Am heutigen 11. Verhandlungstag im 2. NSU-Prozess ging es zunächst um die Campingurlaube des NSU.
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Am heutigen 11. Verhandlungstag im 2. NSU-Prozess ging es zunächst um die Campingurlaube des NSU. Ab 2008 wurden diese mit dem Namen von Susann Eminger gebucht. Außerdem sagten Zeug*innen aus der Nachbarschaft des NSU und dem Umfeld der Emingers aus. Thread

Der erste Zeuge des Tages war der ehemalige Kriminalbeamte Er. Er fasste für das BKA die Ergebnisse der Ermittlungen zu den Urlaubsaufenthalten des NSU zusammen. Er sagte bereits im ersten NSU-Prozess aus: https://www.nsu-watch.info/2016/05/protokoll-284-verhandlungstag-31-mai-2016/
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Der erste Zeuge des Tages war der ehemalige Kriminalbeamte Er. Er fasste für das BKA die Ergebnisse der Ermittlungen zu den Urlaubsaufenthalten des NSU zusammen. Er sagte bereits im ersten NSU-Prozess aus: https://www.nsu-watch.info/2016/05/protokoll-284-verhandlungstag-31-mai-2016/
Nach der Selbstenttarnung des NSU wurde laut Angaben des Zeugen bundesweit auf Campingplätzen ermittelt. Mit "hohem Personalaufwand" wurden die handschriftlichen Anmeldezettel u.a. mit einer Liste der Aliaspersonalien des NSU abgeglichen. Daraus ergaben sich Prüffälle.
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Nach der Selbstenttarnung des NSU wurde laut Angaben des Zeugen bundesweit auf Campingplätzen ermittelt. Mit "hohem Personalaufwand" wurden die handschriftlichen Anmeldezettel u.a. mit einer Liste der Aliaspersonalien des NSU abgeglichen. Daraus ergaben sich Prüffälle.
Aus gefundenen Buchungen erstellte der Zeuge eine Liste und glich die Prüffälle mit Fahrzeuganmietungen des NSU ab. Festgestellt wurde unter anderem. dass der NSU ab 2007 auf dem Campinplatz "Wulfener Hals" auf Fehmarn Urlaub machte. Ab dem Jahr 2008 nutzte Beate Zschäpe zur Anmeldung den Namen Susann Eminger.
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Aus gefundenen Buchungen erstellte der Zeuge eine Liste und glich die Prüffälle mit Fahrzeuganmietungen des NSU ab. Festgestellt wurde unter anderem. dass der NSU ab 2007 auf dem Campinplatz "Wulfener Hals" auf Fehmarn Urlaub machte. Ab dem Jahr 2008 nutzte Beate Zschäpe zur Anmeldung den Namen Susann Eminger.
Zusätzlich wurden die Urlaubsfotos des NSU ausgewertet, so ergaben sich weitere Aufenthaltsorte, wie bei Tagesausflügen. Für den Zeitraum 1998-2002 konnte nichts festgestellt werden. Auf Urlaubsfotos von 2006 ist neben dem NSU-Kertrio auch ihr Unterstützer Holger Gerlach zu sehen.
Auf dem Campingplatz auf Fehmarn machte das NSU-Kerntrio Urlausbekanntschaften. Einige von ihnen besuchten sie außerhalb des Urlaubs auch zuhause. Bei diesen Besuchen seien CDs mit Urlaubsbildern ausgetauscht worden.
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Zusätzlich wurden die Urlaubsfotos des NSU ausgewertet, so ergaben sich weitere Aufenthaltsorte, wie bei Tagesausflügen. Für den Zeitraum 1998-2002 konnte nichts festgestellt werden. Auf Urlaubsfotos von 2006 ist neben dem NSU-Kertrio auch ihr Unterstützer Holger Gerlach zu sehen.
Auf dem Campingplatz auf Fehmarn machte das NSU-Kerntrio Urlausbekanntschaften. Einige von ihnen besuchten sie außerhalb des Urlaubs auch zuhause. Bei diesen Besuchen seien CDs mit Urlaubsbildern ausgetauscht worden.
Anschließend war nacheinander das Ehepaar Mo. geladen. Sie waren zufällige Urlaubsbekanntschaften des NSU-Kerntrios. Dieses habe sie 2007 auf dem Campingplatz Wulfener Hals auf Fehmarn angesprochen, weil sie Personen für eine Doppelkopfrunde gesucht habe. Seitdem hätten sie alle Campingplatz-Urlaube miteinander verbracht. Auch sie sagten bereits in München aus: https://www.nsu-watch.info/2013/11/protokoll-60-verhandlungstag-26-november-2013/
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Anschließend war nacheinander das Ehepaar Mo. geladen. Sie waren zufällige Urlaubsbekanntschaften des NSU-Kerntrios. Dieses habe sie 2007 auf dem Campingplatz Wulfener Hals auf Fehmarn angesprochen, weil sie Personen für eine Doppelkopfrunde gesucht habe. Seitdem hätten sie alle Campingplatz-Urlaube miteinander verbracht. Auch sie sagten bereits in München aus: https://www.nsu-watch.info/2013/11/protokoll-60-verhandlungstag-26-november-2013/
Beide schilderten, dass sie nach der Berichterstattung im November 2011 sofort zur Polizei gefahren seien. Auf dem örtlichen Polizeirevier habe man damit nicht viel anfangen können, aber am nächsten Tag seien sie von angereisten Beamten vernommen worden.
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Beide schilderten, dass sie nach der Berichterstattung im November 2011 sofort zur Polizei gefahren seien. Auf dem örtlichen Polizeirevier habe man damit nicht viel anfangen können, aber am nächsten Tag seien sie von angereisten Beamten vernommen worden.
Man habe sich für die Urlaube nach 2007 nicht direkt verabredet, aber es habe immer Überschneidungen gegeben. Gemeinsam mit anderen Campinggästen sei beispielweise gegrillt worden. Herr Mo. war mit Mundlos surfen. Sie hätten sie unter "Max, Gerry und Liese" gekannt.
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Man habe sich für die Urlaube nach 2007 nicht direkt verabredet, aber es habe immer Überschneidungen gegeben. Gemeinsam mit anderen Campinggästen sei beispielweise gegrillt worden. Herr Mo. war mit Mundlos surfen. Sie hätten sie unter "Max, Gerry und Liese" gekannt.
Bei einem gemeinsamen Essen habe Zschäpe den Namen Susann Eminger genutzt, weil sie mit einem Gutschein auf diesen Namen bezahlte. Auch ansonsten habe Zschäpe die Urlaubskasse verwaltet und alles in bar bezahlt. Allgemein hätten die drei nur bar gezahlt. "Geld müsssen sie gehabt haben, denn Urlaub da ist sehr teuer."
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Bei einem gemeinsamen Essen habe Zschäpe den Namen Susann Eminger genutzt, weil sie mit einem Gutschein auf diesen Namen bezahlte. Auch ansonsten habe Zschäpe die Urlaubskasse verwaltet und alles in bar bezahlt. Allgemein hätten die drei nur bar gezahlt. "Geld müsssen sie gehabt haben, denn Urlaub da ist sehr teuer."
Die drei hätten nicht so viel über sich erzählt, aber, so Herr Mo., das sei auf einem Campingplatz egal, "da geht es recht locker zu". Frau Mo. schilderte kurz ihr Entsetzen nach der Selbstenttarnung, „das waren halt unsere drei Ossis damals“.
Die politische Haltung sei ihnen nicht aufgefallen. Das Totenkopf-Stahlhelm-Tattoo auf seinem Bein habe Mundlos als "Jugendsünde" abgetan. Nach einem oder zwei Jahren sei dieses Tattoo "übertüncht" gewesen. Zuhause besucht haben sie sich nicht.
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Die drei hätten nicht so viel über sich erzählt, aber, so Herr Mo., das sei auf einem Campingplatz egal, "da geht es recht locker zu". Frau Mo. schilderte kurz ihr Entsetzen nach der Selbstenttarnung, „das waren halt unsere drei Ossis damals“.
Die politische Haltung sei ihnen nicht aufgefallen. Das Totenkopf-Stahlhelm-Tattoo auf seinem Bein habe Mundlos als "Jugendsünde" abgetan. Nach einem oder zwei Jahren sei dieses Tattoo "übertüncht" gewesen. Zuhause besucht haben sie sich nicht.
In der vierten Vernehmung ging es um eine Situation in einer Disko 2010, in der André Eminger erzählt habe, er lebe in Scheidung und seine Frau habe "einen Neuen".
Der eigentliche Zeuge der Situation ist bereits verstorben, daher wurde eine Freundin geladen, die er als seine Disko-Begleitung benannt hatte. Möglich ist allerdings, dass die falsche Zeugin geladen wurde.
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In der vierten Vernehmung ging es um eine Situation in einer Disko 2010, in der André Eminger erzählt habe, er lebe in Scheidung und seine Frau habe "einen Neuen".
Der eigentliche Zeuge der Situation ist bereits verstorben, daher wurde eine Freundin geladen, die er als seine Disko-Begleitung benannt hatte. Möglich ist allerdings, dass die falsche Zeugin geladen wurde.
Die Zeugin war allerdings im Jahr 2000, als 18-Jährige, drei Wochen mit André Eminger zusammen. Sie habe ihn an der Bomberjacke als rechts erkannt, sie selbst habe damit aber "nichts zu tun" gehabt.
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Die Zeugin war allerdings im Jahr 2000, als 18-Jährige, drei Wochen mit André Eminger zusammen. Sie habe ihn an der Bomberjacke als rechts erkannt, sie selbst habe damit aber "nichts zu tun" gehabt.
Als fünfte Zeugin wurde eine ehemalige Nachbarin des NSU-Kerntrios aus der Polenzstraße, R., gehört. Diese zog 2007 nach dem Wasserschaden in die Wohnung über Beate Zschäpe. R. nahm Zschäpe als alleinlebend wahr. Sie habe wenn überhaupt Mundlos 1-2 mal gesehen.
Die Zeugin sagte aus, sie sei mit Susann Eminger in einem Schuljahrgang gewesen. Eines Tages habe sie sie vor dem Haus in der Polenzstraße getroffen, Eminger habe ihre zwei Kinder aus dem Auto geholt und sei mit ihnen ins Haus gegangen.
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Als fünfte Zeugin wurde eine ehemalige Nachbarin des NSU-Kerntrios aus der Polenzstraße, R., gehört. Diese zog 2007 nach dem Wasserschaden in die Wohnung über Beate Zschäpe. R. nahm Zschäpe als alleinlebend wahr. Sie habe wenn überhaupt Mundlos 1-2 mal gesehen.
Die Zeugin sagte aus, sie sei mit Susann Eminger in einem Schuljahrgang gewesen. Eines Tages habe sie sie vor dem Haus in der Polenzstraße getroffen, Eminger habe ihre zwei Kinder aus dem Auto geholt und sei mit ihnen ins Haus gegangen.
In ihrer Aussage machte R. allerdings andere Angaben als heute: 2011 verneinte sie, gefragt nach Fahrzeugen des NSU, welche gesehen zu haben. Lediglich das Auto von Susann Eminger habe sie gesehen. Aus den Medien habe sie erfahren, dass diese zwei Kinder habe.
Auf diesen Widerspruch machte die Richterin immer vehementer aufmerksam, während die Zeugin auf den Zeitabstand von 14 Jahren verwies. Sie könne sich nicht erinnern, was sie in ihrer damaligen Vernehmung gesagt habe.
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In ihrer Aussage machte R. allerdings andere Angaben als heute: 2011 verneinte sie, gefragt nach Fahrzeugen des NSU, welche gesehen zu haben. Lediglich das Auto von Susann Eminger habe sie gesehen. Aus den Medien habe sie erfahren, dass diese zwei Kinder habe.
Auf diesen Widerspruch machte die Richterin immer vehementer aufmerksam, während die Zeugin auf den Zeitabstand von 14 Jahren verwies. Sie könne sich nicht erinnern, was sie in ihrer damaligen Vernehmung gesagt habe.
Die Richterin gab der Zeugin eine Pause von 20 Minuten Zeit, um eine Begründung für diesen Widerspruch zu liefern, sie sei zur Wahrheit verpflichtet und riskiere ein Verfahren wegen Falschaussage. Beide wurden laut.
Die Zeugin blieb bei ihrer Version, sagte aber auf Nachfrage, dass sie keinen Grund gehabt habe, bei ihrer Vernehmung 2011 zu lügen. Allerdings habe sie sich in einer schweren persönlichen Situation befunden.
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