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  3. Weil wir ja gerade so viel über Kinderschutz, Algorithmen und Bildschirmzeiten reden (und mit wir mein ich den rechten Flügel der SPD und die CDU, die sich nach rechts radikalisiert hat): Warum sind Kinder und Jugendliche so viel am Bildschirm

Weil wir ja gerade so viel über Kinderschutz, Algorithmen und Bildschirmzeiten reden (und mit wir mein ich den rechten Flügel der SPD und die CDU, die sich nach rechts radikalisiert hat): Warum sind Kinder und Jugendliche so viel am Bildschirm

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    #1

    Weil wir ja gerade so viel über Kinderschutz, Algorithmen und Bildschirmzeiten reden (und mit wir mein ich den rechten Flügel der SPD und die CDU, die sich nach rechts radikalisiert hat): Warum sind Kinder und Jugendliche so viel am Bildschirm?
    Take 1: ihnen fehlt soziale Einbindung.
    Gerade Kinder und Jugendliche, die anecken, auffallen, eher einzelgängerisch und schüchtern sind, hängen viel am Handy und fordern das stark ein. Die Lösung dafür ist kein Verbot, sondern besser ausgestattete 1/x

    soziauftour@troet.cafeS divverent@misskey.deD 2 Antworten Letzte Antwort
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    • soziauftour@troet.cafeS soziauftour@troet.cafe

      Weil wir ja gerade so viel über Kinderschutz, Algorithmen und Bildschirmzeiten reden (und mit wir mein ich den rechten Flügel der SPD und die CDU, die sich nach rechts radikalisiert hat): Warum sind Kinder und Jugendliche so viel am Bildschirm?
      Take 1: ihnen fehlt soziale Einbindung.
      Gerade Kinder und Jugendliche, die anecken, auffallen, eher einzelgängerisch und schüchtern sind, hängen viel am Handy und fordern das stark ein. Die Lösung dafür ist kein Verbot, sondern besser ausgestattete 1/x

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      #2

      Strukturen in Vereinen, mehr Anerkennung für ehrenamtliche Arbeit, niedrigschwellige Jugendhäuser und mehr Akzeptanz für die Abweichler:innen dieser Gesellschaft. Auch im Jugendalter. Wenn wir Kinder und Jugendliche in (Sport-) Vereinen etc. anbinden, reduziert sich oft auch die Bildschirmzeit (massiv), die schließen Freund:innenschaften und verbringen dadurch weniger Zeit am Bildschirm. Viel nachhaltiger als Verbote, kostet aber Geld.
      2/x

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      • soziauftour@troet.cafeS soziauftour@troet.cafe

        Strukturen in Vereinen, mehr Anerkennung für ehrenamtliche Arbeit, niedrigschwellige Jugendhäuser und mehr Akzeptanz für die Abweichler:innen dieser Gesellschaft. Auch im Jugendalter. Wenn wir Kinder und Jugendliche in (Sport-) Vereinen etc. anbinden, reduziert sich oft auch die Bildschirmzeit (massiv), die schließen Freund:innenschaften und verbringen dadurch weniger Zeit am Bildschirm. Viel nachhaltiger als Verbote, kostet aber Geld.
        2/x

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        #3

        Take 2: Kinder und Jugendliche nutzen Medien auch, um sich mal von ihrer beschissenen Lage abzulenken.
        Stellt euch vor, ihr lebt in ner viel zu kleinen Wohnung, eure Eltern sind heillos mit allem überfordert, wirtschaftlich geht es nicht bergauf, weil eure Eltern im Bürgergeld feststecken, psychisch krank sind, wegen Betreuungszeiten keinen Job kriegen, ihr teilt euch euer Kinderzimmer mit euren Geschwistern, die teilweise halb so alt sind. Das sind Realitäten von Kindern in Deutschland 3/x

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        • soziauftour@troet.cafeS soziauftour@troet.cafe

          Take 2: Kinder und Jugendliche nutzen Medien auch, um sich mal von ihrer beschissenen Lage abzulenken.
          Stellt euch vor, ihr lebt in ner viel zu kleinen Wohnung, eure Eltern sind heillos mit allem überfordert, wirtschaftlich geht es nicht bergauf, weil eure Eltern im Bürgergeld feststecken, psychisch krank sind, wegen Betreuungszeiten keinen Job kriegen, ihr teilt euch euer Kinderzimmer mit euren Geschwistern, die teilweise halb so alt sind. Das sind Realitäten von Kindern in Deutschland 3/x

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          #4

          Ich kenn Kinder, die sich für die Zustände zu Hause so sehr schämen, dass sie keine anderen Kinder nach Hause einladen. Keine Kindergeburtstage feiern (ua wegen fehlenden Freundschaften, s.o.), zu keinen eingeladen werden und dann tanzen denen ihre kleinen Geschwister auch noch auf der Nase rum. Und dann kriegen sie n Handy und haben endlich mal die Möglichkeit, abzuschalten und sich von etwas radikal ablenken zu lassen, das Umfeld mal nicht wahrnehmen zu müssen. 4/x

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            Ich kenn Kinder, die sich für die Zustände zu Hause so sehr schämen, dass sie keine anderen Kinder nach Hause einladen. Keine Kindergeburtstage feiern (ua wegen fehlenden Freundschaften, s.o.), zu keinen eingeladen werden und dann tanzen denen ihre kleinen Geschwister auch noch auf der Nase rum. Und dann kriegen sie n Handy und haben endlich mal die Möglichkeit, abzuschalten und sich von etwas radikal ablenken zu lassen, das Umfeld mal nicht wahrnehmen zu müssen. 4/x

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            #5

            Und sie nutzen diese Möglichkeiten. Dabei stoßen sie auf Plattformen, die exakt dieses Verhalten ausbeuten und verstärken.
            Was wären denn hier mögliche Lösungen?
            1) ein armutsfestes Arbeitslosengeld und ein armutsfester Mindestlohn
            2) eine Kindergrundsicherung, die in der Lage ist, Kindern aus der Armut zu helfen
            3) öffentliche Strukturen, die Eltern entlasten (also Orte, an denen die mal sein können, die Kinder werden betreut und lernen andere kennen) 5/x

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              Und sie nutzen diese Möglichkeiten. Dabei stoßen sie auf Plattformen, die exakt dieses Verhalten ausbeuten und verstärken.
              Was wären denn hier mögliche Lösungen?
              1) ein armutsfestes Arbeitslosengeld und ein armutsfester Mindestlohn
              2) eine Kindergrundsicherung, die in der Lage ist, Kindern aus der Armut zu helfen
              3) öffentliche Strukturen, die Eltern entlasten (also Orte, an denen die mal sein können, die Kinder werden betreut und lernen andere kennen) 5/x

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              schrieb zuletzt editiert von
              #6

              Punkt 1 und 2 sind Aufgaben und Regulierungen, die der Staat übernehmen müsste.
              Punkt 3 die Zivilgesellschaft und hier insbesondere die (radikale) Linke.

              Verhalten hat immer einen Sinn und resultiert aus den Strukturen, in denen wir Menschen leben und handeln. Die Strukturen müssen sich ändern, damit Verhalten sich ändern kann. Das werden Konservative und Liberale, die Probleme strukturell individualisieren, statt die größeren Kontexte zu betrachten, aber nicht verstehen 6/x

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              • soziauftour@troet.cafeS soziauftour@troet.cafe

                Punkt 1 und 2 sind Aufgaben und Regulierungen, die der Staat übernehmen müsste.
                Punkt 3 die Zivilgesellschaft und hier insbesondere die (radikale) Linke.

                Verhalten hat immer einen Sinn und resultiert aus den Strukturen, in denen wir Menschen leben und handeln. Die Strukturen müssen sich ändern, damit Verhalten sich ändern kann. Das werden Konservative und Liberale, die Probleme strukturell individualisieren, statt die größeren Kontexte zu betrachten, aber nicht verstehen 6/x

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                schrieb zuletzt editiert von
                #7

                Wer beim Kinderschutz in Bezug auf Social Media nur vom Verbot redet und von Algorithmen, Armut und Einsamkeit schweigt, ist entweder böswillig oder inkompetent.
                Und an der Stelle ist auch Soziale Arbeit gefordert, mal die Systemfrage zu stellen.

                7/7

                #socialmediaverbot #kinderschutz #sozialearbeit

                thesailor@norden.socialT march@mstdn.ioM 2 Antworten Letzte Antwort
                0
                • soziauftour@troet.cafeS soziauftour@troet.cafe

                  Wer beim Kinderschutz in Bezug auf Social Media nur vom Verbot redet und von Algorithmen, Armut und Einsamkeit schweigt, ist entweder böswillig oder inkompetent.
                  Und an der Stelle ist auch Soziale Arbeit gefordert, mal die Systemfrage zu stellen.

                  7/7

                  #socialmediaverbot #kinderschutz #sozialearbeit

                  thesailor@norden.socialT This user is from outside of this forum
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                  thesailor@norden.social
                  schrieb zuletzt editiert von
                  #8

                  @SoziAufTour

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                  • soziauftour@troet.cafeS soziauftour@troet.cafe

                    Wer beim Kinderschutz in Bezug auf Social Media nur vom Verbot redet und von Algorithmen, Armut und Einsamkeit schweigt, ist entweder böswillig oder inkompetent.
                    Und an der Stelle ist auch Soziale Arbeit gefordert, mal die Systemfrage zu stellen.

                    7/7

                    #socialmediaverbot #kinderschutz #sozialearbeit

                    march@mstdn.ioM This user is from outside of this forum
                    march@mstdn.ioM This user is from outside of this forum
                    march@mstdn.io
                    schrieb zuletzt editiert von
                    #9

                    @SoziAufTour amen 🥲🖖🏻

                    1 Antwort Letzte Antwort
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                    • wando@troet.cafeW wando@troet.cafe shared this topic
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                    • soziauftour@troet.cafeS soziauftour@troet.cafe

                      Weil wir ja gerade so viel über Kinderschutz, Algorithmen und Bildschirmzeiten reden (und mit wir mein ich den rechten Flügel der SPD und die CDU, die sich nach rechts radikalisiert hat): Warum sind Kinder und Jugendliche so viel am Bildschirm?
                      Take 1: ihnen fehlt soziale Einbindung.
                      Gerade Kinder und Jugendliche, die anecken, auffallen, eher einzelgängerisch und schüchtern sind, hängen viel am Handy und fordern das stark ein. Die Lösung dafür ist kein Verbot, sondern besser ausgestattete 1/x

                      divverent@misskey.deD This user is from outside of this forum
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                      divverent@misskey.de
                      schrieb zuletzt editiert von
                      #10
                      @SoziAufTour@troet.cafe Es kommt auch dazu, wie wir sehen, dass Zugezogene kaum in bestehende Freundeskreise rein kommen können. Wenn, dann geht nur etwas mit anderen Zugezogenen, die sind aber meist knapp.

                      Die Gesellschaft muss wieder offener werden...
                      1 Antwort Letzte Antwort
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