Bis 1983 gab es in #Bayern noch die #Prügelstrafe an Schulen.
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Bis 1983 gab es in #Bayern noch die #Prügelstrafe an Schulen. Gibt es hier jemanden, der das erlebt hat? Ort und Jahr wäre interessant, vielleicht auch Name der Schule und Grund für die Züchtigung. Danke #followerpower
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L luettdeern@plasmatrap.com shared this topic
F fortyeight@dizl.de shared this topic
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Bis 1983 gab es in #Bayern noch die #Prügelstrafe an Schulen. Gibt es hier jemanden, der das erlebt hat? Ort und Jahr wäre interessant, vielleicht auch Name der Schule und Grund für die Züchtigung. Danke #followerpower
@stefanmuelller@climatejustice.social
Als Dein Beitrag in seiner Timeline auftauchte, blieb Jonas am diesem Aufruf hängen.
Jonas starrte den Bildschirm an, spürte, wie sich seine Schultern verkrampften. 1981, Grundschule am Ortsrand – das Foto tauchte im Kopf auf: Bohnerwachs, Kreidestaub, das Brummen der Neonröhren. Die Schritte des Direktors im Flur. Es war eine Kleinigkeit gewesen, eine vergessene Hausaufgabe. Die Lehrerin zerrte ihn am Ohr nach vorne, dann kam das gefürchtete Wort: „Direktor.“
Im Rektorat roch es nach kaltem Kaffee. An der Wand hing ein Kruzifix, darunter ein vergilbtes Klassenfoto. Der Mann blätterte in einer Mappe, als suche er nach einem Grund.„Du weißt, warum du hier bist?“
Jonas nickte.
„Faulheit wird bestraft.“
Die Schläge brannten. Noch schlimmer war der Satz, der sie begleitete: „Damit aus dir was wird.“ Danach war nichts mehr wie vorher. Er sprach leiser, bewegte sich vorsichtiger, lernte früh, Vertrauen zu vermeiden. Zuhause sagte der Vater: „War doch nur ein Klaps. Früher war das normal.“ Die Mutter schwieg. So entstand dieses Schweigen, das Jahrzehnte hielt.
Keine Worte für das, was Gewalt war.Erst in der Therapie, viele Jahre später, sprach er davon.
Die Therapeutin nannte es „traumatische Erfahrung“. Zum ersten Mal bekam das Ganze einen Namen. Und plötzlich verstand er, warum bestimmte Stimmen ihn bis heute einfrieren ließen. Jetzt, beim Lesen dieses scheinbar beiläufigen Posts, kam alles wieder hoch. Diese Bitte um Erinnerungen, als wären Schmerzen historische Daten.
Jonas schrieb keine Antwort. Er klappte den Laptop zu, saß im Dunkeln und atmete. Draußen leuchteten Straßenlaternen durch den Nebel, als wollte die Welt ungefragt weitermachen.
Er dachte an jedes Kind, das damals in einem solchen Raum gestanden hatte. An die, die noch Jahre später beim leisesten Schuhklacken zusammenzuckten. Und dann an diesen Satz im Internet, so sachlich formuliert und doch so gedankenlos.
Er flüsterte in den leeren Raum, mehr zu sich selbst als zu irgendwem sonst:
Es ist niederträchtig, so etwas einfach mal eben zu erfragen, durch Followerpower gar einzufordern –
da es hier um möglicherweise diverse Traumata geht. Und das alles ohne CW. -
@stefanmuelller@climatejustice.social
Als Dein Beitrag in seiner Timeline auftauchte, blieb Jonas am diesem Aufruf hängen.
Jonas starrte den Bildschirm an, spürte, wie sich seine Schultern verkrampften. 1981, Grundschule am Ortsrand – das Foto tauchte im Kopf auf: Bohnerwachs, Kreidestaub, das Brummen der Neonröhren. Die Schritte des Direktors im Flur. Es war eine Kleinigkeit gewesen, eine vergessene Hausaufgabe. Die Lehrerin zerrte ihn am Ohr nach vorne, dann kam das gefürchtete Wort: „Direktor.“
Im Rektorat roch es nach kaltem Kaffee. An der Wand hing ein Kruzifix, darunter ein vergilbtes Klassenfoto. Der Mann blätterte in einer Mappe, als suche er nach einem Grund.„Du weißt, warum du hier bist?“
Jonas nickte.
„Faulheit wird bestraft.“
Die Schläge brannten. Noch schlimmer war der Satz, der sie begleitete: „Damit aus dir was wird.“ Danach war nichts mehr wie vorher. Er sprach leiser, bewegte sich vorsichtiger, lernte früh, Vertrauen zu vermeiden. Zuhause sagte der Vater: „War doch nur ein Klaps. Früher war das normal.“ Die Mutter schwieg. So entstand dieses Schweigen, das Jahrzehnte hielt.
Keine Worte für das, was Gewalt war.Erst in der Therapie, viele Jahre später, sprach er davon.
Die Therapeutin nannte es „traumatische Erfahrung“. Zum ersten Mal bekam das Ganze einen Namen. Und plötzlich verstand er, warum bestimmte Stimmen ihn bis heute einfrieren ließen. Jetzt, beim Lesen dieses scheinbar beiläufigen Posts, kam alles wieder hoch. Diese Bitte um Erinnerungen, als wären Schmerzen historische Daten.
Jonas schrieb keine Antwort. Er klappte den Laptop zu, saß im Dunkeln und atmete. Draußen leuchteten Straßenlaternen durch den Nebel, als wollte die Welt ungefragt weitermachen.
Er dachte an jedes Kind, das damals in einem solchen Raum gestanden hatte. An die, die noch Jahre später beim leisesten Schuhklacken zusammenzuckten. Und dann an diesen Satz im Internet, so sachlich formuliert und doch so gedankenlos.
Er flüsterte in den leeren Raum, mehr zu sich selbst als zu irgendwem sonst:
Es ist niederträchtig, so etwas einfach mal eben zu erfragen, durch Followerpower gar einzufordern –
da es hier um möglicherweise diverse Traumata geht. Und das alles ohne CW. -
@stefanmuelller@climatejustice.social
Ist okay. Danke fürs CW.
Ich kenne Anne Rabe nicht, doch es ist einfach ein so persönliches und heikles Thema. Da ist es schon hart, dass so in der TL zu sehen.
Und ich bin persönlich nicht einmal betroffen. Ich habe Anderes erlebt und überlebt - ich spüre bei solchen Themen aber oft sehr genau, wie Menschen sich gefühlt haben (müssen) die Gewalt in der Kindheit erleben mussten. -
@stefanmuelller@climatejustice.social
Ist okay. Danke fürs CW.
Ich kenne Anne Rabe nicht, doch es ist einfach ein so persönliches und heikles Thema. Da ist es schon hart, dass so in der TL zu sehen.
Und ich bin persönlich nicht einmal betroffen. Ich habe Anderes erlebt und überlebt - ich spüre bei solchen Themen aber oft sehr genau, wie Menschen sich gefühlt haben (müssen) die Gewalt in der Kindheit erleben mussten.Danke dafür! Es war wirklich einfach gedankenlos, weil ich dachte, dass in der Frage ja noch nicht viel Krasses drinstand.
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Danke dafür! Es war wirklich einfach gedankenlos, weil ich dachte, dass in der Frage ja noch nicht viel Krasses drinstand.
@stefanmuelller@climatejustice.social
Danke Dir fürs Verständnis.
Vielleicht noch als "Background-Info"
Bei manchen reicht die Erwähnung, wie in meinem ersten Beitrag / Erzählung.
Im wahren Leben kann es ein Geruch, eine Stimmlage, eine Phrase und noch vieles anderes sein, was viele gar nicht ahnen, dass es von Unwohlsein bis zur Restraumarisierung gehen kann.
Ich hab das vor langer Zeit mal in einem Blogpost verfasst:
https://nocci.it/fediverse-content-warnungen/