für jeden längeren Post, den ich alle 3 Monate sende nen neuen Account auf einem anderen Server anlegen möchte, der unbegrenzte Zeichen erlaubt. Bei ner Migration zu nem anderen Server wären meine Historie & meine Follower & Accounts denen ich folge weg & ich müsste mir alles mühsam wieder zusammen suchen. Da bin ich vielleicht etwas egoistisch, aber ist mir ehrlich gesagt zu viel Aufwand, bin ja hier zum Privatvergnügen. Wens stört, der kann mich ja blocken oder entfolgen.
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P pearl22@troet.cafe shared this topic
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@Pearl22
Haha, lustig. Nein, genau anders herum
Gleicher Zeitraum, aber bei uns waren die "coolen" sowas von unpolitisch.
Da lief zwar mal einer mit Arafat-Schal rum, aber hauptsächlich um die Eltern auf die Palme zu bringen. Tiefergehende politische Meinungen hab ich nirgendwo wahr genommen - auch bei mir nicht. Trotzdem war ich für alle "Die Öko-Tante".
Das politischste was mein Jahrgang zustande gebracht hat, war eine unangemeldete Demo ->@Pearl22
Die dann auch prompt aufgelöst wurde. Und ich weiß gar nicht mehr worum es ging. Irgendwas schulpolitisches, jedenfalls. Nichts wirklich weltbewegendes.Vielleicht ist aber auch meine Erinnerung nicht ganz zutreffend, denn ich hatte immer deutlich jüngere oder deutlich ältere Freunde. Mein eigener Jahrgang ist mir ziemlich fremd geblieben.
Trotzdem teile ich den Eindruck, dass Jugendliche heute unbefangener und unbeeinflusster über Politik reden können.
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@hiker Weil ich nicht für jeden längeren Post, den ich alle 3 Monate sende nen neuen Account auf einem anderen Server anlegen möchte, der unbegrenzte Zeichen erlaubt. Bei ner Migration zu nem anderen Server wären meine Historie & meine Follower & Accounts denen ich folge weg & ich müsste mir alles mühsam wieder zusammen suchen. Da bin ich vielleicht etwas egoistisch, aber ist mir ehrlich gesagt zu viel Aufwand, bin ja hier zum Privatvergnügen. Wens stört, der kann mich ja blocken oder entfolgen.
@Pearl22 Du musst nicht umziehen, aber du könntest dir einen zusätzlichen Account auf einer writefreely Instanz anlegen und den langen Post dann in deinen Hauptaccount verlinken resp. boosten. Das #Fediverse ist ein Netzwerk! -
N necrosis@chaos.social shared this topic
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@Pearl22 Du musst nicht umziehen, aber du könntest dir einen zusätzlichen Account auf einer writefreely Instanz anlegen und den langen Post dann in deinen Hauptaccount verlinken resp. boosten. Das #Fediverse ist ein Netzwerk!
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@Pearl22 Ich verstehe nicht genug von Jugendkultur, um mich dazu qualifiziert zu äußern. Aber anekdotisch habe ich schon den Eindruck, dass viele Jugendliche heute selbstverständlich Dinge tun und für Werte einstehen, die man "linksliberal" nennen könnte. Sogar die "unpolitischen".
Und es ist auf jeden Fall schön, dass du dich politisch engagierst. Davon brauchen wir mehr

@gruener_skatbruder @Pearl22 Was leider auch ein bisschen damit zu tun hat, dass heute ja zentrale Elemente des Grundgesetzes, wenn man deren reale Umsetzung einfordert, schon linksliberal oder noch weiter links verortet werden. Ich nehme es so wahr, dass es mindestens 3 "Lager" gleichzeitig gibt bei den "Kids" (das sind für mich gerade die ca. 19- bis 25-Jährigen): die, für die "Gutes für alle wollen" (aka linksliberal?) selbstverständlich ist, die stark konsum-/leistungsorientierten & Rechte,>
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Ich glaube, dass sich da teilweise, trotz aller Polarisierung eine positive Entwicklung vollzogen hat & Jugendkultur & politische Milieus weniger miteinander verwoben & insgesamt beliebiger aber auch diverser & offener geworden sind. Könnt ihr das ein bisschen nachvollziehen? Habt ihr das ähnlich erlebt? 12/12 #DePol
@Pearl22
Als "Hardcore Dorfpunk" hatte ich den vollen "Coolstatus", aber auch öfter mal Feilchen und auch sonst öfter mal Schmerzen. Wollte halt nicht zu den, überwiegend, Dorfprolls gehören, von denen es einige immer noch nicht weiter als 20km aus dem Dorf rausgeschafft haben - beurteile das nicht, wäre aber nicht meins.
OK, habe mir dadurch auch einige Möglichkeiten verbaut, aber damals passte das. Bin immerhin in vielen Städten herum gekommen. ... -
@gruener_skatbruder @Pearl22 Was leider auch ein bisschen damit zu tun hat, dass heute ja zentrale Elemente des Grundgesetzes, wenn man deren reale Umsetzung einfordert, schon linksliberal oder noch weiter links verortet werden. Ich nehme es so wahr, dass es mindestens 3 "Lager" gleichzeitig gibt bei den "Kids" (das sind für mich gerade die ca. 19- bis 25-Jährigen): die, für die "Gutes für alle wollen" (aka linksliberal?) selbstverständlich ist, die stark konsum-/leistungsorientierten & Rechte,>
@gruener_skatbruder @Pearl22 > wobei ich mit der letzten Gruppe keinen direkten Kontakt habe & schlecht einschätzen kann, ob da wirklich die zugehörige Menschenverachtung hinter steckt, oder ob es ne Mischung aus Verzweiflung, Dagegensein & fehlender Wappnung gegen gut gemacht rechte Propaganda ist - wahrscheinlich auch ne Mischung.
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@Pearl22
Haha, lustig. Nein, genau anders herum
Gleicher Zeitraum, aber bei uns waren die "coolen" sowas von unpolitisch.
Da lief zwar mal einer mit Arafat-Schal rum, aber hauptsächlich um die Eltern auf die Palme zu bringen. Tiefergehende politische Meinungen hab ich nirgendwo wahr genommen - auch bei mir nicht. Trotzdem war ich für alle "Die Öko-Tante".
Das politischste was mein Jahrgang zustande gebracht hat, war eine unangemeldete Demo ->@Chaotica Vermutlich war das, was ich sah, auch nicht wirklich politisch, sondern bloß anders geframte soziale Abgrenzung. Was bei mir als Kind hängen blieb, war, dass man "cool" sein müsse, um "links" zu sein. Immerhin, Nazis fand ich von ganz allein abstoßend, obwohl (oder weil?) AFD-Sprech, damals noch hinter vorgehaltener Hand, in meiner Herkunftsfamilie Alltag war. Dass es scheiße ist, Leute zu quälen, wegen einer Eigenschaft, für die sie nichts können war mir als gemobbtes Kind immer klar.
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Ich glaube, dass sich da teilweise, trotz aller Polarisierung eine positive Entwicklung vollzogen hat & Jugendkultur & politische Milieus weniger miteinander verwoben & insgesamt beliebiger aber auch diverser & offener geworden sind. Könnt ihr das ein bisschen nachvollziehen? Habt ihr das ähnlich erlebt? 12/12 #DePol
@Pearl22 War/ist bei mir ähnlich. 70/80er Jahre Arbeiterkind in einem SPD-wählenden Elternhaus großgeworden. Bin erst durch eine Beziehung zur politisch Interessierten geworden. Dieser Ex ist mittlerweile Verschwörungstheoretiker und Schwurbler. Raus aus meiner Haut kann ich (noch) nicht, aber ähnlich wie du unterstütze ich eine Partei, ein paar wichtige Institutionen (Aufklärung, Privacy, Kinder). Habe selbst keine Kinder, erlebe bei div. Veranstaltungen viele sehr engagierte junge Leute.
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@Pearl22
Die dann auch prompt aufgelöst wurde. Und ich weiß gar nicht mehr worum es ging. Irgendwas schulpolitisches, jedenfalls. Nichts wirklich weltbewegendes.Vielleicht ist aber auch meine Erinnerung nicht ganz zutreffend, denn ich hatte immer deutlich jüngere oder deutlich ältere Freunde. Mein eigener Jahrgang ist mir ziemlich fremd geblieben.
Trotzdem teile ich den Eindruck, dass Jugendliche heute unbefangener und unbeeinflusster über Politik reden können.
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@Pearl22 Du musst nicht umziehen, aber du könntest dir einen zusätzlichen Account auf einer writefreely Instanz anlegen und den langen Post dann in deinen Hauptaccount verlinken resp. boosten. Das #Fediverse ist ein Netzwerk!
@hiker Nix für Ungut, aber ist mir zu viel Aufwand, wenn ich ne Handvoll langer Threads im Jahr mache. Das schöne am Fediverse ist ja auch, dass alle es so bearbeiten & bedienen können, wie sie möchten. Niemand muss meine Posts lesen, wenn er/sie sie zu anstrengend findet.
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@Pearl22
Als "Hardcore Dorfpunk" hatte ich den vollen "Coolstatus", aber auch öfter mal Feilchen und auch sonst öfter mal Schmerzen. Wollte halt nicht zu den, überwiegend, Dorfprolls gehören, von denen es einige immer noch nicht weiter als 20km aus dem Dorf rausgeschafft haben - beurteile das nicht, wäre aber nicht meins.
OK, habe mir dadurch auch einige Möglichkeiten verbaut, aber damals passte das. Bin immerhin in vielen Städten herum gekommen. ...@Pearl22
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Heute erinnere ich mich überwiegend nur noch gerne daran und gehe immer noch supergerne auf Konzerte/Punkkonzerte. Missen möchte ich davon nichts!
Bin politisch links geblieben. Alles andere wäre auch schräg.
Mein Sohn macht und liebt RAP. Im Gegensatz zu früher sieht man vielen nicht mehr an, wie sie ticken, aber er und seine Freundings sind tolle und überwiegend "anständige" Leute geworden (oh, ich werde alt). ...