Diese Teilzeitdebatte blendet ja mal wieder so viel aus.
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Diese Teilzeitdebatte blendet ja mal wieder so viel aus. Wer arbeitet denn Teilzeit? Vor allem Frauen. Und warum? Weil deren ganze Care- und Hausarbeit neben einer Vollzeittätigkeit kaum zu wuppen ist. Und warum ist das so? Weil Frauen in Beziehungen immer noch den größten Teil davon stemmen müssen, weil passende Betreuungsangebote fehlen, weil…
Jaja, ich weiß: It’s a men’s world. Was kümmert die so was.
Ich bin ein Mann, und arbeite auch Teilzeit. Warum ? Weil ich nach 44 Jahren im Arbeitsleben meinen Job in Vollzeit nicht mehr schaffe.
Da ich sowieso nur eine kleine Rente bekommen werde, möchte ich mich nicht die letzten 2-3 Jahre kaputt schuften, wegen evtl. 50€ mehr Rente.
Diese Debatte ist für mich ein Schlag ins Gesicht. Was fällt denen als nächstes ein ?
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Ich bin ein Mann, und arbeite auch Teilzeit. Warum ? Weil ich nach 44 Jahren im Arbeitsleben meinen Job in Vollzeit nicht mehr schaffe.
Da ich sowieso nur eine kleine Rente bekommen werde, möchte ich mich nicht die letzten 2-3 Jahre kaputt schuften, wegen evtl. 50€ mehr Rente.
Diese Debatte ist für mich ein Schlag ins Gesicht. Was fällt denen als nächstes ein ?
@passenger Ich bin kinderlos, Freiberuflerin, arbeite aber auch in der Regel keine 40 Stunden in der Woche. Wieso? Weil meine Arbeitszeiten als Lokaljournalistin ohnehin sehr krude sind (morgens früh tippen, nachmittags oder abends Termine). Mit einer 40-Stunden-Woche bin ich sieben Tage die Woche zwischen morgens und Nachts unterwegs mit langen Pausen dazwischen. Been there, done that – kann und will ich nicht mehr.
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Ich bin ein Mann, und arbeite auch Teilzeit. Warum ? Weil ich nach 44 Jahren im Arbeitsleben meinen Job in Vollzeit nicht mehr schaffe.
Da ich sowieso nur eine kleine Rente bekommen werde, möchte ich mich nicht die letzten 2-3 Jahre kaputt schuften, wegen evtl. 50€ mehr Rente.
Diese Debatte ist für mich ein Schlag ins Gesicht. Was fällt denen als nächstes ein ?
@passenger Es ist ja auch für niemanden sinnvoll, sich bis in den Burnout zu schuften und dann 100% auszufallen.
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@passenger Ich bin kinderlos, Freiberuflerin, arbeite aber auch in der Regel keine 40 Stunden in der Woche. Wieso? Weil meine Arbeitszeiten als Lokaljournalistin ohnehin sehr krude sind (morgens früh tippen, nachmittags oder abends Termine). Mit einer 40-Stunden-Woche bin ich sieben Tage die Woche zwischen morgens und Nachts unterwegs mit langen Pausen dazwischen. Been there, done that – kann und will ich nicht mehr.
Bei mir war der Knackpunkt der Besuch bei der Rentenberatung. Mit 30 habe ich mir ehrlich gesagt keinen Kopf gemacht, was später mal sein könnte. Oft mies bezahlte Jobs gemacht, nur um über die Runden zu kommen, und ja nicht arbeitslos werden. Das fällt mir heute auf die Füße. Trotzdem, ich genieße die freie Woche. Nur so schaffe ich danach meine Arbeitswoche.
Abschreckung: 3 Nachbarn, 2-5 Jahre jünger als ich, Wracks, weil körperlich schwere Arbeit, seit Jahren arbeitsunfähig
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A angelacarstensen@mastodon.online shared this topic
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Ich bin ein Mann, und arbeite auch Teilzeit. Warum ? Weil ich nach 44 Jahren im Arbeitsleben meinen Job in Vollzeit nicht mehr schaffe.
Da ich sowieso nur eine kleine Rente bekommen werde, möchte ich mich nicht die letzten 2-3 Jahre kaputt schuften, wegen evtl. 50€ mehr Rente.
Diese Debatte ist für mich ein Schlag ins Gesicht. Was fällt denen als nächstes ein ?
Wenn jemand Teilzeit arbeiten will, sollte das Grund genug sein.
Aber meiner Einschätzung nach ist der Hauptnutzen dieser Debatte, dass wir dermaßen mit unverschämten Aussagen hauptsächlich der Unionsparteien zugeschüttet werden, dass wir keine Energie mehr haben für Protest.
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Wenn jemand Teilzeit arbeiten will, sollte das Grund genug sein.
Aber meiner Einschätzung nach ist der Hauptnutzen dieser Debatte, dass wir dermaßen mit unverschämten Aussagen hauptsächlich der Unionsparteien zugeschüttet werden, dass wir keine Energie mehr haben für Protest.
@AngelaCarstensen @KatjaGausMimO
Ist ja schon eine Frechheit, daß man sich dafür rechtfertigen soll, bzw. schämen, daß man seine ganze Energie nicht in den Dienst des Staates stellt.
In meiner Lehrzeit, und den ersten 10 Jahren als Geselle war ein 10 Std. Arbeitstag etwas völlig normales. Ohne extra Bezahlung natürlich. Würde ich allein diese Stunden irgendwie gutgeschrieben bekommen, wäre ich schon lange Rentner. Und ... je mieser die Bezahlung war, umso länger der Arbeitstag.
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Bei mir war der Knackpunkt der Besuch bei der Rentenberatung. Mit 30 habe ich mir ehrlich gesagt keinen Kopf gemacht, was später mal sein könnte. Oft mies bezahlte Jobs gemacht, nur um über die Runden zu kommen, und ja nicht arbeitslos werden. Das fällt mir heute auf die Füße. Trotzdem, ich genieße die freie Woche. Nur so schaffe ich danach meine Arbeitswoche.
Abschreckung: 3 Nachbarn, 2-5 Jahre jünger als ich, Wracks, weil körperlich schwere Arbeit, seit Jahren arbeitsunfähig
@passenger Ähnlich hier. Da sind lange Zeiten mit keinen oder nur wenigen Auswirkungen auf eine spätere Rente: studieren und promovieren, Praktikum, Nebenjobs, Mutter pflegen… Es ist gar nicht möglich, dass ich (Jg. 73) noch so viel arbeite, dass ich eine auskömmliche Rente erhalten werde.
Ich hätte aber auch prinzipiell nichts dagegen, länger zu arbeiten, wenn Körper und Kopf mitmachen. Und wenn nicht, brächte mir eine hohe Rente auch nicht so viel. -
Wenn jemand Teilzeit arbeiten will, sollte das Grund genug sein.
Aber meiner Einschätzung nach ist der Hauptnutzen dieser Debatte, dass wir dermaßen mit unverschämten Aussagen hauptsächlich der Unionsparteien zugeschüttet werden, dass wir keine Energie mehr haben für Protest.
@AngelaCarstensen @passenger Ich sehe darin auch einen weiteren Baustein im Backlash. Ohne Teilzeitmöglichkeit werden viele Frauen gar nicht mehr arbeiten können. Oder sie reiben sich auf, bis sie kaputt gehen. Dann sind sie immerhin auch still.
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@passenger Ähnlich hier. Da sind lange Zeiten mit keinen oder nur wenigen Auswirkungen auf eine spätere Rente: studieren und promovieren, Praktikum, Nebenjobs, Mutter pflegen… Es ist gar nicht möglich, dass ich (Jg. 73) noch so viel arbeite, dass ich eine auskömmliche Rente erhalten werde.
Ich hätte aber auch prinzipiell nichts dagegen, länger zu arbeiten, wenn Körper und Kopf mitmachen. Und wenn nicht, brächte mir eine hohe Rente auch nicht so viel.Ich werde wohl arbeiten, so lange es geht. Mit dem Unterschied, es wird freiwillig sein, und es muß Spaß machen. 1-2x die Woche wären kein Problem.
Meine Frau arbeitet Vollzeit, und die Entscheidung in Teilzeit zu gehen, war mit ihr abgestimmt. Grundbedingung war, daß ich meinen Teil zum Leben beitragen kann, und nicht auf ihre Kosten einen Gemütlichen mache.
Funktioniert bisher, nach einem Jahr hervorragend, weil wir Beide recht genügsame Menschen sind.
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@AngelaCarstensen @passenger Ich sehe darin auch einen weiteren Baustein im Backlash. Ohne Teilzeitmöglichkeit werden viele Frauen gar nicht mehr arbeiten können. Oder sie reiben sich auf, bis sie kaputt gehen. Dann sind sie immerhin auch still.
Wie gruselig ist das? Wir sollen wie durch einen mentalen Fleischwolf gedreht werden, bis wir eine schweigende knetbare Masse sind.