Der Versuch einer Beurteilung von Algorithmen im Fediverse.
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Der Versuch einer Beurteilung von Algorithmen im Fediverse. Welche sind gut und welche schlecht für das Fediverse?
Ein Wort zu Algorithmen:
Oft habe ich den Eindruck, dass Algorithmen ein rotes Tuch im Fediverse sind. Aber was ist denn eigentlich ein Algorithmus?
Wikipedia: Ein Algorithmus ist eine klare, endliche Abfolge von Anweisungen, die ein Problem löst oder eine Aufgabe ausführt.
Also eine ziemlich allgemeine Definition. Tatsache ist, dass es kein Programm und auch keine App gibt, die ohne Algorithmen funktioniert. Das gilt auch für die Software jeder Fediverse Platform.
Dass meine Fediverse Timeline Inhalte anzeigt ist einem Algorithmus zu verdanken. So weit so gut.
Was macht das Fediverse besonders?
Ich denke, ein wichtiger Punkt der das Fediverse von den kommerziellen Plattformen unterscheidet, ist die persönliche Timeline. Im Fediverse ist meine Timeline eigentlich nur dadurch definiert
- welchen Konten und Hashtags ich folge,
- zu welchem Zeitpunkt Beiträge erstellt wurden,
- und welche Filter ich definiert habe (Stummschaltung, Blockierung, ...).
Die Aufzählung ist wahrscheinlich nicht vollständig, aber ich denke sie trifft den Punkt. Der Algorithmus, der benutzt wird, um die Timeline zu erzeugen ist mir verständlich und ich kann die Parameter beeinflussen. Für mich ist das ein guter Algorithmus für das Fediverse.
Bei den kommerziellen sozialen Netzwerken ist genau das eben nicht so:
Es ist nicht transparent, wie meine Timeline aufgebaut wird und ich kann nur bedingt beeinflussen, wie meine Timeline aussieht. Klar kann ich Menschen folgen oder auch nicht. In der Regel kann ich auch Konten stummschalten. Was ich nicht weiß ist, nach welchen Kriterien mir zusätzlichen Inhalte und Werbung mir dargeboten wird. Und ich kann dies nur schlecht oder gar nicht beeinflussen. Für mich ein schlechter Algorithmus, den ich nicht im Fediverse haben möchte.
Die Vorurteile gegen Algorithmen
Wenn ich also davon erfahre, dass eine Fediverse Plattform neue Algorithmen einführt, sollte ich erst mal schauen, was diese Algorithmen eigentlich tun.
Beispiele:
- In vielen Fediverse Plattformen eine Liste aufgerufen werden, die aktuell viel diskutierte Hashtags auflistet. Ist das ein guter Algorithmus? Für mich ja: Es bleibt mir überlassen, ob ich die Liste der Beiträge zu dem Hashtag anschaue oder ob ich den Hashtag gar abonniere. Ich behalte die volle Kontrolle darüber, was mir angezeigt wird. Und der Algorithmus ist klar definiert.
- Ebenso können bei einigen Fediverse Plattformen Vorschläge für weitere Profile angezeigt werden, die entweder von vielen abonniert oder ähnliche Hashtags nutzen, wie man selbst. Wieder bin ich es, der entscheidet, ob ich dem Konto folgen will oder nicht.
Mein persönliches Fazit:
Was sollte ich tun, wenn ich von einem neuen Algorithmus lese oder höre? Am Besten schaue ich mir etwas genauer an, was der Algorithmus eigentlich bietet:
- Schreibt der Algorithmus mir vor was ich in meiner Timeline sehe?
- Muss ich den Algorithmus nutzen, oder kann ich ihn auch ungenutzt lassen?
- Ist mir klar, was der Algorithmus macht?
Erst wenn ich zu dem Schluss komme, dass der Algorithmus dem Gedanken des Fediverse nicht gut tut kritisiere ich ihn und zwar am Besten beim Entwicklungsteam der Plattform selbst. Es ist unerheblich, ob ich die neue Funktionalität brauche, andere mögen sie vielleicht.
Oder mir gefällt, was von meist ehrenamtlich tätigen Menschen für das Fediverse in ihrer Freizeit getan wird um die Nutzung zu verbessern. Vielleicht empfehle ich dann den Algorithmus sogar.
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C crossgolf_rebel@moppels.bar shared this topic
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Der Versuch einer Beurteilung von Algorithmen im Fediverse. Welche sind gut und welche schlecht für das Fediverse?
Ein Wort zu Algorithmen:
Oft habe ich den Eindruck, dass Algorithmen ein rotes Tuch im Fediverse sind. Aber was ist denn eigentlich ein Algorithmus?
Wikipedia: Ein Algorithmus ist eine klare, endliche Abfolge von Anweisungen, die ein Problem löst oder eine Aufgabe ausführt.
Also eine ziemlich allgemeine Definition. Tatsache ist, dass es kein Programm und auch keine App gibt, die ohne Algorithmen funktioniert. Das gilt auch für die Software jeder Fediverse Platform.
Dass meine Fediverse Timeline Inhalte anzeigt ist einem Algorithmus zu verdanken. So weit so gut.
Was macht das Fediverse besonders?
Ich denke, ein wichtiger Punkt der das Fediverse von den kommerziellen Plattformen unterscheidet, ist die persönliche Timeline. Im Fediverse ist meine Timeline eigentlich nur dadurch definiert
- welchen Konten und Hashtags ich folge,
- zu welchem Zeitpunkt Beiträge erstellt wurden,
- und welche Filter ich definiert habe (Stummschaltung, Blockierung, ...).
Die Aufzählung ist wahrscheinlich nicht vollständig, aber ich denke sie trifft den Punkt. Der Algorithmus, der benutzt wird, um die Timeline zu erzeugen ist mir verständlich und ich kann die Parameter beeinflussen. Für mich ist das ein guter Algorithmus für das Fediverse.
Bei den kommerziellen sozialen Netzwerken ist genau das eben nicht so:
Es ist nicht transparent, wie meine Timeline aufgebaut wird und ich kann nur bedingt beeinflussen, wie meine Timeline aussieht. Klar kann ich Menschen folgen oder auch nicht. In der Regel kann ich auch Konten stummschalten. Was ich nicht weiß ist, nach welchen Kriterien mir zusätzlichen Inhalte und Werbung mir dargeboten wird. Und ich kann dies nur schlecht oder gar nicht beeinflussen. Für mich ein schlechter Algorithmus, den ich nicht im Fediverse haben möchte.
Die Vorurteile gegen Algorithmen
Wenn ich also davon erfahre, dass eine Fediverse Plattform neue Algorithmen einführt, sollte ich erst mal schauen, was diese Algorithmen eigentlich tun.
Beispiele:
- In vielen Fediverse Plattformen eine Liste aufgerufen werden, die aktuell viel diskutierte Hashtags auflistet. Ist das ein guter Algorithmus? Für mich ja: Es bleibt mir überlassen, ob ich die Liste der Beiträge zu dem Hashtag anschaue oder ob ich den Hashtag gar abonniere. Ich behalte die volle Kontrolle darüber, was mir angezeigt wird. Und der Algorithmus ist klar definiert.
- Ebenso können bei einigen Fediverse Plattformen Vorschläge für weitere Profile angezeigt werden, die entweder von vielen abonniert oder ähnliche Hashtags nutzen, wie man selbst. Wieder bin ich es, der entscheidet, ob ich dem Konto folgen will oder nicht.
Mein persönliches Fazit:
Was sollte ich tun, wenn ich von einem neuen Algorithmus lese oder höre? Am Besten schaue ich mir etwas genauer an, was der Algorithmus eigentlich bietet:
- Schreibt der Algorithmus mir vor was ich in meiner Timeline sehe?
- Muss ich den Algorithmus nutzen, oder kann ich ihn auch ungenutzt lassen?
- Ist mir klar, was der Algorithmus macht?
Erst wenn ich zu dem Schluss komme, dass der Algorithmus dem Gedanken des Fediverse nicht gut tut kritisiere ich ihn und zwar am Besten beim Entwicklungsteam der Plattform selbst. Es ist unerheblich, ob ich die neue Funktionalität brauche, andere mögen sie vielleicht.
Oder mir gefällt, was von meist ehrenamtlich tätigen Menschen für das Fediverse in ihrer Freizeit getan wird um die Nutzung zu verbessern. Vielleicht empfehle ich dann den Algorithmus sogar.
@juergen@hello.jyrgi.de Die Algorithmen in kommerziellen Netzwerken sind ja noch ein Stück weit krasser, du kannst zwas Konten folgen, nur ob du seine Inhalte zu sehen bekommst, bestimmt deren Algorithmus.
Und ja, auch hier gibt es, sehr schön von dir zusammengefasst, Algorithmen. Und das sind wenn man sie so auf dem Haufen betrachtet, schon eine ganze Menge.
Und ein Algorithmus, der Menschen "hier" behält und einfach random weiteres Zeug in meine Timeline schmeißt, vermisse ich keine Bohne