Was ist mit Jungs, die sobald sie in der Gesellschaft anderer Jungs sind, wirklich zwanghaft Scheiße bauen?
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@AngelaCarstensen @bookstardust aber vielleicht ist was dran. ich muss immer an einen langjährigen Schulfreund denken. der war einzeln ein wirklich guter Mensch. In der Gruppe jedes Mal Eskalation, bis er von der Schule geflogen ist. Beschäftigt mich bis heute, weil es sich angefühlt hat, als würde sein Hirn sich abschalten, sobald andere Jungs dabei sind.
@dieKadda @AngelaCarstensen @bookstardust Liegt es dann nicht eher an der Gruppendynamik als an Hormonen?
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@AngelaCarstensen @bookstardust aber vielleicht ist was dran. ich muss immer an einen langjährigen Schulfreund denken. der war einzeln ein wirklich guter Mensch. In der Gruppe jedes Mal Eskalation, bis er von der Schule geflogen ist. Beschäftigt mich bis heute, weil es sich angefühlt hat, als würde sein Hirn sich abschalten, sobald andere Jungs dabei sind.
@dieKadda @AngelaCarstensen aber ist es nicht auch so, dass sie sich das einfach "leisten" können. Was ist aus deinem Freund geworden? Ist er dann abgestürzt oder konnte er sich wieder etwas aufbauen?
Warum können die Jungs nicht in der Gruppe füreinander da sein und sich Selbstvertrauen und Selbstwert ohne Wettbewerb geben? -
@levampyre @bithive ich kann mir leider zu gut vorstellen, dass man mit all sowas nicht durchdringen wird. Das sind Werte, Gespräche, die man am besten vor der Pubertät hatte.
@dieKadda @levampyre @bithive sehe ich auch so, dass es zu spät ist, wenn das Phänomen auftritt.
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Was ist mit Jungs, die sobald sie in der Gesellschaft anderer Jungs sind, wirklich zwanghaft Scheiße bauen?
Mein Verständnis davon ist, dass es ganz viel mit Angst bzw. verschiedenen Ängsten zu tun hat.
Nicht, dass ich alles gelesen hätte, aber für mich ist Klaus Theweleit dazu immer wieder erhellend:
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@dieKadda Also ich sag das hier aus dem Comfort-Bereich meines Sofas. Ich hab selbst keine Jungs und meine Mädels, auch wenn sie manchmal Quatsch machen oder sich anstiften lassen, tun das in einem Rahmen, wo es mich nicht beunruhigt. Aber meine eigene Mutter war Lehrerin (bevor sie Programmiererin wurde). Ich erinnere mich an solche Gespräche in meiner Kindheit und auch mein Bruder war immer relativ stabil was gruppendynamischen Leichtsinn betrifft. So maybe it helped?
3/3Also als Eltern immer das Beste versuchen und hoffen, dass die Kinder es aufnehmen?
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@dieKadda @bookstardust Aber das ist ja kein Zustand, den ich so hinnehmen möchte.
@AngelaCarstensen @bookstardust ja, eben. Drum würde mich wirklich interessieren, was in so einem Fall helfen kann.
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@dieKadda @AngelaCarstensen aber ist es nicht auch so, dass sie sich das einfach "leisten" können. Was ist aus deinem Freund geworden? Ist er dann abgestürzt oder konnte er sich wieder etwas aufbauen?
Warum können die Jungs nicht in der Gruppe füreinander da sein und sich Selbstvertrauen und Selbstwert ohne Wettbewerb geben?@bookstardust @AngelaCarstensen ich glaube, er ist Anwalt geworden

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Mein Verständnis davon ist, dass es ganz viel mit Angst bzw. verschiedenen Ängsten zu tun hat.
Nicht, dass ich alles gelesen hätte, aber für mich ist Klaus Theweleit dazu immer wieder erhellend:
@wllnr danke, das muss ich mir mal anhören
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Was ist mit Jungs, die sobald sie in der Gesellschaft anderer Jungs sind, wirklich zwanghaft Scheiße bauen?
@dieKadda
Ich bin da mit meinem Sohn auch oft verzweifelt, zumal er sich die richtigen Kandidaten für "Quatsch" rausgesucht hat.
Ich habe ihm immer wieder erklärt, wie sehr mich das belastet, wenn Nachbarn / Leute vor der Türe stehen und sich beschweren.Das ganze hat (bis jetzt) schlagartig sein Ende genommen, seitdem er in jeder freien Minute auf einem Bauernhof mitarbeitet, mit reichlich Bestätigung und Fleisch belohnt wird. Da verbringt er ganze Tage und kommt ausgeglichen wieder heim.
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@dieKadda @AngelaCarstensen aber ist es nicht auch so, dass sie sich das einfach "leisten" können. Was ist aus deinem Freund geworden? Ist er dann abgestürzt oder konnte er sich wieder etwas aufbauen?
Warum können die Jungs nicht in der Gruppe füreinander da sein und sich Selbstvertrauen und Selbstwert ohne Wettbewerb geben?@bookstardust @dieKadda @AngelaCarstensen Genau so erlebe ich das an der Schule meines Sohnes. Da gibt es ein Kind, was sich wie ein Arsch benimmt und die Gruppe um sich dazu anstiftet. Eltern beides Polizist*innen. Spricht die Schule eine Strafe aus, setzt sich die Mutter dafür ein, dass die Strafe wieder fallengelassen wird.
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@bookstardust @AngelaCarstensen ich glaube, er ist Anwalt geworden

@dieKadda @AngelaCarstensen ja, wow
Er benimmt sich so daneben, fliegt von der Schule und wird dann Anwalt

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@dieKadda @levampyre @bithive sehe ich auch so, dass es zu spät ist, wenn das Phänomen auftritt.
@AngelaCarstensen "Zu spät" hieße doch aber, dass man sein Kind aufgibt, nur weil man in der Vergangenheit etwas verpaßt hat. Nein, ich denke, zu spät ist es nie. Aber es wird bestimmt schwerer, in der Pubertät noch zu seinem Kind durchzudringen, wenn man den Kanal nicht schon vorher aufgebaut hat. Aber versuchen sollte man es doch immer. Dafür ist man doch Elter.
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@bithive gibt es gar nichts, was man zum Beispiel als Eltern tun kann?
@dieKadda in meiner eigenen Erziehung erinnere ich mich an zwei Fragen, die meine Eltern gestellt haben. "Hättest du das auch gemacht, wenn du alleine gewesen wärst?" und "Versuch mal, dir vorzustellen, wie der/die andere das gefunden hat, was ihr da gemacht habt." Ich fand das im Rückblick ziemlich gut, meine Eltern haben damals insgesamt recht bewusst mit Gordon "Familienkonferenz" gearbeitet. Das waren ziemlich nüchterne Reflexionseinstiege ohne die (oft Widerstand erzeugenden) sofortigen /1
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Was ist mit Jungs, die sobald sie in der Gesellschaft anderer Jungs sind, wirklich zwanghaft Scheiße bauen?
@dieKadda ich hab auch viel Mist gebaut. Allerdings bin ich immer innerhalb des eigenen Wertesystems geblieben. Das ist auch mein Erziehungsansatz: meinem Sohn einen anständigen Wertekompass mitgeben, damit in entscheidenden Momenten bei ihm ein Störgefühl entsteht.
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Meine Frau berichtet, dass die Pupertät da nochmal alles umkrempelt. 3 Jungs und alle 3 sind anders und die sind alle so etwa ein Jahr auseinander. Und gefühlt gleich erzogen.
Jeder von denen ist anders und das hat auch viel mit dem Umfeld zu tun in dem sie unterwegs sind.
Der große macht freiwilliges Soziales Jahr und ist mega engagiert. Der mittlere ist nur in Fitnessstudio und will am liebsten die Schule abbrechen und der kleinste will es dem mittleren nachmachen, aber orientiert sich auch am ganz großen. Er wurde aber jetzt gerne Hauptschule machen und dann eine Ausbildung; und wir reden mit Engelszungen auf ihn ein, das man mit einem Hauptschulabschluss keine Ausbildung als KFZ-Mechatroniker bekommt.
Will sagen, es liegt auch nicht alles in der Hand der eltern -
@dieKadda
Ich bin da mit meinem Sohn auch oft verzweifelt, zumal er sich die richtigen Kandidaten für "Quatsch" rausgesucht hat.
Ich habe ihm immer wieder erklärt, wie sehr mich das belastet, wenn Nachbarn / Leute vor der Türe stehen und sich beschweren.Das ganze hat (bis jetzt) schlagartig sein Ende genommen, seitdem er in jeder freien Minute auf einem Bauernhof mitarbeitet, mit reichlich Bestätigung und Fleisch belohnt wird. Da verbringt er ganze Tage und kommt ausgeglichen wieder heim.
@MagicMutti ich hab auch oft Langeweile im Verdacht.
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@bithive gibt es gar nichts, was man zum Beispiel als Eltern tun kann?
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Also als Eltern immer das Beste versuchen und hoffen, dass die Kinder es aufnehmen?
@bithive Na klar, genau. Und das Gute oder sagen wir das, was man sich von seinem Kind wünscht, auch vorleben, also alle Facetten von Menschlichkeit. Ich denke, es ist z.B. auch super wichtig, dass die Kinder sehen, dass auch Erwachsene mal Fehler machen. Und dass man die aber oft korrigieren kann durch Einsicht und Entschuldigung. Und da fängt doch die moralische Selbstreflexion an: Dein Bauch sagt dir, dass etwas falsch ist und dein Kopf muß nun nur noch herausfinden, wieso?
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@dieKadda in meiner eigenen Erziehung erinnere ich mich an zwei Fragen, die meine Eltern gestellt haben. "Hättest du das auch gemacht, wenn du alleine gewesen wärst?" und "Versuch mal, dir vorzustellen, wie der/die andere das gefunden hat, was ihr da gemacht habt." Ich fand das im Rückblick ziemlich gut, meine Eltern haben damals insgesamt recht bewusst mit Gordon "Familienkonferenz" gearbeitet. Das waren ziemlich nüchterne Reflexionseinstiege ohne die (oft Widerstand erzeugenden) sofortigen /1
@dieKadda Vorwürfe anderer Eltern (oder, andererseits, deren anscheinende Gleichgültigkeit).
Es hat bei mir nicht dazu geführt, dass ich offen gegen die (oftmals körperlich überlegenen, schon gar in der Masse) Rädelsführer vorgegangen bin, sondern dass ich "nicht mitgemacht" habe. In der Soziodynamik steht man dann natürlich irgendwann am Rand. Aber das ist kein ganz schlechter Ort. -
@bithive Na klar, genau. Und das Gute oder sagen wir das, was man sich von seinem Kind wünscht, auch vorleben, also alle Facetten von Menschlichkeit. Ich denke, es ist z.B. auch super wichtig, dass die Kinder sehen, dass auch Erwachsene mal Fehler machen. Und dass man die aber oft korrigieren kann durch Einsicht und Entschuldigung. Und da fängt doch die moralische Selbstreflexion an: Dein Bauch sagt dir, dass etwas falsch ist und dein Kopf muß nun nur noch herausfinden, wieso?
Das sehe ich an meinem kleinen, wenn ich den sage, das ich Dinge auch nicht gut kann, oder das ich was falsch gemacht habe, schaut er mich immer ganz groß an und man merkt wie es im Kopf rattert. Und ich glaube es hilft ihm auch eigene Fehler einzugestehen. Ist aber auch für mich eine Entwicklungsaufgabe.