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  3. Ich lese immer wieder solche Posts wie:"Ich bin Teilzeitler*in, aber ich bin nach der Arbeit nicht faul, sondern mache Ehrenamt, Rette die Welt, begleite meine Eltern zu Terminen, bin für die Familie da" und so weiter

Ich lese immer wieder solche Posts wie:"Ich bin Teilzeitler*in, aber ich bin nach der Arbeit nicht faul, sondern mache Ehrenamt, Rette die Welt, begleite meine Eltern zu Terminen, bin für die Familie da" und so weiter

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teilzeitfaulheitsystemfehler
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  • nocci@punk.cyber77.deN nocci@punk.cyber77.de

    @ose_rouge@don.linxx.net

    Habs auch nicht als Front oder bösartig aufgenommen.
    Der Druck von dem ich spreche ist automatisch da.
    Es ist ein Automatismus, der nur schwer abzuschütteln ist, in einer Welt, die darauf ausgelegt ist, immer "verwertbar" und "wertvoll" im Sinne von "Wert" zu sein.

    Ich verstehe beide Seiten sehr sehr gut. Es ist wichtig, alles davon Sichtbar zu machen und ich habe mit meinem Ausgangspost einfach nochmal darauf hinweisen wollen, dass es mehrere Seiten der Freiheit vorhanden sind.

    somlu1968@mastodon.socialS This user is from outside of this forum
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    somlu1968@mastodon.social
    schrieb zuletzt editiert von
    #17

    Der Punkt von @nocci ist sehr wichtig. Wir sollte uns nicht selbst in die Verwertungslogik von Neoliberalen einfügen, um unser Recht auf Teilzeit zu verteidigen
    Ich plädiere für die 20h/Woche bei vollem Lohnausgleich. Die Produktivitätssteigerungen, die die letzten 20 J nicht in die Reallöhne eingeflossen sind, würden das hergeben.
    Ich erinnere mich, dass in den 70ern als die 35h/W in einigen Branchen erkämpft wurde, davon gesprochen wurde, dass wir heute bei der 20h/Woche wären.

    @ose_rouge

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    • somlu1968@mastodon.socialS somlu1968@mastodon.social

      Der Punkt von @nocci ist sehr wichtig. Wir sollte uns nicht selbst in die Verwertungslogik von Neoliberalen einfügen, um unser Recht auf Teilzeit zu verteidigen
      Ich plädiere für die 20h/Woche bei vollem Lohnausgleich. Die Produktivitätssteigerungen, die die letzten 20 J nicht in die Reallöhne eingeflossen sind, würden das hergeben.
      Ich erinnere mich, dass in den 70ern als die 35h/W in einigen Branchen erkämpft wurde, davon gesprochen wurde, dass wir heute bei der 20h/Woche wären.

      @ose_rouge

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      somlu1968@mastodon.social
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      #18

      @nocci im Kontext fällt mir an mir selbst auf, dass ich, obwohl ich noch mitten in der Behandlung meiner Erkrankung bin und derzeit viel Zeit zu Hause verbringe, Teile von mir ernsthaft immer wieder getriggert sind, weil ich "nichts" tue. Finde ich selbst krass, wie sehr das in mir steckt. @ose_rouge

      nocci@punk.cyber77.deN 1 Antwort Letzte Antwort
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      • ms_fmx@chaos.socialM ms_fmx@chaos.social shared this topic
      • somlu1968@mastodon.socialS somlu1968@mastodon.social

        @nocci im Kontext fällt mir an mir selbst auf, dass ich, obwohl ich noch mitten in der Behandlung meiner Erkrankung bin und derzeit viel Zeit zu Hause verbringe, Teile von mir ernsthaft immer wieder getriggert sind, weil ich "nichts" tue. Finde ich selbst krass, wie sehr das in mir steckt. @ose_rouge

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        #19

        @somlu1968@mastodon.social
        Ich habe Jahre gebraucht bis auch mein Kopf endlich an dem Punkt war, nicht mehr diese Verwertbarkeit einzufordern.

        Es wird ab Kindheit in uns hinein gepresst.
        (Sitz doch nicht immer nur rum)

        Mach der Bewilligung der Erwerbsminderung war das quasi ein innerer Kampf.

        @ose_rouge@don.linxx.net

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        • nocci@punk.cyber77.deN nocci@punk.cyber77.de

          @somlu1968@mastodon.social
          Ich habe Jahre gebraucht bis auch mein Kopf endlich an dem Punkt war, nicht mehr diese Verwertbarkeit einzufordern.

          Es wird ab Kindheit in uns hinein gepresst.
          (Sitz doch nicht immer nur rum)

          Mach der Bewilligung der Erwerbsminderung war das quasi ein innerer Kampf.

          @ose_rouge@don.linxx.net

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          walsonde@antifa.style
          schrieb zuletzt editiert von
          #20

          @nocci @ose_rouge @somlu1968 och, was hab ich für ein Glück, dass ich es geschafft hab, das anzulegen. Mittlerzweige bin ich nur noch sauer und wütend auf die Regierung, die Rentenversicherung und die Gesellschaft, weil ich nicht mitspielen darf. Ich hab kein schlechtes Gewissen wegen etwas, das ich mir nicht ausgesucht hab.

          somlu1968@mastodon.socialS 1 Antwort Letzte Antwort
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          • walsonde@antifa.styleW walsonde@antifa.style

            @nocci @ose_rouge @somlu1968 och, was hab ich für ein Glück, dass ich es geschafft hab, das anzulegen. Mittlerzweige bin ich nur noch sauer und wütend auf die Regierung, die Rentenversicherung und die Gesellschaft, weil ich nicht mitspielen darf. Ich hab kein schlechtes Gewissen wegen etwas, das ich mir nicht ausgesucht hab.

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            somlu1968@mastodon.social
            schrieb zuletzt editiert von
            #21

            @walsonde Na ja, für mich ist das noch ein ziemlich neuer Zustand. So lange ich in der Uniklinik war, ging es aber jetzt zu Hause kommt das halt auch hoch.

            Ein schlechtes Gewissen habe ich nicht wirklich, es ist anders.

            @nocci @ose_rouge

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            • nocci@punk.cyber77.deN nocci@punk.cyber77.de

              Ich lese immer wieder solche Posts wie:
              "Ich bin Teilzeitler*in, aber ich bin nach der Arbeit nicht faul, sondern mache Ehrenamt, Rette die Welt, begleite meine Eltern zu Terminen, bin für die Familie da" und so weiter.

              Ja, das ist auch alles schön und gut, aber es ist auch wirklich nichts daran auszusetzen, wenn ihr wirklich faul in der Ecke oder auf der Couch liegt und Euch eine Serie nach der anderen rein zieht, einfach im Wald abhängt oder mal ans Wasser fahrt um stundenlang den Wellen zu lauschen.

              Das ist die Freiheit, die frühere Generationen auch für uns erkämpft haben.
              Ihr MÜSST nichts leisten... alles ist fein.
              Kommt mal von dem Gedanken weg, dass alles produktiv und vermeintlich "sinnvoll" sein muss.
              Denn das ist das denken, was die Regierenden und Libertäre von Euch verlangen.

              Macht das Spiel nicht mit.

              #Teilzeit #faulheit #systemfehler

              der_zaunfink@eldritch.cafeD This user is from outside of this forum
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              der_zaunfink@eldritch.cafe
              schrieb zuletzt editiert von
              #22

              @nocci
              Das! Wir könnten uns abgewöhnen, Leute zu bewundern, die sich totrackern und stattdessen Leute zum Vorbild nehmen, die auf sich selbst achten, sich vielleicht etwas bescheidener einrichten und damit ein gutes Leben haben. Von viel mehr zufriedenen Menschen ohne Stress hätte die ganze Gesellschaft etwas.

              (Das soll bitte keine Abwertung von Menschen sein, die von den Umständen gezwungen werden, zu rackern. Es geht darum, dass Überlastung nichts sein sollte, womit jemand angeben kann.)

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              • nocci@punk.cyber77.deN nocci@punk.cyber77.de

                Ich lese immer wieder solche Posts wie:
                "Ich bin Teilzeitler*in, aber ich bin nach der Arbeit nicht faul, sondern mache Ehrenamt, Rette die Welt, begleite meine Eltern zu Terminen, bin für die Familie da" und so weiter.

                Ja, das ist auch alles schön und gut, aber es ist auch wirklich nichts daran auszusetzen, wenn ihr wirklich faul in der Ecke oder auf der Couch liegt und Euch eine Serie nach der anderen rein zieht, einfach im Wald abhängt oder mal ans Wasser fahrt um stundenlang den Wellen zu lauschen.

                Das ist die Freiheit, die frühere Generationen auch für uns erkämpft haben.
                Ihr MÜSST nichts leisten... alles ist fein.
                Kommt mal von dem Gedanken weg, dass alles produktiv und vermeintlich "sinnvoll" sein muss.
                Denn das ist das denken, was die Regierenden und Libertäre von Euch verlangen.

                Macht das Spiel nicht mit.

                #Teilzeit #faulheit #systemfehler

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                schrieb zuletzt editiert von
                #23

                @nocci Mir fällt auch auf: Arbeitende Menschen werden uns vor allem dann als Vorbild präsentiert, wenn sie sehr viel für sehr wenig Geld arbeiten und sich damit mühsam durchschlagen. Unser Held soll immer der kleine Mann* sein, der "hart" arbeitet. Nicht gerne, nicht gut, nicht zu tollen Bedingungen.

                Das einzige mit Arbeit fest verlötete Adjektiv ist "hart".

                *Alternativ darf es auch mal "die einfache Frau an der Supermarktkasse" sein, die sich ebenfalls gerade so durchackert, aber natürlich nie klagt.

                #DePol

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                • nocci@punk.cyber77.deN nocci@punk.cyber77.de

                  Ich lese immer wieder solche Posts wie:
                  "Ich bin Teilzeitler*in, aber ich bin nach der Arbeit nicht faul, sondern mache Ehrenamt, Rette die Welt, begleite meine Eltern zu Terminen, bin für die Familie da" und so weiter.

                  Ja, das ist auch alles schön und gut, aber es ist auch wirklich nichts daran auszusetzen, wenn ihr wirklich faul in der Ecke oder auf der Couch liegt und Euch eine Serie nach der anderen rein zieht, einfach im Wald abhängt oder mal ans Wasser fahrt um stundenlang den Wellen zu lauschen.

                  Das ist die Freiheit, die frühere Generationen auch für uns erkämpft haben.
                  Ihr MÜSST nichts leisten... alles ist fein.
                  Kommt mal von dem Gedanken weg, dass alles produktiv und vermeintlich "sinnvoll" sein muss.
                  Denn das ist das denken, was die Regierenden und Libertäre von Euch verlangen.

                  Macht das Spiel nicht mit.

                  #Teilzeit #faulheit #systemfehler

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                  nielso@digitalcourage.social
                  schrieb zuletzt editiert von
                  #24

                  @nocci

                  Vermutlich sollten wir uns nicht mal mit dem Thema beschäftigen. Das ist nur Populismus, um die Medien und den Pöbel irgendwie zu beschäftigen mit Scheindebatten…

                  Die Arbeitslosenzahlen steigen und die Politik redet von mehr Arbeit als Lösung und alle diskutieren mit. Wir sind in der postfaktischen Welt angekommen.

                  nocci@punk.cyber77.deN 1 Antwort Letzte Antwort
                  0
                  • nielso@digitalcourage.socialN nielso@digitalcourage.social

                    @nocci

                    Vermutlich sollten wir uns nicht mal mit dem Thema beschäftigen. Das ist nur Populismus, um die Medien und den Pöbel irgendwie zu beschäftigen mit Scheindebatten…

                    Die Arbeitslosenzahlen steigen und die Politik redet von mehr Arbeit als Lösung und alle diskutieren mit. Wir sind in der postfaktischen Welt angekommen.

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                    nocci@punk.cyber77.de
                    schrieb zuletzt editiert von
                    #25

                    @nielso@digitalcourage.social

                    Natürlich ist es Populismus par excellence - und alles nachfolgende in den Netzwerken ist das Resultat.

                    Aber es verdeutlicht auch:
                    Ein Großteil will nicht auf der "low-performer" (scheiß Anglizismus, ich weiß) Seite sein, außer diejenigen, die das Spiel nicht mitspielen wollen... oder können.

                    Mir mich hat es sogar ein bisschen was von "Brot und Spiele"

                    1 Antwort Letzte Antwort
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                    • ose_rouge@don.linxx.netO ose_rouge@don.linxx.net

                      @nocci Der Punkt ist valide. Nichtsdestotrotz wird ja so getan, als würden Leute Teilzeit machen und weiter nichts tun (was völlig okay ist). Aber: Es wird einfach verschwiegen, dass so viele Lebensbereiche nur laufen, da sich Menschen kümmern, sei es Care-/Pflege-Arbeit, Ehrenamt etc … Und es gibt einfach keinen Begriff von Arbeit, jenseits eines Anstellungsverhältnisses oder Selbstständigkeit. Das ignorieren Rechte nämlich alles viel zu gerne.

                      ohweh@climatejustice.socialO This user is from outside of this forum
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                      ohweh@climatejustice.social
                      schrieb zuletzt editiert von
                      #26

                      @ose_rouge @nocci

                      Genau, es geht um die Nichtanerkennung von unbezahlter Tätigkeit.

                      mango@social.tchncs.deM 1 Antwort Letzte Antwort
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                      • nocci@punk.cyber77.deN nocci@punk.cyber77.de

                        Ich lese immer wieder solche Posts wie:
                        "Ich bin Teilzeitler*in, aber ich bin nach der Arbeit nicht faul, sondern mache Ehrenamt, Rette die Welt, begleite meine Eltern zu Terminen, bin für die Familie da" und so weiter.

                        Ja, das ist auch alles schön und gut, aber es ist auch wirklich nichts daran auszusetzen, wenn ihr wirklich faul in der Ecke oder auf der Couch liegt und Euch eine Serie nach der anderen rein zieht, einfach im Wald abhängt oder mal ans Wasser fahrt um stundenlang den Wellen zu lauschen.

                        Das ist die Freiheit, die frühere Generationen auch für uns erkämpft haben.
                        Ihr MÜSST nichts leisten... alles ist fein.
                        Kommt mal von dem Gedanken weg, dass alles produktiv und vermeintlich "sinnvoll" sein muss.
                        Denn das ist das denken, was die Regierenden und Libertäre von Euch verlangen.

                        Macht das Spiel nicht mit.

                        #Teilzeit #faulheit #systemfehler

                        earlytwix@sueden.socialE This user is from outside of this forum
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                        earlytwix@sueden.social
                        schrieb zuletzt editiert von
                        #27

                        @nocci Mein Luxus ist eine 4 Tage-Woche. Den hab ich mir erkauft mit 20% meines Gehalts.

                        Danke für deinen Beitrag. Es ist eine ähnlich verquere Argumentation wie bei Geflüchteten mit ihrer Arbeitskraft zu argumentieren - statt mit deren Recht auf ein Leben ohne Lebensgefahr.

                        nocci@punk.cyber77.deN 1 Antwort Letzte Antwort
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                        • earlytwix@sueden.socialE earlytwix@sueden.social

                          @nocci Mein Luxus ist eine 4 Tage-Woche. Den hab ich mir erkauft mit 20% meines Gehalts.

                          Danke für deinen Beitrag. Es ist eine ähnlich verquere Argumentation wie bei Geflüchteten mit ihrer Arbeitskraft zu argumentieren - statt mit deren Recht auf ein Leben ohne Lebensgefahr.

                          nocci@punk.cyber77.deN This user is from outside of this forum
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                          nocci@punk.cyber77.de
                          schrieb zuletzt editiert von
                          #28

                          @EarlyTwix@sueden.social

                          Finde ich genau richtig, das so zu handhaben wie Du.
                          Mensch sein heißt eben nicht arbeiten bis zum Burnout oder den Sinn des Lebens in Arbeit oder anderen Verpflichtungen zu suchen, glaube ich.

                          Ich verstehe aber auch Menschen, die das brauchen und so ihr Glück finden - wir alle müssen nur von dem "Produktiv = Gut" weg kommen.

                          Danke für Seine Antwort, die das zu Grunde liegende Denken nochmal anders darstellt.

                          1 Antwort Letzte Antwort
                          0
                          • ohweh@climatejustice.socialO ohweh@climatejustice.social

                            @ose_rouge @nocci

                            Genau, es geht um die Nichtanerkennung von unbezahlter Tätigkeit.

                            mango@social.tchncs.deM This user is from outside of this forum
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                            schrieb zuletzt editiert von
                            #29

                            @OhWeh

                            WORD!

                            Neulich: Ich telefonierte mit dem Jobcenter. Frage, ob ich Anspruch auf ALG habe, weil wegen #Angehörigenpflege ohne Erwerbsarbeit.
                            Die Bearbeiterin so: »Nein, Sie arbeiten ja nicht.«

                            Der Bekannte, dem ich erzählte, dass ich kein Erwerbseinkommen habe, dann so: »Ach ja, du arbeitest ja nicht.«

                            Das Kind, gefragt, was seine Eltern machen: »Papa ist auf Arbeit, Mama ist Hausfrau.«

                            Diese Denke, dass nur Erwerbsarbeit Arbeit sei, ist schon sehr lange und immer noch ganz, ganz tief in unserer Gesellschaft verankert. Wie praktisch in einer Zeit, in der Maschinen aller Art immer mehr Produktion übernehmen und Menschen, die dann »arbeitslos« werden, arm werden und als faul gelten, und der Kapitalist stopft sich die Taschen voll aus dem Erlös des Produzierten.

                            @ose_rouge @nocci

                            mango@social.tchncs.deM heri@net.miaumuh.chH karpfenratten@mastodon.socialK 3 Antworten Letzte Antwort
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                            • mango@social.tchncs.deM mango@social.tchncs.de

                              @OhWeh

                              WORD!

                              Neulich: Ich telefonierte mit dem Jobcenter. Frage, ob ich Anspruch auf ALG habe, weil wegen #Angehörigenpflege ohne Erwerbsarbeit.
                              Die Bearbeiterin so: »Nein, Sie arbeiten ja nicht.«

                              Der Bekannte, dem ich erzählte, dass ich kein Erwerbseinkommen habe, dann so: »Ach ja, du arbeitest ja nicht.«

                              Das Kind, gefragt, was seine Eltern machen: »Papa ist auf Arbeit, Mama ist Hausfrau.«

                              Diese Denke, dass nur Erwerbsarbeit Arbeit sei, ist schon sehr lange und immer noch ganz, ganz tief in unserer Gesellschaft verankert. Wie praktisch in einer Zeit, in der Maschinen aller Art immer mehr Produktion übernehmen und Menschen, die dann »arbeitslos« werden, arm werden und als faul gelten, und der Kapitalist stopft sich die Taschen voll aus dem Erlös des Produzierten.

                              @ose_rouge @nocci

                              mango@social.tchncs.deM This user is from outside of this forum
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                              schrieb zuletzt editiert von
                              #30

                              @OhWeh

                              Interessante Literatur dazu (ich schreibe das hier hin, damit ich es später selber wiederfinde):

                              Kocka, Jürgen (2010), Mehr Last als Lust (Reprint), Arbeit und Arbeitsgesellschaft in der europäischen Geschichte
                              https://zeitgeschichte-online.de/themen/mehr-last-als-lust-reprint

                              Lafargue, Paul (Originalfassung erschien 1833 in frz. Sprache).
                              Das Recht auf Faulheit
                              https://de.wikisource.org/wiki/Das_Recht_auf_Faulheit

                              @ose_rouge @nocci

                              1 Antwort Letzte Antwort
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                              • helgarhelgar@digitalcourage.socialH helgarhelgar@digitalcourage.social shared this topic
                              • nocci@punk.cyber77.deN nocci@punk.cyber77.de

                                Ich lese immer wieder solche Posts wie:
                                "Ich bin Teilzeitler*in, aber ich bin nach der Arbeit nicht faul, sondern mache Ehrenamt, Rette die Welt, begleite meine Eltern zu Terminen, bin für die Familie da" und so weiter.

                                Ja, das ist auch alles schön und gut, aber es ist auch wirklich nichts daran auszusetzen, wenn ihr wirklich faul in der Ecke oder auf der Couch liegt und Euch eine Serie nach der anderen rein zieht, einfach im Wald abhängt oder mal ans Wasser fahrt um stundenlang den Wellen zu lauschen.

                                Das ist die Freiheit, die frühere Generationen auch für uns erkämpft haben.
                                Ihr MÜSST nichts leisten... alles ist fein.
                                Kommt mal von dem Gedanken weg, dass alles produktiv und vermeintlich "sinnvoll" sein muss.
                                Denn das ist das denken, was die Regierenden und Libertäre von Euch verlangen.

                                Macht das Spiel nicht mit.

                                #Teilzeit #faulheit #systemfehler

                                intersektionalesgemecker@chaos.socialI This user is from outside of this forum
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                                schrieb zuletzt editiert von
                                #31

                                @nocci Also ich bin Totalverweigerin beim Jobcenter und mache Ehrenamt und rette die Welt 😄
                                Aber es ist auch nichts dran auszusetzen einfach zu Hartzen und faul auf der Couch zu liegen. Sollte ich mal mehr machen glaube ich.

                                nocci@punk.cyber77.deN 1 Antwort Letzte Antwort
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                                • intersektionalesgemecker@chaos.socialI intersektionalesgemecker@chaos.social

                                  @nocci Also ich bin Totalverweigerin beim Jobcenter und mache Ehrenamt und rette die Welt 😄
                                  Aber es ist auch nichts dran auszusetzen einfach zu Hartzen und faul auf der Couch zu liegen. Sollte ich mal mehr machen glaube ich.

                                  nocci@punk.cyber77.deN This user is from outside of this forum
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                                  schrieb zuletzt editiert von
                                  #32

                                  @IntersektionalesGemecker@chaos.social

                                  Finde ich absolut okay und auch ein bissl beneidenswert.
                                  Wichtig ist, dass 1 selbst voll mit sich im Reinen ist.
                                  Lass die anderen denken, was sie wollen.

                                  1 Antwort Letzte Antwort
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                                  • energisch_@troet.cafeE energisch_@troet.cafe shared this topic
                                  • nocci@punk.cyber77.deN nocci@punk.cyber77.de

                                    Ich lese immer wieder solche Posts wie:
                                    "Ich bin Teilzeitler*in, aber ich bin nach der Arbeit nicht faul, sondern mache Ehrenamt, Rette die Welt, begleite meine Eltern zu Terminen, bin für die Familie da" und so weiter.

                                    Ja, das ist auch alles schön und gut, aber es ist auch wirklich nichts daran auszusetzen, wenn ihr wirklich faul in der Ecke oder auf der Couch liegt und Euch eine Serie nach der anderen rein zieht, einfach im Wald abhängt oder mal ans Wasser fahrt um stundenlang den Wellen zu lauschen.

                                    Das ist die Freiheit, die frühere Generationen auch für uns erkämpft haben.
                                    Ihr MÜSST nichts leisten... alles ist fein.
                                    Kommt mal von dem Gedanken weg, dass alles produktiv und vermeintlich "sinnvoll" sein muss.
                                    Denn das ist das denken, was die Regierenden und Libertäre von Euch verlangen.

                                    Macht das Spiel nicht mit.

                                    #Teilzeit #faulheit #systemfehler

                                    energisch_@troet.cafeE This user is from outside of this forum
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                                    schrieb zuletzt editiert von
                                    #33

                                    @nocci Solcherart Faulheit erhöht das Wohlbefinden und damit auch die gesamte Gesundheit, geistig wie körperlich. Nennt sich Erholung. Es gibt Arbeitsplätze da braucht der Mensch mehr davon. Auch, weil die Arbeit kaputt macht.

                                    1 Antwort Letzte Antwort
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                                    • ana_krchdrfr@hessen.socialA ana_krchdrfr@hessen.social

                                      @nocci Ich habe einen jungen Kollegen, der bei uns sein duales Studium absolviert hat. Nach dem Abschluss hat er einfach die Teilzeit beibehalten. Begründung: Das Gehalt reicht ihm. Finde ich großartig.

                                      newstrujew@autistics.lifeN This user is from outside of this forum
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                                      schrieb zuletzt editiert von
                                      #34

                                      @ana_krchdrfr @nocci Wie ich damals dauerhaft auf 80% Arbeitszeit reduziert habe, und der Kollege zweifelnd meinte "Na wenn dir das Gehalt reicht..." Ich habe immer noch ganz gut verdient, und nach der Geburt des zweiten Kindes ging es auf 50% runter. Ging gar nicht anders, ich bekomme Familie und Vollzeitarbeit nicht unter einen Hut (wer es kann, ohne die gesamte Arbeit auf die Partnerin abzuwälzen - gut für die, ich kann es nicht).

                                      nocci@punk.cyber77.deN 1 Antwort Letzte Antwort
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                                      • newstrujew@autistics.lifeN newstrujew@autistics.life

                                        @ana_krchdrfr @nocci Wie ich damals dauerhaft auf 80% Arbeitszeit reduziert habe, und der Kollege zweifelnd meinte "Na wenn dir das Gehalt reicht..." Ich habe immer noch ganz gut verdient, und nach der Geburt des zweiten Kindes ging es auf 50% runter. Ging gar nicht anders, ich bekomme Familie und Vollzeitarbeit nicht unter einen Hut (wer es kann, ohne die gesamte Arbeit auf die Partnerin abzuwälzen - gut für die, ich kann es nicht).

                                        nocci@punk.cyber77.deN This user is from outside of this forum
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                                        schrieb zuletzt editiert von
                                        #35

                                        @Newstrujew@autistics.life
                                        Ich hätte das alles vermutlich auch nie unter einem Hut bekommen.
                                        Von daher finde ich Deine Herangehensweise sehr cool.

                                        @ana_krchdrfr@hessen.social

                                        1 Antwort Letzte Antwort
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                                        • nocci@punk.cyber77.deN nocci@punk.cyber77.de

                                          Ich lese immer wieder solche Posts wie:
                                          "Ich bin Teilzeitler*in, aber ich bin nach der Arbeit nicht faul, sondern mache Ehrenamt, Rette die Welt, begleite meine Eltern zu Terminen, bin für die Familie da" und so weiter.

                                          Ja, das ist auch alles schön und gut, aber es ist auch wirklich nichts daran auszusetzen, wenn ihr wirklich faul in der Ecke oder auf der Couch liegt und Euch eine Serie nach der anderen rein zieht, einfach im Wald abhängt oder mal ans Wasser fahrt um stundenlang den Wellen zu lauschen.

                                          Das ist die Freiheit, die frühere Generationen auch für uns erkämpft haben.
                                          Ihr MÜSST nichts leisten... alles ist fein.
                                          Kommt mal von dem Gedanken weg, dass alles produktiv und vermeintlich "sinnvoll" sein muss.
                                          Denn das ist das denken, was die Regierenden und Libertäre von Euch verlangen.

                                          Macht das Spiel nicht mit.

                                          #Teilzeit #faulheit #systemfehler

                                          foobarblubb@ohai.socialF This user is from outside of this forum
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                                          schrieb zuletzt editiert von
                                          #36

                                          @nocci deutlich schöner formuliert als von mir kürzlich 🙂

                                          https://ohai.social/@foobarblubb/115990032030332092

                                          nocci@punk.cyber77.deN 1 Antwort Letzte Antwort
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