„Warum sollte ich mit 14 Jahren plötzlich versiert mit #Tiktok umgehen können, wenn es mir mit 13 niemand gezeigt hat?“
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Ganz richtig – der Vergleich hinkt.
Denn eine Drogensucht ist nicht gleich Social-Media-Sucht.
Auf Zigaretten und Alkohol lässt sich verzichten (auch wenn es leider zum Alltag gehört, jederzeit verfügbar ist und durch Werbung an der Kasse einem ins Gesicht gedrückt wird).Bei einer Social-Media-Sucht bzw. zwanghaften Internetnutzung sieht das anders aus. Hier ist es eher mit Magersucht oder einer Essstörung vergleichbar: Ein absoluter Verzicht ist nicht möglich, vielmehr muss ein gesunder Umgang erlernt werden.
Das lernt Mensch jedoch nicht mit sieben, zwölf, achtzehn oder fünfundfünfzig Jahren durch einfaches Ausprobieren.
Es ist komplizierter. Denn Mensch kann noch so vorbildlich agieren – wenn das Produkt so gebaut ist, dass es einen zwangsläufig süchtig machen soll.
Es ist, als würde Mensch in ein Auto steigen und glauben, es steuern zu können, obwohl es so konstruiert ist, dass es nur in eine bestimmte Richtung fährt.@LeseZuak
Danke, ja, genau. Auch viele andere lebensbestimmende Bereiche wurden gezielt süchtigmachend gebaut. https://dizl.de/@fortyeight/116085399657416729
@stefanmuelller -
2/ „Was Social Media so gefährlich für junge Menschen macht, kann Markus Surrey erklären. Der 40-Jährige leitet den psychologischen Dienst der Stadt Solingen und beobachtet seit Jahren, wie parallel zur zunehmenden Social-Media-Nutzung auch die Häufigkeit von psychischen Erkrankungen steigt. „Mittlerweile sagen 30 Prozent der Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren, dass sie im vergangenen Jahr eine schwere depressive Phase hatten“, sagt der Psychologe der taz. Meist gingen solche Aussagen mit einem massiven Medienkonsum einher. Dafür aber seien junge Menschen körperlich gar nicht gerüstet.
Neurobiologische Begründung
„Der Bereich im Gehirn, der für Impulskontrolle zuständig ist, ist je nach Studie erst mit 21 bis 25 Jahren fertig ausgebildet“, sagt Surrey. Viele der Apps hielten jedoch bewusst mit sofortigen Belohnungen die Aufmerksamkeit ihrer Nutzer hoch. „Dem können sich Jugendliche von selbst kaum entziehen.““
Diese Fixierung auf Social Media blendet aus, dass der grundlegende Trend schon viel früher begann. Und dann sieht hier mal einer, dass es besonders Mädchen betrifft, die den neuen Magerwahn sehen und daran verzweifeln, aber verbindet es null mit dem allgemeinen frauenfeindlichen Rechtsruck. Vor Social Media hatten wir Talkshows im Fernsehen, erinnert sich noch wer an den Frauenhass da? Es ist zum Haareraufen.
https://jacobin.de/artikel/smartphones-psychische-erkrankungen-ungleichheit-kapitalismus
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Diese Fixierung auf Social Media blendet aus, dass der grundlegende Trend schon viel früher begann. Und dann sieht hier mal einer, dass es besonders Mädchen betrifft, die den neuen Magerwahn sehen und daran verzweifeln, aber verbindet es null mit dem allgemeinen frauenfeindlichen Rechtsruck. Vor Social Media hatten wir Talkshows im Fernsehen, erinnert sich noch wer an den Frauenhass da? Es ist zum Haareraufen.
https://jacobin.de/artikel/smartphones-psychische-erkrankungen-ungleichheit-kapitalismus
Es wird auch nirgendwo in der Debatte differenziert, ob sich der Gebrauch von Social Media gewandelt hat – von aktiver Kommunikation mit Freund*innen zu Konsum von kommerziellen Inhalten.
Dabei ist die Selbstgestaltungsmöglichkeit die Unterscheidung zu klassischen Medien und würde mit Verboten auch wegfallen und Jugendliche zwangsweise zu reinen Konsument*innen machen.
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„Warum sollte ich mit 14 Jahren plötzlich versiert mit #Tiktok umgehen können, wenn es mir mit 13 niemand gezeigt hat?“
So lahm.
Warum sollte ich mit 13 Jahren plötzlich versiert mit Tiktok umgehen können, wenn es mir mit 12 niemand gezeigt hat?
Warum sollte ich mit 12 Jahren plötzlich versiert mit Tiktok umgehen können, wenn es mir mit 11 niemand gezeigt hat?
Warum sollte ich mit 11 Jahren plötzlich versiert mit Tiktok umgehen können, wenn es mir mit 10 niemand gezeigt hat?
Warum sollte ich mit 10 Jahren plötzlich versiert mit Tiktok umgehen können, wenn es mir mit 9 niemand gezeigt hat?
Oder auch:
Warum sollte ich mit 17 Jahren plötzlich versiert mit Tiktok umgehen können, wenn es mir mit 16 niemand gezeigt hat?
Ja, klar muss das jemand erklären. Aber dennoch hat das Zeug Suchtpotential und ist schädlich für Kinder (und Erwachsene).
@stefanmuelller warum soviel gewewse ?
SPD = Null Rückrat nach oben.
Tritt wiedermal nach Unten !
#asozialdemokraten -
„Warum sollte ich mit 14 Jahren plötzlich versiert mit #Tiktok umgehen können, wenn es mir mit 13 niemand gezeigt hat?“
So lahm.
Warum sollte ich mit 13 Jahren plötzlich versiert mit Tiktok umgehen können, wenn es mir mit 12 niemand gezeigt hat?
Warum sollte ich mit 12 Jahren plötzlich versiert mit Tiktok umgehen können, wenn es mir mit 11 niemand gezeigt hat?
Warum sollte ich mit 11 Jahren plötzlich versiert mit Tiktok umgehen können, wenn es mir mit 10 niemand gezeigt hat?
Warum sollte ich mit 10 Jahren plötzlich versiert mit Tiktok umgehen können, wenn es mir mit 9 niemand gezeigt hat?
Oder auch:
Warum sollte ich mit 17 Jahren plötzlich versiert mit Tiktok umgehen können, wenn es mir mit 16 niemand gezeigt hat?
Ja, klar muss das jemand erklären. Aber dennoch hat das Zeug Suchtpotential und ist schädlich für Kinder (und Erwachsene).
@stefanmuelller ich behaupte einfacher mal, dass man mit social media auch gar nicht versiert umgehen können muss, wenn man nicht gerade als social media manager arbeitet
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@LeseZuak
Danke, ja, genau. Auch viele andere lebensbestimmende Bereiche wurden gezielt süchtigmachend gebaut. https://dizl.de/@fortyeight/116085399657416729
@stefanmuelller -
@stefanmuelller
Ich verstehe die Begründungen und teils auch die Vorteile eines Mindestalters für Social Media. Am Ende überwiegen für mich jedoch die Gegenargumente.
Jugendliche umgehen solche Altersgrenzen oft problemlos, zum Beispiel mit VPNs, wie man in Albanien, Australien oder UK beobachten kann.
Eine Ausweispflicht würde ausserdem allen schaden oder potenziell schaden. Kinder wären vielleicht zeitweise geschützt, aber alle, die alt genug sind, müssten sensible Daten an Grosskonzerne weitergeben.
Stattdessen brauchen wir einen gesellschaftlichen Wandel, auch wenn dieser extrem schwierig ist. Eltern müssen wirklich Verantwortung für ihre Kinder im Netz übernehmen. Eine Gesellschaft muss aktiv werden, wenn sie problematische Inhalte entdeckt. Plattformen sollten reguliert werden und Regeln müssen tatsächlich greifen. Social Media sollte in der Schule behandelt werden. Kinder sollten Empathie und Selbstreflexion als Schulfach haben, in Dänemark gibt es so etwas bereits.
Das könnte wirklich helfen. Verbote allein schaffen das nicht, denn die Umgehung beginnt sofort.Das Anonymitätsargument hat eine Pointe. Die Platformen wissen besser, wer Du bist, als Du selber.
Und in den jüngsten Publikationen steht, wie das mit der Altersgrenze gehen kann. Per App. Die muss nur den Zugang erlauben oder nicht. Man kann also eine Abfrage: Ist Nutzer des Geräts älter als X machen. Diese Daten bekommt man auch aus Selfies und daraus, ob der Nutzer K-Pop mag oder nicht.
https://www.tagesanzeiger.ch/ich-habe-nur-gezeigt-dass-es-die-bombe-gibt-652492646668
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@stefanmuelller
Das gleiche Ziel könnte man halt auch erreichen indem man die Betreiber viel stärker in die Pflicht nimmt und damit dann auch gleichzeitig noch Schaden von der Demokratie abwendet.Und ein Problem in der Diskussion ist die Vermischung der Begriffe. Algorithmen-getriebenes Social Media einzelner, riesiger Konzerne ist was grundsätzlich anderes als durch Userinteraktion entstehendes dezentrales Social Media.
@fasnix @snaums -
Das Anonymitätsargument hat eine Pointe. Die Platformen wissen besser, wer Du bist, als Du selber.
Und in den jüngsten Publikationen steht, wie das mit der Altersgrenze gehen kann. Per App. Die muss nur den Zugang erlauben oder nicht. Man kann also eine Abfrage: Ist Nutzer des Geräts älter als X machen. Diese Daten bekommt man auch aus Selfies und daraus, ob der Nutzer K-Pop mag oder nicht.
https://www.tagesanzeiger.ch/ich-habe-nur-gezeigt-dass-es-die-bombe-gibt-652492646668
@stefanmuelller
Aktuell entscheide trotzdem noch ich selbst, was ich preisgebe
Aber okay, dann entwickeln wir eben die perfekte Authentifizierungs-App! So eine wird es in der Schweiz apropos ja bald geben (https://www.eid.admin.ch/de).
Was ist mit dem Umgehen dieser Beschränkungen? Und was würde aus dem Fediverse werden? Müsste dann jede Instanz das Alter überprüfen? Würde das Fediverse so etwas überhaupt überleben? Wie sieht es aus, wenn ich selbst hoste? Darf ich meinem Neffen dann Zugang gewähren? Ich bin schliesslich keine regulierte Plattform. Aber so hätte er wieder Zugang zu Social Media... Fragen über Fragen.
Ich glaube weiterhin, eine Altersbeschränkung ist letztlich nur wie ein Pflaster für eine offene Aorta 🤯
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@stefanmuelller Wir tauschen uns doch über die Frage aus, wie wir es wegbekommen, oder? Und sind da unterschiedlicher Ansicht. Du findest, ein Verbot löst das Problem oder nimmt zumindest Druck raus. Ich bezweifle beides + denke,, dass mit einem Verbot für die Politik das Thema durch ist und all das, was wir für eine nachhaltige Lösung bräuchten, nicht passieren wird. Ähnlich wie mit der diskutierten Helmpflicht für Radfahrer*innen. Es gäbe mehr Argumente, aber das ist die Kurzform.
@LeseZuak