In den letzten Wochen gab es viele Diskussionen zum Thema Barrierefreiheit, insbesondere bezüglich fehlender Bildbeschreibungen & (vieler) Hashtags innerhalb von Beiträgen.
-
Die Umfrage hat sich zudem, soweit ich das überblicken kann, auch nicht in weniger inklusive Bubbles verteilt, daher gehe ich davon aus, dass es sonst nicht bei 8% geblieben wäre. Auch so gab es schon einen Sprung von 4% auf 8%, als mir "Unbekannte sie teilten.
Ermutigend hätte ich einen Wert von unter 5% bei einer deutlich höheren Anzahl Abstimmender empfunden. Denn natürlich ist klar, dass es immer auch nicht Interessierte & Genervte gibt, egal um welches Thema es geht.
Dazu kommt, dass ich nicht nur die reinen Zahlen sehe, sondern eben auch, wofür sie stehen. Wenn im Fediverse schon 8% so reagieren, wie viele wären es dann erst bei Twitter & wie viele sind es insgesamt, die es nicht interessieren wird, wenn es irgendwann (und vielleicht sogar schon bald) um mehr geht als um Bildbeschreibungen? Das mag übertrieben erscheinen, sind aber Dinge, die man sich fragt, wenn man sieht, wie sich die politische und gesellschaftliche Situation entwickelt.
-
Dazu kommt, dass ich nicht nur die reinen Zahlen sehe, sondern eben auch, wofür sie stehen. Wenn im Fediverse schon 8% so reagieren, wie viele wären es dann erst bei Twitter & wie viele sind es insgesamt, die es nicht interessieren wird, wenn es irgendwann (und vielleicht sogar schon bald) um mehr geht als um Bildbeschreibungen? Das mag übertrieben erscheinen, sind aber Dinge, die man sich fragt, wenn man sieht, wie sich die politische und gesellschaftliche Situation entwickelt.
2 Beispiele möchte ich zeigen, die veranschaulichen, was ich meine:
*Link sollte kein Pranger sein*
Das landete gestern in meiner Timeline. Es war bereits um Bildbeschreibung gebeten worden. Die Reaktionen fallen heftig aus, z. B. ist die Rede vom "Winken mit der Inklusionskeule".
Eine Person hat "für soziale Gerechtigkeit" im Profil stehen, die andere einen Link zu DieLinke. Wenn schon Menschen mit dieser Selbsteinschätzung auf eine Bitte so reagieren, ist das erschreckend.
-
2 Beispiele möchte ich zeigen, die veranschaulichen, was ich meine:
*Link sollte kein Pranger sein*
Das landete gestern in meiner Timeline. Es war bereits um Bildbeschreibung gebeten worden. Die Reaktionen fallen heftig aus, z. B. ist die Rede vom "Winken mit der Inklusionskeule".
Eine Person hat "für soziale Gerechtigkeit" im Profil stehen, die andere einen Link zu DieLinke. Wenn schon Menschen mit dieser Selbsteinschätzung auf eine Bitte so reagieren, ist das erschreckend.
*Link sollte kein Pranger sein*
Das landete letzte Woche in meiner Timeline und macht mich jetzt noch fassungslos. Allein schon, weil diese Aussagen völlig unvermittelt bei einem ganz anderen Thema getroffen wurden.
Neben dem Unverständnis, dass auch Nichtbetroffene sich für andere einsetzen, frage ich mich, wie man, selbst wenn man gerade in Rage ist, äußern kann, dass es daher kein Wunder sei, dass keiner bei Mastodon bleibe, obwohl Twitter eine rechte Jauchegrube sei.
-
*Link sollte kein Pranger sein*
Das landete letzte Woche in meiner Timeline und macht mich jetzt noch fassungslos. Allein schon, weil diese Aussagen völlig unvermittelt bei einem ganz anderen Thema getroffen wurden.
Neben dem Unverständnis, dass auch Nichtbetroffene sich für andere einsetzen, frage ich mich, wie man, selbst wenn man gerade in Rage ist, äußern kann, dass es daher kein Wunder sei, dass keiner bei Mastodon bleibe, obwohl Twitter eine rechte Jauchegrube sei.
Das impliziert, dass der Einsatz für die Teilhabe behinderter Menschen, also eine klar antifaschistische Tätigkeit, abschreckender ist als der Faschismus bei Twitter und dass man daher damit Menschen von hier vertreibe.
Selbst wenn solche Bitten mal unfreundlich & nervig sein mögen, das zu lesen macht etwas mit einem, egal, ob man selbst eine Behinderung hat oder sich für Inklusion engagiert.
Wenn 8% vielleicht ähnlich denken wie in den Beispielen, empfinde ich das als viel.
-
Das impliziert, dass der Einsatz für die Teilhabe behinderter Menschen, also eine klar antifaschistische Tätigkeit, abschreckender ist als der Faschismus bei Twitter und dass man daher damit Menschen von hier vertreibe.
Selbst wenn solche Bitten mal unfreundlich & nervig sein mögen, das zu lesen macht etwas mit einem, egal, ob man selbst eine Behinderung hat oder sich für Inklusion engagiert.
Wenn 8% vielleicht ähnlich denken wie in den Beispielen, empfinde ich das als viel.
Einzelfälle? Nein, leider nicht. Man erlebt so etwas natürlich häufiger direkt, wenn man betroffen ist oder sich aktiv einsetzt. Das gibt diesen Aussagen mehr Gewicht, als sie verdienen. Aber man stolpert auch immer wieder unvermittelt und themenunabhängig über so etwas wie im zweiten Beispiel.
Auch die Kommentare zur Umfrage, allen voran das einseitige Tone Policing, spielen für mich dementsprechend eine Rolle dafür, dass ich das Ergebnis insgesamt als ernüchternd empfinde.
-
Einzelfälle? Nein, leider nicht. Man erlebt so etwas natürlich häufiger direkt, wenn man betroffen ist oder sich aktiv einsetzt. Das gibt diesen Aussagen mehr Gewicht, als sie verdienen. Aber man stolpert auch immer wieder unvermittelt und themenunabhängig über so etwas wie im zweiten Beispiel.
Auch die Kommentare zur Umfrage, allen voran das einseitige Tone Policing, spielen für mich dementsprechend eine Rolle dafür, dass ich das Ergebnis insgesamt als ernüchternd empfinde.
Nicht zwischen Klicks und Kommentaren zu unterscheiden, ist sicher nicht korrekt, aber das Gesamtbild wirkt dennoch.
Genau wie auch die Gesamtstimmung, die sich hier meiner Meinung nach merklich verschlechtert hat. Als Mensch mit Behinderung hat man in den letzten Wochen leider gehäuft vermittelt bekommen, welchen Stellenwert man hier und in der Gesellschaft hat. Das gipfelte in breiter Solidarität und Verständnis für die, die ableistisch waren und darauf hingewiesen wurden.
-
Nicht zwischen Klicks und Kommentaren zu unterscheiden, ist sicher nicht korrekt, aber das Gesamtbild wirkt dennoch.
Genau wie auch die Gesamtstimmung, die sich hier meiner Meinung nach merklich verschlechtert hat. Als Mensch mit Behinderung hat man in den letzten Wochen leider gehäuft vermittelt bekommen, welchen Stellenwert man hier und in der Gesellschaft hat. Das gipfelte in breiter Solidarität und Verständnis für die, die ableistisch waren und darauf hingewiesen wurden.
All das führt dazu, dass ich 8% nicht als wenig oder ermutigend empfinden kann. Das ist natürlich nicht rational, sondern stark emotional geprägt, das muss ich einräumen und will es auch nicht schönreden. Daher würde ich auch nicht sagen, dass du falsch liegst mit deiner Einschätzung, das tust du nicht, ich kann die Zahlen nur nicht so isoliert betrachten, wie ich es wohl tun sollte. Zudem nehme ich all das und diesbezüglich auch mich selbst zu wichtig. Das ist mir bewusst.
-
All das führt dazu, dass ich 8% nicht als wenig oder ermutigend empfinden kann. Das ist natürlich nicht rational, sondern stark emotional geprägt, das muss ich einräumen und will es auch nicht schönreden. Daher würde ich auch nicht sagen, dass du falsch liegst mit deiner Einschätzung, das tust du nicht, ich kann die Zahlen nur nicht so isoliert betrachten, wie ich es wohl tun sollte. Zudem nehme ich all das und diesbezüglich auch mich selbst zu wichtig. Das ist mir bewusst.
Ich bin einfach müde. Sehr müde. Trotz auch positiver Erlebnisse in der Hinsicht. Die aber sind die Ausnahmen, die die Regel bestätigen. Das Klügste würde daher sicher sein, mich von all dem fernzuhalten und das Thema möglichst zu vermeiden. Zumindest ab dem Punkt, wo es von unfreiwillig zu freiwillig wechselt. Gesünder wäre es theoretisch auch. Das Gesündeste wäre es praktisch aufgrund des Stellenwertes, den Mastodon für mich leider hat, vermutlich trotzdem nicht. We will see.
-
@AnyaKarl Ich bin jetzt zu müde um nach diesen Kommentaren zu suchen.
Es sind 88+4% vs 8%. Ich kenn mich mit Umfragen nicht aus, siehst du, ob die 8% Ablehnung aus deiner bubble aka deinen Followys kommt?
Vielleicht bin ich auch zu müde deinen Kommentar zu erfassen...Ob das Aufsplitten der ersten Frage mehr Klarheit gebracht hätte? Sehe es so, dass es insgesamt eine Minderheit ist, die sich ablehnend geäußert haben.

Hab eine Gute Nacht, das wünsch ich dir
Der eine Kommentar zum Ergebnis und zu den 8% ist deiner
, der andere dieser hier: -
Ich bin einfach müde. Sehr müde. Trotz auch positiver Erlebnisse in der Hinsicht. Die aber sind die Ausnahmen, die die Regel bestätigen. Das Klügste würde daher sicher sein, mich von all dem fernzuhalten und das Thema möglichst zu vermeiden. Zumindest ab dem Punkt, wo es von unfreiwillig zu freiwillig wechselt. Gesünder wäre es theoretisch auch. Das Gesündeste wäre es praktisch aufgrund des Stellenwertes, den Mastodon für mich leider hat, vermutlich trotzdem nicht. We will see.
@AnyaKarl Verstehe ich das richtig, und Du bekommst (hier?) häufiger negative Reaktionen, wenn Du Menschen um Rücksicht bzgl. Barrierefreiheit bittest? da habe ich vielleicht Glück und/oder bin noch nicht lang genug hier.
Lass Dir davon nicht die Energie rauben! Es geht hier doch einfach um Sensibilisierung und Hilfsbereitschaft.
Ich mag nicht über Gründe spekulieren, warum imho wenige(!) dazu nicht bereit sein sollten. Das wäre deren Baustelle.
-
2 Beispiele möchte ich zeigen, die veranschaulichen, was ich meine:
*Link sollte kein Pranger sein*
Das landete gestern in meiner Timeline. Es war bereits um Bildbeschreibung gebeten worden. Die Reaktionen fallen heftig aus, z. B. ist die Rede vom "Winken mit der Inklusionskeule".
Eine Person hat "für soziale Gerechtigkeit" im Profil stehen, die andere einen Link zu DieLinke. Wenn schon Menschen mit dieser Selbsteinschätzung auf eine Bitte so reagieren, ist das erschreckend.
Ich rege mich nicht mehr darüber auf, ich blocke diese Accounts nur noch. Die Verlinkte war es schon.

-
@AnyaKarl Verstehe ich das richtig, und Du bekommst (hier?) häufiger negative Reaktionen, wenn Du Menschen um Rücksicht bzgl. Barrierefreiheit bittest? da habe ich vielleicht Glück und/oder bin noch nicht lang genug hier.
Lass Dir davon nicht die Energie rauben! Es geht hier doch einfach um Sensibilisierung und Hilfsbereitschaft.
Ich mag nicht über Gründe spekulieren, warum imho wenige(!) dazu nicht bereit sein sollten. Das wäre deren Baustelle.
@h3o
Das ist leider Realität bei einer nicht kleinen Menge an Personen, die man darauf aufmerksam macht.
@AnyaKarl @hope_n_beauty -
Habe mich an einer Erklärung meiner Einschätzung versucht. Da abseits von Mastodon getippt, ist sie viel zu lang geworden, aber ich lasse das jetzt so, sonst wird es gar nichts. Ich erwarte nicht, dass es komplett gelesen oder gar beantwortet wird. Loswerden will ich es jetzt dennoch. Daher:
Wenn man nur die reinen Zahlen sieht, ist es eine Minderheit, natürlich. Aber es sind in meinen Augen dennoch nicht wenig. Erst recht nicht in einem eher linken & antifaschistischen Umfeld.
@AnyaKarl Danke für die ausführlichen Gedanken und Wahrnehmungen dazu. Und die wirklich erschreckenden Beispiele, von denen ich die meisten nicht mitbekommen habe.
Ich hatte für mich schon vermutet, dass es für jemanden, der Tag für Tag als Betroffene/r auf diese Barrieren trifft, einen anderen Blick auf die Zahlen hat.
Dann sind die Ignoranz, Reaktanz und Agressivität die einem entgegenschlägt, jedesmal ein Schlag ins Gesicht.
Das macht müde und verletzt

-
@AnyaKarl Danke für die ausführlichen Gedanken und Wahrnehmungen dazu. Und die wirklich erschreckenden Beispiele, von denen ich die meisten nicht mitbekommen habe.
Ich hatte für mich schon vermutet, dass es für jemanden, der Tag für Tag als Betroffene/r auf diese Barrieren trifft, einen anderen Blick auf die Zahlen hat.
Dann sind die Ignoranz, Reaktanz und Agressivität die einem entgegenschlägt, jedesmal ein Schlag ins Gesicht.
Das macht müde und verletzt

@AnyaKarl Vielleicht später mehr dazu, muss was erledigen und will dann noch kochen. Grüne Minestrone, vegan.
-
*Link sollte kein Pranger sein*
Das landete letzte Woche in meiner Timeline und macht mich jetzt noch fassungslos. Allein schon, weil diese Aussagen völlig unvermittelt bei einem ganz anderen Thema getroffen wurden.
Neben dem Unverständnis, dass auch Nichtbetroffene sich für andere einsetzen, frage ich mich, wie man, selbst wenn man gerade in Rage ist, äußern kann, dass es daher kein Wunder sei, dass keiner bei Mastodon bleibe, obwohl Twitter eine rechte Jauchegrube sei.
@AnyaKarl Ich bin dem anfangs mal gefolgt, aber wegen solcher Kommentare dann entfolgt. Gab noch andere Themen, wo ein unfassbar aggressiver Ton herrschte.
-
@h3o
Das ist leider Realität bei einer nicht kleinen Menge an Personen, die man darauf aufmerksam macht.
@AnyaKarl @hope_n_beauty@beandev Mag sein. Habe bisher (glücklicherweise) noch keine solche Erfahrung gemacht.
Aber selbst wenn – die Mehrheit hier scheint mir doch ausgesprochen sensibel und hilfsbereit zu sein. Ich würde mich lieber an denen orientieren. Ich habe keine Energie, ignoranten von etwas zu überzeugen, was sie ignorieren wollen…
Respekt vor allen, die da mehr kämpfen als ich!
und manchmal sind da vielleicht auch Missverständnisse.
-
Ich rege mich nicht mehr darüber auf, ich blocke diese Accounts nur noch. Die Verlinkte war es schon.

-
@AnyaKarl Verstehe ich das richtig, und Du bekommst (hier?) häufiger negative Reaktionen, wenn Du Menschen um Rücksicht bzgl. Barrierefreiheit bittest? da habe ich vielleicht Glück und/oder bin noch nicht lang genug hier.
Lass Dir davon nicht die Energie rauben! Es geht hier doch einfach um Sensibilisierung und Hilfsbereitschaft.
Ich mag nicht über Gründe spekulieren, warum imho wenige(!) dazu nicht bereit sein sollten. Das wäre deren Baustelle.
@h3o
Ja, das verstehst du richtig. Die negativen Reaktionen bekomme ich leider genau wie auch viele andere, die darum bitten, häufiger.Meist werden Anfragen und Bitten ignoriert, einige (leider nicht wenige) reagieren negativ bis aggressiv und ein kleiner Teil reagiert positiv und freundlich.
Das ermüdet auf Dauer. Insbesondere weil es ja, wie du schon sagst, einfach um Sensibilisierung und Hilfsbereitschaft geht.
Insgesamt gibt es hier natürlich viele freundliche Menschen.
@hope_n_beauty -
@AnyaKarl Ich bin dem anfangs mal gefolgt, aber wegen solcher Kommentare dann entfolgt. Gab noch andere Themen, wo ein unfassbar aggressiver Ton herrschte.
@hope_n_beauty
Gut zu wissen, vielen Dank. -
@hope_n_beauty
Gut zu wissen, vielen Dank.@AnyaKarl Nichts zu danken - eigene Timeline-Hygiene
Bin mittlerweile auch Accounts entfolgt, die die immer gleichen destruktiven Aufregerthemen stumpf wiederholen. Mich zieht das nur runter in solcher Penetranz.
Klar, Empörung ist wichtig, und auch mal Frust ablassen, ranten, alles gut - aber wenn es NUR das ist....