Was ist mit Jungs, die sobald sie in der Gesellschaft anderer Jungs sind, wirklich zwanghaft Scheiße bauen?
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@AngelaCarstensen "Zu spät" hieße doch aber, dass man sein Kind aufgibt, nur weil man in der Vergangenheit etwas verpaßt hat. Nein, ich denke, zu spät ist es nie. Aber es wird bestimmt schwerer, in der Pubertät noch zu seinem Kind durchzudringen, wenn man den Kanal nicht schon vorher aufgebaut hat. Aber versuchen sollte man es doch immer. Dafür ist man doch Elter.
Okay, also ich meinte nicht, dass es komplett zu spät ist, überhaupt noch was zu machen. Aber zu spät um vorsorglich zu verhindern, dass jemand überhaupt in so ein Verhalten rein eskaliert.
Das eine ist Vorsorge, dass andere ist Umgehen mit der schon verkorksten Situation.
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Was ist mit Jungs, die sobald sie in der Gesellschaft anderer Jungs sind, wirklich zwanghaft Scheiße bauen?
@dieKadda Selbstunsichere Persönlichkeiten, die aus fehlender Anerkennung, Ablehnung oder Mobbing entstehen, sind ideales Futter für Gruppen, in denen toxische Männlichkeit positiv bewertet wird, z.B. Nazis. Da erfahren ihre negativen Reaktionen auf soziale Standards dann Akzeptanz, nach dem Muster: je devianter, desto höher der Status. Bis zur kollektiven Enthemmung als Zugehörigkeitsritual
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Was ist mit Jungs, die sobald sie in der Gesellschaft anderer Jungs sind, wirklich zwanghaft Scheiße bauen?
@dieKadda
Eltern haben wahrscheinlich nur sehr geringe Chancen so eine Gruppensolidarität nachträglich aufzubrechen oder auch nur nach ihren Vorstellungen zu beeinflussen. Sie sind explizit außerhalb der Gruppe. Dieses 'Scheiße bauen' ist der Stresstest für den Zusammenhalt der Gruppe, oftmals aufbauend auf der Ablehnung der elterlichen Werte: Wie weit gehst du mit uns?
Wir haben bestimmt noch ein, zwei Jahre Zeit. Aber mir graut es jetzt schon davor. -
@dieKadda
Eltern haben wahrscheinlich nur sehr geringe Chancen so eine Gruppensolidarität nachträglich aufzubrechen oder auch nur nach ihren Vorstellungen zu beeinflussen. Sie sind explizit außerhalb der Gruppe. Dieses 'Scheiße bauen' ist der Stresstest für den Zusammenhalt der Gruppe, oftmals aufbauend auf der Ablehnung der elterlichen Werte: Wie weit gehst du mit uns?
Wir haben bestimmt noch ein, zwei Jahre Zeit. Aber mir graut es jetzt schon davor.@dieKadda
(Theweleit empfiehlt Fußball, glaube ich.) -
Was ist mit Jungs, die sobald sie in der Gesellschaft anderer Jungs sind, wirklich zwanghaft Scheiße bauen?
@dieKadda
Was hat Holgi getan? -
Was ist mit Jungs, die sobald sie in der Gesellschaft anderer Jungs sind, wirklich zwanghaft Scheiße bauen?
@dieKadda Als ehemaliger Junge mit "Praxis": Es ist ne Art sich Zusammenhalt & Dazugehörigkeit zu demonstrieren, gemischt mit Wettkampf.
Was dagegen tun? Mitgeben, dass er ein toller liebenswerter Typ ist (in der Pubertät kurz, unaufdringlich aber oft) & trotzdem kritisch fragen, willst du wirklich so sein? Spiegeln kurz sehr klar, wie Opfer empfinden. Verhalten klar ablehnen, Jungen nicht. Mit Rückfällen rechnen. Empathie für Wunsch nach Cliquenakzeptanz zeigen. Schwierig für Jungs & Eltern -
Was ist mit Jungs, die sobald sie in der Gesellschaft anderer Jungs sind, wirklich zwanghaft Scheiße bauen?
@dieKadda würde gerne aus meiner Passion was beitragen/
Gewalt entsteht fast immer aus gewaltvollen Erfahrungen. In einer solchen Gruppe ist fast immer einer, der Gewalt erlebt (hat).
Das beste gegen “dumme Taten” sind positive Ziele, Wertschätzung, Respekt. Besser als der Kampf dagegen. Aber ist anstrengend. Echt!Das blöde ist, Aggression schaukelt sich hoch. Der unbeteiligte macht mit ohne, dass er es wirklich will.
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@dieKadda würde gerne aus meiner Passion was beitragen/
Gewalt entsteht fast immer aus gewaltvollen Erfahrungen. In einer solchen Gruppe ist fast immer einer, der Gewalt erlebt (hat).
Das beste gegen “dumme Taten” sind positive Ziele, Wertschätzung, Respekt. Besser als der Kampf dagegen. Aber ist anstrengend. Echt!Das blöde ist, Aggression schaukelt sich hoch. Der unbeteiligte macht mit ohne, dass er es wirklich will.
@Kidz_pod ich glaube auch, man hat immer zwei Ebenen, auf denen man ansetzen kann: das eine ist die Beziehung und das andere sind die Bedürfnisse.
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@Kidz_pod ich glaube auch, man hat immer zwei Ebenen, auf denen man ansetzen kann: das eine ist die Beziehung und das andere sind die Bedürfnisse.
@dieKadda jepp.
Wobei die Beziehung da sein muss, um ũber Bedũrfniase űberhaupt was zu erfahren. Was ich außerdem oft erlebe, ist dass die Jugendlichen Bedũrfnisse nicht ernst genommen oder abgetan werden.
Macht es fũr die Jugendlichen nicht einfach.Eines hatte ich vorhin vergessen: Es gibt immer einen guten Grund fũr das Verhalten
Gilt fũr mich inzwischen fũr jedes Verhalten nicht nur fũr traumatische Reaktionen
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@JimPansen danke für deine langen Gedanken! Das ist sehr hilfreich. Ich erlebe es tatsächlich auch so, dass die Erwachsenen hilflos sind – selbst wenn es zum Beispiel auch Sozialarbeiter gibt. Dass trotzdem am Ende die gesamte Klasse bestraft wird und alle darunter leiden, anstatt gezielt die Wurzeln der Probleme zu behandeln. wo tatsächlich aber auch die Eltern mitmachen müssten.
@dieKadda Die Rahmenbedingungen in der Erziehung sind einfach desaströs. Alle Beteiligten stehen unter ständigem Druck und handeln oft vollkommen Kopflos. Da reicht es längst nicht mehr zu flicken, da ist eine intelligente und starke Bildungspolitik gefordert. Ich wüßte aber nicht wer das leisten könnte, weder hier in NRW noch im Bund. Es fehlt dazu schlicht der politische Wille in nahezu allen Parteien, von der Kompetenz mal ganz abgesehen.
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Was ist mit Jungs, die sobald sie in der Gesellschaft anderer Jungs sind, wirklich zwanghaft Scheiße bauen?
Was ist denn eigentlich mit Scheiße bauen gemeint? Da gibt's ja die unterschiedlichsten Sichtweisen zu den unterschiedlichsten Dingen.
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Was ist denn eigentlich mit Scheiße bauen gemeint? Da gibt's ja die unterschiedlichsten Sichtweisen zu den unterschiedlichsten Dingen.
@Roodie ich meine auch alles: von Lärmbelästigung, Sachbeschädigung über Mobbing, Waffenbesitz - alles, was eben für andere echt scheiße ist. Ich meine nicht Klingelstreiche
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@dieKadda Also ich sag das hier aus dem Comfort-Bereich meines Sofas. Ich hab selbst keine Jungs und meine Mädels, auch wenn sie manchmal Quatsch machen oder sich anstiften lassen, tun das in einem Rahmen, wo es mich nicht beunruhigt. Aber meine eigene Mutter war Lehrerin (bevor sie Programmiererin wurde). Ich erinnere mich an solche Gespräche in meiner Kindheit und auch mein Bruder war immer relativ stabil was gruppendynamischen Leichtsinn betrifft. So maybe it helped?
3/3@levampyre Ich würde auch sagen, viel ist schon im jeweiligen Kind angelegt. Wir haben hier einen Jungen, der zwar sicher anfällig ist, für so hochschaukel-Dynamiken aber gleichzeitig viel reflektierter, unabhängiger und auch bereiter über alles zu reden, als das Mädchen, das nix so sehr will wie dazu gehören und alles mit sich ausmacht. Klar, vor der Pubertät den Wert von Werten aber auch die eigene Offenheit kommunizieren hilft bestimmt. @dieKadda @bithive
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L luettdeern@plasmatrap.com shared this topic